Cover von: Die Frau vom Strand
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Die Frau vom Strand

Thriller
Buch
Taschenbuch, 456 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

335200952X

ISBN-13: 

9783352009525

Auflage: 

1 (15.02.2021)

Preis: 

16,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 335200952X

Beschreibung von Bücher.de: 

Freundin oder Feindin?

Rebeccas Leben ist fast perfekt: Sie lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in ihrem Traumhaus an der Ostsee. Nur wenn Lucy beruflich unterwegs ist, fühlt Rebecca sich einsam. Das ändert sich jedoch, als sie am Strand Julia kennenlernt. Die beiden Frauen freunden sich an und treffen sich täglich - bis Julia plötzlich spurlos verschwindet.

Rebecca begibt sich auf die Suche nach ihr, stellt jedoch bald fest, dass sie ein Phantom jagt. Vieles, was Julia ihr erzählt hat, war gelogen, ihre angebliche Zufallsbegegnung sorgfältig inszeniert.

Als Rebecca erkennt, weshalb Julia wirklich ihre Nähe gesucht hat, ist es zu spät. Sie muss eine Entscheidung treffen, um die zu schützen, die sie liebt.

Ein Thriller wie ein Bad in der Brandung - er hinterlässt kalte Schauer.

Kriminetz-Rezensionen

Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint

Schauplatz Rerik an der Ostsee: Als Rebecca mit ihrem 5 Monate alten Töchterchen am Strand spazieren geht, lernt sie die Urlauberin Julia kennen. Da Rebecca während der Woche alleine hier lebt, weil ihre Frau Lucy in Hamburg arbeitet, ist die Bekanntschaft eine angenehme Abwechslung. Sie ist ganz begeistert und möchte ihre neue Freundin bei einem Abendessen im Freundeskreis präsentieren – nur Julia kommt nicht. Rebecca versucht nun Julia zu finden, aber sie stößt nur auf Absagen, keiner kennt sie und auch im Kurhaus hat ihr keiner ein Zimmer vermietet. Und hier endet auch schon meine Kurzbeschreibung, um nichts vorwegzunehmen bzw. zu verraten.

Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen, die mir gut gefielen, aber dieser vorliegende Thriller hat mich absolut am meisten gefesselt. Der Plot war von Beginn an spannend, komplex und hat an den Nerven gezerrt, der Schreibstil war flüssig zu lesen. Als Leserin war ich gleich in der Geschichte drin und habe mich auf dieses Katz-und-Maus-Spiel eingelassen. Ich habe mich von der Autorin an der Nase herumführen lassen, bin alle Irrwege mitgegangen und habe nicht geahnt, wohin die Reise geht und was bis zur Auflösung dieses Psychodramas alles zu Tage gefördert wird. Durch die verschiedenen Perspektiven wurde es zu einem echten Pageturner.

Das Cover ist stimmig und passend zum Inhalt. Es sieht harmlos aus, ist nicht als Thriller erkennbar und überrascht dann mit dieser sagenhaften Story. Von mir erhält das Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung. Für mich ist es ihr bisher bestes Buch!

Spannender Krimi, der den Leser lange auf die Folter spannt

Nach einer Fehlgeburt wollten Rebecca und Lucy sich zurückziehen und sind vom turbulenten Hamburg in das Ostseedorf Rerik gezogen. Offenbar tat die Seeluft gut, denn Rebecca wird sogleich wieder schwanger. Jedoch auch Monate nach der Geburt von Töchterchen Greta möchte sie nicht wieder zurück, sehr zum Leidwesen von Lucy, die zwischen ihrer Agentur und dem gemeinsamen Heim pendelt. Obwohl es nur wenige junge Menschen im Ort gibt, fühlt sich Rebecca nicht einsam; als sie die gleichaltrige Julia kennenlernt, freut sie sich aber dennoch endlich eine Freundin gefunden zu haben, die beiden Frauen liegen sofort auf einer Wellenlänge. Aber dann verschwindet Julia plötzlich und es scheint, als wäre sie nie dagewesen, sie hat keinerlei Spuren hinterlassen. Unerwartet findet Rebecca allerdings eine Verbindung, die ihr Leben durcheinanderwirbelt und Lucy das Leben kostet.

Mit gleich zwei Mysterien wird man als Leser in Petra Johanns Thriller konfrontiert: Wer ist die sympathische Frau, die aus dem Nichts auftaucht und ebenso schnell wieder verschwindet? Und natürlich: Wer hätte ein Interesse am Mord von Lucy gehabt? Die allseits beliebte und immer auf Ausgleich bedachte Frau hatte scheinbar keinerlei Feinde und der Tod einer jungen Mutter erscheint völlig unsinnig. Das Ermittlungsteam sieht sich zahlreichen Fragezeichen gegenüber, die sich nur langsam auflösen.

Der Roman lebt vor allem von den Figuren, die wenig durchschaubar sind. Viele lernt man zunächst auch nur durch andere vermittelt kennen, Lucys Tod schon zu Beginn lässt sie nur noch in der Erinnerung ihrer Kollegen und Freunde aufleben – ein Bild, das notwendigerweise Lücken aufweist. Auch Rebecca ist zunächst verschwunden, was an sich schon seltsam erscheint und sie verdächtig macht – dies passt wiederum so gar nicht zu dem Eindruck der liebenden Mutter, die sich in dem kleinen Ort und weitgehend isoliert dennoch wohlfühlt. Zuletzt natürlich die unbekannte Frau, die sich als Julia vorstellt, zu der aber außer Rebecca kaum jemand etwas berichten kann. Wo sie herkam, wer sie eigentlich ist und weshalb sie scheinbar gezielt zu Rebecca Kontakt gesucht hat – Fragen über Fragen.

Für mich kein nervenzerreißender Thriller, aber durchaus ein spannender Krimi, der den Leser lange auf die Folter spannt.

Ein Netz aus Lügen

Das Cover passt sehr gut zum Inhalt. Durch die samtige Oberfläche war es ein Vergnügen, das Buch in der Hand zu halten.

Rebecca lebt mit ihrer Frau Lucy und der kleinen Tochter Greta in einem kleinen Dorf an der Ostsee. In der Woche ist sie mit Greta alleine, da Lucy in Hamburg arbeitet und nur am Mittwochabend und am Wochenende nach Hause kommt.

Dann trifft Rebecca am Strand eine junge Frau, deren Kleider angeblich gestohlen wurden. Sie hilft und trifft diese von da an jeden Tag.

Nach einer Woche ist Julia plötzlich verschwunden. Alles, was sie erzählte, war eine einzige Lüge. Und dann findet Rebecca raus, dass Lucy diese Frau wahrscheinlich kannte.

Und hier konnte ich schon ahnen, wie sich das Ganze weiterentwickelt. Erst wird die Geschichte aus der Sicht von Rebecca erzählt. Im Hauptteil steht die Ermittlungsarbeit der Kommissarin Edda Timm im Vordergrund. Hier zogen sich einige Passagen sehr in die Länge und das Ganze verlor teilweise an Spannung. Zum Schluss kommt noch einmal Rebecca zu Wort.

Diese war mir von Anfang an unsympathisch. Ziemlich gluckenhaft mit ihrer Tochter, dann sucht sie die ständige Nähe zu einer Fremden und spricht nach ein paar Tagen schon von Freundin, für mich leicht naiv. Beim geringsten Problem läuft sie davon. Die Kommissarin, die mit Toten spricht, ist auch nicht viel besser.

Trotz allem ein gut zu lesender Krimi, Thriller ist für mich nicht das richtige Wort. Ich fühlte mich durch die ständig wechselnden Perspektiven gut unterhalten. 

Thriller mit einfühlsamen Figuren

Rebecca und Lucy leben mit ihrer halbjährigen Tochter Greta an der Ostsee. Während Lucy werktags in Hamburg arbeitet, lernt Rebecca am Strand auf mysteriöse Art Julia kennen. Doch bald verschwindet sie auf ebenso schnelle Art wieder, und Rebecca macht sich auf die Suche. Allerdings vergeblich, bis sie auf Lucys Bildschirm eine Entdeckung macht.

Kurze Zeit später findet der Nachbar Lucy. Tot, von der Steilküste gestürzt. War es ein Unfall, Suizid oder Mord? Dies gilt es für Edda und ihr Team aufzuklären.

Die Geschichte gefällt mir sehr gut. Zum Teil etwas langatmig, aber doch mitfühlsam sind die teils eher langen Kapitel. Die Chef-Ermittlerin ist mir absolut unsympathisch. Sie will alles machen können, und überlässt ihren Mitarbeitern die Arbeit, zu der sie sich nicht herunterlassen möchte. Das spürt man sehr gut an Kurt, einem Mitarbeiter, der über diesen Umstand auch nicht sehr glücklich ist. Edda akzeptiert und schätzt als Einzigen ihren ehemaligen Chef und Mentor, pensioniert. Doch auch über diesen erfährt man im Verlaufe der Geschichte etwas Erstaunliches. Interessant und ungewöhnlich finde ich, dass der erste Teil und der Schluss aus der Sicht von Rebecca spielen. Und diese spricht uns Leser persönlich an, stellt uns Fragen. Ich habe das Buch gerne gelesen, Langeweile kam nicht auf, auch wenn es recht umfangreich ist, und kann es daher sehr empfehlen. 

Besondere Beziehungen

Rebecca und ihre Frau Lucy leben mit ihrer Tochter Greta an der Ostsee in Rerik. Luzy lebt in der Woche in Hamburg, wo sie mit zwei Freunden eine Firma für Online-Spiele leitet. 

Eines Morgens trifft Rebecca bei ihrem Spaziergang eine Frau, die keine Kleidung hat und sie um Hilfe bittet. Sie freundet sich mit ihr, Julia, an. Doch dann verschwindet diese Frau und Rebecca macht sich große Sorgen und macht sich auf die Suche nach Julia, doch diese ist wie vom Erdboden verschwunden. 

Doch dann entdeckt Rebecca eines Tages auf dem Tablet von Luzy ein Bild von Julia und Luzy macht ihr ein Geständnis. Etwas später wird Luzy tot am Fuße der Steilküste aufgefunden und die Polizei ermittelt und Becca ist verschwunden.

Die Kripo Rostock um die Kommissarin Edda ermittelt an allen Stellen und informieren sich im Umfeld der beiden Frauen. Aber alle, sowohl die Eltern als auch Freunde und Geschwister können nichts Negatives über die beiden berichten.

Dann taucht Rebecca wieder auf und verwickelt sich in Widersprüche. Aber es könnte eine Verbindung zu einem ungeklärten Todesfall aus Köln geben. Die Tote heißt auch Julia. Ein Gespräch mit dem Kommissar aus Köln bringt den Ermittlern eine heiße Spur.

Der Thriller »Die Frau vom Strand« erzählt eine wirklich spannende Story von dem unbedingten Wunsch, ein Kind zu bekommen und dem, was eine Frau bereit ist zu tun, um diesem Ziel näher zu kommen. 

Die Hauptpersonen Rebecca und Luzy sind sehr gut dargestellt und die Charakteristika der beiden werden im Laufe des Romans sehr gut entwickelt. Gerade Rebecca ist eine Frau mit sehr viel Gefühl, aber auch einer Bestimmtheit, die bezeichnend für diese Figur ist. Luzy wird als sehr sozial beschrieben und als hochintelligent und sie würde alles für das Wohl ihrer Frau tun. Ihr Tod wirft auch sehr viele Fragen auf, die im Laufe der Geschichte auf verschiedenen Wegen aufgeklärt werden. 

Die mit Luzy zusammenarbeitenden Finn und Priska Hoffmeister werden als ein sehr modernes Ehepaar beschrieben, in dem allerdings Priska die deutlich stärkere Rolle spielt. Finn ist ein Mensch, der viele Ideen, aber auch Schwächen hat und besondere Anziehungskräfte auf Frauen ausübt.

Die Kommissarin Edda, die Leiterin der Kripo Rostock, wird als sehr hartnäckig beschrieben, die den Spuren sehr eigenwillig folgt und ihr Team in dem Fall intensiv ermitteln lässt. 

Die Frau vom Strand, Julia, wirft sehr viele Fragen auf, bleibt aber lange im Dunkeln. Und dann ist da noch die kleine Greta, die eine sehr entscheidende Rolle in diesem Thriller spielt.

Mir gefällt der Schreibstil Petra Johann, die einige sehr spannende und überraschende Wendungen aufweist, die den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht halten.

Ich finde diesen Thriller sehr lesenswert und ebenfalls spannend. Eine Story, die nicht von der Stange ist, sondern sehr individuell daherkommt. Empfehlenswert.  

Nichts wie es scheint

Rebecca ist sehr glücklich in Rerik an der Ostsee mit ihrer Frau Lucy und der kleinen Tochter Greta. 

Als sie am Strand Julia kennenlernt, merkt sie erst, dass ihr, während Lucy beruflich in Hamburg ist, etwas fehlt. Sie freundet sich mit Julia an. Doch wenige Tage später ist Julia spurlos verschwunden. Rebecca macht sich auf die Suche, doch sie jagt ein Phantom. Dabei erfährt sie, dass die Zufallsbegegnung inszeniert war. Dann wird eine Frau an der Klippe tot aufgefunden und die Polizei muss sich mit dem Fall beschäftigen.

Ich habe schon einige Kriminalromane der Autorin Petra Johann gelesen und alle konnten mich überzeugen. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch, das als Thriller deklariert ist. Ich muss feststellen, ich wurde nicht enttäuscht.
Der Schreibstil ist sehr packend und angenehm flüssig zu lesen. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven und dabei gibt es so viele Wendungen, dass ich nie wusste, was da wirklich geschehen ist. Ich hatte das Gefühl, dass jeder lügt oder Wesentliches verschweigt, ja sogar sich selbst etwas vormacht. Daher wurde ich auch mit den meisten Personen nicht richtig warm. Ständig hatte ich irgendwelche Fragen und sobald sich eine geklärt hatte, gab es schon wieder neue. So wurde die Spannung ständig hochgehalten.

Rebecca ist ein richtiges Muttertier, das die kleine Greta nicht aus den Augen lässt. Zu ihrer Familie hat sie kaum Kontakt. Daher freut sie sich auch, dass Julia mit ihr auf einer Wellenlänge ist. Sie haben gemeinsame Erfahrungen gemacht und ähnliche Interessen. Lucy ist sehr intelligent und ein hilfsbereiter Mensch, über den alle nur Gutes berichten können. Mit ihren Freunden Finn und Priska arbeitet Lucy zusammen in ihrer Firma. 

Die Kommissarin Edda Timm kennt nur einen Lebensinhalt: Knifflige Rätsel lösen. Das kann sie bei ihren Fällen oder auch bei Computerspielen. Sie ist nicht unbedingt ein Teamplayer und fordert ihren Mitarbeitern einiges ab.

Auch wenn man glaubt, endlich auf der richtigen Spur zu sein, so hält die Autorin doch immer noch eine Überraschung bereit.

Dieser unvorhersehbare und fesselnde Thriller hat mich überzeugt. Lese-Empfehlung!

Spannende Unterhaltung vom Feinsten

Zusammen mit ihrer Frau Lucy Hagen und ihrer 5 Monate alten Tochter Greta lebt Rebecca Friedrichsen in Rerik, einem ehemaligen Fischerdorf an der Ostsee, das heute im Sommer von Touristen überflutet wird. Bei einem ihrer täglichen Strandspaziergänge lernt sie Julia kennen und da Lucy unter der Woche weiter in Hamburg arbeitet, freunden sich die beiden an. Bis Julia nach ein paar Tagen plötzlich wieder verschwindet. Bei ihren Nachforschungen merkt Rebecca schnell, dass die es mit der Wahrheit nicht so genau genommen hat. Denn nichts, was sie ihr erzählt hat, scheint zu stimmen. Warum???

Einige Tage später wird unterhalb der Steilküste eine junge Frau gefunden. Aber es ist nicht Julia.

Edda Timm, Ermittlerin der Kripo Rostock, und ihr »Todesteam« übernehmen die Ermittlungen. Als die Tote wird schnell Lucy Hagen ermittelt. Unfall, Suizid oder Mord? Diese Frage müssen die Ermittler klären. Aber ihre erste Ansprechpartnerin Rebecca ist mit Greta verschwunden …

Aufhänger der Geschichte ist der unbedingte Wunsch eines gleichgeschlechtlichen Paares nach einem Kind. Wobei Rebecca unbedingt ein Kind haben will und Lucy ihr diesen Wunsch unbedingt erfüllen möchte. Das macht mir beide Frauen, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter entwickeln, von Anfang an sympathisch. Im Mittelpunkt von Rebeccas Leben in Rerik steht einzig ihre kleine Tochter Greta.

Weniger sympathisch fand ich anfangs die sehr zielbewusste, hartnäckige Ermittlerin Edda Timm, von der ich nur wenig Privates erfahre; die sich mangels Partner und Freunden in ihrer raren Freizeit dem Gaming verschrieben hat. Ich finde den Umgangston, den sie mit ihren Mitarbeitern pflegt, nicht sehr schön. Sie lebt für ihre Arbeit, will alles allein machen, setzt alles daran, Ergebnisse zu liefern und den Fall aufzuklären. Im Gegensatz dazu mag ich ihre sehr empathische und einfühlsame Kollegin Britt sofort. Genau so gerne mag ich den etwas knurrigen Kollegen Kurt Paschke, der eine ganz besondere Begegnung hat.

Petra Johann schafft es mit wenigen aussagekräftigen Beschreibungen, mir die Personen, die ich hier kennenlerne, nahezubringen. Dank der eingeteilten Kapitel mit Datumsüberschrift weiß ich immer genau, wo ich mich wann befinde. Sehr bildhaft beschreibt sie auch den kleinen Küstenort Rerik, in dem ich sofort Urlaub machen und das Meer genießen würde.

Die Geschichte ist so verzwickt, facetten- und wendungsreich, dass ich aufpassen musste, kein Detail zu übersehen. Trotzdem hat es bis zum Schluss gedauert, bis sich auch die letzte Frage beantwortet bzw. der Fall für mich schlüssig geklärt hat.

Der Spannungsbogen, der sich langsam, aber stetig weiter aufbaut, bleibt durch viele kleine Puzzleteile, die ich zusammensetze und durch neue Ermittlungsergebnisse immer wieder umsortieren muss, unglaublich weit oben.

Ich würde den Thriller eher als sehr spannenden Krimi mit Einblicken in die menschliche Gedankenwelt beschreiben. Egal ob Krimi oder Thriller – ich wurde durch dieses Buch bestens unterhalten.

Raffiniert erzählt!

Bei einem Strandspaziergang hat Rebecca Friedrichsen eine seltsame Begegnung: Eine junge Frau, vollkommen nackt, die Kleider wurden ihr gestohlen, während sie schwimmen war. Rebecca, die in Rerik seit der Geburt ihrer Tochter Greta nur sehr wenig Gesellschaft hat, hilft gerne aus. Sie freundet sich mit der Frau an, die sich als Julia vorstellt, und will die neue Freundin einige Tage später ihrer Ehefrau Lucy bei einem gemeinsamen Abendessen vorstellen. Doch Julia verschwindet auf ähnlich mysteriöse Weise aus Rebeccas Leben, wie sie aufgetaucht war.

»Ich hatte ein Leben. Es war perfekt. Ich hatte Greta, und ich hatte Lucy. Mehr habe ich nie gewollt.«

Mit dem Verschwinden der Frau vom Strand will sich Rebecca nicht zufriedengeben. Doch bei Ihren Nachforschungen löst sie Ereignisse aus, die ihr Leben kopfüber verändern.

Schon vom Prolog weg wissen wir, dass es einen Todesfall in diesem Buch geben wird. In dem nachfolgenden ersten Teil und auch ganz zum Schluss schildert Rebecca ihre ganz persönliche Sicht der Dinge. Sie wendet sich dabei direkt an die Lesenden, erzeugt das Gefühl, dass man mit ihr an einem Tisch sitzt und ihr zuhört. Schnell ist man hier bereit, Rebecca zu mögen. 

Der Großteil des Buches ist den Ermittlungen im eingangs erwähnten Todesfall gewidmet. Hier begleiten wir Kriminalpolizistin Edda Timm und ihr Team bei der Arbeit. Edda ist professionell, routiniert und hartnäckig. Fast schon ungewöhnlich ist, dass ihr die Autorin keine privaten Verwirrungen auf den Leib schreibt. Edda hat schlicht kein Privatleben und lebt für den Job.

»Die Frau vom Strand« ist ein raffiniert spannend erzählter »Thriller« (eigentlich mehr Krimi), undurchsichtig bis zum Schluss mit überraschenden Wendungen aus der versierten Schreibfeder von Autorin Petra Johann, die sich der Frage stellt, wie weit wir gehen, um zu schützen, was wir unbedingt lieben.

Durchtrieben

Zum Inhalt:
Zufällig lernt Rebecca beim Spaziergang am Reriker Strand eine Frau kennen und – da sie sich sonst durch die beruflich bedingte Abwesenheit ihrer Frau Lucy oft einsam fühlt – lässt sich begeistert auf diese Bekanntschaft ein. Doch dann verschwindet Julia so schnell, wie sie gekommen war und auf die Beschreibung Julias reagieren Lucy und deren Geschäftspartner Finn äußerst verstört. Kurze Zeit später überschlagen sich die Ereignisse und am Reriker Strand liegt eine Leiche.

Mein Eindruck:
Dieser Thriller ist eine Wundertüte der Geheimnisse, falschen Fährten und vielen facettenreichen Charakteren. Und nicht nur hier mixt die Autorin Petra Johann gekonnt – zusätzlich bietet sie mit Hamburg und Rerik zwei interessante Orte als Hintergrundbilder für ihre Geschichte um Liebe und Betrug.

Bis zum Schluss lässt Johann ihre Leserschaft rätseln, wer für was verantwortlich ist. Und neben dieser Gemengelage von Motiven, Verfehlungen und resultierenden Handlungen bietet sie eine wirklich gute Polizeiarbeit an. Ihre Ermittler haben zwar eine private Seite, aber hier wird diese oft benutzt, um zu zeigen, wie sich die Persönlichkeitsstruktur im dienstlichen Handeln fortsetzt – ein penibles Vorgehen mit dem Vermeiden von Schimpfworten im privaten Bereich oder im krassen Gegensatz dazu eine unkonventionelle Herangehensweise. Dadurch wirken die Figuren glaubhaft und nicht so, als ob sie nach einer Checkliste entworfen worden sind.

Ein absolut gefälliger (und nein, ich will das nicht als Schimpfwort verstanden wissen) Schreibstil komplettiert den guten Eindruck; hoffentlich bleibt »Die Frau vom Strand« kein »Stand-Alone« der Thrillerkultur, sondern wird zum Startschuss einer Reihe.

Mein Fazit:
Klasse Knobelfutter!

Unbedingter Kinderwunsch

Der Thriller wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Rebecca, die junge Mutter und Edda, die Ermittlerin. Rebeccas Teil wird in der Ich-Person erzählt und macht die Protagonisten nahbar und man spürt die tiefe Liebe. Zitate Seite 28 (E-Book) Lucy und Rebecca: »Lucy hatte einmal ganz zu Beginn unserer Beziehung zu mir gesagt, bei mir habe sie zum ersten Mal das Gefühl verspürt, wirklich zu Hause zu sein. Mir ging es mit ihr genauso. Lucy war der Mensch, bei dem ich mich angekommen fühlte. Dasselbe traf allerdings auf Rerik zu. Es war der einzige Ort der Welt, der sich für mich nach Heimat anfühlte, und ich war momentan nicht bereit, das aufzugeben.«

Doch in das Glück mischt sich die unheimliche Begegnung mit Julia, warum hat sie das getan? Das gilt es zu klären, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. 

Edda ist eine Ermittlerin, so wie sie mir gefällt. Irgendwie anders. Ein Game-Fan, aber auch eine Einsiedlerin, die nur die Arbeit hat und kennt. Seite 113 »… aber das Zusammensein mit den Toten beziehungsweise mit dem, was sie hinterlassen hatten, gab ihr einen Frieden, den sie sonst selten verspürte.« Sie ist eine fanatische Ermittlerin mit dem unbedingten Aufklärungswillen.

Das Ermittlerteam muss sich der zentralen Frage stellen: War der Tod Lucy Hagens Unfall, Suizid oder ein Tötungsdelikt? Dem Ziel nähert man sich Schritt für Schritt, wobei Edda ihre persönliche Sicht auf das Thema Suizid zeigt »Suizid heißt, dass sie Schuld auf sich geladen haben, weil sie es nicht haben kommen sehen oder nicht den Toten genügend Grund zum Leben gegeben haben.« Wahre Worte. Und es wird deutlich, dass, wenn man legale Wege verlässt, einen das (schlechte) Gewissen einholt oder selbstsüchtige Menschen gieriger werden.

Seite 108,  Vater von Rebecca: »Kummer macht die Menschen selbstsüchtig.« Und dann beginnt sich die Spirale zu drehen. Das Leid aller wird schlimmer. Für das eigene Glück kann man nicht das der anderen beeinflussen oder im schlimmsten Falle zerstören. Und was für mich noch ein zentraler Moment des Buches ist.

Mir hat der Thriller sehr gut gefallen und ich kann mir weitere Ermittlungen des Teams vorstellen. Ich spreche gern eine Leseempfehlung aus.

Kann man lesen

Rebecca lebt mit ihrer Frau Lucy und ihrer kleinen Tochter in einem kleinen Ort an der Ostsee. Da Lucy unter der Woche beruflich die meiste Zeit in Hamburg verbringt, ist Rebecca etwas einsam. Als sie dann am Strand Julia kennenlernt, eine junge Frau, die ihren Urlaub an der Ostsee verbringt, freunden sich die beiden schnell an.

Als Rebecca Julia aber am Wochenende zu einem gemeinsamen Essen mit Lucy und Freunden aus Hamburg einlädt, erscheint Julia nicht. Sie meldet sich auch nicht mehr, was Rebecca so in Unruhe versetzt, dass sie sich auf die Suche nach Julia macht. Doch in ihrer angeblichen Unterkunft ist ihr Name unbekannt.

Allmählich dämmert Rebecca, dass Julia sie in vielem belogen hat und dass die Zufallsbekanntschaft am Strand wohl gar kein Zufall war.

Dem Leser wird durch Lucys Reaktion auf Rebeccas Erzählungen von Julia auch nach und nach bewusst, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Die zu Beginn so perfekte Fassade des harmonischen und idyllischen Lebens von Rebecca und ihrer kleinen Familie bekommt immer mehr Risse. Als dann Lucy tot am Strand aufgefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem Unfall oder womöglich Suizid aus. Doch Rebecca ist mitsamt ihrer kleinen Tochter verschwunden und Lucys Firmenkollegen reagieren merkwürdig …

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass der Leser nur häppchenweise erfährt, was tatsächlich passiert ist und wer warum wie gehandelt hat. Dadurch ist der Spannungsbogen gut angelegt und bleibt bis zum Schluss erhalten.

Allerdings erscheinen mir die Figuren teilweise zu klischeehaft und zu wenig authentisch. Mit den Ermittlungen sind die Kriminalpolizistin Edda Timm und ihr Team betraut. Edda wirkt zunächst sehr souverän, beißt sich an dem Fall fest und gibt sich mit der Unfall- oder Suizid-Theorie auch nicht zufrieden, sondern geht hartnäckig anderen Spuren nach. Allerdings hat sie dafür auch private Motive, da ihr Leben eigentlich nur aus ihrer Arbeit besteht. Sie wäre eine interessante Figur, die für meinen Geschmack etwas mehr Raum bekommen könnte. Ihre Art der Vergangenheitsbewältigung fand ich dagegen unnötig für die Handlung und eher etwas aufgesetzt.

Alles in allem ist »Die Frau vom Strand« ein unterhaltsamer Krimi, der mich aber nicht nachhaltig beeindrucken konnte.