Cover von: Fantom

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Fantom

Der achte Fall für Kommissar Wilhelm Berger. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 300 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3954415623

ISBN-13: 

9783954415625

Erscheinungsdatum: 

10.05.2021

Preis: 

13,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 1.699.607
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3954415623

Beschreibung: 

»… dann kommt eine größere Bombe!«

Oktober 1966. Ein unbekannter Erpresser fordert von der Bundesbahndirektion Hamburg nicht weniger als 50.000 DM. »Wenn Zug nicht entgleist ist habt ihr noch mal Glük gehabt«, schreibt er. Ganz zweifellos ist da ein Spinner am Werk.

Doch dann zerfetzt eine Zeitzünderbombe die Schließfächer im Hamburger Hauptbahnhof, und es wird offenbar, dass der Verbrecher es ernst meint. Seine neue Forderung beträgt jetzt das Doppelte: 100.000 DM. Die Angst vor weiteren Attentaten lähmt die Hansestadt. Die Zeitungen reden panisch von einem Fantom. Der Erpresser selbst nennt sich Roy Clark, wie der Titelheld aus dem Fortsetzungsroman der Bild-Zeitung. Die Bahn will keine Menschenleben aufs Spiel setzen. Aber soll sie wirklich diesem Wahnsinnigen das geforderte Geld zahlen?

Mit den Ermittlungen wird der altgediente Kommissar Wilhelm Berger beauftragt. Um Kontakt zu dem Unbekannten aufzunehmen, schaltet er die Presse ein. Wie soll das Geld übergeben werden? Die Antwort des Fantoms kommt prompt: Ein Motorradfahrer soll zum Bahnhof Bremerhaven kommen und dort auf weitere Anweisungen warten. Aber die Geldübergabe scheitert, und das Fantom steigert sich in einen regelrechten Gewaltrausch: Verbogene Bahngleise, Stahltrossen, gespannt über Schienenstränge, weitere Bomben, Verletzte …

Kommissar Berger sucht nach einer Möglichkeit, dem Erpresser eine Falle zu stellen, der eiskalt angedroht hat: »Nächst mal wird schlimmer.«

Kriminetz-Rezensionen

Ein Bahnerpresser in den 60ern

1966 detoniert eine Bombe im Schließfach 134 im Hamburger Hauptbahnhof. Ein Erpresser fordert 50.000 Mark von der Bundesbahndirektion Hamburg. Kommissar Horst Berger erfährt dann, dass es zuvor schon Erpresserbriefe gegeben hat, die aber niemand so wirklich ernst genommen hat. Nun aber zeigt sich, dass es der Erpresser, der sich Roy Clark nennt, doch ernst meint. Er sabotiert weiter Anlagen der Bahn und stellt Forderungen, die in ihrer Höhe aber variieren. Berger und seine Kollegen wollen den Mann schnappen, doch er tappt nicht in die Falle. Dafür werden seine Angriffe immer schlimmer. Er verbiegt Gleise, versucht Züge zum Entgleisen zu bringen und es gibt weitere Bomben, die auch an Sprengkraft zunehmen. Während der Zeit überfällt ein Pärchen diverse Banken und Sparkassen und führt die Polizei an der Nase herum.

Jürgen Ehlers hat in diesem Kriminalroman reale Begebenheiten aufgegriffen. Die Zeit und die politischen Verhältnisse sind gut und authentisch geschildert.

Horst Berger ist ein engagierter Polizist. Bei seinen Ermittlungen ging es ziemlich anders zu als heutzutage. Er fährt noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Tatort und hat sein Telefon nicht in der Tasche, wie das heute üblich ist. Seine privaten Umstände sind auch etwas kompliziert und kompliziert ist es auch, als er seinen Sohn Michael in Berlin besuchen will, welcher der Wehrpflicht entkommen wollte.

Der Täter Roy Clark ist ein seltsamer Mensch, der zwar verheiratet ist, aber ein absoluter Einzelgänger. Wenn er aus seinem Leben erzählt, ist es kaum möglich, zu unterscheiden, was Realität oder was Fantasie ist. Sein Leben war nicht leicht und geprägt von Krieg und Gewalt. Daher hat er auch keine Skrupel und macht sich seine Regeln selbst. Dabei ist er nicht immer wirklich konsequent.

Es ist am Anfang nicht ganz einfach, in diese Geschichte einzutauchen, aber zunehmend packte mich die Geschichte dann doch. Es war interessant in die vergangene Zeit einzutauchen und spannend zu erleben, wie Roy Clark mit der Polizei ein Katz- und Mausspiel spielt.

Gelungene Mischung aus Krimi und historischem Roman, der den Zeitgeist der Jahre 1966 und 1967 gut transportiert

In diesem historischen Kriminalroman entführt uns der Autor Jürgen Ehlers in das Hamburg der Jahre 1966 und 1967 und verknüpft den Kriminalfall dabei eng mit den tatsächlichen Ereignissen der damaligen Zeit.

Zugleich ist dieses Buch der bereits achte Band aus der Reihe um Kommissar Wilhelm Berger und seinen Sohn Horst, der hier zum zweiten Mal als Ermittler in die Fußstapfen seines inzwischen pensionierten Vaters tritt. Da die einzelnen Bände der Reihe in sich abgeschlossen und auch nicht in einer chronologischen Reihenfolge erschienen sind, kann man dieses Buch aber auch problemlos lesen, wenn man die ersten Bände noch nicht kennt. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Die Explosion eines Schließfaches im Hamburger Hauptbahnhof bringt die Polizei auf die Spur eines Erpressers, der sich selbst nach dem Titelhelden aus einem Fortsetzungsroman den Namen »Roy Clark« gegeben hat und schon seit längerem versucht, die Bundesbahndirektion zu erpressen. Nach einigen kleineren Aktionen greift er nun zu wesentlich härteren Methoden und erhöht auch seine Forderungen immer mehr. Können Horst Berger und sein Team den Erpresser stoppen, bevor die Anschläge endgültig Menschenleben kosten?

Der Autor erzählt in diesem eher ruhigen, aber dennoch jederzeit packenden und atmosphärisch dichten Kriminalroman nicht nur die Geschichte einer spannenden Ermittlung, die sich über ein knappes Jahr erstreckt und auf einem wahren Fall beruht, sondern bietet darüber hinaus auch noch tiefe und stimmungsvolle Einblicke in das Hamburg der späten 60er-Jahre und das Aufkommen der Studentenproteste, die ein Jahr später endgültig eskalieren werden. Hier merkt man jederzeit, wie intensiv der Autor recherchiert hat, um ein genaues Bild dieser Zeit abbilden zu können. Die gut aufgebaute Geschichte besticht zudem durch seine überzeugend gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten, die die Geschichte über die gesamte Länge tragen und immer wieder für überraschende Wendungen gut sind.

Wer auf historische Kriminalromane vor realem Hintergrund steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mein zweites Buch aus dieser Reihe hat mein Interesse, auch die übrigen Bände zu lesen, noch einmal deutlich verstärkt.

Rasante Verbrecherjagd in den späten 60ern

In den späten 60ern treibt das »Fantom« in Hamburg und Umgebung sein Unwesen. Es versucht die Bundesbahn zu erpressen, indem er Attentate auf die Zuglinien verübt. Durch viel Glück ist ein größerer Personenschaden bis zum Zeitpunkt, wo Kommissar Wilhelm Berger die Ermittlungen übernimmt, ausgeblieben. Das »Fantom« kann aber – trotz der anfänglich naiv wirkenden Erpresserschreiben – zunächst nicht dingfest gemacht werden und die Ermittler beißen sich zunehmend die Zähne an dem sehr vorsichtig agierenden Erpresser aus. Kann er noch rechtzeitig gestoppt werden? Kommt es zu einer Katastrophe?

Das »Fantom« ist bereits der achte Band aus der historischen Krimi-Reihe um den sympathischen Ermittler Kommissar Wilhelm Berger. Ich bin mit diesem Teil in die Reihe eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Der Autor Jürgen Ehlers erzählt die Geschichte in einem temporeichen und sehr bildreichen Schreibstil, der mir die damaligen Ereignisse gut vor Augen führte. Mit den Attentatsversuchen wird direkt zu Beginn des Buches der Spannungsbogen aufgebaut und über die langwierigen und mit den Mitteln der damaligen Zeit aufwendigen Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Besonders gut gefallen hat mir die Einbettung der Geschehnisse in den historischen Kontext der späten 60er Jahre. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Handlung wirkt so authentisch und die Personen bewegen sich im Rahmen der geschichtsträchtigen Ereignisse wie dem Vietnam-Krieg oder den Studenten-Revolten der damaligen Zeit.

Insgesamt ist das »Fantom« für mich ein äußerst lesenswerter Roman einer besonderen Krimi-Reihe, die mit einem sympathischen Protagonisten, einem gut recherchierten historischen Hintergrund und dem Erzähltalent des Autors überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.