Cover von: Herbstlaub
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Herbstlaub

Chefinspektor Schirmer ermittelt zum dritten Mal. Wienerwald Krimi
Buch
Broschiert, 208 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3954516810

ISBN-13: 

9783954516810

Erscheinungsdatum: 

17.09.2015

Preis: 

9,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 1.180.284
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3954516810

Beschreibung von Bücher.de: 

Eine Journalistin der Mödlinger Zeitung verschwindet spurlos. Nachdem Chefinspektor Harald Schirmer und sein Team die Ermittlungen aufgenommen haben, verdichten sich die Hinweise auf ein Verbrechen, dessen Wurzeln in der Arbeit der Vermissten zu liegen scheinen. In einem undurchschaubaren Geflecht aus Lügen, falschen Fährten und persönlichen Verstrickungen findet Schirmer eine Spur, die ihm nicht nur den Weg zu einem Verdächtigen weist - sie bringt den Ermittler auch an seine persönlichen Grenzen.

Kriminetz-Rezensionen

Ein düsterer Regionalkrimi mit Thriller-Elementen

„Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.“
(Ingmar Bergman)

Nach „Sünden“ und „Blutige Reben“ liegt nun also der dritte Kriminalroman um den melancholischen Chefinspektor Harald Schirmer vor: Herbstlaub.

Ein Fall, der den Ermittler diesmal auch an seine persönlichen Grenzen führt. Nicht nur, dass er so seine liebe Not mit den Umstrukturierungen im Polizeiapparat hat und auch nicht so recht weiß, wie er mit seinem Schwarm Clara anbandeln soll, die ihm mit ihren esoterischen Dingen wie Karten legen auf die Nerven fällt und auch noch wünscht, dass er mit ihr zusammen über glühende Kohlen läuft, um seine Ängste und seine Engstirnigkeit abzubauen und seinen Horizont zu erweitern, verlangt ihm auch der Fall so einiges ab.

Die junge Journalistin Sonja Aumann von der Mödlinger Zeitung verschwindet spurlos, ihr Fahrzeug wird verlassen aufgefunden, allerdings weist auf den ersten Blick nichts auf ein Verbrechen hin, an das Schirmer ebenfalls nicht glaubt.

Aber schon bald muss er seine erste Meinung revidieren, denn besagte Frau hat sich mit Recherchen zu grenzüberschreitender Kriminalität sicher nicht nur Freunde gemacht...

Das Buch spielt im Oktober (von 10. Bis 18.), nicht nur deshalb ist der Titel wundervoll gewählt und mutet fast ein bisschen lyrisch an. Den zweiten Grund erwähne ich hier nicht, da ich nicht zu viel vom Inhalt verraten will. Nur so viel: Auch das Cover ist sehr gut gewählt und stimmig, sowie passend zur düsteren Grundstimmung des Romans.

Chefinspektor Harald Schirmer ist ein klassischer Anti-Held, der nicht vielen Leser/innen sympathisch sein wird. Er ist gerade ein Jahr trocken, stets nörgelnd und schlecht gelaunt unterwegs und mit dem technischen Fortschritt hadernd.

Als Leser/in hat man zudem das Gefühl, dass er seinen Job nicht wirklich mag. Obwohl die Hauptfigur durchaus liebenswerte Züge aufweist, die allerdings meist gut versteckt und nur wenigen Auserwählten „gezeigt“ werden, wie seinem Kollegen Abteilungsinspektor Arno Hasler, der in diesem Band auf Kur fährt, was Schirmer gar nicht Recht ist, weil er, ohne es zu geben zu wollen, mittlerweile sehr an Hasler hängt.

Deshalb joggt er auch zum Bahnhof, um sich von ihm zu verabschieden. Und da ist noch sein Hund, den er pflegt und hegt. Und auch Clara versucht zu ihm vorzudringen.

Der Fall ist sehr spannend, der Plot gut konstruiert, die Kapitel lesefreundlich und kurz.

Die Sprache ist mittig zwischen Lokalkolorit-Krimi und Thriller angelegt. Typische Regionalkrimi-Passagen wechseln mit düster-packenden Einschüben. Thriller-Feeling kommt hier auch aufgrund des extrem grausamen Verbrechens auf, die düstere Grundstimmung passt hier dazu. Zu viel Humor wäre hier definitiv fehl am Platz.

Mehrere Erzählperspektiven wechseln sich ab, und auch die Zeiten variieren. Nicht alles wird chronologisch erzählt, es gibt Rückblenden aus der Sicht des Opfers, die auch sprachlich sehr gekonnt und ausgefeilt sind und den Leser mitfiebern lassen, auch wenn man bereits weiß, dass die Frau tot ist. Auch das ist ein Element, das man aus vielen Thrillern kennt.

Dass der Autor selbst Kriminalbeamter ist kommt dem Roman wunderbar zugute. Endlich mal ein Buch, wo alles stimmig und authentisch ist und zum Beispiel kein österreichischer Kommissar sein Unwesen treibt.

Die Darstellung der Ermittlungsarbeit ist gelungen geschrieben und auch die Erzählperspektive der Täter wird sehr interessant rübergebracht. Der Autor versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen.

Der Show-Down ist gelungen, sehr rasant und glaubwürdig. Die Aufklärung des Verbrechens lässt einem beim Lesen den Atem anhalten. Und das Schlimme ist, was auch Schirmer und Co auf den Punkt bringen, auch wenn ein Verbrecher gefasst ist, wird es immer weiter gehen. Es ist nie zu Ende.... (um welches Verbrechen es hier geht, möchte ich aus Spoilergründen nicht verraten)

Fazit: „Herbstlaub“ ist ein sehr spannender Kriminalroman mit wenig Lokalkolorit, dafür mit einem gewissen dunklen Thriller-Feeling, das Lust auf Mehr vom Autor macht. Perfekt mit Punsch und Keksen zu genießen, während vor dem Fenster der Sturm das bunte Laub davonweht.

Mein Krimi-Tipp des Monats! Lassen Sie sich das Buch nicht entgehen.