Cover von: »Der General muss weg!«
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»Der General muss weg!«

Siegfried Buback, die RAF und der Staat
Buch
Gebundene Ausgabe, 404 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3955102114

ISBN-13: 

9783955102111

Auflage: 

1 (19.12.2019)

Preis: 

26,00 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 245.448
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3955102114

Beschreibung von Bücher.de: 

Am Gründonnerstag 1977 wird Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Karlsruhe ermordet, mit ihm sein Fahrer Wolfgang Göbel und der Justizbeamte Georg Wurster. 2007 wird seinem Sohn Michael Buback zugetragen, dass für das Attentat die Falschen verurteilt wurden. 2008 fasst Michael Buback seine damaligen Rechercheergebnisse in dem Buch Der zweite Tod meines Vaters zusammen. Diese führen 2010 zum Prozess vor dem Oberlandesgericht Stuttgart, in dem das frühere RAF-Mitglied Verena Becker wegen dreifachen Mordes angeklagt wird.

Der General muss weg! ist das akribische, erschütternde Protokoll der Verhandlungen vor dem OLG Stuttgart - aus der Feder von Michael Buback und seiner Ehefrau Elisabeth, beide Nebenkläger des Verfahrens. In diesem bestätigt sich, dass Verena Becker, die letztlich 2012 nur wegen Beihilfe verurteilt wird, geheime Informantin des Verfassungsschutzes gewesen ist. Mehr noch als das Ergebnis ist es der Verlauf der Verhandlungen, der die beklemmende Frage aufwirft: Wie weit geht der Staat in der Verteidigung seiner Interessen?

Kriminetz-Rezensionen

Wahrung der Staatsräson – um welchen Preis?

Dass die Terrorattentate der Roten Armee Fraktion (RAF) die bundesdeutsche Gesellschaft immer wieder bis ins Mark erschüttert haben, ist den älteren Generationen noch bekannt. Ebenso gab es in letzter Zeit vermehrt Erkenntnisse, dass es durchaus Infiltrationen in die Gruppe der Linksterroristen durch die deutschen Staatsschutzdienste gab. Der Schutz sogenannter V-Männer und V-Frauen besitzt dabei oberste Priorität, auch wenn die Ereignisse schon Jahrzehnte zurückliegen.

Das Attentat auf Generalbundesanwalt (GBA) Siegfried Buback ist vor diesem Hintergrund von besonderem Interesse. Es gibt wissenschaftliche Abhandlungen zu dem Thema, die nahelegen, dass es eine Konspiration staatlicher und nichtstaatlicher Akteure bei diesem Attentat gab, die weit über die Vorstellungskraft des Normalbürgers hinausgehen. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, Michael Buback, hat gemeinsam mit seiner Gattin in seinem im Osburg Verlag erschienenen Buch „Der General muss weg“, die Umstände des Attentats anhand des 2010 vor dem OLG Stuttgart geführten Prozesses gegen Verena Becker genau unter die Lupe genommen.

Zum Inhalt: Am Gründonnerstag 1977 wird Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Karlsruhe ermordet, mit ihm sein Fahrer Wolfgang Göbel und der Justizbeamte Georg Wurster. 2007 wird seinem Sohn Michael Buback zugetragen, dass für das Attentat die Falschen verurteilt wurden. 2008 fasst Michael Buback seine damaligen Rechercheergebnisse in dem Buch »Der zweite Tod meines Vaters« zusammen. Diese führen 2010 zum Prozess vor dem Oberlandesgericht Stuttgart, in dem das frühere RAF-Mitglied Verena Becker wegen dreifachen Mordes angeklagt wird.

»Der General muss weg!« ist das akribische, erschütternde Protokoll der Verhandlungen vor dem OLG Stuttgart – aus der Feder von Michael Buback und seiner Ehefrau Elisabeth, beide Nebenkläger des Verfahrens. In diesem bestätigt sich, dass Verena Becker, die letztlich 2012 nur wegen Beihilfe verurteilt wird, geheime Informantin des Verfassungsschutzes gewesen ist. Mehr noch als das Ergebnis ist es der Verlauf der Verhandlungen, der die beklemmende Frage aufwirft: Wie weit geht der Staat in der Verteidigung seiner Interessen?

Das Buch ist nicht nur für RAF-Interessierte spannend. Mit einer äußersten Klarheit im Denken und in der Sprache gelingt es Buback, Stück für Stück die fragwürdigen Puzzle-Teile des Attentats zusammenzufügen. Akribisch versucht er den Nachweis zu führen, dass die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker zur Zeit des Attentats nicht nur Mitglied der RAF gewesen ist, sondern dass sie als Todesschützin seines Vaters durchaus in Frage kommen könnte. Das OLG Stuttgart kam zu einem anderen Ergebnis, was dann die Frage gestattet, ob hier nicht die Belange der Staatsräson die vornehmste Aufgabe der Justiz für Gerechtigkeit zu sorgen, überragen.

Leseempfehlung für alle kritischen Geister und Kenner der RAF-Materie, die ihr Wissen um neue Aspekte anreichern wollen.