Cover von: Goldener Schuss
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Goldener Schuss

Enzo Denz' erster Fall
Buch
Broschiert, 312 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3839216885

ISBN-13: 

9783839216880

Erscheinungsdatum: 

04.02.2015

Preis: 

11,99 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3839216885

Beschreibung von Bücher.de: 

Privatdetektiv Enzo Denz erhält von dem türkischen Unternehmer Mehmet Gül den Auftrag, dessen untergetauchte Tochter zu suchen. Er findet Canan in der Ravensburger Szenekneipe »Räuberpistole«. Aber sie ist tot! Gestorben an einem »Goldenen Schuss«. Für Denz weisen alle Indizien auf Mord hin. Ein Abgrund aus Drogen- und Menschenhandel tut sich auf ...

Kriminetz-Rezensionen

Ein Detektiv aus dem Schwabenland

Im Mittelpunkt des neuen Oberschwaben-Krimis von Stefan Schweizer steht Enzo Denz, ein Privatermittler aus der oberschwäbischen Metropole Ravensburg, der seine Brötchen üblicherweise mit der Beschattung von untreuen Ehepartnern verdient. Außerdem hat er einen guten Draht zur Polizei – na ja, zur Gattin des Polizeipräsidenten – mit den Kommissaren steht er dagegen eher auf Kriegsfuß.

Wer nun das Klischee eines typischen Schwaben vermutet, liegt allerdings falsch: Enzo Denz hat eine Ausbildung beim Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (härter, schneller, besser) in Calw, Afghanistanerfahrung, ist Hip-Hopper durch und durch, verliebt in Giulia (seinen nagelneuen Alpha Romeo), hat ein chronisch leeres Bankkonto und trinkt Bier in allen Lebenslagen. Dazu raucht er auch gerne das eine oder andere Tütchen.

Und dieser Enzo Denz wird nun von einem türkischen Vater beauftragt, seine Tochter Canan zu finden, die in schlechte Gesellschaft geraten ist, Schulden hat und von einem Motorradfahrer verfolgt wird, der sie zwingen will die Schulden bei ihm abzuarbeiten.

Natürlich findet Denz Canan in kürzester Zeit. Jedoch will sie weder zu ihrem Vater zurückkommen noch ist sie sich der Gefahr, in der sie sich befindet, bewusst. Denz bietet ihr Hilfe an und verabredet sich mit ihr für den nächsten Tag. Doch als er am Treffpunkt eintrifft, liegt sie am Boden – Überdosis – Goldener Schuss. Denz beschließt, ihren Mörder zu finden …

Mit Enzo Denz hat Stefan Schweizer einen eigenwilligen Privatdetektiv geschaffen, der sich vor nichts und niemandem fürchtet und sowohl mit der Polizei als auch mit Gangsterbossen und korrupten Politikern anlegt, und sich würdig in die Reihe der großen amerikanischen Vorbilder einreiht.

Der flüssig-lockere Schreibstil sorgt für eine angenehme Lektüre und unterstreicht mit der unkonventionellen Sprache und den eigenwilligen Aufzählungen den Charakter und Denkweise der Hauptfigur, die sich von Anfang an auf der richtigen Spur befindet und für seine Annahmen mit Leichtigkeit die entsprechenden Beweise findet – auch wenn er sich dazu nicht legaler Mittel bedienen muss. Die eine oder andere falsche Fährte hätte hier die Spannung vielleicht noch mehr gesteigert.

Dass sich zum Schluss dann herausstellt, dass nicht jedes Verbrechen Konsequenzen nach sich zieht – zumal wenn hohe Militärs und Politiker darin verwickelt sind – und der Mord an Canan doch auf das Konto einer anderen Person geht, als Denz angenommen hat, dürfte der Realität geschuldet sein.

Insgesamt eine unterhaltsame Lektüre mit einem knallharten Schwaben und viel Lokalkolorit.

Dieser Krimi hatte es in sich

Dieser Krimi hatte es in sich. Sehr spannend und man wurde schon mehrmals in die Irre geführt. Enzo Denz erinnert mich mit seiner Lässigskeit schon ein wenig an Colombo. Sein spröder Charme, sein Alkohol- und Tabakkonsum, seine Schnoddrigkeit. Ein Typ, der vor nichts und niemanden Angst hat und sich auch nichts gefallen lässt. Eben ein toller Machotyp. Mit ebensolcher Lässigkeit führt er seine Detektei.

Eines Tages erscheint bei ihm der türkische Unternehmer Mehmet Gül. Seine Tochter sei verschwunden. Er bietet Enzo ziemlich viel Geld, damit er die Ermittlungen aufnimmt, da die Polizei ihre Nachforschungen schon abgeschlossen hat. Enzo begibt sich daraufhin in das Drogen- und Rockermilieu, um zu ermitteln. In einer schmutzigen WG findet er Canan. Sie will sich bei ihm aussprechen und beide machen eine Termin in einem Szenenlokal aus.

Doch als Enzo dort eintrifft, findet er Canan tot, sie ist durch den „Goldenen Schuss“ zu Tode gekommen. Enzo glaubt weiterhin an einen Mord. Er schlägt sich mit den Rockern, spricht mit Fixern. Irgendwie kommt er nicht so recht weiter. Dann nimmt er auch noch einen Berufssoldaten und einen Bundestagsabgeordneten ins Visir. Auch mit Canans Schwester nimmt er Kontakt auf.

Ich muss sagen, dass dieser Krimi spannend von der ersten bis zur letzten Seite ist. Hier wird die harte Seite des Lebens gezeigt und Enzo ist eben unver­wüst­lich. Auch das Cover macht viel her. Ravensburg wird ganz genau beschrieben, die Örtlichkeiten und die einzelnen Lokale und Straßen. Von Stefan Schweizer werde ich bestimmt die nachfolgenden Bücher noch lesen. Es stellt sich hier wieder heraus, dass der Gmeiner Verlag gute Bücher herausbringt.

Privatdetektiv Enzo Denz erster Fall

Klappentext:
Privatdetektiv Enzo Dez erhält von dem türkischen Unternehmer Mehmet Gül den Auftrag, dessen untergetauchte Tochter zu suchen. Er findet Canan in der Ravensburger Szenekneipe "Räuberpistole". Aber sie ist tot! Gestorben an einem "Goldenen Schuss". Für Renz weisen alle Indizien auf Mord hin. Ein Abgrund aus Drogen- und Menschenhandel tut sich auf ...

 
Meine Meinung:
Als grosser Krimi-Fan war ich total glücklich ein Leseexemplar vom Autor selbst zu erhalten. Doch schon nach den ersten Seiten habe ich eine leichte Diskrepanz zwischen meinen Erwartungen und dem Gedruckten festgestellt. Um deutlicher zu werden, ich hatte starke Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Ermittlern. Deshalb hatte ich das Buch erst nochmal zur Seite gelegt, um ihm zu gegebener Zeit eine zweite Chance zu geben.

Aber auch beim zweiten Anlauf konnte mich Enzo nicht für sich gewinnen. Ein ewig nach Bier lechzender und Drogen nicht abgeneigter Ermittler ist einfach nicht das, was ich gerne lesen möchte. Und wie bereits geschrieben, fehlt mir hier einfach die Glaubhaftigkeit, dass diese Person ein gut gehendes Detektivbüro betreibt. Gut gehend, na ja, zwar immer in Geldnot, aber zumindest nicht brotlos.

Anmerken möchte ich jedoch, dass mir der Schluss der Geschichte sehr gut gefallen hat, wenngleich ich auch die ganze Zeit über den Täter in Verdacht hatte und somit nicht überrascht war.

Interessant haben sich alle Fäden am Ende zusammengefügt, so dass der Plot insgesamt doch sehr rund erschien.

Störend fand ich allerdings, die vielen kleinen Randgeschehen, die immer wieder ablenkten. Manchmal hatte ich den Verdachts, dass sie nur als Füllsel waren, um auf die geforderte Seitenzahl zu kommen. Beispiel Hymer Wohnmobile

Zu bemerken wäre auch noch, dass die Kneipe "Räuberpistole" wie auf der Rückseite des Buches beschrieben, in der Story selbst einen anderen Namen hatte. (Turm-Eck) Da hatte wohl die Abstimmung zwischen Verlag und Autor nicht so ganz funktioniert.

Als lehrreich könnte man auch die vielen Abkürzungen bezeichnen: GSB = ganz schön beschossen, NZM = nix zu machen. Fraglich ob es sie wirklich lehrreich sind oder nur einfach trendy.

Last but not least haben mich diese Multiple Choice Pläne enorm im Lesefluss gestört. Ich fand sie vollkommen unnötig und auch in einem Krimi sehr unpassend.

 
Fazit:
Ein Ermittler, dem ich in seiner Funktion wohl hoffentlich nicht begegnen werde. Ansonsten eine sehr interessante Story mit Luft nach oben.