Amazon Preis: EUR 14,98

Fleischmaler

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 314 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3982099617

ISBN-13: 

9783982099613

Auflage: 

1 (18.06.2019)

Preis: 

14,98 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 2.083.140
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3982099617
Beschreibung von Jo Machedanz

Ein brutaler Mord mit einem Flammenwerfer mitten in Berlin. Die Polizei ermittelt unter Hochdruck. Doch dass die Täter auch eine junge Frau gefangen halten, ahnt niemand – außer Kiki Timm, die Freundin der Entführten. Kiki muss etwas tun. Sie ist eigensinnig, willensstark, eine begabte Graffiti-Sprayerin, die hohe Mauern erklettern und sich wehren kann. Und Kiki ist taub. Ohne ihre Hörimplantate lebt sie in der Stille.

Als die Polizei Kikis Befürchtungen nicht ernst nimmt, beginnt sie zusammen mit dem Aussteiger Paul auf eigene Faust zu ermitteln. Unterdessen sucht ein amerikanischer Privatdetektiv für einen zwielichtigen Auftraggeber in der deutschen Hauptstadt nach Akt-Gemälden des berüchtigten Nazi-Malers Adolf Ziegler. Viel zu spät erkennen die Akteure, dass sie durch ihre Nachforschungen in ein gefährliches Netz aus Lügen, Hass und Gewalt geraten.

Kriminetz-Rezensionen

Nazi-Kunst, Entführungen und ein Flammenwerfer in Berlin

Ein toller Berlin-Thriller, bei dem es um Nazi-Kunst, Flammenwerfer und vielschichtige Charaktere geht. Jo Machedanz’ erster Ausflug ins Genre ist definitiv geglückt.

Inhalt:
Ein Mann verbrennt in seinem Wagen, eine junge Frau verschwindet spurlos. Leider erkennt die Polizei keinen Zusammenhang, so dass die taube Kiki Timm selbst Nachforschungen anstellt. Unterstützt wird sie von Aussteiger Paul, neben dessen Wohnhaus der Wagen in den Flammen eines Flammenwerfers verbrannte. Gleichzeitig ist ein amerikanischer Privatdetektiv in der Stadt und soll für seinen zwielichtigen Auftraggeber ein Akt-Gemälde des berüchtigten Nazi-Malers Adolf Ziegler erstehen.

Cover:
Die Fußbodenplatten aus dem Haus der Kunst in München haben einen direkten Bezug zu den Bildern, die während der NS-Zeit in dem Haus ausgestellt wurden. Ein Zusammenhang, den der Leser nicht auf den ersten Blick erfassen kann, aber dank der Hintergrundinformationen finde ich es sehr gut gewählt. Der Titel lässt ja auch das Allerschlimmste erwarten, zum Glück geht es nicht ganz so blutig zur Sache.

Setting und Stil:
Der Autor zeigt uns die nicht ganz so schönen Ecken Berlins, wobei wir an der Seite des Privatdetektivs auch etwas bessere Gegenden und andere Städte zu sehen bekommen. Tolle Beschreibungen, den einen oder anderen Dialekt und reichlich sehr interessantes Hintergrundwissen runden die gut lesbare Handlung ab. Kurze Abschnitte mit genauen Zeitangaben treiben die Handlung aus unterschiedlichen Sichten der Hauptcharaktere voran.

Charaktere:
Es gibt drei große Handlungsstränge, die sich durchaus überschneiden. Der erste dreht sich um Kiki Timm, die dank ihres Cochlea-Implantats gut mit ihrer Taubheit zurechtkommt, eine leidenschaftliche Sprayerin ist und dank des Internets Kontakt zu Paul bekommt, der ihr bei der Suche nach der Mitbewohnerin hilft. Die zweite Gruppe sind die Mitglieder der Sonderkommission »Brandopfer« und der dritte Strang dreht sich um den Privatdetektiv Adam Peppercorn. Allen ist gemeinsam, dass die lebensnahen Charaktere viel Tiefgang und Hintergrund haben, so dass man sich sehr leicht in sie hineinversetzen kann. Eine tolle Mischung, von der zumindest ein Teil eine Fortsetzung bekommen soll. Besonders schräg ist Adams Auftraggeber, bei dem man, genau wie beim Täter, aus dem Kopfschütteln kaum noch herauskommt.

Geschichte:
Eine vermisste Mitbewohnerin, ein verschwundenes Mädchen, verkokelte Leichen und Nazi-Kunst, die der Führer selbst für gut befunden hat. Das alles gepaart mit einzigartigen Charakteren, seltsamen Berlinern, reichlich Lokalkolorit und vielen spannenden und bedrohlichen Momenten. Eine perfekte Mischung, die einen nicht loslässt.

Fazit:
Fleischmaler ist wieder einmal ein Thriller, den ich an einem Stück gelesen habe. Ich kann ihn also nur jedem Fan des Genres empfehlen. Die Charaktere sind klasse, der Fall äußerst spannend und die Hintergrundinfos für mich sehr informativ und perfekt in die Handlung eingebunden. Ich war von Anfang bis Ende gefesselt und freue mich auf weitere Geschichten des Autors.

Alles für die Kunst - sehr spannend

„Der Fleischmaler“ von Jo Machedanz ist ein Taschenbuch mit 309 Seiten. Die Kapitel sind mit Datum, Uhrzeit und Ort überschrieben. Im Anhang befindet sich ein Verzeichnis der handelnden Personen.

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Zum einen gibt es den Aussteiger Paul, der in einem heruntergekommen Haus mit mehreren suspekten und kriminellen Personen wohnt. Sein Buch will kein Verlag veröffentlichen und nun recherchiert er für einen grausamen, blutigen Thriller. Dabei will er den echten Fall einer verbrannten Leiche im Auto als Grundgedanken nehmen.

Die Polizei findet ein abgebranntes Auto mit einer verbrannten Leiche darin. Und das soll nicht die einzige verbrannte Leiche bleiben. Hauptkommissar Grossmann ermittelt mit seinem Team.

Privatdetektiv Adam Peppercorn ist im Auftrag eines sehr reichen Amerikaners in Deutschland unterwegs, um Nazi-Gemälde eines bekannten Malers zu akquirieren.

Und die taube Kiki, die nur mit ihren Hörimplantaten hören kann, vermisst ihre Mitbewohnerin Lena. Die Polizei nimmt sie nicht ernst und sie sucht nun selber nach ihr.

Im weiteren Verlauf des Buches kann man die Zusammenhänge erkennen und die Handlungsstränge führen langsam zusammen.

Der Schreibstil ist meistens sehr gut. Etwas Probleme hatte ich bei den Abschnitten mit Peppercorn, da ist mir das Lesen nicht so leicht gefallen. Die einzelnen Kapitel bzw. Tagesabschnitte sind meist sehr kurz, sodass man immer mittendrin in der Handlung steckt, die sehr komplex ist und man schon etwas aufpassen muss beim Lesen. Die handelnden Personen sind alle sehr unterschiedlich, nicht nur durch ihre sozialen Stellungen. Am besten haben mir die Abschnitte im Haus Wilhelminenhofstraße 20a gefallen, auch wenn sie doch recht dramatisch waren. Der Berliner Dialekt ist, denke ich, hervorragend getroffen und man kann ganz gut die Klientel erkennen.

Das Cover, welches sich auf der Rückseite fortsetzt, erinnert an alte Fliesen in einem alten Badezimmer und ist gut getroffen.