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Kein Mord verjährt

Der sechste Fall für die Kripo Bodensee
Buch
Taschenbuch, 240 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3744892700

ISBN-13: 

9783744892704

Auflage: 

2 (26.10.2017)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 574.984
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3744892700
Beschreibung von Janette John

»Die Seele eines Kindes ist so klar wie das Wasser. Wird sie beschmutzt, leidet man ein Leben lang.« Janette John

Angenommen DEIN Kind verschwindet spurlos.
Und Tag für Tag verfolgen DICH die gleichen Fragen.
Wo ist es? Geht es ihm gut?
Würdest DU daran zugrunde gehen?

Konstanz 2014. Als Linda Wendel am Abend von ihrer Schicht nach Hause zurückkehrt, ist ihr zehnjähriger Sohn wie vom Erdboden verschwunden. Sie glaubt, der Kleine hätte sich nur versteckt, denn es gibt weder Anzeichen für einen Einbruch noch für einen Unfall. Der Junge bleibt verschollen. Selbst eine groß angelegte Suchaktion der Polizei zeichnet keinen Erfolg.
Konstanz Jahre später. In einer Kiesgrube finden Arbeiter einen Schädel sowie die Stoffreste eines Schlafanzuges. Ein Abgleich mit dem Gebiss bringt schließlich die traurige Wahrheit ans Licht. Es ist Tim, der vermisste Junge. Doch wie ist er dorthin gekommen? Und was hat sich damals tatsächlich ereignet?

Als plötzlich eine junge Frau aus ihrer Wohnung, unweit der von Familie Wendel, verschwindet und keine Spuren hinterlässt, wird die Konstanzer Kriminalpolizei hellhörig. Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und wenn ja, welcher?

Kein Mord verjährt – wenn der Tot am Leben rüttelt bis die Seele Frieden gibt.

Bisher erschienen:
»Mit mörderischem Kalkül« (Kripo Bodensee 1)
»Per Deadline Mord« (Kripo Bodensee 2)
»Sein anderes Ich« (Kripo Bodensee 3)
»Kaum 24 Stunden« (Kripo Bodensee 4)
»Zeit voller Zorn« (Kripo Bodensee 5)
»Kein Mord verjährt« (Kripo Bodensee 6)

Alle Bücher von Janette John können unabhängig voneinander gelesen werden.

Kriminetz-Rezensionen

Kinder verlieren ist schlimmer, als selbst sterben

"An der Hoffnung hängt das Leben, an der Gewissheit hängt der Tod. So wird auf dem Lebensweg Hoffnung zur Gewissheit." (Gerd Peter Bischoff)

Als Linda Wendel nachts vom Dienst in der Klinik nach Hause kommt, fehlt von ihrem zehnjährigen Sohn Tim jede Spur. Er hatte die Verantwortung für seine beiden Geschwister, die schlafend in den Betten liegen. Drei Jahre später am Donnerstag in der Faschingszeit, als Kommissarin Nadine Andres alleine in ihrer Abteilung ist, entdeckt sie eine Frau. Verloren wartend im Gang es Polizeireviers sitzt sie, die Donnerstagsfrau, die jeden Donnerstag hoffend auf neue Nachrichten ihres Sohnes Tim erscheint. Beim Gespräch erfährt Nadine von Linda Wendel, das Tim seit drei Jahren verschollen ist. Nadine, der dieser Fall sehr nahe geht, versucht nun ihrerseits auf eigene Faust Licht in den Fall zu bekommen. Sie möchte der Mutter, die sich nach wie vor Hoffnungen macht, Klarheit zum Verbleib Tims zeigen. Jedoch der Fall scheint nicht so einfach zu sein, wie sie erhofft hatte. Dann lernt sie den suspekten Privatdetektiv Maurus kennen, einen ehemaligen Polizisten. Doch dann entdeckt man kurz vor Ostern bei Arbeiten in einer Kiesgrube einen kindlichen Schädel und Nadine befürchtet schlimmeres.

Meine Meinung:
Wieder einmal hatte ein Krimi vom Bodensee mich neugierig gemacht, da ich ja schon einige dieser Reihe gelesen hatte. Vor allem das schöne und passende Cover hat mir gut gefallen. Leider konnte mich dieses Buch nicht so begeistern wie seine Vorgänger. Die Thematik und Informationen des Plots war ganz gut, doch die Umsetzung fand ich eher etwas holprig. Schon wie beim letzte Fall wurde das Ermittlerteam viel zu schwach dargestellt, diesmal agierte fast ausschließlich Nadine Andres alleine. Ihr Chef Daniel Selzer ist, wie schon im Vorband, äußert sonderbar, worauf die Autorin leider ebenfalls nicht näher eingeht. Noch dazu geht er wieder einmal als Chef des Teams regelrecht unter. Schade ich hatte mir da doch mehr erhofft, vor allem auch, dass die Liebe von Nadine und Daniel endlich vorangeht. Traurig fand ich auch, dass in dem Fall die beiden Hobbydetektivinnen Charlotte und Maria so gut wie keine Rolle spielten. Deshalb fehlte es mir auch am nötigen Humor, der sonst zum Tragen kommt. Ich vermisste sowohl die Tiefe bei den Ermittlungen, als auch, dass es bei den Ermittlern haperte. Ebenso fand ich auch das Motiv des Täters recht schwach und hätte da doch mehr erwartet. Ich hoffe, dass der nächste Band wieder mit mehr Tiefe und Humor aufwartet, mit einem geschlossenen Ermittlerteam agiert und dass es bei Daniel und Nadine endlich einmal Klarheit gibt. Von mir darum leider nur 3 1/2 von 5 Sternen für dieses Buch.

Kein Mord verjährt

Nichts war selbstverständlich. Ein Kind zu haben bedeutete, ewig darauf acht zu geben. Wie auf einen Schatz, der behütet werden musste.

Im Falle der Familie Wendel war dieser Schatz der zehnjährige Tim, der eines Tages wie vom Erdboden verschwunden war, als seine alleinerziehende Mutter Linda von ihrer Nachtschicht im Krankenhaus zurückkehrte. Auf dem Polizeirevier ist sie drei Jahre später als „Donnerstagsfrau“ bekannt, da sie am Wochentag des Verschwindens ihres kleinen Sohnes regelmäßig zur Kriminalpolizei kommt, damit dieser nicht vergessen und die Suche nach seinem Mörder nicht eingestellt wird. Nachdem die junge Kripo-Beamtin Nadine Andres von Lindas tragischer Geschichte erfährt, gräbt sie in den alten Akten und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Durch den Fund eines Schädelknochens, der von der Rechtsmedizin eindeutig Tim zugeordnet werden konnte, bekommt der ganze Fall eine Eigendynamik – und Nadine heftet sich bald an die Fersen eines skrupellosen Serienmörders.

Ich wurde durch das eindrucksvoll gestaltete Cover auf dieses Buch aufmerksam und durfte in Janette John eine neue Krimiautorin entdecken. Bereits der Einstieg in die Geschichte zeugte von ihrem großen Geschick, dem Leser die Emotionen der handelnden Figuren nahe zu bringen. Die ersten beiden Kapitel dieses Buches sind dem spurlosen Verschwinden des kleinen Sohnes sowie der Beschreibung der Familie Wendel gewidmet. Die eigentliche Handlung beginnt drei Jahre später, mit der hübschen jungen Kriminalbeamtin Nadine Andres als Protagonistin. Die handelnden Personen wurden detailliert beschrieben und vermitteln Authentizität, man wird emotional in die Geschehnisse mit einbezogen. Das größte Augenmerk wird auf Nadine Andres gelegt, die mir im Verlauf der Handlung immer sympathischer wurde. Die Autorin bedient sich zudem einiger interessanter Nebenfiguren, wobei meine ganz spontane Zuneigung dem netten Senioren-Duo Maria Schulz und Charlotte Kaufmann galt. Die rüstige Berlinerin Maria stellt als pummelige, etwas ungebildete, sich sehr unverblümt äußernde Frau einen starken Kontrast zur gebildeten und kultivierten Dame aus Konstanz namens Charlotte dar. Und dennoch sind die beiden befreundet, scheinen sich gegenseitig durchaus zu ergänzen und teilen ihre gemeinsame Leidenschaft als Hobby-Ermittlerin.

Der Spannungsbogen wurde in diesem Buch konstant aufrechterhalten, wobei die Passagen mit den Handlungen und Gedankengängen des bis an dieser Stelle noch anonymen Mörders für zusätzliche Beklemmung sorgten. Der einnehmende und flüssige Schreibstil der Autorin sorgt in Kombination mit dem brisanten Thema dafür, dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.

Es handelt es sich hierbei um eine Taschenbuchausgabe mit außergewöhnlich anziehendem Cover. Sowohl die farbliche Gestaltung, als auch der malerische Hintergrund und der exzellente Ausdruck auf dem Gesicht des Fuchses im Vordergrund haben mich auf den ersten Blick begeistert und meine Neugier geweckt. Ich spürte bei diesem Anblick beinahe körperlich den krassen Gegensatz zur Idylle im Hintergrund – der malerischen Küstenlandschaft mit den friedlich schwebenden Möwen am Himmel – und zur latenten Gefahr, die vom wilden Tier im Vordergrund ausgeht, dessen Gesichtsausdruck und Körperhaltung bestenfalls als rätselhaft, auf alle Fälle jedoch lauernd und bedrohlich auf mich wirken.

FAZIT: Mit „Kein Mord verjährt“ durfte ich einen Kriminalroman in Händen halten, der mir ein paar spannende Lesestunden bereitet und mich ausgezeichnet unterhalten hat. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Janette John für die Zurverfügungstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken, das meine Neugier auf weitere Bände der Autorin geweckt hat.