Wenn Du über einen Link auf dieser Website kaufst, unterstützt Du Kriminetz, da wir dann eine kleine Provision erhalten.
Giftiger Grund
Verlag:
ISBN-10:
ISBN-13:
Auflage:
Preis:
Beschreibung:
Außergewöhnlich und aufwühlend: der beste Krimi der Saison!
»Giftiger Grund« ist der neue Kriminalroman des preisgekrönten Autors Thomas Knüwer über drei Fremde, die mitten in der Nacht an einer verlassenen Tankstelle aufeinander treffen – und eine Leiche finden. Gänsehaut garantiert, nichts für schwache Nerven!
Für Joran, frisch aus dem Jugendknast entlassen, werden die ersten Tage in Freiheit zum Desaster: Sein Vater erpresst ihn und auf Jobsuche wird er erniedrigt und schikaniert. Verzweifelt schleicht er schließlich nachts zu der Tankstelle, die er vor sieben Jahren überfallen hat. Seine letzte Hoffnung ist die Beute, die er vor seiner Festnahme in einem Kanalschacht verstecken konnte.
Die Tankstelle ist längst verlassen – ein Lost Place – doch statt der Beute findet Joran im Schacht eine Leiche: Aras, sein damaliger Freund und Komplize. Ist der Dritte im Bunde sein Mörder?
Entsetzt merkt Joran, dass er nicht allein ist auf dem heruntergekommenen Gelände. Da ist Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug. Und Charu, die sich als Fotografin von Lost Places einen Namen machen will. Der Tote im Schacht wird für alle drei zu einer schicksalhaften Verbindung.
Ein außergewöhnlicher Krimi, der zwischenmenschliche Abgründe auslotet.
Der psychologisch vielschichtige Kriminalroman führt tief in die deutsche Provinz – dorthin, wo niemand mehr so genau hinschauen will. Hochspannend, erschütternd und absolut süchtig machend!
Für sein Debüt »Das Haus, in dem Gudelia stirbt« wurde Thomas Knüwer mit dem Deutschen Krimipreis und dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet sowie für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.
»Große Erzählkunst – einer der besten Krimis der Saison.« Jürgen Deppe, NDR Kultur über »Das Haus, in dem Gudelia stirbt«





















Kreativ konstruierter Krimi 4*
Die hauptsächliche Szenerie spielt an einer stillgelegten, am nahen Wald abseits gelegenen Tankstelle. Dieser detailliert beschriebene Ort wird von drei, einander fremden Hauptfiguren nachts aus verschiedenen Gründen aufgesucht. Während Charu als junge, finanzschwache Lost Places Influencerin mit ihrer Glitzerkatze als Markenzeichen diese ramponierte Location im Zeitraffer aufnimmt, entwendet ein 10-jähriges, seltsam gekleidetes Mädchen in frühen Morgenstunden ihr kostbares Logosymbol. Nach einfühlsamer Kontaktaufnahme zwischen ihnen über eine Nachricht auf leerer Getränkeverpackung und ihren Apps auf Internetplattformen betritt Joran, frisch entlassen aus der JVA, diesen nächtlichen Schauplatz auf der Suche nach seiner damals dort versteckten Beute, findet jedoch nur seinen toten Freund im Kanalschacht. Deren verschiedene, schwierige Lebensverhältnisse werden realistisch nachvollziehbar beschrieben, auch ihren Wandel von anfänglichem gegenseitigem Misstrauen und Ablehnung zu schicksalhaftem, überlebenswichtigem Miteinander auf Vertrauensbasis. Der kreative Einsatz von technischen Medien wie z.B. Airtags oder abhörsicheres Kryptohandy beflügeln hier noch das Ambiente um soziale Medien. Die Arbeit von Jugendämtern wird angerissen. Die sympathischen Hauptfiguren erfahren ein Happy End mit einem überraschenden Schluckauf mit drei Toten. 4*
Beste Krimi-Unterhaltung
Frisch aus dem Knast entlassen sitzt er nun hier, in der Wohnung seines Vaters, auch Georg Kutowski, der Mann, der ihm damals ins Messer gelaufen ist, wartet auf ihn, denn das Schmerzensgeld, das er ihm seitdem regelmäßig zahlt, sollte auch jetzt weiterlaufen.
Zu dritt waren sie damals, Jorans Kumpel Aras und Marvin haben ihre Jahre für schweren Raub schon länger abgesessen und nun ist auch er draußen. Vor sieben Jahren haben sie die Tankstelle überfallen, die Beute konnten sie gerade noch rechtzeitig im Kanalschacht verstecken und nun sucht Joran danach. Was er aber findet, ist die Leiche seines Freundes Aras.
Die Tankstelle ist schon lange verlassen. Ein Lost Place, der Charu wie magisch anzieht. Sie betreibt ihren Internetkanal, ihr Markenzeichen ist eine Glitzerkatze. Ihr Equipment ist in der ehemaligen Waschstraße platziert, als sie Joran bemerkt. Außerdem ist da noch ein kleines Mädchen im Schlafanzug. Edda.
Die Tankstelle und deren verseuchter, giftiger Grund ist es, der diesem vielschichtigen, psychologischen Thriller seinen Namen gibt. Der morbide Charme der verfallenden Immobilie zeigt die Hoffnungslosigkeit, die auch jeder der drei Hauptakteure ausstrahlt: Jaron und seine Suche nach Halt und Arbeit, dazu der Fund der Leiche. Charu, die mit ihrer Schwester und deren Typen ständigen Trouble hat und Edda, die im Schlafanzug und Gummistiefel Nacht für Nacht hier auftaucht.
Rund um diesen Lost Place entwickelt sich eine Geschichte um (Über)Leben und Tod. Je mehr von den Protagonisten bekannt wird, desto undurchsichtiger und trostloser gestaltet sich gefühlt deren Dasein und auch wenn jeder von ihnen einen Rückzugsort hat, ist es dennoch für keinen ein Zuhause. Die Perspektiven wechseln von Joran zu Charu zu Edda, wobei Edda es ist, deren Hintergrund lange geheimnisumwoben bleibt, um dann doch deren Fassade Stück für Stück zum Einsturz zu bringen.
Alle drei sind sie verlorene Seelen, von der Welt im Stich gelassen. Vor allem Joran ist es, der es mit seiner kriminellen Vergangenheit schwer hat, Fuß zu fassen. Wird er wieder zum Täter, gleitet er erneut ab? Und was ist mit Charu, der nicht mal ihre eigene Schwester glaubt? Was hat das Leben den sowieso schon Abgehängten zu bieten? Mit Vorurteilen ist man schnell zur Hand, besonders dann, wenn das Vergangene gegen einen spricht.
Es dauert einige Zeit, bis sie für mich greifbar werden. Je weiter ich jedoch lese, desto mehr fiebere ich mit ihnen und ihrer vertrackten Situation, die ausweglos scheint, mit. Trotzdem fesselt mich der Krimi ab sofort, er treibt mich immer weiter. Nicht jedes kleine Detail wird geklärt, damit kann ich aber gut leben und der Schluss bietet dann nochmal ein Highlight der ganz besonderen Art.