Wenn Du über einen Link auf dieser Website kaufst, unterstützt Du Kriminetz, da wir dann eine kleine Provision erhalten.
Der Flussmann
Verlag:
ISBN-10:
ISBN-13:
Auflage:
Preis:
Beschreibung:
Stille Wasser sind tief. Und ohne Erbarmen.
Als ihr Mann Robin eines Abends von einer Firmenfeier nicht nach Hause kommt, beginnt für Denise Bachmann ein Albtraum aus Hoffen und Bangen, Angst und Wut. Weil die Polizei ihrer Meinung nach den Fall nicht ernst nimmt, macht sie ihn im Internet öffentlich und wendet sich verzweifelt an eine ständig wachsende, immer aggressiver werdende Netzgemeinde.
Nachdem Robin tot aus der Oker geborgen wird, gehen die Behörden von einem Unfall oder Suizid aus. Paralysiert von den Ereignissen will Denise das nicht glauben, und in ihrer abgrundtiefen Verzweiflung schmiedet sie einen abstrusen Plan, um herauszufinden, was wirklich passiert ist: Sie postet Selfies, die sie nachts am Ufer des Flusses gemacht hat, und meint, so den Täter anlocken zu können. Dabei gerät sie nicht nur selbst in den Fokus der Ermittlungen, sondern auch in das Visier eines Psychopathen, denn der Flussmann beschließt, sich um sie zu kümmern …





















Stille Wasser sind tödlich
Im August 2025 verstarb ziemlich unerwartet der Braunschweiger Schriftsteller Hardy Crueger, der eigentlich Krüger hieß, seinen Nachnamen dann aber lieber mit C schrieb, um naheliegende Verwechslungen zu verhindern. Die Lokalpresse nannte ihn einen der produktivsten Autoren der Region, und das ist zweifellos wahr. Vor allem als Krimiautor hat er sich einen Namen gemacht (aber hier muss unbedingt erwähnt werden, dass er auch als Verfasser historischer Romane brillierte), und sein letzter Krimi ist so rechtzeitig erschienen, dass Hardy ihn noch in der Hand halten konnte, als er bereits im Krankenhaus lag. „Der Bootsmann“, so der Titel, schließt thematisch an den 2023 erschienenen „Der Flussmann“ an, den man nicht gelesen haben muss, um das neue Werk zu verstehen (aber wenn man ihn gelesen hat, bekommt man sofort Lust, ihn noch einmal zu lesen). Das erste Buch hatte das schöne Motto „Stille Wasser sind tief und ohne Erbarmen“, und diese unbestreitbare Tatsache prägt auch die Geschehnisse in diesem. Der Mörder aus dem „Flussmann“ kommt durch einen Computerfehler frei und möchte sich nun rächen an Denise, die ihn in der ersten Runde ausfindig gemacht hat. Also ist sie schuld daran, dass er mehrere Jahre im Gefängnis sitzen musste, und da ist es doch sein gutes Recht, sich zu rächen. Denkt der Mörder, und er macht sich auch sogleich ans Werk. In Braunschweig aber treibt noch jemand anderes sein Unwesen, ein Möchtegern, bei dem es zum Mord nicht reicht. Vorerst schikaniert er Frauen, gern auch kleine Mädchen oder alte Damen mit Rollator. Weil er keine abkriegt, hasst er sie alle, und auf die Idee, dass seine Chancen steigen könnten, wenn er ab und zu mal duscht und sich ein frisches Hemd anzieht, kommt er nicht vor lauter Gram und Rachsucht. Die Polizei denkt natürlich, dass sie es mit demselben Mann zu tun hat, der aus Langeweile und weil er Denise noch nicht erwischt hat, seinen Frauenhass anderweitig auslässt. Was den Flussmann wiederum ärgert, denn mit so einer Jammergestalt will er nun wirklich nicht verwechselt werden. Wir sehen, es ist eine Menge los in diesem Buch, und wie die Sache schließlich ausgeht, wird nicht verraten – nur so viel sei gesagt: Es gibt am Ende eine große Überraschung. Braunschweig und seine Umgebung spielt eine große Rolle, es gibt zwischendurch auch witzige Szenen, und man kann den Autor nur bewundern, dass er sich mit den Widerwärtigkeiten der Incel-Szene vertraut gemacht hat, um diesen überaus spannenden Krimi schreiben zu können.