Cover von: Die Krieger
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Die Krieger

Ein Fall für Nick Marzek
Buch
Broschiert, 364 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3832183760

ISBN-13: 

9783832183769

Auflage: 

1 (10.11.2020)

Preis: 

16,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3832183760

Beschreibung von Bücher.de: 

Das Jahr 1984 hat gerade begonnen, die Proteste gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen hören nicht auf, im Radio läuft Joy Division. Nick Marzek, 43, gebürtiger Berliner, ist seit Kurzem Kriminalkommissar bei der Münchner Polizei. Nach dem Tod seiner Frau versucht er sich im Reichvon Franz Josef Strauß und dessen CSU ein neues Leben aufzubauen. Mit bescheidenem Erfolg.

Da ereignet sich ein verheerender Brandanschlag auf die Diskothek Liverpool im Bahnhofsviertel. Es gibt zahlreiche Verletzte, und der Druck auf die ermittelnden Beamten ist groß. Alles deutet auf Revierkämpfe im Rotlichtmilieu hin. Doch der Fall nimmt eine unerwartete Wendung: Von der italienischen Polizei wird den Ermittlern ein Bekennerschreiben zugeschickt, und Nick bleibt nichts anderes übrig, als dem Hinweisnachzugehen. Er muss nach Italien. Hilfe bekommt er dabei von Graziella Altieri, die bei der Mordkommission eigentlich als Reinigungskraft arbeitet, nun aber als Übersetzerin einspringt.

Nick und Graziella beginnen in Mailand mit ihren Nachforschungen - und müssen erkennen, dass der Fall eine politische Dimension hat …

»Einer der besten und atemraubendsten deutschen Thriller seit Jahren.« Jüdische Zeitung über »Terror«

Kriminetz-Rezensionen

Kommissar Nick Marzek – seine spezielle Herausforderung – ein ungewöhnliches Ermittlerduo

Gleich vorab, diese Kriminalgeschichte basiert auf wahre Begebenheiten, die in den 1980er Jahren in München für Aufsehen sorgten.

Kommissar Nick Marzek, ein gebürtiger Berliner, arbeitet noch nicht sehr lange bei der Mordkommission 3 in München. Er fühlt sich in seiner »neuen Heimat« immer noch fremd. Sein Schicksal ist geprägt vom frühen Tod seiner Frau. Zu seinem fast erwachsenen Sohn hat er zwar ein relativ gutes Verhältnis und doch entfremden sich die zwei immer mehr.

Im Rotlichtmilieu sind wieder mal diverse Revierkämpfe ausgebrochen. Es gibt Schwerverletzte und ganz speziell die Spurensicherung findet eine Hand, aber das dazugehörende Opfer ist nicht auffindbar. Die Gewalt eskaliert, nachdem ein grauenhafter Brandanschlag auf die Diskothek Liverpool verübt wurde. Ein paar Tage später erhält die Mordkommission betreffend dieses Brandanschlags ein Bekennerschreiben aus Oberitalien. Wer ist diese sogenannte »Gruppe LUDWIG«, auffällig ist der Gruß »Gott mit uns« und der stilisierte Reichsadler, der ein Hakenkreuz in den Klauen hält. Handelt es sich hier um eine rechtsextremistische Nazi-Gruppe? Nick wird für die weiteren Ermittlungen nach Italien geschickt. Da er kein Italienisch spricht, begleitet die Putzfrau Graziella Altieri ihn.

Ihre Ermittlungen führen die beiden über verschiedene Stationen in Oberitalien. Auf ihrer Spurensuche treffen sie auf einen Journalisten sowie auf einen pensionierten Kommissar, die den beiden sehr interessante Geschichten und Dokumente unterbreiten. Das Ganze nimmt immer mehr mystische Formen an, die weit zurückführen in Ereignisse, die vor langer Zeit geschehen sind »die Krieger des Christkönigs«. Über diesen Teil erzählt Maurer sehr ausführlich. Ich habe förmlich gespürt, hier liegt seine Stärke, eine spannende und fesselnde Kriminalgeschichte zu erzählen. Dabei scheut er sich nicht, auch sehr brutale Szenen zu schildern, die mir richtiggehend unter die Haut gingen. Gegen den Schluss verknüpft er die verschiedenen Ereignisse und Erkenntnisse gekonnt zu einem recht schlüssigen Ende. Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass Nick und Graziella immer mehr der Lösung näherkommen, ich aber weniger. Diese Art einen Kriminalfall zu lesen, war für mich eine Herausforderung.

Nick und Graziella sind wirklich ein ungewöhnliches Ermittler-Duo. Er immer noch traumatisiert wegen seiner Vergangenheit, sie lebenshungrig und temperamentvoll. Doch die beiden verstehen es, sich gegenseitig zu stützen und zu motivieren. Ihre Ecken und Kanten zeichnen die beiden Charaktere hervorragend aus. Ein richtiges Happy End gibt es nicht, doch die Erklärungen haben mich überzeugt.

Eine spannende Kriminalgeschichte. Ich hoffe, wieder mal etwas über dieses ungewöhnliche Ermittler-Duo zu lesen. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Gruppe Ludwig

Der Kriminalkommissar Nick Marzek hat sich aus privaten Gründen aus Berlin nach München versetzen lassen. Er ist dort, um den Tod seiner Frau zu vergessen und weil sein Freund Aki, der Dienststellenleiter, ihm eine neue Chance gegeben hat.

Er muss erst einmal die Gegebenheiten in München kennenlernen und dann gibt es ein Feuer auf dem Straßenstrich. Es wird kein Mordopfer gefunden nur eine abgetrennte Hand und verunsicherte Prostituierte. Während der Ermittlungen lernt er eine Prostituierte besser kennen und auch die Größen der Münchener Unterwelt. Dann gibt es ein weiteres Feuer in der Diskothek Liverpool, wobei ein Mädchen mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Nick und seine Kollegen tappen im Dunkeln, bis ein Bekennerschreiben auftaucht, in der eine »Gruppe LUDWIG« die Verantwortung übernimmt. Die Spuren dieses Briefes bringen die Kommissare auf vergleichbare Fälle in Italien. Nick macht sich auf den Weg nach Italien, Graziella, die Putzfrau aus dem Präsidium begleitet ihn, um zu übersetzen. Doch die Spuren in Italien sind sehr verzwickt und Graziella und Nick müssen noch viele Mauern durchbrechen, um die Gruppe Ludwig dingfest zu machen.

Der Roman »Die Krieger« spielt in den Achtziger Jahren in München und an verschiedenen Schauplätzen in Oberitalien, z.B. Verona, Vicenza, Padua etc. Man erfährt viel über die persönliche Situation der Beteiligten Nick und Graziella. Sie sind sehr gut beschrieben und weisen auf die Schwierigkeiten und die Einstellungen der Menschen in dieser Zeit hin. Die Prostitution in München blüht und die Verteilungskämpfe sind sehr gewalttätig. Außerdem blüht der Rechtsextremismus im Süden Deutschlands, aber auch in Italien. Die Hinweise auf die »Gruppe Ludwig« führen unser zusammengestelltes Team vor große Probleme. Die Hilfe, die ihnen von den Behörden in Italien zuteilwerden, ist sehr oberflächlich. Es ist eine Menge Material, dass aber nur unzulänglich ausgewertet wurde. Nur Solari, ein ehemaliger Polizist, unterstützt sie sehr kräftig, da er ein Opfer persönlich kannte. Die Spuren führen auch zur Loge P2 und in rechte, katholische Kreise. Für historisch bewanderte Leser ist hier eine Menge an realen Geschehnissen zu entdecken, was die Story sehr glaubwürdig macht. Spannend ist auch die Beziehung zwischen dem Kommissar Nick und der Putzfrau Gabriella. Dieses Verhältnis gibt der ganzen Geschichte noch eine persönliche Würze. Die Geschichte ist sehr gut recherchiert, was allerdings dem Verlauf nicht guttut und es einige Längen in der Erzählung gibt.

Der Krimi von Martin Maurer hat mir alles in allem sehr gut gefallen, weil es hier eine sehr fundiert recherchierte Story gibt, die in eine unterhaltsame Geschichte eingebunden ist. Es ist spannend geschrieben und lässt uns tief in die Geschehnisse der Achtziger Jahre eintauchen. Ich kann das Buch empfehlen!

Packender Polit-Krimi

Nach dem Schicksalsschlag vom Tod seiner Frau kehrt Nick Marzek seiner Heimatstadt Berlin den Rücken und wagt in München einen Neuanfang. Sein neuer Einsatzort ist die Mordkommission 3, welche am Bahnhofsviertel liegt. 

Über mangelnde Arbeit kann sich Nick nicht beschweren, die Akteure der umgebenden Striplokale und Spielhöllen halten ihn auf Trab. Nach kurzer Zeit hält ein brutaler und skrupelloser Brandanschlag ganz München in Atem. Nick wird mit den Ermittlungen betraut und die ersten Anzeichen auf Machtkämpfe rivalisierender Gangs erweisen sich als anscheinend falsche Spur, als ein Bekennerschreiben aus Italien eintrifft. Er nimmt die Verfolgung auf und erhält aufgrund von Personalmangel die Hilfe einer italienischen Putzfrau, die ihm als Übersetzerin zur Seite stehen soll. Die beiden ahnen noch nicht, was auf sie im südlichen Europa wartet …

Der Autor Martin Maurer nimmt in seinem Kriminalroman »Die Krieger« eine brisante politische Geschichte ins Visier, die auf wahren Begebenheiten beruht. Mit seinem temperamentvollen und sehr gut zu lesenden Schreibstil fängt er schnell den Charme der 80er Jahre ein. Der Hauptprotagonist Nick Marzek wird nach dem Tod seiner Frau als gezeichneter Kommissar dargestellt, der auf der Suche nach sich selbst ist und mit dem Umzug nach München seinem Leben eine neue Chance geben will. Er gerät mehr durch Zufall in einen äußerst brisanten Fall, der zunehmend komplexer wird.

Der Spannungsbogen wird mit dem grausamen Brandanschlag gut aufgebaut und über die ereignisreichen Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Die Geschichte erfordert aufgrund ihrer Komplexität schon die volle Aufmerksamkeit des Lesers und kann mit sehr gut recherchiert wirkenden Hintergrundfakten punkten. Die Entwicklung ist in ihrer Brisanz nicht vorhersehbar und sorgt damit aus meiner Sicht für spannende Unterhaltung. Das Finale hat mich als Leser ein wenig nachdenklich zurückgelassen, da es trotz der 80er-Jahre leider noch immer nicht an Aktualität verloren hat.

»Die Krieger« ist für mich ein äußerst gelungener Kriminalroman, der mit dem Charme der 80er Jahre, einer komplexen Geschichte und dem Erzähltalent des Autors überzeugen konnte. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Fakt und Fiktion über Grenzen hinweg

Nick Marzek ist fast schon ein “fiktiver klassischer, moderner deutscher Ermittler”. Er hat so seine Problemstellen, die ihn verfolgen und hält sich durch seine Arbeit aufrecht. Er hat einen Sohn der gerade erwachsen wird und ansonsten nicht viele Freunde oder Kontakte. Seine intensivsten Gespräche führt der Berliner, der nach München zog, wohl am ehesten mit Zeugen und Verdächtigen.

Hätte der Krimi eine stärkere humoristische Ader, hätte man aus dem Berlin-München-Gegensatz noch mehr rausholen können. Aber der Ton ist grundsätzlich eher sachlich und ernst, daher wird dieser Aspekt nicht zu sehr ausgereizt.

Über Zeitungsartikel, Filme und Musik wird die Atmosphäre und die zeitliche Einordnung (Achtzigerjahre) dafür gut dargestellt, ohne zu viel Raum einzunehmen.

Wichtiger sind im Krimi natürlich auch die Verbrechen. Und diese sind teilweise tatsächlich passiert. Der Autor hat in der jüngeren deutsch-italienischen Geschichte recherchiert und Fälle gefunden wo bis heute einiges unklar geblieben ist. Er verarbeitet zwei reale Personen in einem unterhaltsamen und realitätsnahen Kriminalroman.

Realitätsnah auch deshalb weil es immer wieder Kapitel gibt, die die mühselige Ermittlungsarbeit (noch dazu im Ausland und 1984) gut wiedergeben. Das macht aus “Die Krieger” nicht direkt einen bedingungslosen Pageturner. Wer sich darauf einlassen kann wird hier aber gut unterhalten. Zudem gibts einen kleinen Italienisch-Kurs und ein ausführliches Nachwort von Martin Maurer. Hier wird angedeutet, dass Nick weitere Auftritte bekommen soll. Das lässt hoffen und verzeiht so manchen losen Faden am Ende.