Cover von: Der Kuckucksjunge

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Der Kuckucksjunge

Der zweite Fall für Kommissarin Naia Thulin. Thriller
Buch
Broschiert, 672 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3442317940

ISBN-13: 

9783442317943

Auflage: 

1 (24.12.2025)

Preis: 

17,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 355
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442317940

Beschreibung: 

»Ein weiteres Meisterwerk des Dänen!« NZZ am Sonntag

Ich sehe dich. Ich höre dich. Und dann bin ich dir ganz nah …

Hab dich. Das ist die letzte Nachricht auf Silje Thomsens Handy, ehe die geschiedene Mutter an einem verregneten Februartag in Kopenhagen spurlos verschwindet.

Kommissarin Naia Thulin ist sofort alarmiert. Denn genau diese Botschaft bekam auch eine 19-jährige Schülerin, kurz bevor sie ermordet wurde. Steckt derselbe Täter dahinter?

Naia muss ausgerechnet mit dem verschlossenen Mark Hess zusammenarbeiten, den sie nach ihrem letzten gemeinsamen Fall um den »Kastanienmann« nicht mehr wiedersehen wollte.

Doch bevor sie einer ersten Spur folgen können, wird eine brutal zugerichtete Frauenleiche gefunden – und es gibt einen neuen Vermisstenfall. Die letzte Nachricht auf dem Handy des Verschwundenen: Hab dich …

Kriminetz-Rezensionen

Dänisches Thriller-Highlight!

Mehr als sechs Jahre mussten wir auf einen neuen Fall mit Naia Thulin und Mark Hess warten, aber es hat sich definitiv gelohnt.
In seinem neuen Thriller „Der Kuckucksjunge“ hat Søren Sveistrup erneut einen sehr spannenden und zugleich düsteren Einstieg gewählt, der mich sofort fesselte.
Hab dich. Das ist die letzte beunruhigende Nachricht auf dem Handy einer geschiedenen Mutter, bevor sie spurlos aus Kopenhagen verschwindet. Naia Thulin wird zu dem Vermisstenfall hinzugezogen und erkennt sofort die Brisanz, denn exakt dieselbe Nachricht erhielt eine 19-jährige Schülerin, bevor sie brutal ermordet wurde. Erneut soll Thulin mit Mark Hess, ihrem ehemaligen Partner aus dem Fall des „Kastanienmanns“ zusammenarbeiten, dem sie eigentlich aus dem Weg gehen wollte. Doch ihr bleibt keine Wahl, als die Leiche der Verschwundenen auftaucht und es einen weiteren Vermisstenfall gibt. Während weitere Leichen auftauchen und neue Menschen verschwinden, verdichtet sich der Verdacht, dass ein Serienmörder am Werk ist, der ein perfides Spiel treibt.

Sveistrup beweist erneut, dass er zu den ganz Großen des skandinavischen Thrillers zählt. Sein Schreibstil ist klar, atmosphärisch dicht und enorm spannungsgeladen. Hier erkennt man den Drehbuchautor, denn es gelingt ihm ein fast filmisches Lesegefühl zu erzeugen. Kurze Kapitel mit Cliffhangern und wechselnden Perspektiven sorgen zusätzlich für ein hohes Lesetempo und halten die Spannung konstant aufrecht. Der genial konstruierte Plot fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und macht es sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl das Buch über 600 Seiten hat, fand ich keine einzige Zeile überflüssig und ich habe es förmlich verschlungen.

Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet. Naia Thulin überzeugt erneut als starke, aber verletzliche Ermittlerin, während Mark Hess mit seiner Verschlossenheit und inneren Zerrissenheit zusätzliche Tiefe in die Geschichte bringt. In einer Nebenhandlung erfahren wir mehr über seinen familiären Hintergrund, nämlich seine Beziehung zu seinem älteren Bruder Jon, was ihn im Verlauf der Handlung nahbarer macht. Die komplizierte Arbeitsbeziehung der beiden, ihre persönlichen Schwächen und inneren Konflikte verleihen der Geschichte emotionale Tiefe und machen sie greifbar.

Fazit: „Der Kuckucksjunge“ ist ein packender und meisterhaft konstruierter Thriller, dessen Sog man sich kaum entziehen kann. Er ist ein würdiger Nachfolger des „Kastanienmanns“ und Fans von düsteren Nordic Noir-Thrillern werden voll auf ihre Kosten kommen. Allerdings sind starke Nerven gefragt. Für mich war es mein Thriller-Highlight in 2025!

Hab dich

In Kopenhagen verschwindet eine geschiedene Mutter spurlos. Kurz zuvor bekommt sie auf ihr Handy noch die Nachricht "Hab dich" geschickt. Genau die gleiche Botschaft bekam eine 19-jährige Schülerin vor einigen Jahren auch geschickt, kurz bevor sie ermordet worden ist. Steckt möglicherweise derselbe Täter dahinter? Kommissarin Naia Thulin ist sofort alamiert. Sie muss ausgerechnet mit Mark Hess erneut zusammenarbeiten. Doch bevor sie ihrer ersten Spur folgen können, taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf und eine weitere Person wird vermisst, wieder mit derselben Nachricht.

"Der Kuckucksjunge" ist im Prinzip eine Fortsetzung mit Naia Thulin und Mark Hess. Man muss den Vorgänger "Der Kastanienmann" aber nicht zwingend kennen. Der Fall ist in sich selbst abgeschlossen und die notwendigen Informationen zu den beiden Hauptprotagonisten werden so eingestreut, dass man ihnen dennoch schnell nahekommt.

Die Handlung wird im Wechsel aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zudem wurde hier auch in einzelne Teile geteilt und man erlebt die schwierigen Ermittlungen in der Gegenwart sowie was in der Vergangenheit passiert ist. Das sorgt für Abwechslung und macht den Fall vielschichtig. Der Spannungsbogen wird überwiegend auf einem Level gehalten. Hin und wieder gibt es Spannungshöhepunkte mit Nervenkitzel, die jedoch relativ schnell wieder abflachen. Dann plätschern die Ermittlungen wieder vor sich hin. Man hat das Gefühl es geht nicht vorwärts.

Der Fall selbst ist komplex und die Ermittlungen gestalten sich entsprechend schwierig. Die Wendungen in dem Fall sind gut gemacht. Man glaubt den Täter zu kennen, nur um dann doch wieder auf eine falsche Fährte geführt zu werden. Die Auflösung kann für viele überraschend kommen, allerdings hatte ich recht schnell den richtigen Riecher. Die Auflösung ist sehr schlüssig, doch ein etwas kraftvollerer Showdown wäre wünschenswert gewesen nach so einem langen Aufbau.

Thulin und Hess sind interessante, aber nicht immer einfache Charaktere. Hess wirkt verschlossen, während Thulin mit ihrer Sturheit aneckt. Beides passt zu ihnen, nimmt aber manchmal zu viel Raum ein. Das Privatleben der beiden ist gut eingebunden, rückt jedoch gelegentlich zu sehr in den Vordergrund und bremst den Kriminalfall aus. Marie Holst, die Mutter der 19-jährigen Caroline, fand ich mit ihrem Verhalten sehr nervig und sehr unsympathisch.

Der Schreibstil ist flüssig und mit den bildhaften Beschreibungen der Jahreszeit mit Schnee und Kälte wurde eine tolle Atmosphäre geschaffen.

Mein Fazit:
Ein atmosphärisch starker Thriller mit einem komplexen Fall, aber dennoch mit einigen Längen. Ich vergebe trotzdem eine Leseempfehlung.