Cover von: Das Gift der Lüge
Amazon Preis: 9,93 €
Bücher.de Preis: 16,99 €

Das Gift der Lüge

Der zweite Fall für Will Raven, Sarah Fisher und Dr. James Simpson. Roman
Buch
Broschiert, 512 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3866124902

ISBN-13: 

9783866124905

Erscheinungsdatum: 

31.05.2021

Preis: 

16,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 202.154
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3866124902

Beschreibung von Bücher.de: 

Mord und Medizin im historischen Edinburgh.

Edinburgh, 1850. Obwohl die Stadt an der Spitze der modernen Medizin steht, scheinen die Heilmittel der Ärzte wirkungslos. Überall sterben Menschen. Selbst dem geschätzten Dr. James Simpson wird die Schuld für den fragwürdigen Tod eines seiner Patienten zugeschoben. Sein Schützling Will Raven und das ehemalige Hausmädchen Sarah Fisher sind entschlossen, Simpsons Namen reinzuwaschen. Doch auf der Suche nach der wahren Ursache der Todesfälle müssen sie bald feststellen, dass manche Wahrheiten zu unvorstellbar sind, um an sie zu glauben …

»Parrys viktorianisches Edinburgh wird auf eindringliche Weise lebendig - als Welt des Schmerzes.« Val McDermid

»Die Tinktur des Todes ist ein Genuss. Das historische Setting ist faszinierend, und Brookmyres Scharfsinn und erzählerischer Esprit sind unübersehbar in dieser Geschichte rund um Mord und Medizin.« The Times

»Eine Aufsehen erregende Kriminalgeschichte vor dem Hintergrund medizinischer Experimente im Edinburgh des 19. Jahrhunderts. Das Buch lässt sowohl die Stadt als auch die Epoche lebendig werden und ist eine großartige Lektüre.« Ian Rankin

»Ein ausgezeichneter historischer Thriller, gespickt mit Brookmyres herbem Humor. Die oft ekelerregenden medizinischen Details sind faszinierend.« Daily Telegraph

»Eine überaus unterhaltsame Geschichte um Mord und Missgeschicke im Edinburgh der 1840er Jahre.« Sunday Times

Ambrose Parry ist das Pseudonym der schottischen Autoren Christopher Brookmyre und Marisa Haetzman. Der mehrfach ausgezeichnete Christopher Brookmyre arbeitete als Journalist in London, Los Angeles und Edinburgh. Seine Frau Marisa Haetzman ist Medizinhistorikerin und hat zwanzig Jahre als Anästhesistin gearbeitet. Ihre Forschungsarbeit inspirierte das Paar zur Reihe um Will Raven.

Kriminetz-Rezensionen

Nichts ist, wie es scheint

Will Raven, einst Simpsons Schützling, ist mittlerweile selber ein renommierter Arzt und hat in diversen europäischen Großstädten seine Kenntnisse und Fähigkeiten erweitert. Er freut sich darauf, die ihm angebotene Stelle als Assistent von Dr. James Young Simpson anzunehmen. Er kehrt also voller Freude und in der irrigen Annahme, nichts habe sich geändert, nach Edinburgh zurück.

Änderungen
In Wirklichkeit hat sich aber so einiges geändert. Sarah ist schon länger kein Hausmädchen mehr, sondern assistiert Simpson als Krankenschwester und ist verheiratet. Letzteres scheint ihn am meisten zu treffen und so herrscht bei ihren ersten Treffen nach so lange Zeit eine gewisse Unsicherheit. Es wirkt abwechselnd ein bisschen amüsant, aber eben auch berührend wie die beiden versuchen, sich in ihren neuen Rollen aneinander zu gewöhnen – aber auch die alte Vertrautheit zurückzugewinnen.

Rufmord
Dass Dr. Simpsons Ruf durch mehrere unerklärlichen Todesfälle unter seinen Patienten leidet, schweißt die beiden dann aber doch wieder zusammen – wenn auch nicht sofort. Während Will noch an eine neue Krankheit als Ursache der Todesfälle glaubt, beschleicht Sarah ein ganz anderer Verdacht. Ihr fällt auf, dass alle Opfer irgendwie zu einer einzigen großen Familie gehören. Allerdings will niemand auf sie hören – vor allem weil sie einfach nur eine Frau ist und als solche ja gar keine Ahnung haben kann.

Vorsprung
Als Leser bin da durchaus schon etwas weiter als die beiden, denn während der gesamten Geschichte bekomme ich immer wieder Einblicke in die Gedankenwelt des Täters, kenne seine Motivation und seine Pläne. Ich kenne seine Geschichte von seiner Kindheit an und kann durchaus nachvollziehen, warum der Täter tut, was er eben tut. Die Tatsache, dass er den drei Protagonisten stets sehr nah ist, macht auch einen Teil der Spannung aus.

Lebensverhältnisse
Neben den Hauptpersonen spielt die Stadt Edinburgh selbst auch eine gewichtige Rolle in dieser Geschichte. Mit all ihren Ungleichheiten, den Klassenunterschieden, den Gefahren, denen die ärmeren Bewohner ausgesetzt sind, der Stellung der Frauen in der Gesellschaft, aber auch den Praktiken in der medizinischen Behandlung zeigt sie mir auf, wie viel besser es mir heute geht. Sarah beginnt sich eine Zukunft für sich vorzustellen, die sie, wenn überhaupt, nur sehr schwer erreichen kann.

Entscheidungen
Insgesamt gibt es weniger detaillierte medizinische Fälle, aber bei den wenigen Fällen gibt es viel mehr emotionale Momente. Die Charakterbildung der Protagonisten wird weiter vorangetrieben und vor allem Will und Sarah müssen – jeder für sich – eine ganze Reihe Entscheidungen treffen. Ich denke, um die zum Teil recht komplexen Zusammenhänge zu verstehen, sollte man »Die Tinktur des Todes« auch gelesen haben – aber das ist natürlich kein Muss.

Mein Fazit
»Das Gift der Lüge « von Ambrose Perry ist ein sehr gut geschriebener und ebenso gut recherchierter historischer Krimi. Ich mag seine authentischen Details, die realen Charakteren aus der Zeit und auch eine gewisse Schonungslosigkeit in manchen Schilderungen.

Serienmord in Edinburgh

Zum Inhalt:
Nach Studien in Europa kehrt Will Raven zu seinem Mentor Dr. Simpson zurück und muss feststellen, dass das ehemalige Hausmädchen Sarah inzwischen verheiratet ist. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, mit ihr gemeinsam zu ermitteln, als mehrere gesunde Menschen plötzlich erkranken und sterben. Sie finden die verantwortliche Person – und geraten dabei selbst in Lebensgefahr.

Mein Eindruck:
Ein zweites Mal schicken Ambrose Perry ihre Leser/innen zu den Anfängen der forensischen Medizin ins viktorianische England. Wie bei »Die Tinktur des Todes« macht es Spaß, mit dem unkonventionellen Pärchen auf Tour zu gehen, den Gefahren zu strotzen (inklusive dunkler Geheimnisse Wills) und die liebgewonnenen Personen des ersten Teils wiederzutreffen, – egal, ob sie sich auf der guten oder der bösen Seite befinden. Es gefällt, dass die Charaktere vielschichtig angelegt sind, – Psychopathen werden nicht unbedingt geboren, sondern manchmal dazu gemacht.

Die fundierte Kenntnis des Autorenpaars kommt nie rechthaberisch daher; sie unterfüttert nur trefflich eine sehr gute Geschichte. Und selbst wenn Täter und Motiv relativ schnell aufgedeckt werden (auch dadurch, dass sich der Mensch hinter den Gräueln in der Ich-Form entlarvt), bieten sich bis zum bittersüßen Ende noch einige Überraschungen für die geneigte Leserschaft.

Mein Fazit:
Hoffentlich sind aller guten Dinge bald drei!

Atmosphärisch und interessant erzählt

Edinburgh 1849: Will Raven kehrt nach einem Jahr in Europa als Dr. Simpsons Assistent zurück und stellt fest, dass Sarah mittlerweile Mrs. Banks geworden ist. Er selbst hatte die Beziehung zu ihr abgebrochen, weil er eine Ehe mit einem Dienstmädchen nicht standesgemäß fand. Dennoch müssen beide weiterhin zusammenarbeiten, denn auch Sarah arbeitet noch für Dr. Simpson, allerdings nun in einer anderen Stellung. Als Will zu einem unklaren Fall hinzugezogen wird, wähnt er sich im Begriff, eine neue Krankheit zu entdecken – oder ist es doch ein Mordfall, wie Sarah vermutet?

Band 1 der Reihe hatte ja bereits gut vorgelegt, und auch Band 2 bietet wieder eine gute Mischung aus Kriminalgeschichte und Medizinhistorie, wozu auch gehört, dass einige der Charaktere, allen voran James Young Simpson, historische Persönlichkeiten sind, die tatsächlich Medizingeschichte geschrieben haben. Dazu kommt noch viel Zwischenmenschliches, wie die Beziehung zwischen Sarah und Will, aber auch Gesellschaftskritisches, wie z.B. die Stellung der Frau. So lässt sich Sarah nicht so ohne Weiteres in die Rolle drängen, die ihr in jener Zeit als Frau zugeschrieben wird, und sie ist in diesem Band nicht die Einzige, die sich dagegen stellt. Sehr gut hat mir in diesem Zusammenhang Sarahs Ehemann, Archie Banks, gefallen, der sie in diesem Bestreben unterstützt.

Will dagegen muss an seiner Meinung feilen, und er bekommt mehr als eine Gelegenheit dazu. Mir hat sehr gut gefallen, wie tief man in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Hauptcharaktere, aus deren Perspektiven erzählt wird, eintaucht. Dazu kommt noch die der Täterin, die man schnell kennenlernt, denn sie erzählt ihre Geschichte selbst in Ich-Form, auch hier kommt einiges Gesellschaftskritische zum Tragen. Interessant ist, dass diese Frau auch auf einer realen Person basiert, wie man den historischen Anmerkungen im Anhang entnehmen kann.

Ein großer Pluspunkt ist für mich weiterhin, dass man am Alltag eines Arztes jener Zeit gut teilhaben kann, aber auch an den Grenzen, die ihm aus verschiedenen Gründen gesetzt sind. Will setzt sich über manche dieser Grenzen hinweg, am Ende sogar über eine sehr schwerwiegende. Auch der Fall betrifft wieder das medizinische Thema und bietet zusätzliche Einblicke. Insgesamt habe ich mich in die Zeit zurückversetzt gefühlt, die Atmosphäre stimmt.

Das Ende wirft Fragen nach der Zukunft der Reihe auf, ich hoffe, es wird einen dritten Band geben und bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet.

Auch Band 2 ist wieder atmosphärisch und interessant erzählt, die beiden Hauptcharaktere entwickeln sich fort, und die medizinische Thematik ist gut recherchiert. Ich hoffe sehr auf weitere Bände und vergebe wieder volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Genrefans.