Cover von: Happy New Year
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Happy New Year

Zwei Familien, ein Albtraum. Roman
Buch
Broschiert, 464 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3651001164

ISBN-13: 

9783651001169

Auflage: 

1 (16.11.2022)

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3651001164

Beschreibung von Bücher.de: 

Zwei Familien. Zwei Parties. Ein Albtraum.

Silvester. Du dachtest, alles wird wie immer. Alte Freunde, viel Sekt, ein bisschen Hoffnung. Doch dann folgt der absolute Albtraum: Eine der Töchter verschwindet. Die Panik steigt. Die Beziehungen eskalieren. Wer lügt hier und warum?

Dichter Nebel liegt über der Stadt: Die 17-jährige Jennifer verschwindet von einer Party. Am anderen Ende des Orts stößt ihre Mutter Lollo mit ihren alten Freundinnen Nina und Malena auf das neue Jahr an. Sie haben nicht mehr viel gemeinsam, aber die Silvesterfeier der Familien hat Tradition.

Als die Eltern nach einem Abend mit zu viel Alkohol und zu wenig Ehrlichkeit aufwachen, ist der Albtraum Realität. Pure Panik folgt. Dunkle Geheimnisse kommen an die Oberfläche. Wie gut kennen wir unsere Freunde und unsere Liebsten? Und was ist wirklich in dieser Silvesternacht passiert?

Dieser hoch-identifikatorische Pageturner macht süchtig und packt die Leser:innen mit Enthüllungen bis zur letzten Seite.

»Hinter den perfekten Fassaden von Freunden, Paaren, Eltern und Kindern lauern die Geheimnisse. Unerbittlich nähert sich die Geschichte dem bösen Kern.« Aftonbladet

»Was spannend beginnt, wird immer fesselnder, weil Stehn ein Familiengeheimnis nach dem anderen lüftet.« M-Magazin

»Menschen wie du und ich landen in einem Albtraum, der unsere eigene Wirklichkeit sein könnte.« Mattias Edvardsson, Autor des SPIEGEL-Bestsellers »Die Lüge«

Der packende Bestseller aus Schweden.

Kriminetz-Rezensionen

Spannendes Familiendrama

Das Cover mit den gefrorenen Rosen, der Text "Zwei Familien - Ein Albtraum" und Herkunftsland Schweden, da war für mich klar, ein Thriller. Um so überraschter war ich über die Bezeichnung "Roman".

Zwei Familien feiern, eher aus Gewohnheit als aus Freundschaft, Silvester zusammen mit Freunden. Parallel dazu feiern die beiden Töchter der Familien ihre erste eigene Party.

Am Neujahrstag ist eins der Mädchen verschwunden. Ab hier entwickelt sich ein spannendes Familiendrama, in dem nichts ist wie es scheint. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven der Eltern, Nina, Lollo und Frederik. Dazwischen findet auch immer ein Wechsel der Zeitebene statt. Durch die Rückblicke hat der Leser die Gelegenheit noch mehr Informationen über die Hintergründe zu sammeln.

Die Kapitel sind kurz gehalten, was sehr förderlich für den Lesefluss und den Spannungsbogen ist.

Anfangs hat mich die Ich-Perspektive gestört, aber Malin Stehn gelingt es mit unerwarteten Wendungen und immer neuen Informationen, den Leser in den Bann zu ziehen.

Man fiebert mit, möchte unbedingt wissen, was mit Jennifer passiert ist. Die Auflösung ist geschickt gemacht und von mir so nicht erwartet.

Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass sich die Story teilweise etwas in die Länge gezogen hat.

Insgesamt hat mir das Familiendrama mit Spannungselementen aber sehr gut gefallen.
Ich vergebe 4 Sterne.

Familiengeheimnisse und mehr

Traditionell wird auch diesmal mit ihren Freundinnen Nina und Malena aus der Schulzeit aufs neue Jahr angestoßen, auch wenn sie sich nicht mehr viel zu sagen haben. Bei Lollo treffen sie sich mit ihren Partnern, ihre Töchter Jennifer und Smilla feiern mit Freunden ihre eigene Party. Was ganz unbeschwert beginnt, wird zunehmend zum Albtraum.

Das Hörbuch wird im Wechsel gesprochen von Tim Gössler, Ulrike Kapfer und Christiane Marx aus der Sicht von Lollo und Nina und deren Mann Fredrik sowie Max, Lollos Ehemann. Diese drei Erzähl-Stimmen passen sich perfekt der Szenerie an, der Silvesterabend beginnt mit viel Alkohol und so manchem Blackout, am Neujahrstag dann bahnt sich eine Tragödie an. Alles dreht sich um Jennifers Verschwinden, die Fassaden bröckeln zusehends. Die Vergangenheit lebt auf, tief Verborgenes wird hervorgekramt und doch fehlt das letzte Stückchen Wahrheit.

Die Figuren sind mir allesamt unsympathisch, es wird gelogen und geheult, in Selbstmitleid zerflossen, was das Zeug hält. Alles Vertrauen, das irgendwann mal da war, wird verspielt, Anklagen wabern im Raum, es herrscht eine frostige Atmosphäre.

Schon das Cover strahlt dieses eisige Gefühl aus. Auf den ersten Blick überstrahlen die roten Rosenknospen, die jedoch tiefgefroren im Eisblock gefangen sind. Genauso wie die düstere Geschichte zweier Familien, in der nichts so ist, wie es scheint, sie wird durchaus nachvollziehbar, spannend und kurzweilig erzählt.

Jeder hätte hier seine Finger im Spiel haben können und doch hatte sich für mich einer der Charaktere herauskristallisiert, auch wenn zwischendurch Zweifel aufkamen. Mich hat die bedrückende Atmosphäre von Anfang an mitgenommen, die verzweifelte Suche nach Jennifer hat viel Ungesagtes an die Oberfläche gespült – zu viel? Schlussendlich war nichts vorhersehbar, das bittere Ende hat mich dann doch nochmal überrascht. Ein empfehlenswerter, ein hörenswerter Krimi. Spannungsgeladen bis zum Schluss. – 5 Sterne!

Abgründe der menschlichen Natur

Silvester, letzter Tag des Jahres und die Chance, dass im neuen alles besser wird. Doch für die Familien von Lollo und Max und ihren Freunden Fredrik und Nina endet die Nacht im schlimmsten Horror. Ihre Töchter feiern eine Party, am Ende ist eine davon tot. Die Eltern zwischen Vorwürfen und Schuldgefühlen. Haben sie ihre Kinder nicht ausreichend beschützt? Oder tragen sie sogar Schuld? Denn plötzlich drohen alte Geheimnisse ans Licht zu kommen und Gewissheiten zu erschüttern.

Die schwedische Autorin und Übersetzerin Malin Stehn ist in ihrer Heimat vor allem durch Kinder- und Jugendbücher bekannt geworden. Mit »Happy New Year« wagt sie sich ins Spannungsgenre und kann unmittelbar überzeugen. Aus wechselnden Perspektiven erzählt sie die Geschichte, die immer ein paar Lücken lässt und so Raum für Spekulation eröffnet und die Spannung steigert.

Happy, glücklich, ist leider keine der Figuren. Alle tragen sie ihr Päckchen, stecken fest in verfahrenen Beziehungen, haben den Kontakt zueinander verloren. Ein schreckliches Verbrechen bringt sie auch nicht wieder zusammen, sondern lässt sie noch weiter voneinander entfernen. Die Perspektivwechsel erlauben einen Einblick in die Gedanken und Zweifel der Figuren. Bald scheint alles möglich, jeder zu allem fähig, keine noch so schreckliche Tat mehr unvorstellbar.

Eine spannende Geschichte, die alle Abgründe der menschlichen Natur an die Oberfläche spült und zeigt, wozu Rache fähig.

Eine Horrorvorstellung – Die Tochter kommt nicht heim

Traditionell feiern die drei Freundinnen Lollo, Nina und Malina samt Partnern Silvester gemeinsam. Diesmal im Haus von Lollo und Max Wiksell. Die Teenietöchter von Lollo und Nina – Smilla und Jennifer – dürfen erstmals eine Party im Elternhaus von Smilla geben – mit der Auflage, dass kein Alkohol getrunken wird.

Bei der feuchtfröhlichen Erwachsenenfeier kann man bemerken, dass sich alle »Freunde« auseinandergelebt haben und in völlig verschiedenen Welten unterwegs sind. Das macht sich vor allem bei ihren Gesprächen zu Jahresrückblicken und Ausblicken aufs neue Jahr bemerkbar. Die wahre, ehrliche Freundschaft und die Gemeinsamkeiten kann man hier nicht mehr finden. Es wird über alte Storys und Witze nur noch gezwungenermaßen gelacht.

Und dann erhält Fredrik einen verzweifelten Anruf der betrunkenen Jennifer, die ihn um Hilfe anfleht. Heimlich trifft er sich mit ihr und damit ist er augenscheinlich der Letzte, der sie lebend gesehen hat. Denn Jennifer kommt von der Party nicht mehr nach Hause und kann nach längerer Suche nur noch tot in einem Steinbruch geborgen werden. Relativ schnell steht fest: Es war Mord!

Der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Es liest sich flüssig und anfangs auch spannend. Der zeitliche Ablauf wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und es gibt Rückblenden zu früheren Festen, z. B. Mittsommerabende. Dadurch wird die verschwundene Jennifer immer unsympathischer. Seit ihrer Kindheit benimmt sie sich biestig, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Auch die anderen Figuren waren mir absolut unsympathisch und konnten nicht punkten. Der eine Vater zieht offensichtlich die Arbeit der Suche nach der verschwundenen Tochter vor und lässt später eine gewaltige Bombe platzen. Smillas Vater Fredrik, den die Autorin für den Leser zum einzigen Verdächtigen macht, gibt sich seinem Selbstmitleid hin, weint nur noch und liegt im Bett. Jennifers Mutter entdeckt auf dem Computer ihrer Tochter eine völlig andere Seite von ihr und das nicht im positiven Sinne. Und am Ende gibt es eine Auflösung, die auf den letzten Seiten aus dem Hut gezaubert wurde.

Das Buch erzählt von früheren Freundschaften, Gier, Neid, Lügen, Frust, sehr viel Eigenliebe, Geheimnissen und Intrigen, das alles präsentiert hinter einer heilen Fassade. Es war für mich ein Thriller, den ich gelesen habe und der mich aber schlussendlich enttäuscht hat.

Zwei emotionale Familiendramen mit leichter Spannung, deren Handlung nur langsam in Fahrt kommt!

»Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum« von Malin Stehn ist am 16.11.2022 mit 464 Seiten im Fischer Scherz-Verlag erschienen.

Den Inhalt der hier beschriebenen Familientragödien kann ich weder als Thriller noch als Krimi bezeichnen. Ob sich das Buch überhaupt Spannungsliteratur nennen darf? Für meinen Geschmack teils, teils, denn ich würde das Buch als Drama mit spannenden Elementen bezeichnen, welches mich im Großen und Ganzen recht gut unterhalten hat.

Dies ist ein eher ruhiger Roman, der das Leben zweier Familien, die jahrelang befreundet sind, ausgiebig durchleuchtet. Mit der Zeit werden beiderseits Geheimnisse offenbart, deren Ausmaße mir meistens jedoch erst gegen Ende so richtig bewusst wurden. Insgesamt herrscht von Anfang an eine sehr angespannte Atmosphäre, besonders zwischen dem befreundeten Ehepaar konnte ich die Anspannung schnell klar und deutlich erkennen.

Die Freundschaft zwischen Lollo und Nina ist im Laufe der Jahre deutlich abgekühlt, trotzdem gibt es Feste und Traditionen, die beide Frauen gemeinsam mit ihren Familien verbringen wollen. Dass die Töchter der Freundinnen ebenfalls eng miteinander verbunden sind, ist nichts Ungewöhnliches und als Smilla und Jennifer gemeinsam in Ninas Haus Silvester feiern, während sie mit ihren restlichen Familienmitgliedern bei Jennifers Mutter Lollo feiert, meldet sich zwischendurch immer wieder ihr Gewissen. Doch die Sorgen um die beiden Teenager verblassen dank reichlich Alkohol, kombiniert mit einer ausgelassenen Stimmung, schnell.

Nina amüsiert sich schließlich doch noch auf Lollos Hausparty, während ihr Mann Frederik im Laufe des Abends ein extrem verändertes Verhalten aufweist. Auch zu Hause wird sein Verhalten nicht besser und es scheint, als sei der Mann plötzlich um Jahre gealtert. Das Verschwinden von Jennifer macht ihm deutlich zu schaffen, er kämpft seinen inneren Konflikt ganz alleine mit sich selbst aus. Während er sein merkwürdiges und extrem depressives Verhalten dem Rest seiner Familie als einen akuten Erschöpfungszustand vortäuscht, macht sich Nina umso mehr ihre Gedanken über ihren Ehemann. Gleichzeitig ist auch sie in großer Sorge um Jennifer und als plötzlich ein schreckliches Ereignis ihren Ehemann aufzufressen droht, ahnt sie nicht, dass ihre Ehe von Anfang an auf eine Lüge aufgebaut wurde.

Mein größtes Problem waren die Charaktere der Protagonisten, da wirklich keiner auch nur einen Hauch von Sympathie ausgestrahlt hat. Obwohl abwechselnd aus Ninas, Lollos und Frederiks Perspektive in der Gegenwart geschildert wird und zwischendurch kurze Rückblenden aus der Vergangenheit eingebaut wurden, ist es mir ziemlich schwergefallen, mich in deren Gedanken, Handlungen und Gefühle hineinzuversetzen. Natürlich hatte ich Mitleid, als Lollo auf ein Lebenszeichen ihrer verschwundenen Tochter gewartet hat. Doch besonders nah ging mir keine Figur.

Frederiks Verhalten fand ich teilweise sogar schon etwas lächerlich, da er sich meiner Meinung oftmals sehr kindisch verhalten hat. Deshalb konnte ich auf jeden Fall nachvollziehen, dass es Nina nicht mehr mit ihm in einem Haus ausgehalten hat. Seit der Silvesternacht wird sein weinerlicher, jämmerlicher und ängstlicher Zustand von Tag zu Tag schlimmer, er schafft es nicht einmal mehr aus seinem Bett. Sein Zustand wechselt zwischen Selbstmitleid und Aggressionen. Dadurch wird er von Anfang an als Täter in dieser Geschichte präsentiert und was Silvester wirklich passiert ist und was ihn mit der verschwunden Jennifer verbindet, wird erst gegen Ende verständlich und lückenlos offenbart.

Während die wütende Nina sich permanent ihre Gedanken über ihren fremd gewordenen Ehemann macht, gehen diese in eine völlig falsche Richtung. Am Ende tat sie mir sogar ein kleines bisschen Leid, da nicht nur Frederik jahrelang Geheimnisse für sich behalten hat.

Lollos und Ninas gemeinsame Freundin Malena und Lollos Ehemann, der es sich nicht nehmen lässt, seinen rassistischen Standpunkt lautstark zu vertreten, agieren eher im Hintergrund und kamen für mich deshalb sehr blass rüber.

Die Autorin hat es geschafft, mich am Ende schließlich doch noch mit einer unerwarteten Wendung zu überraschen, die ich so nicht erwartet habe. Der Roman baut – besonders am Anfang – nur schleppend Spannung auf, im letzten Drittel ging es dann rasanter zu. Es ist eine ruhige, jedoch emotionale Geschichte ohne blutige Handlungen, die ich insgesamt gut und flüssig lesen konnte. Der detaillierte und atmosphärische Schreibstil hat mir ebenfalls zugesagt, mein größtes Problem waren hier – wie gesagt – definitiv die Protagonisten. Ein bisschen mehr Sympathie und tiefere Ausarbeitung hätten ihnen nicht geschadet.

Die Beziehungen aller Beteiligten bewegen sich von Anfang an auf dünnem Eis und jede einzelne Enthüllung sorgt dafür, dass jeder bis zum Schluss den Boden unter den Füßen verloren hat. Liebe, Lügen, Geheimnisse, Freundschaft und böse Intrigen ergeben eine interessante Geschichte, deren ruhiger Teil mich schon beinahe überfordert hat und ich es kaum erwarten konnte, dass die Handlung endlich Fahrt aufnimmt. Von mir gibt es deshalb drei Sterne.

Neues Jahr neues Glück?

Der Schreibstil war angenehm und durch die nicht allzu langen Kapitel kam man schnell voran. Es wird auch immer abwechselnd aus der Sicht von Nina, ihrem Mann Fredrik und Lollo erzählt, was mir gut gefallen hat.

Zu Beginn ist es spannend und alles undurchsichtig, leider werden dann hin und wieder Sachen in den Raum geworfen, die entweder gar nicht mehr angesprochen werden oder zu einem späteren Zeitpunkt, da, wo man schon gar nicht mehr dran gedacht hat. Auch werden die Protas mit der Zeit etwas zu anstrengend und für mich persönlich zu weinerlich.

Die Auflösung war dann auch nicht so mein Fall, ist zwar schlüssig, aber da hätte es meiner Meinung auch bessere gegeben. Dennoch war es bis auf die Kleinigkeiten gut und hat mir gefallen.

Wenn die Fassaden bröckeln – fesselnder Pageturner

Silvester 2018 irgendwo in Schweden. Nina macht sich mit den Söhnen und Ehemann Fredrik auf zu einer Party bei ihrer Freundin Lollo, während Tochter Smilla im elterlichen Haus bleibt, um dort mit einigen Freunden, darunter auch Lollos Tochter Jennifer, zu feiern. Die Erwachsenen trinken einige über den Durst, während Jennifer wohl schon vor Mitternacht die Teenie-Party verlassen hat. Doch sie kommt nicht zu Hause an, sondern verschwindet spurlos. Jeder fühlt sich irgendwie schuldig, hat man sich doch vermeintlich zu wenig um Jennifer gekümmert, oder sich mit ihr gestritten oder ist sonst wie in einer schwierigen Situation mit ihr, die ja auch kein ganz pflegeleichter Mensch ist. Doch was ist wirklich passiert? Wo ist Jennifer? Wurde sie entführt? Hat sie Selbstmord begangen oder wurde ermordet? Die Polizei ermittelt und nach und nach kommen Geheimnisse ans Licht, die alle Beteiligten betreffen.

Alter Falter! Was für ein genial aufgebautes Buch! Erzählt wird wechselweise aus der Ich-Perspektive von drei Charakteren: Fredrik (Vater von Smilla), Nina (Mutter von Smilla) und Lollo (Mutter von Jennifer). Dabei erfährt man zunächst immer ein bisschen mehr über die Verhältnisse zueinander, die Jugendfreundschaft der Frauen, die sich auch nach dem Gründen der eigenen Familien fortgesetzt hat, aber eigentlich nur noch aus Pflichtgefühl gepflegt wird, die Verbindungen der Ehemänner zueinander, die sich eigentlich gar nicht leiden können und alle Erwachsenen machen sich selbst und ihrer Umwelt eigentlich ständig was vor. Bis nun, nach dem Verschwinden von Jennifer, so nach und nach die Fassaden bröckeln. Bis es soweit ist, werde ich von Kapitel zu Kapitel neugieriger gemacht, auf die Folter gespannt, auf die falsche Fährte gelockt, im Dunkeln gelassen und dann wieder erhellt, nur um dann am Ende völlig baff dazustehen. Die Erzählweise ist ein genialer Schachzug, gibt sie mir doch das Gefühl, die Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet zu haben. Zwischendurch machen wir ganz kleine Ausflüge in die Vergangenheit und landen im Jahr 2007, 2013 oder auch nur ein paar Monate vor dem Ereignis. Genau das führt dazu, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen kann und völlig davon gefesselt bin. Die Gefühle der Figuren sind deutlich und eindrücklich geschrieben, ihre Handlungen ebenfalls. Und so ist es ein Leichtes, sich völlig in dem Buch zu verlieren. Klasse Schreibstil, klasse Aufbau, klasse Handlung. Ich bin hin und weg und daher natürlich 5 Sterne!

Zerbrechliche Freundschaften

Wie seit der Schulzeit üblich, so feiern auch 2018 drei befreundete Paare Silvester zusammen. Sie haben nicht mehr viele Gemeinsamkeiten, doch diese Feier ist Tradition. Lollo und Max sind dieses Jahr als Gastgeber an der Reihe, während im Haus von Nina und Fredrik die17jährigen Töchter der beiden Paare ihre erste Party schmeißen dürfen. Es wird viel getrunken, erste kleine Streitereien unter den Paaren entstehen – und als dann am nächsten Tag festgestellt wird, dass Jennifer, die Tochter von Lollo und Max, spurlos verschwunden ist, bricht Panik aus - die Freundschaften nehmen eine gefährliche Wendung …
Malin Stehn wurde 1969 in Boden (Nordschweden) geboren. In ihrem Heimatland ist sie eine bekannte Autorin, die bisher nur Kinder- und Jugendbücher geschrieben hat. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Malmö. Ihr erstes Buch für Erwachsene ist „Happy New Year“, das im Dezember 2022 im S. Fischer Verlag erschienen ist.
Wie die Autorin selbst ausführt, handelt es sich bei dem Buch um einen psychologischen Thriller. Dadurch, dass den beteiligten Personen wechselseitig je ein Kapitel gewidmet ist, erhält man als Leser einen intensiven Einblick in deren Gefühlsleben und Gedankenwelt. Ihre Reaktionen und Handlungen sind verständlich und durchaus nachvollziehbar, zumal kurze Rückblicke und Erinnerungen an vergangene Erlebnisse diese verdeutlichen. Schon früh wird klar, dass die Familienverhältnisse nicht so ideal sind, wie es anfangs den Anschein hat und sich über die Jahre viel Frust angesammelt hat.
Es sind nur wenige Tage im Leben der Beteiligten, dennoch treten die Charakterzüge der einzelnen deutlich hervor. Schon früh glaubt man zu wissen, was sich in der Silvesternacht abgespielt hat. Es herrscht durchgehend eine beklemmende Stimmung, da man als Leser unbedingt wissen will, wo Jennifer abgeblieben ist, was mit ihr geschehen ist und wann sie wieder auftaucht. Der Schluss bringt eine Wendung, die sehr überraschend kommt und die ich so nicht erwartet hätte.
Fazit: Ein gut geschriebener psychologischer Thriller, den ich gerne weiter empfehle.

Alte Freunde?

Seit Jahren feiern die Familien zusammen Silvester. Doch eigentlich hat sich die früheren Jugendfreundschaft inzwischen in Gleichgültigkeit oder sogar Rivalität verwandelt. Dennoch wird an alten Traditionen festgehalten. Doch dieses Mal gibt es ein böses Erwachen!
Während die alten Freundinnen Lollo, Nina und Malena mit ihren Partnern wie seit Jahren üblich zusammen Silvester feiern, planen ihre Töchter eine eigene Party bei Nina zuhause. Doch diese läuft ziemlich aus dem Ruder, die 17-jährige Jennifer verlässt vorzeitig die Party und verschwindet dann spurlos. Ist sie nur bei einer Freundin untergetaucht, oder ist ihr etwas Schlimmes zugestoßen, hat sie sich womöglich umgebracht? Offenbar traut jeder der schwierigen Jennifer alles Mögliche zu.
Für die Eltern von Jennifer beginnt ein Albtraum, doch auch für die anderen Familien bedeutet dies, dass alte Geschichten und dunkle Geheimnisse ans Licht kommen. Denn offenbar gab es zwischen den Familien mehr als nur freundschaftliche Beziehungen. Abgründe tun sich auf!
Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Beteiligter erzählt, von denen jeder so einiges zu verbergen hat. Doch immer wieder wird man aufs Glatteis geführt. Dadurch bleibt die Geschichte durchgehend spannend und es gibt immer wieder neue, überraschende Wendungen, bis hin zum Schluss!

Mit dem Jahr stirbt nicht nur die Freundschaft

Zum Inhalt:
Die drei Freundinnen Nina, Lollo und Malena kennen sich schon seit Ewigkeiten und wenigstens zu Silvester und Mittsommar wird noch gemeinsam gefeiert. Dieses Jahr findet zeitgleich eine Fete bei Ninas Tochter statt, auf der auch Lollos Tochter Jennifer eingeladen ist. Zwischen den Mädchen kommt es zum Streit und Jennifer verlässt die Party Richtung Heimat. Doch dort taucht sie nicht auf. Nie mehr.

Mein Eindruck:
Malin Stehn lässt das Grauen durch die Augen vieler Personen sichtbar werden. Dabei sind diese selber nicht sicher, ob sie sich oder ihrem Umfeld trauen können und verraten in den einzelnen Abschnitten nur rudimentäre Einzelteile zu der Tat. Stehn thematisiert nicht nur die Probleme, die schon seit ewigen Zeiten zwischen Eltern und Nachwuchs während der Pubertät auftauchen; die Autorin webt neuere Herausforderungen wie den Umgang mit der Migration und die Gefahren der allgegenwärtigen Social Media dazu. Es gefällt, wie sie für jede Figur nicht nur den richtigen Tonfall trifft, sondern die Ängste der einen im nächsten Abschnitt mit dem Ärger der anderen kontrastiert. Durch die kurzen Kapitel, die sich immer mit der Sicht einer der Hauptpersonen des Dramas beschäftigen, liest man gerne immer weiter, bis das Ende für gewiefte Kenner der Materie zwar nicht überraschend kommt, an einigen Nebenkriegsschauplätzen jedoch noch inhaltstechnische Leckerli zu bieten hat. Die allerletzten Sätze hätte es jedoch nicht unbedingt gebraucht.

Mein Fazit:
Packt Eltern bei ihren Urängsten

Silvesterparty mit Folgen

Happy New Year, Spannungsroman von Malin Stehn, ein FISCHER E-Book.
Freundschaft, Lügen und die bittere Wahrheit.
Einige Paare feiern miteinander den Jahreswechsel, nicht weil man nach vielen Jahren noch immer so gut befreundet ist, oder alles gemeinsam macht, sondern aus alter Gewohnheit und Tradition. Es stellt sich das Gefühl ein, dass keiner der Freunde direkt Lust auf die Party hat. Zeitgleich feiern die ebenfalls befreundeten, fast volljährigen Töchter Smilla und Jennifer, von zwei der feiernden Familien, ebenfalls zusammen eine Silvesterparty. Am Ende wird die siebzehnjährige Jennifer vermisst. Es ist der absolute Albtraum für die Eltern.
Eine Geschichte die das Blut in den Adern gefrieren lässt, was aber keinesfalls nur den Temperaturen in Schweden zuzuschreiben ist. Das Buch enthält 76 Kapitel. Die einzelnen Kapitel sind mit Namen überschrieben, drei Personen Nina Frederik und Lollo, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen. Einige Kapitel sind Rückblicke auf Geschehnisse in der Vergangenheit, hier sind Datum und Anlass beigefügt. Starke Dialoge machen die Erzählung lebendig. Innenansichten sind ganz stark beschrieben, Gefühle z.B. die einer Mutter die um die Tochter bangt. Schlechtes Gewissen das an Personen nagt, das hat die Autorin fabelhaft dargestellt, auch die Beziehungen der Paare und Freunde und was sie wirklich übereinander denken, kann man hier lesen. Es ist so echt beschrieben, dass ich es geradezu am eigenen Leib fühlen konnte, was so peu a peu ans Tageslicht kommt.
Es beginnt mit den Geschehnissen in der Silvesternacht, ein Leichtes in die Geschichte einzutauchen, der Leser ist sich stets bewusst, dass etwas Unfassbares geschehen wird. Ein hoher Spannungsbogen, zieht sich bis zur Eskalation, nach etlichen ungeahnten Wendungen bis zum unvorhersehbaren Ende. Perfekte Unterhaltung, zufällig von mir zum Jahreswechsel gelesen, aber sicher nicht minder unterhaltsam, das gesamte Jahr über. Aufregende Lektüre, die ohne zu viel Blutvergießen auskommt.
Die gesamte Handlung ist nachvollziehbar, die Charaktere sind glaubhaft und authentisch. Viele ungeahnte Enthüllungen und Geheimnisse, haben mich nicht losgelassen, die zweite Hälfte des Buches habe ich in einem Rutsch zu Ende gelesen. Es hat mich an vielen Stellen innehalten lassen, um über das Gelesene nachzudenken. Eine direkte Lieblingsperson hatte ich nicht, denn jeder der Akteure hat Ecken und Kanten, das ist es jedoch was das Buch so spannend macht. Gerade die (Schuld-) Gefühle von Jennifers Mutter, Lollo, haben mich tief getroffen.
Meine Empfehlung für diesen dramatischen und emotionalen Roman, nicht nur für den Jahreswechsel als Lektüre geeignet. Von mir dafür 5 Sterne.