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Kalte Havel

Der zweite Fall für Hauptkommissar Toni Sanftleben. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 240 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3740800011

ISBN-13: 

9783740800017

Erscheinungsdatum: 

19.10.2016

Preis: 

10,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 332.663
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3740800011

Beschreibung von Bücher.de: 

Am Ufer der Havel wird ein junger Mann erschossen, sein bester Freund verschwindet spurlos. Es ist der Sohn einer Potsdamer Staatsanwältin, die viele Feinde hat. Für Hauptkommissar Toni Sanftleben beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Entschlossen ermittelt er in den Beelitzer Heilstätten und an anderen gespensterischen Orten, die dem Verfall preisgegeben sind. Doch die Ruinen sind bewohnt und werden mit allen Mittel verteidigt...

Kriminetz-Rezensionen

Kalte Havel

Dies ist der zweite Band der Havelkrimis und auch hier ist das Cover wieder ein beeindruckendes Landschaftsbild.

Hauptkommissar Toni Sanftleben hat nun nach 16 Jahren seine Ehefrau wieder gefunden und er hat ein Karenzjahr genommen, da seine Frau erst wieder langsam ins Leben zurückfinden muss. Aber Staatsanwältin Caren Winter bittet ihn um Hilfe. Ihr Sohn ist verschwunden, er wurde entführt. Sein Freund Hendrik, mit dem er das Haus am Abend verlassen hat, wurde erschossen aufgefunden in der Nähe der Sacrower Kirche.

Toni beginnt zu ermitteln. Wie sich dabei herausstellt, hatte Hendrik viele Feinde. Stets war er mit der Obrigkeit in Konfrontation. Er war vorbestraft, nachdem er einen Brandsatz in ein Nebengebäude der Beelitzer Heilstätten geworfen hatte. Toni greift zunächst ins Leere. Caren wurde zwar gestalkt, aber dieser Mann kommt für die Entführung nicht in Frage. Es werden auch Hendriks Freunde vernommen, doch diese schweigen und mauern. Auch von Alexanders Vater, der mit einer jungen Frau verheiratet ist, kommen keine brauchbare Aussagen. Die Polizei dreht sich im Kreise, bis Toni dann den richtigen Riecher hat.

Hier wird genau erzählt und man erkennt, dass auch die Ermittler perönliche Probleme haben, die nicht aus der Welt zu schaffen sind. Der Leser erfährt sehr viel über Potsdam bzw. dessen Randbezirke wie z.B, das ehemalige Olympiastadion und die Beelitzer Heilstätten, die langsam verfallen aber dennoch von einem gewissen Klientel zum Unterschlupf und Verweilen dienen. Ganz besonders treffend ist die Jahreszeit, der Herbst, in dem Kriminalroman beschrieben.

Der Autor versteht es wunderbar, den Leser mit seiner angenehmen Schreibweise zu fesseln. Gekonnt wird man auf falsche Fährten gelockt, meint man den Täter entlarvt zu haben, wird dies wieder hinfällig und man bekommt eine neue Spur serviert. Alles in allem ein interessanter und aufschlussreicher Krimi. Ich hoffe, dass es noch weitere Fortsetzungen geben wird.

Toni Sanftleben ermittelt wieder

Inhalt:
Ein junger Mann wird erschossen aufgefunden, doch sein Freund Alexander, der Sohn der Staatsanwältin Caren Winter, ist seitdem spurlos verschwunden. Hauptkommissar Toni Sanftleben ermittelt wieder und die Täterjagd beginnt.

Fazit:
Mit diesem 2. Fall für den Kommissar Toni Sanftleben ist es Tim Pieper erneut gelungen, einen grandiosen Krimi zu schreiben. Meine Erwartungen waren hoch, denn mit "Dunkle Havel" hatte Tim ja bereits einen spannungsgeladenen Krimi vorgelegt und so war ich gespannt, ob oder wie er es schaffen wird.

Wenn man die Bücher von Tim Pieper liest, erfährt man neben dem Geschehen noch viel über seine Wahlheimat und man bekommt Lust, die Wirkungsstätten zu besuchen. Durch seine Sprache fühlt man direkt die Stimmung, sei es an der Kirche, als sich Hendrik zum Termin mit seinem Henker begibt oder wenn sich in den verlassenen Orten - wie den Beelitzer Heilstätten - Gruppierungen treffen.

Seitdem Toni mit den Ermittlungen betraut wird, beginnt das Verwirrspiel um den Täter. So viele Täter hat Toni gar nicht zur Auswahl, aber es kann auch kein Unbeteiligter gewesen sein, so dass nicht nur Toni der Kopf qualmt. Tim Pieper schafft es gekonnt, dass man sich mitten im Fall wiederfindet und ich persönlich habe mich gefreut, wieder "alte" Kollegen von Toni zu treffen. Phong mit seiner speziellen Art ist mir in "Dunkle Havel" schon in Erinnerung geblieben und so war das Buch auch für mich wie eine Art "Wiedersehen".

Neben dem Fall spielt auch Tonis Privatleben eine große Rolle. Jahrelang hat er seine vermisste Frau gesucht und nun, nachdem sie wieder da ist, müssen sie zueinander finden. An sehr guten Krimis mag ich immer besonders gern die Ermittlungsarbeit und Herangehensweise an den Fall, aber auch die Eigenheiten der Ermittler. Und bei Toni spielt seine Verlustangst eine große Rolle und dies treibt ihn in seinen Fällen an, diese zu lösen und nach Möglichkeit ohne viele Opfer.

Wie im täglichen Leben hat auch Toni mit Menschen zu leben/arbeiten, die man nicht unbedingt haben muss. Die in ihrer Art so sind, dass man sie am liebsten sonst wohin schießen möchte. Doch man muss in seinem Beruf damit zurecht kommen und Toni hat für sich einen guten Weg gefunden, mit seinen Gefühlen so klar zu kommen, dass er sich nicht angreifbar macht.

Besonders gut gelungen fand ich die Umsetzung im Buch, dass es Rückblicke zu dem erschossenen jungen Mann, Hendrik, gegeben hat, so dass man ein Stück weiter besser dessen "Entwicklung" verstehen kann.

Man Dank gilt Tim Pieper für diesen perfekten Krimi um die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Familie Sanftleben. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Danke auch nochmal für die tolle Widmung in meinem Rezensionsexemplar.