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Ich bin dein Tod

Kommissar Dühnforts neunter Fall. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 368 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3548290965

ISBN-13: 

9783548290966

Erscheinungsdatum: 

29.06.2020

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3548290965

Beschreibung von Bücher.de: 

Die Meisterin des deutschen Kriminalromans mit ihrem neuen, dramatischen Fall.

Nach der Elternzeit tritt Kommissar Konstantin Dühnfort eine Stelle in der Abteilung K16 Operative Fallanalyse an. Da wird das Team der Profiler zu einem Doppelmord nach Passau gerufen. Für die Ermittler vor Ort ist der Fall klar: Ein missglückter Einbruch, bei dem ein Ehepaar erschossen wurde. Doch Dühnfort hat den Verdacht, dass es sich um eine Hinrichtung handelt. Er begibt sich auf Spurensuche und stößt auf weitere Morde in Bayern, die mit dem unbedingten Willen zu töten professionell, aber nicht nach dem selben Muster ausgeführt wurden. Er vermutet einen Zusammenhang und stellt bald fest, dass die größten Widerstände aus den eigenen Reihen kommen.

Kriminetz-Rezensionen

Ein Fall, der an die Nieren geht

Tino Dühnfort hat es getan: Er hat die Mordkommission verlassen und ist ein Stockwerk höher in die Operative Fallanalyse gewechselt. Eigentlich sein großer Wunsch, da er „das Ganze“ sehen will, tiefer in die Fälle eindringen will und von dem ganzen Kleinkram, den eine Ermittlung mit sich bringt, weg will. Aber es ist nicht so einfach. Er ist nicht mehr Chef … er kann nicht mehr bestimmen, wo es lang geht … er muss sich einfügen und mit den neuen Kollegen klarkommen. Und wie im richtigen Leben ist natürlich einer (Manfred) dabei, der ihm so gar nicht liegt und der sich ihm gegenüber alles andere als kollegial verhält.

Als die OFA in kurzer Zeit zu mehreren verschiedenen Tatorten gerufen wird, ist es Tino, der einen Zusammenhang sieht. Aber es ist gar nicht so einfach, seinen Chef zu überzeugen. Doch Tino ist von seiner Theorie überzeugt und lässt nicht locker. Sein Chef kann nicht anders und lässt ihn in diese Richtung Nachforschungen anstellen, aber zur »Strafe« zusammen mit Manfred. Ob das gut geht?

Zudem merkt Tino schnell, dass ihm das »Dabei sein« fehlt und dass es ihm nicht reicht, den SoKos beratend zur Seite zu stehen. Wie wird er sich am Ende entscheiden? OFA oder doch zurück zur Mordkommission?

Das Buch erzählt eine Geschichte aus einem »Berufszweig«, der mir absolut neu war und von dem ich noch nie gehört habe. Und die Autorin erzählt die Geschichte eindringlich und herzergreifend. So herzergreifend, dass man sich am Ende fragt: Ist es verwerflich, wenn ich Verständnis für den Täter habe? Denn das habe ich gehabt.

Ich mag den Schreibstil der Autorin – egal ob als Inge Löhnig oder Ellen Sandberg. Und ich liebe die Bücher um Tino und Gina. Diesmal allerdings hat mir das »Dabei sein« gefehlt. Der Leser weiß – bedingt durch das Thema des Buches, das sehr viel Raum eingenommen hat – immer mehr als Tino und das hat mir die Spannung genommen. Natürlich wollte ich unbedingt das Ende der Geschichte, die alles Morden ausgelöst hat, wissen. Aber ich konnte nicht mitraten. Und das hat mir gefehlt.

Hoch interessant und super spannend *****

Anfang Oktober in München: Kommissar Konstantin „Tino“ Dühnfort arbeitet nun beim K16 der Münchner Kriminalpolizei. Er hat die neue Stelle bei der Operativen Fallanalyse OFA angenommen und ist von der 3. in die 4. Etage umgezogen. Richtig angekommen ist er noch nicht. Der erste Fall auf seinem neuen Posten führt ihn nach Passau zum Doppelmord an einem Ehepaar, das mit einer Armbrust erschossen wurde. Der dortige Chefermittler lehnt die Zusammenarbeit mit der OFA ab; schließt auf einen Raubmord. Dühnfort sieht hier eher eine Hinrichtung. Weitere Morde, bei denen es einen Zusammenhang zu geben scheint, lassen ihn bald auf einen Serienmörder schließen. Lebt hier jemand seine Rachegelüste aus? Und wenn ja, wer und warum?

Auch privat läuft bei Dühnfort gerade nicht alles rund. Seine kleine Tochter Chiara wird im Kindergarten gemobbt. Außerdem hat das Haus, in dem sie leben, neue Eigentümer bekommen und sie steuern auf eine Luxussanierung zu. Gina will dies mit allen Mitteln verhindern.

Bereits auf der ersten Seite des Prologes, als ich das Vorzimmer zur Hölle betrete, graust's mir. Wer ist die junge Frau, die dort ihre letzten Worte vor ihrem Tod in einem Handyvideo festhält? Das ganze Video werde ich im Laufe der Ermittlungen noch kennenlernen – und es ist richtig krass. Ich kann den Mörder gut verstehen, dass er hier auf Rache sinnt.

Inge Löhnig beschäftigt sich in diesem Krimi mit Loverboys und ihren Prinzessinnen, die sie von sich abhängig machen und zur Prostitution zwingen. Ein so interessantes Thema, bei dem ich gar nicht wissen und mir auch nicht vorstellen will, dass das jungen Mädchen immer wieder widerfährt. Bei den Tagebucheinträgen hatte ich Gänsehaut und musste immer mal wieder kurz pausieren, um das Gelesene zu verarbeiten. Da ich dieses Tagebuch kenne bzw. häppchenweise immer weiter verfolge, bin ich den Ermittlern hier immer einen oder mehrere Schritte voraus. Und ehrlich – ich habe dem Täter gewünscht, dass er seinen Plan doch noch zu Ende bringen kann.

Die Menschen, die ich hier kennenlerne, egal ob gut oder böse, sind mit Ecken, Kanten und zumeist sehr eigenwilligen Charakteren ausgestattet, sehr gut vorstellbar ausgeführt und kommen glaubwürdig rüber. Wobei ich froh bin, dass ich mit den meisten von ihnen nichts zu tun habe. Bei diesem Fall ist es eine junge Kommissarin, die mich neben Dühnfort durch ihre Ausdauer, ihre Intuition und ihren Willen nicht aufzugeben besonders beeindruckt hat.

An einigen Stellen, die in München spielen, hatten ich wieder dieses Aha-Erlebnis, wenn ich genau wusste, wo ich mich gerade befinde und den Schauplatz genau vor Augen hatte. Das macht für mich das Lesen noch mehr zum Genuss und zum Erlebnis.

Ein äußerst interessantes Thema bei dem ich grausige Bilder im Kopf hatte, ein spannender, sehr gut nachvollziehbarer Fall und Personen, bei denen ich mir nicht habe vorstellen können, dass sie so sein könnten, wie sie sind. Genau so stelle ich mir einen sehr guten Krimi vor.

Nicht mein erster Dühnfort und keinesfalls mein letztes Buch mit ihm ...!

Autorin:
Inge Löhnig ist eine deutsche Autorin, die seit 2008 Bücher aus der Reihe um Kommissar Dühnfort veröffentlicht. Außerdem schreibt sie unter dem Pseudonym Ellen Sandberg Familienromane, auch Jugendbücher hat sie schon veröffentlicht. Ebenso wie eine Reihe mit der Frau von Dühnfort, Gina Angelucci. Sie lebt in der Nähe von München. »Ich bin dein Tod« ist der 9. Teil der Reihe um Dühnfort.

Inhalt:
Kommissar Tino Dühnfort hat, nach der Elternzeit und der Weiterbildung zum Fallanalytiker, die Position gewechselt und ist nach der Mordkommission jetzt in der Operativen Fallanalyse gelandet. Sein erster Fall führt ihn und seine neuen Kollegen nach Passau um einen Doppelmord aufzuklären. Die örtliche Polizei denkt an einen aus dem Ruder gelaufenen Einbruchsversuch, aber Dühnfort sieht das anders. Er begibt sich auf eine Spurensuche quer durch Bayern, stößt auf mehrere Morde und letztendlich auf eine unglaubliche Story, in der Täter und Opfer näher beieinander sind, als man je vermutet hätte.

Schreibstil:
Inge Föhnig schreibt einfach wunderbar flüssig, immer angenehm lesbar, was Wortwahl und Satzbau angeht. Man ist sofort mitten in der Geschichte, auch weil dem Leser detailliert und liebevoll die Hauptpersonen nah gebracht werden. Für mich ist es ein Krimi der »alten Schule«, diesmal besonders tiefgehend, aber eben ohne platte Gewaltszenen und reisserische Thrillerelemente, sondern nur brutal und eindringlich, wenn es notwendig für die Story ist. Langsam baut die Autorin die Spannung auf und versteht es, den Leser zu fesseln und einzubeziehen.

Fazit:
Ich habe bis jetzt nicht alle Teile der Serie um Kommissar Tino Dühnfort gelesen, wusste aber zumindest, dass es ihn gibt und auch, dass Inge Löhnig ihr Handwerk als Krimiautorin versteht. Aber da es länger her ist, dass ich ein Buch von ihr gelesen habe, muss ich sagen: »Ich bin dein Tod« ist ein wirklich ausgezeichnetes, spannungsgeladenes und in Teilen bedrückendes Buch.

Es macht wirklich Freude die Figur Dühnfort zu begleiten, ein Sympathieträger und durch seine akribische Art der Bearbeitung von Fällen, auch in der Fallanalyse ein toller Ermittler. Ihn und sein Umfeld zu beobachten, sowohl beruflich, wie auch privat, ist einfach kurzweilig und angenehm. Ob seine Frau Gina, alte Kollegen, neue teils nervige Kollegen, alle lernt man näher kennen und freut sich mit Dühnfort über die netten Menschen um ihn herum, wie man auch mitleidet, wenn die Kollegen alles andere als freundlich sind.

Die Geschichte an sich ist tiefgründig und die Möglichkeit, dem Team um Dühnfort durch die Videoaufzeichnungen der jungen Lea, die mitunter sehr bedrückend für den Leser sind und auch mich zeitweise etwas mitgenommen haben, immer einen Schritt voraus zu sein, baut sich die Spannung noch extra auf. Das Thema des Buches an sich ist bis jetzt eher selten behandelt worden, umso interessanter aufbereitet von der Autorin. Auch, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, wenn es um Täter und Opfer geht, wird anschaulich beschrieben und macht es gerade deshalb noch bedrückender.

Inge Löhnig hat hier ein wirklich gutes Buch, einen Krimi oder auch Thriller geschaffen, der mich wirklich gefesselt hat, gut geschrieben, immer spannend. Genau die richtige Mischung zwischen dem Fall, der Aufklärung und den persönlichen Befindlichkeiten Dühnforts. Mich hat das Buch begeistert, aber auch etwas betroffen zurückgelassen. Wenn eine Autorin einen so packen kann mit dem Lesestoff, hat sie alles richtig gemacht. Ich kann nur eine klare Empfehlung aussprechen …