Cover von: Friesenschnack und falsche Fährten

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Friesenschnack und falsche Fährten

Oma Emmi undercover
Buch
Taschenbuch, 276 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3492509037

ISBN-13: 

9783492509039

Auflage: 

1 (30.01.2026)

Preis: 

16,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 271.231
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3492509037

Beschreibung: 

Skurril-witzige Mörderjagd im ostfriesischen Hinterland.

Humorvoller Regionalkrimi für Fans von Gisa Pauly und Krischan Koch.

Redolf ist Dorfpolizist in Hagermoor, einem winzigen Kaff in Ostfriesland.

Ausgerechnet am Ostersonntag, während Oma Emmi ihren Enkel mit Lammrack verwöhnt, entdeckt ein Messdiener einen schwerverletzten Fremden in der Kirche, ein Pentagramm auf der Stirn. Das Dorf ist außer sich, niemand scheint den jungen Mann zu kennen.

Redolf ist mit dem Fall hoffnungslos überfordert und Oma Emmi, die ihm allzu eifrig zur Seite steht, sorgt mit ihren fragwürdigen Methoden und wilden Theorien für zusätzliches Chaos. Und bald zeigt sich, dass selbst in dem kleinen Dorf manche Menschen auch vor Mord nicht zurückschrecken, um ihre Geheimnisse zu schützen …

Kriminetz-Rezensionen

Oma Emmi in Aktion

Redolf Puschen nimmt seine Vorbildfunktion als Dorfpolizist sehr ernst, auch im Privatleben muss alles stimmen. Dass seine Oma nicht in dir Kirche geht, sich mit Esoterikkram beschäftigt und sich nur wenig am Sozialleben der Dorfgemeinschaft beteiligt, passt ihm überhaupt nicht. Aber Oma ist das alles zu spießig und langweilig. Doch dann wird am Ostersonntag die Langeweile von einem verletzten Mann in der Kirche unterbrochen, der auch noch ein Pentagramm auf der Stirn hat und den anscheinend niemand kennt. Redolf ist völlig überfordert und muss mit den angereisten Beamten der Polizeiinspektion den Fall lösen. Ihm zur Seite stehen Tietje Schluff und Dr. Leopold Winkler. Da der Täter wahrscheinlich aus dem Dorf stammt, ist es für Redolf nicht einfach, die nächsten Nachbarn zu befragen. Oma Emmi steht ihm mit ungefragtem Rat und ungebetener Tat mehr oder weniger hilfreich zur Seite. Mit Pendeln, Klangschalen und Horoskopen will sie ihrem Enkel den Mörder auf dem Silbertablett servieren. So einfach ist es aber dann doch nicht.
Es ist eine manchmal übertrieben amüsante Geschichte, die in einem Dorf mit 221 Einwohner spielt und wo jeder jeden kennt. Trotzdem gibt es so einige Geheimnisse, die bei den Befragungen zutage kommen.
Redolf und seine Oma haben viel durchgemacht, was sehr traurig ist. Das hat sie zwar zusammengeschweißt, aber Emmi bringt Redolf durch ihre chaotischen Aktionen immer wieder an den Rand der Verzweiflung und es kracht schon mal zwischen den beiden. Aber Omas gutes Essen bringt sie immer wieder zusammen.
Die Charaktere sind mit ihren Macken gut beschrieben. Redolf ist irgendwie in der Vergangenheit, die noch vor seiner Zeit liegt, steckengeblieben. Er liebt alte Heimatschnulzen und Musik von Sandra. Seine Kollegin Tietje ist eine männlich wirkende, hagere Person, die einen Tick hat, immer etwas unfreundlich wirkt, bei den Befragungen aber schnell auf den Punkt kommt. Dr. Winkler ist ein „Wiener Würstchen“, den Dialekt finde ich toll. Er wirkt kränklich und seine Funktion in dem Fall blieb Redolf erst einmal ein Rätsel. Aber auch Winkler entpuppte sich mit seinem Wiener Schmäh als ein sehr guter und charmanter Befrager. Am Ende gab es dann doch eine Menge Verlierer und es war eine traurige Geschichte.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Mit dem schönen Reetdachhaus und der Möwe passt es zum Ort des Geschehens.

Wenn die Oma mit dem Enkel ...

Ein brutaler Überfall erschüttert die kleine friesische Gemeinde Hagermoor. Auf der Toilette der Kirche wurde ein unbekannter junger Mann ins Koma geprügelt. Dorfpolizist Redolf sieht sich erstmals mit einem echten Verbrechen konfrontiert. Gut, dass ihn Oma Emmi nach Kräften und mit unorthodoxen Mitteln unterstützt.

Mirjam Wiesemann entführt uns in "Friesenschnack und falsche Fährten" in eine abgelegene Ecke Ostfrieslands. Ihr esoterisch angehauchter Cosy Crime eignet sich gut als unterhaltsame Lektüre bei einem kräftigen Schwarztee mit Kluntjes und Wölkje.

Dorfgendarm Redolf Puschen genießt gerade ein Festmahl bei Oma Emmi als ein Telefonanruf die Idylle stört. Ein Unbekannter wurde in der Kirche zusammengeschlagen. Damit ist der Ostersonntag gelaufen, denn Redolf musste bisher nur Bagatelldelikte regeln und fühlt sich sofort überfordert. Auch das Zusammentreffen mit den Leeraner Kommissaren am Tatort läuft nicht wie gewünscht, da ihn Oma vor den Kollegen wie einen kleinen Jungen betüdelt. Emmis übergriffige Art sorgt auch im weiteren Verlauf des Krimis für Verärgerung bei ihrem einzigen Enkel. Dabei meint sie es doch nur gut mit ihrem Redi und nutzt ihr gesamtes "esoterisches Waffenlager", um den Fall, der mittlerweile eine Mordermittlung ist, für ihn zu lösen.

Die Autorin erzählt bildhaft und mit viel Lokalkolorit. Ihre Figuren haben mir gut gefallen. Allen voran der zaghafte, überforderte Redolf, der seine Unsicherheiten mit Heimatfilmen aus den 1950ern, Songs seiner Lieblingssängerin Sandra und Feierabendbier bekämpft. Im Lauf der Ermittlungen entdeckt der Mittdreißiger ungeahnte Fähigkeiten bei sich und wird erwachsen. Oma Emmi ist eine schillernde Persönlichkeit, die man so nicht in Hagermoor erwarten würde. Zum Leidwesen ihres Enkels bringt sie sich nicht in die Dorfgemeinschaft ein und die Gottesdienste sind ihr viel zu langweilig. Sie ist nicht nur eine begnadete Köchin, sondern interessiert sich auch sehr für Esoterik. Von Tarotkarten über Klangschalen bis hin zum Pendel ist ihr Arsenal gut bestückt. Die taffe Kommissarin Tietje und der eloquente, vielseitige Ermittler Leopold komplettieren das Team auf Tätersuche.

Nach einigen Wendungen wird der Fall zufriedenstellend aufgeklärt. Für mich kam das Ende etwas abrupt und deshalb nicht restlos überzeugend. Die Logik allerdings stimmt, an Motiv und Täter habe ich nichts auszusetzen. Der Fall kommt mit wenig Gewalt aus, wie es für einen Cosy Crime passt.

Mich hat der Krimi insgesamt gut unterhalten. Von etwas weniger Innenschau von Redlof und nur gelegentlichen Zankereien mit Oma hätte der Fall profitiert. So blieb die Spannung teilweise auf der Strecke. Die Charaktere und das Setting fand ich dagegen so gelungen, dass ich auf einen weiteren Fall des Ermittlerquartetts hoffe. Sehr würde mich beispielsweise interessieren, wer oder was den Österreicher Leopold nach Leer gebracht hat.

Ein Glossar für die friesischen Begriffe sowie ein paar Rezepte für Emmis und Eddas Köstlichkeiten könnte ich mir als Ergänzung sehr gut vorstellen.