Cover von: Die Insel

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Die Insel

Einer kennt die ganze Wahrheit. Thriller
Buch
Broschiert, 480 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3328110887

ISBN-13: 

9783328110880

Auflage: 

1 (11.06.2025)

Preis: 

17,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 36.496
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3328110887

Beschreibung: 

Ein glückliches Paar. Eine unverhoffte Reise. Und die bedrohliche Schönheit Gotlands.

Als Isak und Madde die Reise nach Gotland antreten, sind sie voller Zweifel. Wie wird nach Jahren des Schweigens das Wiedersehen mit Isaks Vater verlaufen? Der Vater, vor dessen Unberechenbarkeit Isak immer gewarnt wurde.

Doch als das junge Paar auf der Insel ankommt, sind sie überwältigt von der Schönheit, die sie empfängt. Vor allem die makellose Eleganz des väterlichen Anwesens beeindruckt beide sehr – so sehr, dass sie alle Warnungen in den Wind schlagen. Schließlich erwartet sie ein unvergesslicher Sommer.

Während die schwüle Luft über Gotland aufsteigt und am Strand Cocktails serviert werden, nehmen die Spannungen in der Gruppe zu. Isak und Madde streiten sich immer häufiger, und lange verschwiegene Geheimnisse der Familie werden ans Tageslicht gebracht. Trotzdem ahnt niemand, welche unheilvollen Folgen die Vergangenheit auf die Zukunft aller Beteiligter wirklich haben wird …

Niemand beschreibt die Schönheit Schwedens und die Abgründe der Menschen besser als Ulf Kvensler. Beste psychologische Spannung vom SPIEGEL-Bestsellerautor.

Kriminetz-Rezensionen

Thriller? Nein. Familiendrama

Inhalt:
Isaks Vater ist totkrank. Seit Isak als Kind nach einer Familientragödie zu seinen Großeltern kam und dort aufwuchs, gab es fast keine Kontakte mehr. Doch nun bittet er ihn inständig, zu ihm nach Gotland zu kommen. Auch mit seiner Freundin.

Und Isak fährt tatsächlich mit Madde nach Gotland. Und die Vergangenheit ist plötzlich wieder lebendig und macht was mit allen Beteiligten.

Meine Meinung:

Thriller? Nein. Familiendrama

Hier muss ich sagen, dass ich ein echtes Opfer von „Pressestimmen“, gepaart mit Kurzbeschreibung und Optik geworden bin.

Auch hier gibt’s verlagsseits schon einen Farbschnitt, einen quietschgelben in dem Fall. Das ganze Äußere schreit für meine Begriffe wirklich „Ich bin ein Thriller, sogar ein schwedischer!“ Und genau das wars, wo ich einfach nicht widerstehen konnte, ganz schnell rettungslos am Haken hing. Ich liebe wirklich die nordische Art, hab aber wohl die letzte Zeit kein gutes Händchen mehr, was das angeht.

Sehr enthusiastisch bin ich ans Buch gegangen. Und habe darauf gewartet, dass DER Knall kommt. Und habe gewartet. Und gewartet.

Ich muss allerdings sagen, dass der Stil wirklich zum Flottlesen einlädt. Man hängt also nicht in blöden, absatzlangen Sätzen fest und versteht die Welt und das Buch nicht. Das ist hier wirklich nicht der Fall. Kurze knackige Kapitel, bzw. Abschnitte fliegen so dahin.

Allerdings springt der Autor in den Zeiten nicht immer sofort erkennbar hin und her. Es fiel mir daher manchmal schwer, mich zu verorten. Das machte es nicht gerade leichter, der Geschichte wirklich zu folgen.

Hinzu kam dann, dass ich wie gesagt auf den Thrill gewartet habe. Er kam für mich überhaupt nicht. Eher wird eine unbestritten tragische Familiengeschichte aufgedröselt und alles gipfelt dann natürlich auch unschön. Unterm Strich habe ich zum Ende hin gedacht: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Aber Thriller? Habe ich hier in keiner Sekunde empfunden.

Dem Autor zu Gute halten muss man, dass er tatsächlich, wie überall zu lesen ist, eine tolle Art hat, Landschaften etc. zu beschreiben. Man war quasi dort, am Strand und hat das Wasser plätschern gehört, die Sonne auf der Haut gespürt und die tolle Luft gerochen.

Fazit:
Da ich hier wirklich keinen Thriller, auch keinen Psychothriller erkennen kann, fällt mir das Empfehlen auch schwer. Wer möchte, kann sein Glück ja probieren

Die Insel

Was darf ein Künstler, der sich für ein Genie hält? Nach Fredrik Barzals Ansicht darf er ziemlich weit gehen. Er hat seinen Sohn seit Jahren nicht mehr gesehen, aber nun lädt er Isak und dessen Freundin Madde plötzlich zu sich auf sein luxuriöses Anwesen in Gotland ein. Isak hört nicht auf seine inneren Stimmen, die ihn warnen, genauso wie sein Großvater. Bei dem wuchs er auf, nachdem er seine Mutter und seine Schwester verlor. Isak ist schwer traumatisiert von den Ereignissen, die viele Jahre zurückliegen und in Rückblenden erzählt werden. Er lässt sich mehr oder minder treiben. Er reagiert mit wenig Ichstärke, anstatt zu agieren und ist in seinem Job als Altenpfleger zufrieden. In den Szenen, in denen er seine Schützlinge versorgt, verwundert das in Schweden völlig unübliche „Sie“ als Anrede.

Schwedens Landschaft ist atemberaubend schön. Ulf Kvensler beschreibt die Insel Gotland derart, dass man sich am liebsten gleich ins Auto setzen würde, um mal wieder nach Schweden zu reisen. Das Baltikum ist nicht weit, so kommt es denn im Roman auch zu einem denkwürdigen Ausflug nach Riga. Isak bemerkt nicht, dass die jungen Frauen, die sie treffen, „bestellt“ sind. Wie er überhaupt wenig merkt und auf ein Desaster zusteuert, denn nicht nur sein Erzeuger manipuliert ihn. Dessen luxuriöses Anwesen wird von der skurrilen und sehr betagten Haushälterin Barbro versorgt, die für den Horrorfaktor zuständig ist und über deren Hintergrund man nichts erfährt.

Ulf Kvensler ist Drehbuchautor, Regisseur und Showrunner und beherrscht die „schnellen Schnitte“. „Die Insel“ ist sehr spannend zu lesen und hat einen Künstler zum Mittelpunkt, bei dem sprichwörtlich „Genie und Wahnsinn“ eine überaus unglückselige Verbindung eingegangen sind. Naturschilderungen und Handlung verschmelzen zu einer Symbiose, die für ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen sorgen.

„Die Insel“ ist in der Übersetzung aus dem Schwedischen von Sabine Thiele bei Penguin erschienen.