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Flüssiges Gold

Commissario Lucas erster Fall. Ein Bella-Italia-Krimi
Buch
Broschiert, 304 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3455013295

ISBN-13: 

9783455013290

Erscheinungsdatum: 

02.03.2022

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3455013295

Beschreibung von Bücher.de: 

Unter der Sonne Italiens sucht eine Kleinstadt einen Mörder.

Commissario Luca hat seinen Job in Venedig an den Nagel gehängt und arbeitet nun im größtmöglichen Idyll: Montegiardino, ein Städtchen, das sich am Flusslauf des Arno in die sanften Hänge der Toskana schmiegt. Hier herrscht das Dolce Vita und den Höhepunkt von Lucas Polizistenleben bildet der gelegentliche Auffahrunfall vor der Grundschule.

Da wird an einem trubeligen Markttag mitten auf der zentralen Piazza eine Olivenbäuerin angeschossen. Luca will nicht glauben, dass es die braven Bürger von Montegiardino aufeinander abgesehen haben. Hat die Mafia ihre Finger im Spiel? Als weitere Schüsse fallen, beginnt Luca, das vermeintliche Idyll mit anderen Augen zu sehen.

Kriminetz-Rezensionen

Toskana

Der alleinerziehende Commissario Luca lebt in dem kleinen toskanischen Dorf Montegiardino und genießt als Gemeindepolizist die Ruhe. Das gemütliche Dorfleben ist vorüber, als am Markttag ein Schuss fällt und eine Olivenbäuerin verletzt wird. Gemeinsam mit Vice-Questora Aurora Mair aus Florenz beginnt Luca mit den Ermittlungen. Was steckt hinter dem Anschlag?

Die Protagonisten werden individuell, sympathisch und facettenreich mit ihren Ecken und Kanten skizziert. Die Handlung wird nachvollziehbar und schlüssig erzählt. Durch überraschende Wendungen und Lösungsansätze bleibt der Spannungsbogen bis zum unvorhergesehenen Ende erhalten. Die Mischung zwischen Polizeiarbeit und den persönlichen Geschichten ist gelungen. Die Landschafts- und Ortsbeschreibungen sowie Szenen werden lebendig und plastisch beschrieben. Die Mentalität und das Lebensgefühl werden gut eingefangen.

Der flüssige und bildreiche Schreibstil liest sich angenehm. Aufgrund der vielen Personen hätte ich mir ein Personenregister gewünscht, ebenso Erklärungen der italienischen Begriffe. Des Weiteren hätte ich mich über ein Rezept oder mehrere zum Nachkochen gefreut, da einem Gerichte im Buch das »Wasser im Mund zusammenlaufen lassen«.

Ich verbrachte unterhaltsame und spannende Stunden mit dem Kriminalroman und hoffe auf eine Fortsetzung.

Mord unter der Sonne der Toskana

Eigentlich wollte Commissario Luca keine actionreichen Kriminalfälle mehr bearbeiten und zog deshalb in seine kleine beschauliche Heimatstadt Montegiardino in die Toskana. Doch an einem Markttag wird eine Olivenbäuerin mitten auf der Piazza angeschossen. Gemeinsam mit der Vice-Questora Aurora Mair aus Florenz beginnt Luca mit den Ermittlungen. Hat die Mafia hier ihre Finger im Spiel?

Der Auftakt dieser Italien-Krimi-Reihe ist dem Autor sehr gut gelungen. Ein einnehmender Schreibstil zieht den Leser mit einem interessanten Kriminalfall rund ums Olivenöl vor einer malerischen Kulisse sofort in seinen Bann.

Mit Commissario Luca wurde hier ein liebenswerter Charakter geschaffen, ihm zur Seite steht die burschikose und energische Vice-Questora Aurora Mair. Bei ihr brauchte ich ein bisschen länger, ehe sich hier bei mir Sympathie aufgebaut hatte, aber im Laufe der interessanten Ermittlungen wurde ich auch mit ihr warm.

Die eingestreuten italienischen Worte, die herrlichen Beschreibungen der Handlungsorte und der Pastazubereitungen verbreiteten sehnsüchtiges Urlaubsflair. Die Story hat mir sehr gut gefallen und auch die ungeahnte Wendung zum Schluss war toll geschrieben. Jetzt bin ich auf eine Fortsetzung gespannt.

Der Dorfbulle

Montegiardino ist ein hübscher, idyllischer Ort in der Toskana. Hier ist Commissario Luca zu Hause und sorgt für Ordnung. Er ist hier geboren und so ist der Umgang mit den Menschen hier im Ort sehr fürsorglich. Er kennt sozusagen jeden mit seinen Stärken und Schwächen.

Da ist es verwunderlich, dass eines Morgens – auch noch an einem Markttag auf Fabrizia – auf eine hiesige Olivenöl-Produzentin geschossen wird. Natürlich wird die Polizei in Siena und auch in Florenz benachrichtigt. Aus Florenz kommt die Vize Questora Aurora, die sehr selbstbewusst auftritt. Doch das wirkt hier in Montegiardino gar nicht. Also bittet Luca sie, bei den Befragungen im Hintergrund zu bleiben. Fabrizia geht es bald wieder gut, doch bleibt immer noch die Frage, wer auf sie geschossen hat und warum.

Ein weiterer Ölproduzent hatte vor Jahren einen Schlaganfall und liegt seitdem im Koma, doch es sieht so aus, als wolle er in Kürze aufwachen. In die Ermittlungen platzt das Attentat auf einen jungen Olivenbauern, der ebenfalls schwer verletzt wurde. Luca und Aurora machen sich weiter auf die Verfolgung des Mörders und des Motivs, das langsam aus dem Ermittlungsnebel auftaucht.

»Flüssiges Gold« von Paolo Riva ist ein unterhaltsamer und spannender Krimi. Die Beschreibung Bella-Italia-Krimi trifft hier den Nagel auf den Kopf. Die Beschreibung der Toskana um diesen wunderschönen Ort Montegiardino mit seinen interessanten Einwohnern gelingt dem Ort Autor sehr gut. Die Charaktere dieses Krimis sind sehr gut aufgezeichnet und der Leser erfährt nach und nach mehr von der Lebensgeschichte jedes Einzelnen. Da sind der »Dorfbulle« Luca und seine Tochter Emma, die Dottoressa Chiara, mit der Luca einen sehr liebevollen Umgang pflegt und die Vize Questora Aurora, die unter ihrer harten Schale auch einen weichen Kern besitzt. Dann wären da noch die Oliven-Produzenten und natürlich – wie in jedem Dorf – die Bar auf dem Marktplatz, wo alle Neuigkeiten schnell ihre Runde machen. Die Idylle perfekt. Der Schuss, der sie Stille des Morgens zerreißt, ist sicher etwas störend für diese Idylle, zeigt aber auch, dass auch in noch so schöner Umgebung wirtschaftliche Interessen nicht außer Acht zu lassen sind. Diese Beschreibung ist dem Autor sehr gut gelungen und vor allem sehr authentisch. Nicht nur die Charaktere passen hier in die Landschaft, sondern leider auch das Verbrechen.

Ich finde diesen Bella-Italia-Krimi sehr ansprechend, da dem Autor hier eine gelungene Symbiose zwischen Schönheit der Gegend und spannendem Krimi gelungen ist. Ich hatte keinen blutrünstigen Krimi erwartet. Sondern eine gute Unterhaltung und Stoff für mein Kopfkino und das hat wunderbar geklappt.

Sympathische Figuren, ein interessanter Fall und viel Atmosphäre sorgen für reichlich Lesevergnügen

»Flüssiges Gold« ist ein Kriminalroman von Paolo Riva, der 2022 bei Hoffmann und Campe erschienen ist.

Zum Autor:
Paolo Riva wurde 1977 in Balerna/Tessin in der italienischsprachigen Schweiz geboren. Seine Mutter ist Italienerin, sein Vater Deutsch-Schweizer. Er studierte deutsche Philologie in München und Philosophie in Rom. In Zürich arbeitete er lange als Werbetexter.

Riva lebt mit seiner Familie, Hunden und Eseln auf einem Hof in der südlichen Toskana.

Meine Meinung:
Dieses Buch lebt von seiner Hauptfigur und von der allzeit spürbaren Atmosphäre einer Region, in der ich gerne meinen Urlaub verbringen würde. Dazu kommt der permanente Wechsel zwischen Szenen mit Dorfidylle und solchen, wo es hart zur Sache geht.

Nach dem Tod seiner Frau hat Commissario Luca den Weg zurück in sein Heimatdorf gefunden, um auf einem ruhigen Posten viel Zeit mit seiner Tochter Emma verbringen zu können, die dort die Grundschule besucht. Luca wirkt überaus sympathisch und fühlt sich in seinem Dorf wohl.

Dann wird eine Olivenbäuerin in einem Café von einem Heckenschützen angeschossen und die dunkle Seite des Dorfes wird spürbar. Gemeinsam mit Vice-Questora Mair und der Dorfärztin Chiara ermittelt Luca und kommt beiden Frauen näher. Die Vice-Questora gilt als taffe Karrierefrau, offenbart aber auch andere Seiten. Die Dorfärztin ist ein ruhiger Typ, liebt aber wie Luca ihre Heimat. Beide sind an Luca interessiert und auch Luca ist nicht abgeneigt, aber noch kann er sich nicht entscheiden. Der Fall erweist sich als vertrackt und bietet etliche Überraschungen.

Der Schreibstil ist angenehm, atmosphärisch und vermittelt die Gefühle der Figuren. Viele Perspektivwechsel sorgen für Tempo und erhöhen die Spannung. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. In einigen Punkten fühlte ich mich an Bruno aus dem Périgord erinnert, aber es bleiben eigenständige Figuren.

Fazit:
Mich hat dieser Roman von Beginn an mitgenommen mit seinen interessanten Figuren, der komplexen Handlung mit Regionalbezug und der atmosphärischen Darstellung. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und fiebere einer Fortsetzung entgegen. Eine Leseempfehlung spreche ich für die Freunde atmosphärischer Krimis aus.