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Feuer in der Hafenstadt

Der erste Fall für Kapitän Hauke Sötje. Historischer Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 256 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740810165

ISBN-13: 

9783740810160

Erscheinungsdatum: 

27.05.2021

Preis: 

12,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740810165

Beschreibung von Bücher.de: 

Eine spannende Zeitreise in die Kaiserzeit um 1900.

Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren: sein Schiff, seine Mannschaft, seinen Ruf. Ein ehrenvoller Freitod scheint ihm der einzige Ausweg aus einer gescheiterten Existenz - aber nicht ohne zuvor die Verantwortlichen seiner persönlichen Katastrophe in Glückstadt a. d. Elbe zur Rechenschaft zu ziehen.

Doch kaum in der Hafenstadt angekommen, wird er in einen Mordfall verwickelt und von der Polizei gejagt. Im Strudel der Ereignisse verliert er sein Ziel fast aus den Augen. Erst als Feuer und Intrigen die Stadt bedrohen, kann Hauke erkennen, wer Freund und wer Feind ist.

Hinweis: Neuauflage des ursprünglich am 01.02.2012 im Dryas Verlag unter dem Titel »Fortunas Schatten« erschinenen Bandes.

Kriminetz-Rezensionen

Fabelhaft recherchierter historischer Roman

Endlich mal ein fabelhaft recherchierter historischer Roman! Und endlich mal eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert!

Historische Romane haben in den letzten Jahren den Markt überschwemmt und – u.a. – ein Bild des Deutschen Mittelalters geschaffen, das wenig bis gar nichts mit den geschichtlichen Fakten zu tun hat. Bei Anja Marschalls Erstlingswerk (Chapeau!) hingegen fühlt man sich mitten hineinversetzt in die Zeit unserer Ur-(Ur-)Großeltern, als es alljährlich Kaisers Geburtstag und den Sedan-Tag zu feiern gab und beide Weltkriege noch in weiter Ferne lagen. Aufmerksamen Leserinnen und Lesern werden jedoch die – sozusagen subkutan verabreichten – Parallelen zu unserer heutigen Zeit nicht entgehen.

Der lockere Erzählstil und die lebendigen Dialoge machen das Buch zu einem rundum erfreulichen Leseerlebnis!

Eine interessante und spannende Story

Glückstadt im Jahre 1894. Der Kapitän Hauke Sötje kommt als einziger Überlebender eines Schiffsunglücks nach Glückstadt, um das Grab seiner Frau und seines Sohnes zu besuchen und anschließend in den Freitod zu gehen.

Doch bereits am Hafen gerät er in eine Verschwörung und wird in einen mysteriösen Mordfall verwickelt. Mit Hilfe der Fabrikantentochter Sophie, die auch von einem schweren Schicksalsschlag getroffen wurde, versucht Hauke das Rätsel zu lösen.

In dieser historischen Story wurde das geschichtliche Wissen sehr gut verarbeitet und die Autorin nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise nach Glückstadt im Jahre 1894.

Die Charaktere wurden herrlich ausgearbeitet und die beiden Hauptprotagonisten Hauke und Sophie sind mir sehr sympathisch. Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd. Obwohl mich die plattdeutschen Textpassagen manchmal beim Lesen stocken ließen, wurden diese nicht zu viel und passten wunderbar in die Story.

Am Anfang hatte ich ein klein wenig Schwierigkeiten in die Handlung hineinzufinden, dies änderte sich aber sehr schnell, denn der Spannungsbogen baute sich auf und zum Ende hin spitzten sich die Ereignisse zu.

Für mich war dies das erste Buch aus der Reihe um Hauke Sötje und ein wahres Lesevergnügen, gerne mehr davon.

Fesselnder historischer Krimi

Kapitän Hauke Sötje hat vor England sein Schiff und seine Mannschaft verloren. Er ist der einzige Überlebende der Havarie. Aber Sötje ahnt, dass es beim Untergang nicht mit rechten Dingen zuging. Zwar wurde er vor Gericht freigesprochen, was sicher auch seinem Anwalt von Lahn zu verdanken war, den die kaiserliche Marine gestellt hat, aber gleichzeitig wurde ihm ein ehrenvoller Freitod nahegelegt.

Nur noch eine Aufgabe will er vorher erfüllen und die führt in nach Glückstadt. Dort gerät er zufällig in einen Mordfall und in eine Brandstiftung und von Lahn, der auch in Glückstadt weilt, beauftragt ihn als Sonderermittler, die Intrigen gegen die neugegründete Glückstädter Heringsfischerei aufzuklären. Bei dieser Gelegenheit lernt er Sophie Struwe kennen, eine Fabrikantentocher, die durch die Brandstiftung Ruf und Zuhause verloren hat.

Das ist der erste Band der historischen Krimireihe um Kapitän und Ermittler Hauke Sötje. Er wurde im Emons Verlag neu aufgelegt.

Der Krimi trifft die Atmosphäre des jungen 20. Jahrhunderts sehr gut. Der Kaiser plant den Aufbau einer Flotte – auch um im Vergleich zu England gut dazustehen. Gleichzeitig soll auch die Fischerei an einigen deutschen Hafenstädten ausgeweitet werden. Das weckt Begehrlichkeiten von vielen Seiten. Hauke als Hauptprotagonist ist eine aufrechte, energische Persönlichkeit. Ruhig, fast wortkarg, aber immer auf Gerechtigkeit aus. Dass sein Ruf durch die Havarie Schaden nahm, traf ihn sehr, aber noch schlimmer traf in der Tod seiner Leute, für die er sich verantwortlich fühlt.

Der Autorin gelingt die Zeitreise ausgesprochen gut. Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Ausriss aus der Zeitung »Glückstädter Fortuna« aus dem Jahr der Handlung. Dazu mischt sie historische Details sehr kenntnisreich mit ihrer Romanhandlung. Das versetzt den Leser perfekt in die Vergangenheit.

Intrigen und Spionage machen den Plot sehr spannend und ein Ermittler mit angeschlagenem Ruf, der sich gegen die Pickelhauben-Gendarmen durchsetzen muss, ist ein origineller Ausgangspunkt.

Ein interessanter historischer Krimi, der viel vom Alltagsleben der Kaiserzeit vermittelt und auf weitere Abenteuer von Hauke Sötje neugierig macht.

Kapitän Haukes erster Fall

Kapitän Hauke Sötje hat vor England seine Mannschaft und sein Schiff verloren. Er war der einzige Überlebende der Havarie. Aber Hake ahnt, dass es bei dem Untergang nicht mit rechten Dingen zu ging. Man legt ihm nah, den Freitod zu wählen – der Ehre halber. Er kommt nach Glückstadt, um sich von seiner toten Frau und seinem toten Sohn zu verabschieden und dann den Freitod zu wählen. Doch das Schicksal will es anderes. Er gerät zufällig in einen Mordfall und eine Brandstiftung. Von Lahn, der auch in Glückstadt weilt, beauftragt Hauke als Sonderermittler damit, dass er die Intrige um die neugegründete Glückstädter Heringsfischerei aufklärt. Dabei lernt er Sophie Struwe kennen, eine Fabriktochter, deren Vater keinen Ausweg wusste, als sich selbst zu richten. Sophie hat ihren guten Ruf und ihr Zuhause verloren …

Das ist der erste Band der historischen Krimireihe um den Kapitän und Ermittler Hauke Sötje. Die Autorin Anja Marschall hat einen spannenden historischen Krimi geschrieben. Man schlüpft durch die Erzählung der Autorin in das Geschehen, mir gefällt es super, dass sie immer wieder plattdeutsche Floskeln einfließen lässt. Beim Lesen hat man das Gefühl, an der Küste zu sein. Ich durfte schon einige Bücher der Autorin Anja Marschall lesen und Hauke kennenlernen und bin immer wieder begeistert, wie sie den Charakteren Leben einhaucht. Man hat echt Probleme, das Buch aus der Hand zu legen – sehr gerne 5 Sterne – und mehr davon.

Glückstadt zwischen Intrigen, Macht und einer Katastrophe

»Stets sind die Leute bereit, die Schuld ihres Niederganges und ihres Elends anderen zu geben.« (Peter Rosegger)

Glückstadt 1894: Nach dem Untergang des Schiffs »Revenge«, das Kapitän Hauke Sötje als Einziger überlebt hat, fordert man, das er zu seiner Verantwortung steht. Dies heißt einen ehrenvollen Freitod, den er jedoch nur vollzieht, wenn er sich zuvor am Grab von Frau und Kind verabschieden kann.

In Glückstadt angekommen wird er allerdings erst in eine Schlägerei und später dann in einen Mord verwickelt. Mithilfe des Grafen von Lahn kann er aus der Haft befreit werden, weil dieser seine Hilfe benötigt. Bei einem Brand des Möbelfabrikanten Struwe lernt er seine Tochter Sophie kennen. Als Struwe sich wenig später das Leben nimmt, ist sie Hauke sicher, das hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Irgendwer hat ein Interesse, die neugegründete Heringsfischerei AG zu sabotieren. Hauke Sötje versucht Schlimmeres zu verhindern, indem er sich selbst in Gefahr bringt.

Meine Meinung:
Das Cover mit den historischen Schiffen stimmt mich auf den ersten Band der Hauke-Sötje-Reihe ein. Dieses Buch wurde als Neuauflage zur passenden Reihe gedruckt. Es erschien schon 2012 unter einem anderen Verlag als »Fortunas Schatten«.

Der Schreibstil ist, wie ich ihn bisher von der Autorin kenne, wieder einmal lebhaft, informativ und sehr gut recherchiert. Auffällig sind vor allem die zeitgemäßen Artikel über jedem Kapitel, die sich die Autorin in mühevoller Arbeit aus dem Archiv der Glückstädter Zeitung zusammengesucht hat.

Der hier ehemalige Kapitän Hauke Sötje möchte vor seinem Freitod noch einmal das Grab seiner Familie besuchen. Durch eine Schlägerei und einen Mord wird er allerdings schon wieder zum Verdächtigen degradiert. Wie mir scheint, möchte jemand ihm unbedingt was anhängen, um ihn loszuwerden oder ist Hauke Sötje einfach ein Pechvogel?

Anderseits scheint er immer zur Stelle zu sein, wenn man ihn braucht. Denn ohne ihn würde der Seemann Hinnerk wohl nicht mehr leben und der Brand der Möbelfabrik wäre sicherlich viel verheerender ausgefallen. Mit Einsatz seiner ganzen Kraft versucht er immer sein Bestes zu geben, was sicherlich daran liegt, dass er vor seinem Freitod sowieso nichts mehr zu verlieren hat.

Dann allerdings lernt er Sophie Struwe kennen. Eine junge Frau, die so ganz anders ist als die Frauen zu dieser Zeit. Sie ist klug, eigenwillig, hat Ziele vor Augen, die ihrem Vater so gar nicht passen. Denn dieser möchte für Sophie einen guten Ehemann, der zudem seine Möbelfabrik weiterführt.

Allerdings hat Sophie ein Geheimnis und das Schicksal meint es nicht gut mit der Familie Struwe, denn nach dem Brand der Fabrik folgt ein Unglück nach dem anderen. Lediglich Hauke hält zu Sophie und ist sich sicher, dass jemand seine Hand im Spiel hat. Dass die weitreichenden Spuren auch zu ihm führen und er es mit Intrigen und Spionage zu tun bekommt, ahnt er da noch nicht.

Wieder einmal konnte mich die Autorin mit ihrem interessanten historischen Kriminalfall begeistern. Besonders die authentischen Begebenheiten in Glückstadt, die lebensechte Darstellungen und Hintergründe teils mit realen und fiktiven Personen haben mich wieder einmal beeindruckt. Mitzuerleben, wie die Menschen am Ende des 19. Jahrhunderts gelebt und gehandelt haben, begeistert mich, seit ich diese Reihe verfolge und lese. Dazu ein starker, sympathischer Ermittler und eine freundliche, charmante Frau, die man einfach ins Herz schließen muss und diese Reihe für mich bedeutsam macht. Dass die beiden einen recht großen Altersunterschied haben, war mir nicht bewusst, da 21-jährige Sophie für mich deutlich älter wirkt. So kann man reale Historie verpacken, dass es dem Leser Spaß macht.

Dass es dieses Feuer in Glückstadt wirklich gab und noch vieles weitere aus dem Buch, habe ich bei einer Autorenlesung erfahren. Für mich steht Anja Marschall als Garantie für gut recherchierte historische Kriminalfälle und ich hoffe, dass diese Reihe noch viele Überraschungen auf Lager hält. Ich jedenfalls kann die gesamte Reihe weiterempfehlen und gebe für dieses Buch 5 von 5 Sternen.

Verschwörungen um die Heringsfischerei AG

Glückstadt, 1894. Der Kapitän Hauke Sötje hat nach seinem Schiffsunglück alles verloren: sein Schiff, seine Mannschaft und seinen Ruf. Er denkt über einen Freitod nach, aber nicht ohne die Verantwortlichen für seine Katastrophe vorher zur Rechenschaft zu ziehen. Doch dann geschieht ein Mordfall, in den er verwickelt wird. Es gibt Verschwörungen um die Heringsfischerei AG. Gemeinsam mit der jungen Fabrikantentochter Sophie versucht er die Fäden zu entwirren …

»Feuer in der Hafenstadt« ist der erste Fall für den Kapitän Hauke Sötje.

Zu Beginn der Handlung hatte ich so meine Startschwierigkeiten. Es war alles etwas zäh und langatmig. Ich musste ein wenig kämpfen, um weiterzulesen und das hat sich dann auch gelohnt. Zum Ende wurde es richtig spannend und ich habe bis zum Schluss mitgerätselt und spekuliert. Die ganze Zeit hatte ich keinen Verdacht, wer den nun dahinter steckt.

Der Schreibstil fand ich bis auch die Plattdeutsch-Passagen angenehm zu lesen. Es wurde alles gut und detailliert beschrieben, sodass der Leser perfekt in die historische Zeit abtauchen konnte. Die Plattdeutsch-Passagen fand ich teilweise etwas schwer zu lesen und ich hätte mir auch eine Übersetzung gewünscht, weil ich nicht alles verstanden habe, obwohl ich aus dem Norden komme :)

Die Zeitreise in die Vergangenheit ist der Autorin super gelungen. An den Kapitelanfängen gab es immer kleine Textpassagen aus der Zeitung »Glückstädter Fortuna«. Wahre Gegebenheiten wurden super mit Fiktion verflochten.

Die Protagonisten waren super beschrieben, haben authentisch gewirkt und man konnte sich direkt einfühlen und seine Sympathien entwickeln.

Die Perspektivwechsel zwischen Hauke und Sophie haben die Handlung abwechslungsreich und spannend gemacht.

Mein Fazit:
Eine gelungene Zeitreise ins späte 19. Jahrhundert. Toller Misch aus wahren Gegebenheiten und Fiktion. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich nun gespannt auf die folgenden Fälle für den Kapitän Hauke Sötje.

Ein Berufswechsel für Hauke Sötje …

Mit »Feuer in der Hafenstadt« von Anja Marschall ist der erste historische Kriminalroman um Hauke Sötje endlich wieder neu aufgelegt worden. Ich kannte bereits zwei (den 3. und 4.) Nachfolgebände, aber durch die Neuauflage konnte ich endlich erfahren, wie alles begann …

Hauke Sötje war mit Leib und Seele Kapitän auf seinem eigenen Schiff, der »Revenge«. Durch eine Explosion verliert er sein Schiff und seine gesamte Mannschaft (53 Personen), er überlebt als einziger. Er wird zwar freigesprochen, aber er trägt noch immer tief an seiner Schuld, so dass ihm ein ehrenvoller Freitod der einzige Ausweg erscheint. Nach Glückstadt reist er eigentlich nur aus einem einzigen Grund …

Doch dann wird Hauke sofort als »Verursacher von Handgreiflichkeiten« verhaftet. Ihm wird auch Meuterei und versuchter Mord vorgeworfen. Ein alter Bekannter, der Graf von Lahn, benötigt seine Hilfe und schlägt ihm im Gegenzug zu seiner Freilassung ein Geschäft vor. Und schon ist Hauke mittendrin in einem undurchsichtigen Machtkampf bei der Glückstädter Heringsfischerei AG, wo einiges offensichtlich nicht mit rechten Dingen zugeht! Dann geschieht ein Mord, bei dem Hauke unter Verdacht gerät – also muss er in eigener Sache ermitteln …

Gleichzeitig versucht Hauke, die Ursachen für die Explosion der »Revenge« zu finden, denn sein Verdacht, dass er und seine Mannschaft für unbekannte »höhere« Zwecke missbraucht und geopfert wurden, verdichtet sich immer stärker. Während seiner Ermittlungen lernt er die Fabrikantentochter Sophie Struwe kennen, deren Vater anscheinend auch in die Geschäfte der Heringsfischerei AG verwickelt war. Und wir sind mittendrin und können am Geschehen Anteil nehmen …

Die Geschichte liest sich spannend, der Schreibstil ist – wie gewohnt – flüssig und angenehm. Die Autorin fängt das Leben in der Kleinstadt an der Elbe im ausgehenden 19. Jahrhundert (1894) gekonnt und perfekt ein, so dass ich mir gut vorstellen konnte, gemeinsam mit Sophie oder Hauke durch die Stadt zu eilen. Zu diesem Gefühl trägt auch ein historischer Stadtplan bei, so dass ich mich gut orientieren konnte. Die Autorin hat den einzelnen Kapiteln auch kleine Originalartikel oder Annoncen aus der »Glückstädter Fortuna« aus dem Jahr 1894 vorangestellt. Mein Lieblingsinserat: »Wegen Rückgang einer Heirath ist eine elegante Garnitur in Kupfer, Velour, Plüsch (1 Chaisselongue, 2 Fauteuils) für den billigen Preis von 200 Mark zu verkaufen. Original Glückstädter Fortuna, Januar 1894« (S. 203) Hm, da fragt man sich doch sofort: Was ist der »Rückgang einer Heirath«? Auch habe ich aus diesen Anzeigen gelernt, dass es gesund sei, dem Kaffee Natron hinzuzufügen: »… Dieser Zusatz wirkt wohlthätig gegen Herzklopfen, Unterleibsbeschwerden, Blutstauung und Kopfschmerz.« (S. 34)

In einem Anhang finden wir dann einen Abschnitt »Anmerkungen zu Wahrheit und Fiktion« (finde ich gerade bei historischen Romanen sehr wichtig!), ein Glossar und weiterführende Literatur.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wobei ich einschränkend sagen muss, dass mir die beiden Nachfolgebände, die ich kenne, n o c h besser gefallen haben – den Grund kann ich leider nicht richtig benennen, vielleicht liegt es daran, dass Hauke dann schon fest in seine Rolle als Kriminalinspektor hineingewachsen ist …

Aber eigentlich ist dies nur ein Jammern auf sehr hohem Niveau, denn schon während des Lesens habe ich mir den nächsten Roman »Tod am Nord-Ostsee-Kanal« (den 2. der Reihe) gekauft, damit werde ich alle bisherigen Hauke-Sötje-Bücher gelesen haben … Ich kann »Feuer in der Hafenstadt« mit bestem Wissen und Gewissen wärmstens weiterempfehlen und wünsche allen Leser*innen viel Spaß mit Hauke!

Gelungener Start einer neuen Krimi-Reihe

Der ehemals stolze Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Nach einer familiären Tragödie musste er kurz darauf sein Schiff und einen Großteil seiner Mannschaft den Wellen überlassen. Sein Ruf ist beschädigt und der Freitod scheint ihm der letzte Ausweg aus seiner persönlichen Situation zu sein. Vorher möchte er sich aber noch von seinen Lieben, die er bei der gescheiterten Geburt seines ersten Kindes verloren hat, verabschieden und kommt nach Glückstadt zurück. Hier wird er aber direkt in einen Mordfall verwickelt, bei dem er auch noch selbst verdächtigt wird. Er beschließt, den Täter zu entlarven, um so auch der jungen und verzweifelten Fabrikantentochter Sophie zu helfen, deren Vater angeblich durch Betrügereien die Existenz der neu gegründeten Heringsfischerei AG bedroht.

»Feuer in der Hafenstadt« ist der Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die uns in das späte 19. Jahrhundert führt. Die Autorin Anja Marschall erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die ereignisreichen und für die damalige Zeit authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden interessant charakterisiert, wobei gerade der Kapitän Hauke Sötje schnell Sympathiepunkte sammeln konnte. Der historische Hintergrund wirkt sehr gut recherchiert und gewährt einen spannenden Blick in die damalige Zeit. Der clever konzipierte Fall findet mit einer für mich überraschenden und gut nachvollziehbaren Auflösung einen gelungenen Abschluss.

Insgesamt ist »Feuer in der Hafenstadt« ein aus meiner Sicht gelungener Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die mit einem sympathischen Hauptprotagonisten, einem spannenden und nicht allzu oft thematisierten historischen Hintergrund und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen kann. Ich freue mich schon auf den Folgeband, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.