Cover von: Kalmann schweigt

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Kalmann schweigt

Der dritte Fall für Kalmann. Roman
Buch: 
Gebundene Ausgabe, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

325707395X

ISBN-13: 

9783257073959

Auflage: 

1 (23.09.2026)

Preis: 

25,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 439.959
Amazon Bestellnummer (ASIN): 325707395X

Beschreibung: 

Kalmann ist ein liebenswerter Sonderling im Dorf Raufarhöfn hoch im rauen Norden Islands. Seit ihm sein Vater einmal einen einen Cowboyhut mit einem Sheriffstern geschenkt hat, ist er außerdem der selbst ernannte Sheriff des Örtchens.

Und als solcher hat er wieder einmal gut zu tun: Während man im Ort über die geplante Lachszucht der Norweger heiß debattiert, entdeckt er eine alte Blechkiste, in der sich ein ganzer Haufen Geld befindet. Das weckt Begehrlichkeiten, und schon ist Kalmann mittendrin in einem undurchsichtigen Spiel.

Kriminetz-Rezensionen

Kalmann zum Dritten – Lesegenuss mit einem Augenzwinkern

Nachdem ich Kalmann schon zweimal begegnet bin (Kalmann im Herbst 2020 und Kalmann und der schlafende Berg drei Jahre später), wollte ich natürlich wissen, in welch Abenteuer er sich nun wieder hineinmanövriert hat. Denn nun heißt es: Kalmann schweigt. Warum es besser ist zu schweigen, erschließt sich mir, je weiter ich lese, je mehr ich in diese Geschichte abtauche.

Kalmann hat eine Schatzkarte gefunden, die ihn zu einer vergrabenen, alten Blechkiste führt. Er staunt nicht schlecht, als er sie öffnet und eine ganze Menge Geldscheine findet. Dazu einen alten, verrosteten Revolver und eine Flasche, die Hochprozentiges enthalten dürfte. Was tun? Kalmann denkt an seinen einzigen Freund Nói, der ihm rät, niemandem etwas davon zu erzählen. Sieben Millionen sollte sein Fund wert sein, ein ganz schönes Sümmchen, das bestimmt Begehrlichkeiten wecken dürfte. Zudem hat eine norwegische Firma ausgerechnet Raufarhöfn dazu auserkoren, ihre Lachszucht hier anzusiedeln, was bei den meisten Bewohnern so gar nicht gut ankommt.

Kalmanns Rädchen laufen zuweilen rückwärts, er ist wie ein liebenswertes, zu groß geratenes Kind, das zwar alles mitbekommt, aber nicht alles versteht – als ob Schneegestöber in seinem Kopf herrscht, als ob seine Gedanken seinen Aktivitäten hinterherhinken würden. Und doch checkt er ganz schön viel, der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfn. Zudem ist er, der in zweiundneunzig Tagen vierzig und damit offiziell nicht mehr jung sein wird, ein angenehmer Dorfbewohner, der sich um alle kümmern will, auch wenn er sich gelegentlich selbst im Wege steht.

Mit Kalmann hat Joachim R. Schmidt eine liebenswert verpeilte Figur erschaffen. Ein wenig tollpatschig ist er schon und doch kann er es so gar nicht haben, wenn eine Sache nicht aufgeklärt wird. So spürt er den Geldscheinen nach und als ob dies nicht genug an detektivischer Arbeit wäre, geschieht hier noch so einiges mehr – und Kalmann ist mittendrin.

Auch dieses dritte Buch um Kalmann ist – wie schon die beiden Bände zuvor – ein kurzweiliges, ein spannendes Lesevergnügen, das zuweilen zum Schmunzeln anregt. Korrektomundo.

Ein Toter im Hotpot und Watte im Kopf

Hoch oben im Norden Islands, beinahe am Polarkreis, liegt das kleine Dorf Raufarhöfn. Dort lebt der 40jährige Kalmann im Häuschen seines verstorbenen Großvaters. Er ist nicht wie jeder andere, ein bisschen wirr im Kopf und schnell ärgerlich, jedoch harmlos – so kennen ihn die Dorfbewohner und so wird er auch als selbst ernannter Sheriff von ihnen akzeptiert. Wie stets hat er viel zu tun. Eine alte Blechkiste, die er bei seinem täglichen Kontrollgang gefunden hatte, enthält neben einem Haufen alter Geldscheine auch einen Revolver und eine Flasche Branntwein. Jetzt gilt es herauszufinden, wer die Kiste versteckt hat und den heutigen Wert des Geldes zu ermitteln. Während Kalmann noch damit beschäftigt ist, wird im Ort über die geplante Lachszucht eines norwegischen Unternehmens diskutiert. Es geht heiß her zwischen den Dorfbewohnern und den norwegischen Abgesandten – und noch in derselben Nacht wird ein Toter im Hotpot von Kalmanns Nachbarin entdeckt. Die Polizei aus Reykjavik, Polizistin Birna und die angereisten Journalisten bringen Kalmanns bisher beschauliches Leben nun ganz schön durcheinander und er muss lernen, dass es auch fragwürdige Freunde gibt …
Der 1981 im Kanton Graubünden/Schweiz geborene Autor Joachim B. Schmidt entschied sich 2007, Island zu seiner neuen Heimat zu machen und erwarb sogar die dortige Staatsbürgerschaft. Nachdem er 2010 mit einer Kurzgeschichte einen Schreibwettbewerb gewann begann er Romane zu schreiben, die u. a. mit dem Crime Cologne Award und dem Glauser-Preis ausgezeichnet und zu Bestsellern wurden. Heute lebt J. B. Schmidt mit seiner Frau und zwei Kindern in Reykjavik, wo er als Journalist, Autor und Touristenführer tätig ist.
„Kalmann schweigt“ (2026 Diogenes) ist der dritte Band der Krimi-Reihe um den selbst ernannten Sheriff von Raufarhöfn. Wieder ist es dem Autor gelungen, den in seinen kognitiven Fähigkeiten eingeschränkten Kalmann als äußerst liebenswerten Menschen darzustellen. Man muss ihn einfach gernhaben, mit all seinen Schwächen und absonderlichen Eigenheiten. Joachim B. Schmidt lässt den Protagonisten selbst berichten, so dass man als Leser die Ereignisse durch seine Gedankenwelt wahrnimmt und dabei stets zwischen Bewunderung und Mitleid schwankt. Ganz nebenbei erfährt man auch einiges über die Lachszucht und die damit verbundene Gefahr für den Wildlachs. Geld und wirtschaftliche Interessen stehen dem Schutz der Landschaft und der traditionellen Lebensweise der Menschen im Dorf gegenüber.
Mit viel Witz und beeindruckender Sprachintensität führt uns der Autor an die verschiedenen Schauplätze und glänzt dabei mit seltsamen, teils etwas überspitzten Einfällen, die er gekonnt zu einem großartigen, unterhaltsamen Kriminalroman verknüpft. Unerwartete Wendungen lassen die anfangs eher ruhige und beschauliche Geschichte aufregend und sehr spannend ausklingen.
Fazit: Ein etwas anderer Kriminalroman, witzig und abgedreht komisch – und vor allem gut unterhaltend – kurzum, lesenswert!