Cover von: GIER
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GIER

Die Welt steht am Abgrund. Wie weit willst du gehen? Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 450 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3764506326

ISBN-13: 

9783764506322

Erscheinungsdatum: 

25.02.2019

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 1.764
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3764506326

Beschreibung von Bücher.de: 

Wenn Fiktion zur Realität wird, dann macht Marc Elsberg einen Bestseller daraus! Nach BLACKOUT, ZERO und HELIX der neue Thriller zu einem explosiven Thema.

»Stoppt die Gier!« rufen sie und »Tod dem Kapitalismus«. Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger - die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur ein paar wenige Reiche sind die Gewinner.

Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden. Der berühmte Nobelpreisträger Herbert Thompson will eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist.

Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent - aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen ...

Kriminetz-Rezensionen

Gemeinsam sind wir Mehr

Ein Buch aktueller denn je!

Aktuell sind doch überall nur noch negative Schlagzeilen. Es sind immer alle anderen an etwas Schuld. Es ist ja einfach, es jemandem anderen in die Schuhe zu schieben. Dass ein Ungleichgewicht existiert, möchte ich nicht bestreiten, Familien und Kinder werden hintangestellt, oftmals werden erst die Lobbyisten bedient. Zitat Kapitel 32: „Die Leute haben es einfach satt, dass ihnen erklärt wird, wie gut es uns geht, während viele trotz Vierzigstundenmaloche um staatliche Hilfe bitten müssen, weil der Lohn nicht reicht. Sie finden keine bezahlbare Wohnung, ihre Schule bröseln, es fehlen Lehrer, Bäder schließen, ...“

Das Thema an sich treibt mich schon lange um. Sehr schön, dass ich es jetzt vertieft in einem meiner Lieblingsgenres – Thriller – lesen kann.

Marc Elsberg hat eine angenehme Art, Dinge zu beschreiben, er stellt Vergleiche an. Kapitel 20 „Als die Wirtschaft brummte wie eine gekrault Katze.“ Er packt das Thema in einen packenden Thriller, mit Geschehnissen, wo man sagt, dass kann doch eigentlich nicht passieren, doch nichts ist unmöglich. Sehr temporeich und atemzerrend, ich fand die verschiedenen Verfolgungsjagden sehr interessant beschrieben und konnte mich gut in Jan und Fitzroy hineinversetzen, wie sie den Atem der Killer gespürt haben.

Maja, die Ermittlerin hat mir sehr gut zugesagt. Sie handelt konsequent, ohne über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, die Aufklärung des Falls ist ihr wichtiger und sie urteilt nicht vorschnell. Sie scheint leider ein kleines Alkoholproblem zu haben, warum wohl? Ob es hier eine Fortsetzung mit ihr gibt?

Das Thema der Gemeinsamkeit wird gut erläutert, die mathematische Erläuterung ist allerdings nicht ohne, aber sehr gut erklärt.

Eine klare Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Verlag Random House/Blanvalet für das bereitgestellte Reziexemplar und dass ich dieses Buch vorab lesen durfte. Natürlich auch vielen Dank an Marc Elsberg für das tolle Buch, was hoffentlich bei einigen Persönlichkeiten (die entscheiden) zum Nachdenken anregt. Die Tipps im Nachwort sind ganz toll.

Bedrückendes Weltuntergangsszenario mit sehr viel Action

Gier beginnt sehr actionlastig, aber mir fehlte irgendwie der Zugang zum eigentlichen Thema. Die Szenen wechseln sehr schnell und der etwas abgehackte – oder vornehmer ausgedrückt stakkatohafte – Schreibstil hat mir so gar nicht gefallen. Gott sei Dank ändert sich das nach einer Weile ein bisschen und das Thema Geld und Verteilung, um das es ja eigentlich geht, rückt wieder etwas mehr in den Fokus.

Mathe
Das Thema Wohlstand und die Verteilung desselben wird dann ausgiebig von verschiedenen Seiten betrachtet, allerdings bin ich nun so gar kein Fan von Mathematik (weil ich einfach nicht besonders gut darin bin). Die sehr wissenschaftlichen Betrachtungen und Berechnungen haben mich erst erschlagen und später dann gelangweilt. Vielleicht hätte man diese Erklärungen auch irgendwie anders anbringen können? Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich auch nicht wüsste wie.

Jammern
Anders als bei z.B. Black Out konnte ich hier nur schwer für mich persönlich etwas in der Geschichte finden. Die handelnden Personen waren mir zu klischeehaft und nervten zum Teil schon sehr. Allen voran Jan, der immer nur jammert, weil er sich von der Gesellschaft verar… verraten fühlt und grundsätzlich allen reichen Leuten misstraut. Es tut mir leid, aber ich mag solche stetig jammernden Menschen einfach nicht.

Demonstrationen
Das Setting allerdings, rund um politische Konferenzen und den entsprechenden Demonstrationen, ist grundsätzlich gut gewählt. Es ist ja noch nicht lange her, da ging es in Hamburg bei ähnlicher Gelegenheit ebenfalls sehr hoch her, so dass ich durchaus passende Bilder dazu im Kopf hatte. Aber im Buch konnte das Geschehen mich nicht so wirklich überzeugen und erreichen. Der Vortrag über eine neue oder auch alte Theorie wird die Welt nicht umstürzen können, selbst dann nicht, wenn man den Redner ermordet.

Oma
Was für mich bleibt, ist ein sehr actionlastiges Buch, mit sehr vielen Matheformeln und einer ganzen Staffage an handelnden Personen, die mich nicht mal ansatzweise erreichen konnten. Wobei die Oma mich an meine Oma erinnerte, mit all ihren weisen Sprüchen, die ich in jüngeren Jahren auch nicht hören wollte. Aber sie tauchte im Buch ja eher selten auf und konnte so auch nicht viel herausreißen.

Mein Fazit
»Gier – Wie weit würdest du gehen?« ist nicht mein Buch. Ich mochte weder die Leute, die darin vorkamen, noch den sehr eigenwilligen Schreibstil – obwohl ich das Grundthema durchaus sehr interessant fand. Schade drum, aber für mich war es leider eine Fehlentscheidung.

Aktuelles Thema mit nicht ausgeschöpftem Potenzial

Die Handlung beginnt direkt actiongeladen: Der Krankenpfleger Jan wird Zeuge eines vermeintlichen Autounfalls und dem späteren Mord an den Insassen des Autos. Die sind nicht irgendjemand, sondern der Nobelpreisträger Thompson und sein Assistent – kurz bevor dieser seine Rede bei einem Sondergipfel in Berlin halten soll. Jan will dem Ganzen auf die Spur kommen und es entspinnt sich eine Verfolgungsjagd zwischen ihm und den Mördern, die ihn als Zeugen ebenfalls beseitigen wollen …

Auch in Gier schafft es Marc Elsberg ohne Mühe, Spannung zu erzeugen. Wie auch in den vorherigen Büchern sorgen kurze Kapitel und zahlreiche zeitgleich stattfindende Handlungsstränge für Tempo. Allerdings konnte mich diesmal die Geschichte nicht recht fesseln. Die Auflösung kommt nicht wie angekündigt weltverändernd, sondern eher wie schon oft gehört daher, auch wenn die Mathematik dahinter teilweise neu sein soll. Leider hat mich auch der Weg dahin nicht richtig fesseln können. Jans Verhalten nervte mich mit der Zeit, denn als Krankenpfleger hat er natürlich ganz stereotyp keinerlei Ahnung und Interesse an Mathe und beschwert sich stattdessen lieber pausenlos über sein geringes Gehalt. Auch die zahlreichen Zeichnungen haben für mich mehr Kinderbuch- statt Thriller-Feeling vermittelt. Stattdessen hätte ein größeres Augenmerk auf die potenziellen Auswirkungen der Entdeckung gelegt werden können – dieser Teil wurde aber bis auf viele Andeutungen, dass sich die ganze Welt verändern würde, ausgespart …

Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und einige Handlungsstränge, wie der um die Ermittlerin Maja, haben mir sehr gut gefallen. Schade, dass das Potenzial des Themas mit all seiner Aktualität nicht so recht ausgeschöpft wurde.