Cover von: Fräulein Gold: Scheunenkinder
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Bücher.de Preis: EUR 16.00

Fräulein Gold: Scheunenkinder

Der zweite Fall für Hebamme Hulda Gold
Buch
Broschiert, 448 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3499004291

ISBN-13: 

9783499004292

Auflage: 

1 (13.10.2020)

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3499004291

Beschreibung von Bücher.de: 

Band 2 der farbenprächtigen Saga um Hebamme Hulda Gold, die im Berlin der 1920er Jahre in rätselhafte Fälle verstrickt wird.

Berlin, 1923. Hebamme Hulda Gold wird zu einer Geburt ins Scheunenviertel gerufen. Die jüdische Familie lebt nach ihren ganz eigenen, strengen Regeln, aber Hulda gewinnt das Vertrauen der jungen Mutter. Und als das Neugeborene nach wenigen Tagen verschwindet, wird sie unvermittelt in die rätselhafte Suche verstrickt. Denn wie kann ein Kind in dieser engen Gemeinschaft einfach so verschwinden?

Bald zeigt sich, dass auch die Berliner Polizei nach Kinderhändlern fahndet. Kann Kommissar Karl North helfen, das Neugeborene zu finden? Als sich der Judenhass der Berliner Nazis in einem Pogrom entlädt, gerät Hulda selbst in hochste Gefahr.

Kriminetz-Rezensionen

Hulda Gold kanns nicht lassen

Schon im ersten Buch hat mir die junge Hebamme Hulda Gold gut gefallen und daher wollte ich natürlich wissen, wie es ihr weiter ergeht.

Hulda ist eine selbständige Hebamme, die den Frauen helfen will. Dafür nimmt sie jede Strapaze auf sich. Dieses Mal führt sie ihre Arbeit ins arme Berliner Scheunenviertel, wo sie sich um eine junge werdende Mutter in einer jüdischen Familie kümmern soll. Tamar ist eine junge Armenierin, die in die Familie eingeheiratet hat, aber nicht akzeptiert ist. Kurz nach der Geburt verschwindet das von der Familie nicht gewünschte Kind. Das kommt Hulda Gold sehr merkwürdig vor. Als Hulda dann erfährt, dass die Polizei hinter Kinderhändlern her ist, kann sie es nicht lassen, selber Nachforschungen anzustellen und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Die Geschichte ist interessant und spannend und der Schreibstil wirklich packend. Dieser Roman führt uns in eine Zeit, in der in Berlin große Not herrscht und das Geld von Tag zu Tag weniger wert ist. Die politische Lage ist instabil und der Hass auf die Juden nimmt zu.
Hulda Gold ist eine sehr selbständige junge Frau, die ihre Unabhängigkeit genießt. Sie hat einen wachen Blick für ihre Umgebung und ein großes Herz. Auch wenn die Familien, die sie betreut, Probleme haben zu bezahlten, so lässt sie die Frauen doch nicht im Stich.

Immer noch ist ihre Beziehung zu Kommissar Karl North nicht so richtig klar. Ich habe mich gefreut, dass viele Bekannte aus dem ersten Band wieder dabei waren. Doch es gibt auch neue Personen in dieser Geschichte. Neben Hulda mag ich den Zeitungsverkäufer Bert besonders gerne. Aber alle Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt.

Auch dieses Buch hat mich wieder gefesselt und ich bin gespannt auf den nächsten Band.

Spannende Fortsetzung

Schauplatz Berlin 1923: Die Hebamme Hulda Gold wird ins Scheunenviertel zu einer Geburt in einen jüdischen Haushalt gerufen. Eigentlich ist dies nicht ihr Gebiet, aber ihr Vater, der Künstler Benjamin Gold, hat sie als Halbjüdin vermittelt. Im Haushalt der Rothmanns herrscht eine eigenartige Stimmung, denn die gebärende Schwiegertochter scheint nicht nach dem Wunsch von Ruth Rothmann zu sein. Als dann kurze Zeit später der Säugling spurlos verschwindet, schrillen bei Hulda die Alarmglocken.

Zeitgleich hat es ihr Freund, der Kriminalbeamte Karl North, mit verschiedenen Kinderleichen zu tun. Mit der Zeit und einigen Gesprächen erkennen sie einen möglichen Zusammenhang.

Diese Geschehnisse spielen sich im Berlin der Goldenen 20er Jahre ab, es herrscht eine starke Inflation, so dass das Geld überspitzt ausgedrückt schubkarrenweise transportiert wird und die jüdischen Bürger werden bereits tätlich angegriffen – es herrscht also durchgängig eine aufgeladene Stimmung.

Ich habe bereits den ersten Band begeistert gelesen und auch Band 2 hat mich wieder voll überzeugt. Die Autorin schafft es, die Geschichte so bildhaft zu erzählen, dass man sich als Leser mittendrin fühlt und vor allem auch die Stimmung, die Ängste und Gefühle der Figuren sehr gut miterlebt und nachfühlen kann. Es gab auch immer wieder Begegnungen mit Huldas Ex Felix Winter, seine Gefühle und Bewunderung für sie sind auf jeden Fall noch vorhanden. In der Apothekerin scheint Hulda nun eine echte Freundin gefunden zu haben. Hulda selbst ist eine toughe junge Frau, die ihren Weg geht und auch weiter gehen wird. Das Ende des Buches und die Leseprobe zu Band 3, der im Mai 2021 erscheinen wird, haben mich bereits jetzt neugierig gemacht.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses Buch!

Ein total abgerundeter Roman

Dies ist der zweite Teil der Trilogie über die Hebamme Hulda Gold. Das Buch beginnt mit dem Prolog im Jahre 1902. Dann geht es weiter mit dem Jahr 1923. Und nach und nach erfährt der Leser dann die Bewandtnis aus dem Prolog.

Hulda wird zu einer Geburt ins Scheunenviertel in Berlin gerufen. Dies ist ein sehr armseliges Viertel, das größtenteils von Juden bewohnt wird. Sie entbindet eine junge Frau, die ihr sehr ängstlich und introvertiert vorkommt, von einem kleinen Jungen. Als Hulda zur Nachsorge kommen will, ist das Kind verschwunden, die Angehörigen aber nehmen dazu keine Stellung.

Zur gleichen Zeit treiben in Berlin Kinderhändler ihr Wesen. Sie verkaufen Kinder an reiche Kinderlose oder als billige Arbeitskräfte. Kommissar Karl North versucht, den Kinderhändlerring aufzudecken, was aber sehr schwierig zu sein scheint.

Die Autorin lässt uns in das Berlin zur damaligen Zeit sehe. Es herrscht eine große Inflation, das Geld ist immer weniger wert. Es gibt viele Arbeitslose, die Menschen hungern und wohnen in Elendsquartieren. Obwohl Dr. Schneider für eine Klinikgeburt plädiert, scheuen die Frauen das Krankenhaus und bringen ihre Kinder lieber im Elendsviertel zur Welt.

Das Buch ist sehr verständlich geschrieben, die Probleme und die politische Situation werden gut in die Handlung integriert. Wir begegnen im zweiten Teil auch wieder alten Bekannten wie Bert, Frau Wunderlich und Felix. Und die Reichswehr ist schon unterwegs mit ihren Schlägern und geht brutal gegen die Juden vor. Auch dürfen wir mit Karl und Hulda wieder zittern bei ihrer On-off-Beziehung.

Alles in allem ein total abgerundeter Roman, der auch einzeln zu lesen ist, sich aber  sehr gut an den ersten Teil anfügt. Man merkt, dass die Autorin hier über diese so »goldenen Zwanziger« umfangreich recherchiert hat und man freut sich schon auf den weiteren Band. Auch das Titelbild ist wieder in sepiafarben gehalten und zeigt eine schöne Frau mit der Frisur und der Mode der damaligen Zeit.