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Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe

Der erste Band um Hernn Petermann. Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 169 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3937357807

ISBN-13: 

9783937357805

Auflage: 

1 (15.07.2013)

Preis: 

14,80 EUR
Amazon-Bestseller-Rang: 677.169
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3937357807

Beschreibung von Bücher.de: 

Leo Petermann geht seinen Neigungen nach: der vermögende Privatier genießt die absolute Ruhe seines Landsitzes und widmet sich seinen Hobbys. Das nötige Kleingeld dafür fließt aus den Anteilen seines Konzerns, für den er nur noch sporadisch als Berater tätig ist. Die friedliche Welt des ehemaligen Managers wird allerdings empfindlich gestört, als sein Nachbar stirbt. Kaum ist der alte Mann unter der Erde, übernimmt dessen Enkel das Regiment auf dem Anwesen, mit seinen Kumpanen terrorisiert er die Bewohner des Weilers mit endlosem Dauerlärm. Leo Petermann wird schnell klar, dass weder Geld noch gute Worte den jungen Mann zur Einsicht bringen werden. Und dann ist da noch sein Stiefsohn. Dieser hat sich mit einem zwielichtigen Geschäftspartner eingelassen, der offensichtlich mit kriminellen Finanzgruppen kooperiert. Eine radikale Lösung muss her, hier wie dort. Wie gut, dass Petermann nach wie vor über ein exzellentes Netzwerk verfügt, das sich darauf spezialisiert hat, Probleme ganzheitlich anzugehen und final zu beseitigen

Kriminetz-Rezensionen

"Störe meine Kreise nicht!"

Leo Petermann hat einen Schlussstrich gezogen und seinen Job als Chef des Softwareriesen „Pythagoras“ an den Nagel gehängt. Bei einem Ausflug, auf der Suche nach einem Ort für seinen Lebensabend, stößt er auf den Kimmling-Hof. Was genau ihn dorthin gezogen hat, kann er selbst nicht mehr sagen, aber es war für ihn die richtige Entscheidung, sein Unternehmen zu verkaufen und den Hof zu kaufen.

Jetzt will er die Ruhe genießen, dem Schreiben frönen und sich der afrikanischen Kunst wie seinem geliebten Rosengarten widmen.

Leider hat er die Rechnung ohne die Nachbarn gemacht. Der Besitzer des Nachbarhauses stirbt und sein Enkel übernimmt das Anwesen. Dies wäre an sich kein Weltuntergang, doch der Enkel fällt Herrn Petermann doch sehr mit ständigem Motorengedröhn und lautstarken Partys auf die Nerven.

Für Herrn Petermann stellt dieses rücksichtslose Verhalten den Vorhof zur Hölle dar. Auch ist der Enkel beratungsresistent und seine Appelle an ihn zu mehr Rücksichtnahme verpuffen. Es wird sogar noch schlimmer mit dem Lärm. Herr Petermann sieht sich gezwungen, eine endgültige Lösung herbeizuführen. Dank seiner alten Verbindungen sollte dies sogar machbar sein. Denn sein unbedingter Wunsch nach Ruhe ist übermächtig …

Michael Böhm hat einen Krimi geschrieben, wie man ihn nur selten auf dem Buchmarkt findet. Ohne Dialoge schafft es der Autor, die Protagonisten agieren zu lassen. Allein durch seinen Schreibstil erwachen sie zum Leben und werden für den Leser greifbar.

Zu Beginn muss man sich als Leser zunächst auf den doch eher ungewöhnlichen Schreibstil erst einmal einstellen. Mit langen Schachtelsätzen wird ein schnellerer Lesefluss zunächst ausgebremst. Auch die fehlenden Dialoge tragen nicht zum schnelleren Lesen bei. Doch dadurch schenkt einem das Buch genau das, was Herr Petermann so dringend sucht: Ruhe.
Zwar hat das Buch lediglich 169 Seiten und wirkt daher extrem dünn, doch der Inhalt bietet sehr viel mehr. Aus der Perspektive von Leo Petermann, der sich gleich im ersten Satz als Mörder bezeichnet, erlebt der Leser nicht nur Leo Petermann, sondern auch einige Überraschungen. Stilistisch reizt der Autor den Leser, deutet an und lässt ihn nicht von der Leine. Dabei schafft er nach und nach Unterbewusst beim Leser Verständnis für Herrn Petermanns Situation und sein Handeln.

Geschickt baut der Autor einen unblutigen, aber dennoch sehr spannenden Krimi der Sonderklasse. Man sollte sich als Leser jedoch bewusst sein, dass die ersten Seiten, auf denen man sich erst an den ungewöhnlichen Schreibstil des Autors gewöhnen muss, die schwersten sind. Danach fällt einem dies nicht mehr auf und man versinkt in einem wunderbaren Kriminalroman.

Das Buch ist im Bookspot-Verlag in der edition 211 erschienen. Daher ist es ein gebundenes Buch mit einem Schutzumschlag und verfügt als besonderes Highlight auch über ein Lesebändchen.

Fazit:
Ein anspruchsvoller Krimi, der den Leser auf eine ganz besondere Art und Weise zu fesselnd weiß.

Lebenseinsichten eines Mörders

Gleich zu Anfang erfahren wie in diesem Buch, dass Dr. Leo Petermann ein Mörder ist. Warum und wen er ermordet hat, bleibt in diesem Bericht, der sich wie ein Tagebuch liest, zunächst im Dunkeln.

Petermann ist ein echter Überflieger: Bereits während seines Informatik-Studiums hat der beim Bund zum Kampftaucher ausgebildete Student eine Softwarefirma gegründet, mit der er Millionen verdient hat. Doch nun hat er sich aufs Land zurückgezogen, um sein Leben in Ruhe zu genießen. Trotzdem hat er noch Beziehungen bis in die höchsten politischen Kreise. Die Bücher, die er nun zum Zeitvertreib schreibt, verkaufen sich bestens. Denn was Petermann anfasst verwandelt sich in Gold. Mit seiner jungen Geliebten verbringt er ab und an eine Nacht in seiner Münchner Hotelsuite. An seinem neuen Wohnort auf dem Land, dort wo es noch die Original-Himbeerbonons nach altem Rezept gibt, ist er allseits beliebt und hier findet er auch in der Puppenmacherin Magdalena Liebe eine neue wahre Liebe. Natürlich unterstützt er auch den Pfarrer mit großzügigen Spenden, um das alte Kloster vor dem Verfall zu retten. Und auch seinem Adoptivsohn greift er bei der Gründung seines Startups kräftig unter die Arme, allerdings nicht ohne seinen zwielichtigen Mitgründer durch einen Detektiv durchleuchten zu lassen. Und schließlich macht ihm auch die LKA-Beamtin, die plötzlich im Dorf auftaucht, um das Verschwinden seines Nachbarn zu untersuchen, kein Kopfzerbrechen.

Dabei bleibt vieles im Vagen. So trifft sich Petermann in München mit einem Staatssekretär, um diesem im Sinne seiner ehemaligen Firma zu instruieren, der er natürlich noch mit einem Beratervertrag verbunden ist, doch bleibt im Dunkeln, worum es dabei eigentlich geht. Dafür wird viel Nebensächliches erzählt, wie in einem Tagebuch eben. Auch die eigentliche Bluttat kommt in dem Buch nur so am Rande vor. Was da auf dem Nachbarhof, der nun leider leer steht, tatsächlich im Detail vorgegangen ist, bleibt im Dunkeln. Es muss wohl um Motorenlärm gegangen sein, der Petermann und den Rest des Dorfes gestört hat.

Obwohl mit der Großartigkeit Petermanns natürlich ein verbreitetes Klischee bedient wird, kommt diese Figur doch sehr sympathisch rüber. Fast fühlt man sich etwas an die Ripley-Roman von Patricia Highsmith erinnert. Denn wie bei Ripley, ist auch der von Pertermann ausgeführte Mord eine Notwendigkeit. Eine Tat, die eben getan werden musste und von der alle profitieren. Etwas Selbstversändliches also, genauso wie der Einkauf der Himbeerbonbons, die Telefonate mit dem Anlageberater und der Besuch der Feierlichkeiten im Kloster. Die Gespräche mit der LKA-Beamtin werden zum angenehmen Spiel für Petermann, der genau weiß, dass sie ihm die Tat niemals nachweisen kann.

Im zweiten Teil gibt es zusätzliche Spannung duch ein neues Problem, das Petermann aus dem Weg räumen muss. Und auch die LKA-Beamtin taucht aufgrund eines anoymen Hinweises wieder auf ...

Der Scheibstil ist angenehm und obwohl es sich mehr oder weniger um ein Tagebuch handelt, ist es spannend zu lesen. Einzig die fehlende Kennzeichnung der direkten Rede irritiert anfangs ein wenig, ist aber wohl gezielt als Stilmittel eingesetzt worden. Insgesamt eine amüsante Lektüre, die über einen »normalen Krimi« weit hinausgeht.