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Inspektor Takeda und der leise Tod

Inspektor Takedas zweiter Fall. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 320 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3746633001

ISBN-13: 

9783746633008

Auflage: 

1 (17.05.2017)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 65.622
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3746633001

Beschreibung von Bücher.de: 

Mörderjagd - made in Japan. Kenjiro Takeda und die deutsche Kommissarin Claudia Harms im Stress: Erst entdecken sie auf einer Insel in der Elbe die Leiche eines Kindes. Dann wird in der HafenCity ein prominenter Internet-Unternehmer tot aufgefunden. Er ist offenbar mit hohem Tempo überfahren worden. Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf die Witwe des Toten. Sandra Sassnitz verstrickt sich in Widersprüche und versucht, den Verdacht auf einen Geschäftspartner ihres Mannes zu lenken. Claudia Harms misstraut ihr sofort; Takeda jedoch, ohnehin fasziniert von europäischen Frauen, droht ihren besonderen Reizen zu erliegen. Das ungewöhnlichste Ermittlerpaar der deutschen Polizei.

Kriminetz-Rezensionen

Ein Japaner in Hamburg

Ein Fall, bei dem ein Baby aus dem Fenster geworfen wurde, hat Claudia Harms und ihren japanischen Kollegen Kenjiro Takeda ziemlich mitgenommen. Der Täter ist schnell gefasst, denn er gibt die Tat zu. Kurz darauf gibt es schon den nächsten Fall. Die Kommissare werden an einen Unfallort gerufen. Auf den ersten Blick sieht es nach Unfall mit Fahrerflucht aus, doch die Spuren machen deutlich, dass es sich um Mord handelt. Wer hatte ein Interesse, den Internetunternehmer Markus Sassnitz umzubringen? Tatverdächtig ist gleich die Ehefrau des Toten. Doch die Ermittlungen ergeben, dass Sassnitz ein sehr unangenehmer Mensch war, für den niemand ein gutes Wort hat.

Dieser Krimi liest sich angenehm flüssig, er ist unterhaltsam und spannend. Es ist der zweite Fall für dieses Ermittlerteam.

Inspektor Kenjiro Takeda ist durch ein Austauschprogramm nach Hamburg gekommen. Das bringt ihn beruflich vorwärts, aber es war auch ein wenig eine Flucht, die ihn nach seiner Scheidung zur Hamburger Polizei gebracht hat. Hier fällt er natürlich auf, nicht nur wegen seiner langen Haare, die er meist als Zopf trägt. Er liebt Jazz und spielt Saxofon, besonders gerne in Stresssituationen. Claudia hat ein Problem mit Beziehungen. Besonders gut nachdenken kann sie beim Pflegen ihres Bürodschungels. Schnelles Autofahren hilft ihr auch, Stress abzubauen. Eine gemeinsame Teezeremonie im Büro hilft aber auch beim Nachdenken und Stressabbauen. Vor allem sorgt Claudia dafür, dass Ken ein sehr umfangreiches Repertoire an Schimpfworten kennenlernt. Die beiden ergänzen sich gut, obwohl (oder gerade deswegen) sie total unterschiedliche Denkweisen aufgrund ihrer Herkunft haben. Gut gefallen hat mir, wie Ken bei Verhören ein Wohlfühlatmosphäre aufbaut, um dann hart zuzuschlagen.

Man bekommt einen guten Eindruck über die Denkweise und die Kultur der Japaner, die sich von der unseren doch ziemlich unterscheidet.

Der Fall ist verzwickt und spannend. Immer wieder ergeben sich neue Erkenntnisse, die aber statt Klarheit neue Verwirrung bringen. Daher hat mich die Auflösung des Falles sehr überrascht, obwohl doch alles so schlüssig ist.

Ich hoffe auf weitere spannende Fälle mit diesem Ermittlerduo, denn dieser Kriminalroman hat mir sehr gut gefallen.

Zen und die Kunst der Ermittlung

Der harte Polizeialltag hat bei Claudia Harms, Kriminalhauptkommissarin in Hamburg, Spuren hinterlassen. Sie ist bindungsunfähig, einsam und etwas verbissen. Ein wenig wird ihr Arbeitsalltag aufgelockert durch Kenjiro Takeda, einen japanischen Inspektor aus Tokio, der an einem Austauschprogramm teilnimmt. Er fremdelt manchmal noch etwas mit seinem neuen Umfeld, die kulturellen Unterschiede sind doch gewaltig, aber bei seinem geliebten Jazz und seinen sorgsam vorbereiteten Teezeremonien findet er Erholung. Takedas unvoreingenommener Blick auf die deutschen Befindlichkeiten, gibt ihrer gemeinsamen Arbeit oft einen besonderen Kick.

Da bringt ein Einsatz beide an ihre emotionalen Grenzen: Aus einem Hochhaus wird ein Kleinkind einfach vom Balkon geworfen. Der Täter ist schnell gefunden, die Mutter und ihr jetziger Lebensgefährte leben im Dreck und andauernden Crystal Meth Drogenrausch. Das vor Hunger und Kälte schreiende Kleinkind war einfach im Weg.

Kurz danach führt sie ein Unfall mit Fahrerflucht ans andere Ende der Hamburger Gesellschaft, das Opfer war ein erfolgreicher Internet-Unternehmer mit Edel-Büro und teuren Vorlieben. Schnell wird Takeda klar, dass hier kein Autounfall vorliegt, dass die Tat ein sorgsam geplanter Mord war. Gibt es gar eine Verbindung zum Fall des getöteten Kindes?

Das ungleiche Duo bereichert sich gegenseitig. Ganz besonders hat mir der „japanische Blick“ gefallen, vieles was selbstverständlich erscheint, wird hinterfragt und bekommt plötzlich einen ganz anderen Stellenwert. Beide Kommissare haben eine besondere Art zu ermitteln und sind sich dabei ähnlicher, als sie sich eingestehen möchten.

Spannende Ermittlungen, im Drogenmilieu, genau wie in der New Commerce Szene fand ich interessant und toll aufgebaut. Der Krimi entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen mochte. Der Plot ist aktuell und realistisch, das Tempo des Krimis bis zur letzten Seite hoch. Die Beschreibung der beiden Kriminalisten hat mir besonders gut gefallen. Wie Claudia und Kenjiro sich annähern, die jeweiligen kulturellen Unterschiede schätzen zu lernen, ist witzig und amüsant. Mit diesem Ermittler-Duo ist dem Autor ein wirklich originelles Gespann gelungen vom dem ich unbedingt mehr lesen möchte.

... und weiter geht es mit dem deutsch-japanischen Ermittlerduo

Inspektor Takedas Aufenthalt in Hamburg geht in die zweite Runde. Zusammen mit Claudia Harms hat er zuerst eine harte Nuss zu knacken. In einer Wohnung mitten in einem sozialen Brennpunkt wurde ein Säugling vom Balkon geworfen und er starb an den Verletzungen. Es herrschten schlimme Zustände in der Wohnung, verdreckt, für den Säugling ein absperrbare Box auf dem Balkon und die beiden Erwachsenen bekifft und alkoholisiert. Aber der Freund der Mutter gesteht die Tat. Takeda ist sichtlich schockiert und zieht wieder Vergleiche zu Japan. Ihr nächster Fall führt sie in genau die gegensätzliche Richtung. Markus Sassnitz, ein bekannter Unternehmer wurde vor seinem Büro überfahren, dann erstickt und auch noch nackt ausgezogen. Wen hatte er zum Feind, der einen solch perfiden Mord verübt hat? Je weiter die beiden Ermittler in den Fall einsteigen, desto mehr Geheimnisse bringen sie ans Tageslicht. Ganz so erfolgreich scheint er doch nicht gewesen zu sein und was war eigentlich konkret das Geschäftsfeld von Sassnitz? Die Mitarbeiter scheinen alle nur Teilinformationen zu haben. Und dann spielen natürlich die Frauen noch eine größere Rolle. Die diversen Geliebten lernten auch einen anderen, nämlich einen gewalttätigen Sassnitz kennen. Plötzlich kommt die große Wendung und alles war doch ganz anders!

Ich kannte bereits den ersten Fall von Takeda und Harms und mir hat gerade diese Kombination zwischen japanischem Ermittler und deutscher Kommissarin sehr gut gefallen. Auch in diesem Fall kommt man als Leser, trotz des ernsten Themas, immer wieder zum Schmunzeln. Takeda ist absolut sympathisch, vor allem in seiner Denkweise, weil er immer den Fall aus einer anderen Perspektive betrachtet, seine eigenen Schlüsse zieht, dann mit Claudia die Sache ausdiskutiert und auch immer wieder gerne deutsche Redewendungen erklärt haben möchte. Außerhalb der Arbeit sind Ken sein Saxophon, die Musik, der Whisky und natürlich seine Mild Seven außerordentlich wichtig. Abends versucht er Kontakte zu Deutschen zu bekommen und sich zu integrieren. In der Liebe hält er sich jedoch vorerst an eine junge Japanerin, obwohl natürlich die Witwe Sassnitz samt ihrer Kunstsammlung sehr anziehend auf ihn wirkt. Claudia und Ken agieren sehr menschlich, verstehen sich nicht nur beruflich, sondern singen auch immer wieder gerne in einer Karaoke-Bar und genehmigen sich dabei ein, zwei, drei Drinks. Claudia wiederum reagiert teilweise sehr emotional und wirft auch schon mal eine wertvolle Teedose.

Es hat mir auf jeden Fall wieder sehr viel Spaß gemacht Claudia und Ken zu begleiten und ich hoffe, dass er noch einige Zeit in Deutschland bleiben wird.

Ein lesenswerter zweiter Band

Ein totes Kleinkind, der Fall scheint klar; ein überfahrener reicher Internetunternehmer, eine Menge Motive und Verdächtige – Kenjiro Takeda, auf Grund eines Austauschprogramms bei der Mordkommission in Hamburg, und seine Kollegin Claudia Harms haben es mit zwei ganz unterschiedlichen Fällen zu tun.

Den zweiten Roman der Reihe habe ich unmittelbar nach dem Vorgängerband gelesen und war angenehm überrascht, denn er präsentiert sich um einiges ausgereifter. Claudia Harms, die mir im ersten Roman sehr unangenehm auffiel, scheint erwachsener geworden, hier ist sie mir fast schon ein bisschen sympathisch. Der Umgang mit Takeda scheint ihr gut zu tun, ich hoffe aber trotzdem sehr, dass aus ihr und Takeda kein Liebespaar wird!.

Auch die Fälle sind deutlich besser strukturiert, als noch im ersten Band, und durch einige, zum Teil sehr überraschende, Wendungen auch recht spannend. In diesem Band gibt es zudem deutlich mehr explizite Ermittlungsarbeit, wodurch die Polizeiarbeit professioneller und effizienter wirkt.

Takeda, der sich hier nicht immer schlau verhält, ist für mich weiterhin der Pluspunkt der Reihe. Man lernt ihn hier noch ein bisschen besser kennen, und mit ihm die japanische Mentalität und Kultur, und erfährt gleichzeitig mehr über die Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten zwischen Deutschen und Japanern bzw. Deutschland und Japan. Interessant finde ich die Ausflüge in die gemeinsame Geschichte, sowie die sozialkritischen Gedanken.

Die weiteren Personen sind dem Autor gut gelungen, sie wirken glaubwürdig und lebendig, mir gefällt auch die große Breite an verschiedenen Charakteren. Da die Polizeiarbeit mehr Raum einnimmt, erfährt der Leser auch mehr über weitere Kollegen Takedas, das wird hoffentlich in weiteren Romanen noch ausgeweitet.

Nicht immer ist der zweite Band der schlechteste einer Reihe, wie man hier sehen kann. Mir hat dieser Roman gut gefallen auf weitere Inspektor-Takeda-Fälle und Lust gemacht, ich hoffe sehr, dass noch einige folgen werden. Von mir gibt es gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle Krimifans.

Tue nie etwas aus Wut, es könnte tödlich enden

»Der Weise sagt: eine Sekunde Wut kann mehr zerstören, als du in einem Jahr Arbeit aufbauen kannst.« (Aus Japan)

Der Ermittler Kenjiro Takeda, eigentlich Inspektor der Mordkommission in Tokio, ist für ein Austauschprogramm in Hamburg. Trotzdem er das Wetter Hamburgs und die deutschen Eigenheiten noch nicht so gut kennt, hat er sich inzwischen gut eingelebt. Seine Eigenheiten wie der Vorliebe für Jazz, Whisky, seiner Liebe zu Frauen und seiner speziellen Teezeremonie bleibt er auch in Hamburg treu. Der neue Fall dreht sich um den Internetexperten Markus Sassnitz. Dieser wurde tot aufgefunden, nachdem er überfahren und nackt am Tatort liegen gelassen wurde. Wie sich jedoch herausstellt, war dies nicht die Todesursache, denn er wurde danach erstickt. Schnell stellen Ken und Claudia fest, das Sassnitz nicht nur Freunde hatte. Für Claudia rückt seine Ehefrau Susanne an erste Stelle der Verdächtigen, da ihr Mann sie betrogen hatte. Für Ken jedoch ist Susanne Sassnitz faszinierend, da sie eine besondere Liebe für die japanische Kultur hat. Doch auch sein Kollege Armin von Suttner hätte ein gutes Motiv, falls er herausbekommen hatte, das Sassnitz längst Pleite war. Außerdem geht es noch um den Tod eines kleinen Kindes, das vom Balkon gefallen ist, war es Mord oder ein Unfall?

Meine Meinung:
Die Kooperation eines japanischen Ermittlers in Hamburg hatte mich neugierig auf diesen Krimi gemacht. Der Schreibstil war sehr unterhaltsam und gleichzeitig prägnant durch die Einflüsse der japanischen Lebensarten von Kenjiro Takeda. Lediglich die vielen japanischen Wörter fand ich ein wenig anstrengend und den extremen Alkoholkonsum der beiden Ermittler fand ich auch nicht gut. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand nach dem Konsum einer Flasche Whisky am nächsten Tag wieder voll im Einsatz sein kann. Dass der Fall Sassnitz dann in Vordergrund rückte, wunderte mich ein wenig, da der Krimi mit dem Sturz eines Kindes vom Balkon begann. Dafür waren die Charaktere sehr ausgeklügelt und gut beschrieben, auch wenn ich mir Ken nicht mit langen Haaren vorstellen konnte. Doch seine Lebensart, wie die Liebe zum Jazz, sein Saxofonspiel nach Feierabend, um herunterzukommen, seine Liebe zu Frauen und dem gleichzeitigen Nachtrauern seiner Ehe sowie seine spezielle Teezeremonie fand ich gut. Dadurch hat mich der Autor ein wenig in die japanische Kultur, Denkweise und Lebensart von Ken mitgenommen. Mir erschien, dass der Autor eine besondere Liebe zu Japan hat oder aber nur gut recherchiert hatte. Claudia Harms dagegen war eher die besonnene, aber auch recht einsame Kollegin, die ebenso wie Ken gerne einmal zu viel ins Glas geschaut hatte. Trotzdem hatte sie immer alles im Blick und auch am Ende das Gespür, dass Ken ihre Hilfe benötigt. Für mich war die beiden ein gutes und harmonisches Gespann, die selbst beim Karaoke singen noch toll sind. Lediglich die Spannung kam mir vor lauter japanischer Kultur ein wenig zu kurz. Trotzdem gebe ich diesem Krimi 4 von 5 Sternen für die gute Unterhaltung.