Cover von: Herrgottsacker
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Herrgottsacker

Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 272 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740813415

ISBN-13: 

9783740813413

Erscheinungsdatum: 

23.09.2021

Preis: 

13,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 276.486
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740813415

Beschreibung von Bücher.de: 

Ein verstörendes Verbrechen in Rheinhessen.

Unter einer verlassenen Hütte in einer Gartenkolonie bei Mainz werden menschliche Knochen gefunden. Zunächst deutet alles darauf hin, dass sie aus einem der Gräber des nahen Friedhofs stammen. Doch dann verdichten sich die Hinweise auf ein Verbrechen, das erst wenige Jahre zurückliegt – und niemand scheint den jugendlichen Toten zu vermissen.

Kriminalhauptkommissar Harro Betz und seine Kollegen Ravi Bingenheimer und Tobias Schmahl stehen vor einer harten Probe. Wie sollen sie ein Verbrechen aufklären, dessen Opfer gar nicht zu existieren scheint?

Kriminetz-Rezensionen

Geht unter die Haut

Eine verlassene Kleingartensiedlung wird zu Bauland erschlossen. Bei den Abrissarbeiten der Gartenhütten finden sich menschliche Knochen. Aber der Bürgermeister möchte keine Komplikationen, also sollen die Gemeindemitarbeiter die Knochen stillschweigend verschwinden lassen. Doch ein neugieriger Hund macht die Pläne zunichte.

Die Kripo – Kommissar Harro Betz und die Kollegen Ravi Bingenheimer und Tobias Schmahl haben wenige Anhaltspunkte. Keine Identifizierungsmerkmale, kein passender Vermisstenfall, zerstörte Spuren machen die Suche fast unmöglich.

»Herrgottsacker« ließ mich gleich zu Beginn schaudern. Der Fall geht unter die Haut und je mehr ans Licht kommt, umso spannender wird es. Der Leser hat nämlich eine Stimme den Kommissaren voraus: die Gedankengänge eines todkranken Mannes, der sehr genau um die Vorgänge weiß und auf seine Art für Gerechtigkeit sorgen will.

Sehr eindrücklich werden die Beamten geschildert. Das Team harmoniert und arbeitet gut zusammen, auch oder weil man um die Schwächen der Kollegen weiß. Betz scheint am persönlichen Tiefpunkt angekommen zu sein, ohne Flachmann verlässt er nicht mehr das Haus und nur noch die Arbeit scheint ihn zu stützen. Tobias, ein junger Familienvater, ist von der häuslichen Situation überfordert und bei Ravi ist es die Ungewissheit seiner Herkunft, die ihn als Adoptivkind umtreibt.

Das ist sehr realistisch in die Handlung eingebunden und macht die Figuren auch über die reine Ermittlungsarbeit hinaus sehr interessant.

Der Plot ist ebenfalls sehr nahe an der Realität und auch von erschreckender Aktualität. Das hat für mich eine Spannung erzeugt, der ich mich nicht entziehen konnte und die mich nachhaltig beschäftigte.

In einem Satz: ein fesselnder Krimi, den man nicht aus der Hand legen mag.

Entwickelte sich zu einem Jahreshighlight

Zum Autor:
Andreas Wagner ist Winzer, Historiker und Autor. Nach dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Bohemistik in Leipzig und an der Karls-Universität in Prag hat er 2003 zusammen mit seinen beiden Brüdern das Familienweingut seiner Vorfahren in der Nähe von Mainz übernommen. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist bisher die größte positive Überraschung des Jahres. Dies liegt vor allem an der Figurenzeichnung und dem gelungenen Mix aus Krimi- und Nebenhandlungen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und im Laufe der Zeit schält sich Ravi Bingenheimer als Hauptfigur heraus. Er ist in Ceylon geboren und wurde von einem deutschen Ehepaar adoptiert. Ravi hegt mittlerweile Zweifel am Ablauf der Adoption. Sein Chef Harro Betz hat mehr als ein Alkoholproblem. Sein Kollege Tobias Schmahl, junger Familienvater mit zwei Kindern, hat private Probleme. Trotz aller persönlichen Probleme funktionieren die drei Kriminalbeamten als Team, auch wenn sie bei den Problemen ihrer Kollegen nicht in die Tiefe gehen. Ihr aktueller Fall ist ein Leichenfund eines Jungen bei Abrissarbeiten. Schnell zeigt sich, dass vieles anders ist, als es auf den ersten Blick aussieht. Zudem erfährt der Leser von einem unbekannten Rächer, dessen Gedanken und Treiben einige Abschnitte gewidmet sind.

Der Grundton des Romans ist dunkel und eigentlich war mir nur Ravi sympathisch. Er sorgt auch für positive Momente und eine Portion Humor. Bei seinen Kollegen habe ich einen baldigen Zusammenbruch befürchtet. Regionales Flair ist insbesondere über den Weinbau gegeben. Der Autor schildert realistische Polizeiarbeit und doch steigt die Spannung kontinuierlich. Aber auch die Belastung der Kriminalbeamten bleibt ein Thema.

Viele der Nebenfiguren haben graue Flecken und einige Spuren erwiesen sich als falsch. Doch am Ende kommt meist die Wahrheit ans Licht und die Täter werden bestraft.

Fazit:
Mich hat dieser Kriminalroman um die Mainzer Kriminalbeamten voll und ganz überzeugt. Die Figurenzeichnung war herausragend und der Mix aus Kriminalfall und Nebenhandlungen stimmte. Deshalb bewerte ich das Werk mit fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus. Gespannt warte ich auf eine Fortsetzung.

Ein fulminanter Krimi

Ein fulminanter Krimi, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ich hatte zwar anfangs etwas Schwierigkeiten mit den wechselnden Personen, aber ab dem dritten Kapitel fand das Grauen seinen Platz.

Gemeindearbeiter müssen eine alte Laubenhütte entsorgen, da auf dem Areal neue Bauplätze entstehen. Beim Abbruch kamen Knochen zum Vorschein. In der Meinung, sie stammen aus einem alten Friedhof, wurden sie entsorgt. Bis dann ein Spaziergänger mit seinem Hund weitere Knochen fand. Der Gerichtsmediziner stellte fest, dass diese von einem Kind stammen.
Die Kripo tappte lange Zeit im Dunklen.

Als dann auf einen Weinbauern ein Anschlag verübt wird, kommen sie durch Zufall auf die Identität des Jungen.

Der Autor hat eine derart interessante Ausdrucksweise, der Spannungsbogen erhöht sich von Kapitel zu Kapitel, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da man sonst glaubt, etwas zu versäumen, da auf den nächsten Seiten neue Hinweise kommen.

Besonders die drei Ermittler haben sehr große private Probleme. Tobias hat eine Frau mit schweren Depressionen, Ravi wurde als kleines Kind adoptiert und ist auf der Suche seiner Identität in Sri Lanke und der Chefermittler Harro hat gewaltige Alkohol- und Geldprobleme.

In dem Buch werde hochaktuelle Themen angesprochen wie Asylsuchende und Pädophilie. Verschiedene Handlungsstränge, die, wie wir meinen, nichts miteinander zu tun haben können, vereinen sich am Schluss zu einem Ganzen, und man ist mit der Auflösung des Verbrechens zufrieden.

Das Buch ist im Emons Verlag erschienen und wie gewohnt von diesem Verlag, ist das Cover wieder ein Eyecatcher. Ein einsamer Baum in weiter Flur, rotes Laub. Vögel kreisen über dem Baum und am Himmel ist eine dunkle, schwere Wolkenfront.

Gerne würde ich eine Fortsetzung dieses außergewöhnlichen Ermittlertrios lesen.

Spannender Fall, viele private Probleme

Inhalt:
Ein Neubaugebiet soll nahe Mainz entstehen. Dazu kauft der Bürgermeister im Namen der Gemeinde nach und nach die Grundstücke einer Laubenkolonie auf. Beim Abriss der letzten Hütte finden seine Mitarbeiter die Knochen eines Kindes. Schnell stellen die Ermittler um Kriminalhauptkommissar Harro Betz fest, dass es sich um einen Mord handelt, der ein paar Jahre zurückliegt. Doch in den damaligen Vermisstenfällen werden sie nicht fündig, um die Identität des Kindes zu klären. Wer war der Junge, den augenscheinlich niemand vermisst hat? Erst durch die eigenwilligen Ermittlungen von Harro kommen erschreckende Erkenntnisse zu Tage …

Leseeindruck:
»Herrgottsacker« ist der erste Fall für Harro Betz und seine Kollegen. Anfangs musste ich mich erst ein bisschen einlesen, da alles verwirrend erschien. Doch das hat sich schnell gelegt. So entwickelt der Fall langsam aber sicher eine gewisse Eigendynamik und baut stetig Spannung auf. Zusätzlich geben eingeschobene Kapitel mit einem Unbekannten Rätsel auf. Mein Gedankenkarussell hat kaum still gestanden.

Leider hat nach 3/4 des Krimis der Spannungsbogen etwas abgenommen. Was an den vielen Baustellen im privaten Bereich der Ermittler gelegen hat. Ich mag es, wenn man auch mehr über die Figuren erfährt. Anfangs fand ich das gut integriert. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Doch in diesem Teil war es für meinen Geschmack etwas zu detailreich, zumal auch noch einige Fragen offengeblieben sind. Es ist nämlich so, dass jeder der 3 Hauptfiguren sein Päckchen zu tragen hat. Jeweils ganz unterschiedliche, die aber auch teilweise etwas detaillierter thematisiert werden. Da gibt es Harro Betz den Chef der Kripo, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist und ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Ravindra Tinotheus Bingenheimer, kurz Ravi genannt, stammt ursprünglich aus Sri Lanka und wurde auf dubiose Weise adoptiert. Jetzt sucht er nach seinen ursprünglichen Wurzeln. Tobias Schmahl ist ein junger Familienvater, dessen Frau Probleme hat und deshalb eine ziemliche Last mit sich trägt. Trotzdem sind alle zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Auch wenn die Methoden des Chefs nicht unbedingt den Regeln entsprechen, aber sehr erfolgreich sind. So ist es nicht verwunderlich, dass am Schluss die Geschichte wieder an Fahrt aufnimmt und Ungeheuerliches zutage fördert.

Fazit:
Mich konnte »Herrgottsacker« gut unterhalten. Sowohl vom Fall, als auch vom Privatleben her. Ein paar Stellen hätte ich mir allerdings etwas kompakter gewünscht. Gerne empfehle ich den Krimi weiter und freue mich schon auf die Fortsetzung.