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Friedhof der Kuscheltiere

Roman
Buch
Taschenbuch, 608 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3453435796

ISBN-13: 

9783453435797

Erscheinungsdatum: 

08.02.2011

Preis: 

9,99 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453435796

Beschreibung von Bücher.de: 

Louis Creed übernimmt den Posten als Leiter der Krankenstation der Universität von Maine. Gemeinsam mit seiner Frau Rachel und den Kindern Elli und Gage bezieht er ein idyllisches Einfamilienhaus in der fiktiven Kleinstadt Ludlow nahe der Route 15. Er entwickelt eine Freundschaft zu seinem Nachbarn Jud Crandall, der viel Wissenswertes über Ludlow zu erzählen weiß und der Familie schließlich auch den Tierfriedhof (englisch Pet cemetery) von Ludlow zeigt.

Die kleine Familie lebt sich schnell in Ludlow ein, doch die Arbeit auf der Krankenstation beginnt für Louis Creed mit einem Schock. Der Student Victor Pascow wird beim Joggen von einem PKW gegen einen Baum geschleudert und stirbt noch auf der Krankenstation. Pascow röchelt Louis mit seinen letzten Worten eine Warnung entgegen, in der er den Tierfriedhof erwähnt und führt Louis in seinem ersten Traum nach dem Unfall zu dem Tierfriedhof.

Während Rachel mit den Kindern auf Besuch bei ihren Eltern weilt, wird der Kater der Familie, Winston Churchill (kurz: Church), von einem Lastwagen an der Route 15 überfahren. Jud führt Louis noch am selben Abend zum Tierfriedhof, um den Kater zu beerdigen. Zu Louis' Überraschung führt er ihn jedoch auf ein verstecktes Felsplateau hinter dem Tierfriedhof, einen Friedhof der Micmac-Indianer.

Nachdem Louis Church begraben hat, erscheint der Kater am nächsten Tag im Hause der Creeds. Doch die »Wiedergeburt« des Katers hat auch Schattenseiten: Er riecht penetrant nach Erde und sein Wesen ist auf beunruhigende Weise verändert. Kurze Zeit später wird auch Gage von einem Lastwagen auf der Route 15 überfahren und getötet. Nach dessen Beerdigung schickt Louis seine Frau und seine Tochter zu den Großeltern nach Chicago. Louis trifft die folgenschwere Entscheidung, seinen Sohn ebenfalls auf dem Felsplateau zu beerdigen, obwohl Jud ihn eindringlich davor warnt.

Er gräbt die Leiche seines geliebten Sohnes aus, wandert zum Friedhof der Mi'kmaq-Indianer und begräbt ihn auf dem Felsplateau hinter dem Tierfriedhof. Währenddessen ist Rachel durch Träume und Fantasien ihrer Tochter gewarnt und macht sich auf dem Weg zurück nach Ludlow. Louis legt sich nach seiner anstrengenden Unternehmung mit Schmerzen ins Ehebett und schläft ein. Gage kehrt, wie schon zuvor Church, zum Haus zurück. Er nimmt sich das Skalpell seines Vaters, geht hinüber zu Jud und tötet ihn auf grausame Weise. Rachel hatte in der Nacht mit Jud telefoniert, und er bat sie als erstes ihn zu besuchen, wenn sie in Ludlow angekommen ist. Sie begibt sich also in Juds Haus und wird ebenfalls Opfer von Gage, da sie in ihm nichts Böses, sondern immer noch ihren kleinen Sohn sieht.

Wenig später erwacht Louis aus seinem Schlaf und bemerkt das verschwundene Skalpell. Er nimmt mehrere Giftspritzen und schläfert mit der einen Church ein. Als er ins Nachbarhaus geht und die Leichen von Jud und Rachel vorfindet, tötet er Gage, indem er ihn mit der zweiten Spritze niedersticht. Anschließend brennt Louis das Nachbarhaus nieder.

Er glaubt, dass sein Sohn nur böse wurde, weil er zu lange nach seinem Tod auf dem Felsplateau begraben wurde. Weil seine Frau erst vor kurzem gestorben war, beerdigt er sie auf dem Felsplateau. Der Roman endet mit Rachels Rückkehr.

Kriminetz-Rezensionen

Der Horror bahnt sich beinahe beiläufig seinen Weg …

Wie ich es von Stephen King gewohnt bin, startet die Geschichte langsam, beinahe behäbig. Ich bin Zaungast beim ziemlich strapaziösen Umzug der Familie Creed, der dann aber mit viel Begeisterung für das neue Haus endet oder beinahe endet. Ein paar kleinere Katastrophen ereignen sich, nichts wirklich Schlimmes, aber scheinbar ebnen sie schon ein bisschen den Weg für das, was da noch kommen wird.

Freundschaft
Die Familie kommt langsam an in ihrem neuen Leben und in ihrem neuen Haus. Jedes Familienmitglied sucht und findet seinen Platz darin und Louis schließt recht schnell Freundschaft mit Jud Crandall, dem älteren Nachbarn von gegenüber. Er ist es auch, der Louis gegenüber den alten Tierfriedhof erwähnt und über seine – sagen wir mal – Eigenarten und seine besondere Lage spricht.

Church
Als Arzt und moderner Mensch hält Louis das Gerede über Tiere, die wieder zum Leben erweckt werden, wenn man sie dort beerdigt, für Aberglauben. Als aber dann Church, der Kater seiner Tochte Ellie, überfahren wird und sie ihn auf dem Tierfriedhof beisetzen, geschehen eigenartige Dinge. Church taucht tatsächlich wieder auf, wenn auch etwas aggressiver, als vorher. Wäre dieser Friedhof dann nicht die perfekte Lösung für all die Patienten, denen Louis nicht mehr helfen kann?

Hintergrundgeschichten
Viele Hintergrundgeschichten, die eigentlich nicht direkt zur Story gehören, aber wunderbar die Charaktere und deren Gefühlslage beschreiben, sorgen für einen gewissen Umfang des Buches. Manche mag das stören, aber bei Stephen King liebe ich gerade das scheinbare Abschweifen in unbedeutende Kleinigkeiten. Auf diese Art und Weise beschäftigt er sich und damit auch mich, mit den vielen Gedanken rund um den Tod und dessen Endgültigkeit.

Bestimmung
Je mehr King abschweift, umso heftiger erschrickt man sich, wenn es dann auf einmal gruselig weiter geht – und das passiert immer öfter, je näher man an das Ende des Buches kommt. Schnell stellen alle Beteiligten fest, dass es besser wäre, man ließe dem Tierfriedhof seine eigentliche Bestimmung – aber das wäre ja zu simpel, oder? So nimmt das Unheil langsam aber stetig immer weiter seinen Lauf. Bis zum bitteren, aber spannendem Ende :-)

Einfühlsam
Die ganze Geschichte ist aus der Sicht von Louis erzählt und wird von David Nathan wunderbar einfühlsam erzählt. Er schaffte es, dass aus den erzählerischen Längen keine Langeweile wurde und ich auch den eher nebensächlichen Erzählsträngen ganz gebannt gelauscht habe. Dass es diese ausschweifenden Stellen gibt, sollte jeder wissen, der zu Kings Büchern greift, dafür behält er aber den erhobenen Zeigefinger und die »Moral von der Geschicht« für sich. Deswegen liebe ich so viele seiner Geschichten :-)

Mein Fazit
Friedhof der Kuscheltiere ist eine spannende, sehr atmosphärische Gruselgeschichte. Für alte und neue King-Fans oder solche, die es werden wollen, auf jeden Fall eine sehr empfehlenswerte Geschichte.

Beängstigend und faszinierend zugleich – so lässt sich Stephen Kings erfolgreichster Roman beschreiben.

Man stelle sich folgende Situation vor: Der zweijährige Sohn von Louis Creed – dem Leiter einer Krankenstation – stirbt. Der Schmerz ist unermesslich groß, zugleich scheint ein Ausweg in greifbarer Nähe: Werden Tote auf dem Haustierfriedhof des Dorfes beerdigt, dann kehren sie wieder zurück – allerdings in veränderter Form. Äußerlich ist keine Veränderung zu erkennen – abgesehen von einem penetranten Geruch nach Erde. Doch handelt es sich wirklich noch um Menschen?

Louis Creed muss hieran von Anfang an Zweifel haben – er wurde schließlich gewarnt. Nachdem er zuvor bereits den Kater der Familie auf dem Friedhof beerdigt hatte, kehrte dieser als scheinbar vom Satan oder einer anderen düsteren Macht besessenes Monster zurück.

Der Schmerz über den Verlust ist jedoch so groß, dass Louis Creed den Versuch wagt. Gespannt wartet er auf die Rückkehr seines Sohnes …

Dem Leser läuft an unzähligen Stellen des Romans ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Tiefste menschliche Ängste werden angesprochen – in diesem Roman zeigt Stephen King die große Kunst des Ängstigens. Einmal angefangen zu lesen, kann man nicht mehr stoppen – zu groß ist die Neugier, welche Schrecken noch auf Louis Creed, seine Familie und das Dorf warten.