Cover von: Das Kind der Lügen
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Das Kind der Lügen

Der zweite Fall der Weiblichen Kriminalpolizei. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3499004895

ISBN-13: 

9783499004896

Auflage: 

1 (16.08.2022)

Preis: 

12,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3499004895

Beschreibung von Bücher.de: 

Hamburg 1927: Paula Haydorn von der Weiblichen Kriminalpolizei ist vor allem genervt, als die wohlhabende Signe von Arnsberg das Stadthaus stürmt, um die Tötung ihres Hundes anzuzeigen. Aber nach wenigen Tagen kehrt die reiche Witwe zurück: Ihre kleine Tochter sei entführt worden. Die Frau wirkt verwirrt und verstrickt sich in Widersprüche. Kurz darauf zieht sie die Anzeige wieder zurück. Im Gegensatz zu ihren Kollegen glaubt Paula allerdings nicht, dass sie verrückt ist. Als in einer Brandruine Blutreste und die Fingerabdrücke des vermissten Mädchens gefunden werden, nimmt der Fall eine dramatische Wendung. Doch selbst Paula ahnt nicht, welche Abgründe sich an der Alster auftun …

Ein verschwundenes Kind, eine blutige Rache und ein Labyrinth aus Lügen – ein neuer Fall für Hamburgs erste weibliche Kriminalpolizei.

Kriminetz-Rezensionen

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Zum Inhalt:
Weibliche Polizisten sind inzwischen Normalität bei der Hamburger Polizei und Paula hat ihren Platz in der gemischten Truppe Kriminalbeamter gefunden. Trotzdem werden gewisse Probleme immer noch gerne an die weiblichen Beamten abgeschoben und als eine hysterische Frau auftaucht, die erst einen toten Hund und dann ihre Tochter als vermisst meldet, muss Paula an die Front und steckt bald in einer Tragödie.

Mein Eindruck:
Der zweite Roman ist wieder sehr spannend geschrieben und wird von Christiane Marx mit viel Gefühl gesprochen. Helga Glaesener spinnt die privaten Geschichten weiter und füllt ihren Kriminalroman mit einem guten Schuss Lokal- und Zeitkolorit. Sehr gut gefällt, wie die Autorin ihre Sprache in die Zeit bettet: Man hat wirklich das Gefühl, die Figuren zu hören, wie sich diese vor 100 Jahren unterhalten haben und Marx spielt dabei fast schon stimmliches Theater: Hysterie, Angst, Panik, Kälte – alles wird perfekt intoniert.
An manchen Stellen jedoch sind insbesondere die „guten“ Charaktere fast schon zu weitsichtig und ihrer Zeit voraus: Tierschutz, Überwindung homophober Gedanken, die volle Akzeptanz der Polizistinnen durch die Männer im Team und Überlegungen zur Barbarei der Todesstrafe waren höchstwahrscheinlich kein Thema im Deutschland zum Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts und gehören in die Kategorie „Wunschdenken und künstlerische Freiheit“. Passender erscheinen da die Einschübe mit der Großmannssucht und Kriegsfantasien der ewig Gestrigen, - die sich leider auch im echten Leben bewahrheitet haben.
Glaesener liefert ihrer Leserschaft wieder einen fantastischen Showdown mit überraschender Lösung und einem Knaller zum Schluss. Da wenigstens im Privatleben ihrer beiden Protagonisten noch Einiges ungeklärt bleibt, darf man auf eine Fortsetzung hoffen.

Mein Fazit:
Spannende Unterhaltung mit interessanten Einblicken in die Kriminalgeschichte