Küstenwut

Henriette Honig ermittelt zum zehnten Mal. Ostfrieslandkrimi

Seiten: 

120

Verlag: 

ISBN-10: 

3955739449

ISBN-13: 

9783955739447

Auflage: 

1 (15.03.2019)

Preis: 

3,99 EUR
Schauplätze: 

Krimitags: 

Amazon-Bestseller-Rang: 3.738
Amazon Bestellnummer (ASIN): B07PMLSJ13
Beschreibung von Rena Larf

Düstere Schatten der Vergangenheit liegen über dem ostfriesischen Küstenort Neuharlingersiel. Vor achtzehn Jahren ist eine junge Mutter zu einem abendlichen Spaziergang an den Hafen aufgebrochen – nie kehrte sie zurück. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag erhält die Tochter der Verschollenen einen anonymen Strauß Blumen. Maybrit de Buhr ist fest davon überzeugt, dass die Blumen ein Lebenszeichen ihrer Mutter sind. Wusste sie keinen anderen Ausweg, als woanders ein neues Leben zu beginnen? Maybrit beauftragt die Privatdetektivin Henriette Honig, damit endlich die Wahrheit ans Licht kommt. Was ist damals in Neuharlingersiel geschehen? Henriette Honig und ihre Nichte Jantje ermitteln im familiären Umfeld der Vermissten und stoßen auf viel Wut und Hass. Und gerade als sie glauben, den Geheimnissen der Vergangenheit auf die Spur zu kommen, katapultiert ein Mord sie unsanft in die Gegenwart zurück …

Kriminetz-Rezensionen

Was ist damals passiert?

Maybrit de Buhr möchte endlich wissen, ob ihre Mutter vor achtzehn Jahren wirklich nur einfach so verschwunden ist. Sie kam seinerzeit von ihrem täglichen Spaziergang zum Hafen nicht mehr zurück. Ihre Tante Emmi, die sie danach aufgezogen hat, und ihr Vater wollen über das Thema nicht mehr reden. Aber Maybrit will einfach nicht glauben, dass ihre Mutter sie so einfach verlassen hat. Seit sie achtzehn geworden ist, erhält Maybrit einen Blumenstrauß zum Geburtstag und ist daher überzeugt, dass ihre Mutter noch lebt. Nun hat sie sich endlich aufgerafft und bittet die Privatdetektivin Henriette Honig, die Sache aufzuklären. Henriette macht sich also mit ihrer Nichte Jantje an die Nachforschungen. Dann gibt es einen Toten im Umfeld der de Buhrs.

Dies ist bereits der zehnte Band um die Privatdetektivin Henriette Honig; für mich war es der erste Fall. Dieser recht kurze Krimi war schnell gelesen.

Obwohl es eher ruhig zugeht, ist es doch von Anfang an spannend. Genau wie Maybrit will man wissen, was damals geschehen ist. Aber ist es überhaupt möglich, nach achtzehn Jahren noch etwas herauszufinden? Henriette und Jantje tun auf jeden Fall ihr Bestes.

Die Charaktere sind alle sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Nicht nur die Privatdetektivinnen mochte ich von Anfang an, auch Maybrit war mir gleich sympathisch. Ich konnte ihren Wunsch nach Klarheit gut nachvollziehen. Ihr Vater ist mundfaul und will alles unter Kontrolle haben und Tante Emmi ist tüttelig. Doch auch die Damen vom Bücherclub sind gut dargestellt, sie tratschen gerne und sind sehr neugierig.

Ob Johanne wieder auftaucht? Das verrate ich natürlich nicht. Mein Bauchgefühl hat mich jedenfalls nicht getäuscht. Es bleibt aber bis zum Schluss spannend.

Ein unterhaltsamer und spannender Küstenkrimi.

Cold Case in Neuharlingersiel?

„Küstenwut“ von Ele Wolff, erschienen im Klarant-Verlag, ist schon der 10. Fall für die umtriebige Privatdetektivin Henriette Honig.

Der Wunsch von Maybrit de Buhr Klarheit über ihre vor 18 Jahren plötzlich verschwundene Mutter zu erhalten, ist schon eine Herausforderung der besonderen Art. Lassen sich nach so langer Zeit noch Spuren finden? Doch die sympathische Henriette Honig schreckt auch vor diesem Fall nicht zurück und beginnt im Umfeld von Maybrit zu ermitteln. Ihr Handwerk hat sie bei ihrem Vater gelernt, von dem sie auch die Detektei übernommen hat. Sie geht systematisch vor und greift auch gelegentlich zu kleinen Tricks, um Leute zum Reden zu bringen und kein Misstrauen zu erwecken. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Nichte Jantje, die nur ein wenig älter als Maybrit ist und als frühere Freundin in die Familie eingeführt wird.

Dank des flüssigen Schreibstils der Autorin fliegen die gut 100 Seiten nur so dahin. Es ist erstaunlich, wie präsent die Vergangenheit bei einigen Menschen noch ist. So erfährt der Leser mit Maybrit viel Interessantes. Durch die Recherchen in Leer und Norden sind ostfriesische Atmosphäre und Flair immer gegeben. Es wird oft Tee mit Kluntjes getrunken, Kaffee ist eher die Ausnahme. Die vorgestellten Personen werden sehr anschaulich beschrieben. Ihre Eigenarten und Besonderheiten sind gut ausgearbeitet. Der wortkarge Vater und die etwas tüttelige Tante Emmi, bei denen Maybrit aufgewachsen ist, sowie seine Exfrau Silke, gehören nicht unbedingt zu den sehr sympathischen Zeitgenossen.

Über den Inhalt möchte ich natürlich nichts weiter verraten, aber das Ende dieser nicht alltäglichen Geschichte war für mich absolut nachvollziehbar. Der Krimi lässt sich flüssig lesen und die Spannung steigt stetig an, bis zu einem Schluss, mit dem ich nicht gerechnet habe. Henriette Honig hat wieder einmal den guten Ruf ihrer Detektei bestätigt.

Aus meiner Sicht ist das Buch eine klare Leseempfehlung, für alle die einen spannenden und ungewöhnlichen Ostfrieslandkrimi lesen wollen. Gern vergebe ich 5 Sterne.

Mein Dank gehrt an den Klarant-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine ehrliche Lesermeinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Familiendrama

18 Jahre nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Mutter hält Maybrit de Buhr das Schweigen ihres Vaters und ihrer Tante nicht mehr aus. Sie beauftragt die Privatdetektivin Henriette Honig mit der Spurensuche.

Die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt, zwei Tage nach dem Verschwinden ging ein Erpresserbrief ein, aber das Geld wurde nie abgeholt. Danach gab es kein Lebenszeichen mehr. Längst ist auch das Gerede verstummt, das nach dem Verschwinden in Neuharlingersiel umging. Die Meisten verdächtigten Johanne de Buhr abgehauen zu sein und ihr Verschwinden nur vorgetäuscht zu haben. Maybrit ist ebenfalls überzeugt, dass ihre Mutter lebt, vor allem seit sie immer an ihrem Geburtstag einen anonymen Blumengruß erhält.

Honig nimmt den Fall an, obwohl es wenig Anhaltspunkte für neue Ermittlungen gibt, sie ist aber neugierig geworden durch die Schweigsamkeit von Ehemann und Schwägerin und aus diversen Bemerkungen scheint ihr die Ehe der de Buhrs nicht sonderlich glücklich gewesen zu sein. Auch die Ex-Frau hat nach fast 30 Jahren den Hass auf ihre Nebenbuhlerin noch nicht überwunden und ihre Tiraden machen sie verdächtig. Dann gibt es noch einen Toten und hier ist es klar, dass es Mord war.

Der Detektivroman von Ele Wolff ist eine eher leise Geschichte. Nach und nach gräbt ihre Detektivin alte Hinweise und Spuren aus. Das ist durchaus spannend und auch die intensive Beschäftigung mit der Familiengeschichte hält einige Überraschungen bereit. Mich hat hier auch eher die psychologische Darstellung der beteiligten Personen überzeugt, auch wenn ein oder zwei Konstellationen mir fast überzogen vorkamen. Gut gefallen hat mir, dass der Roman ganz ohne Gewaltdarstellung auskam, es braucht nicht immer explizite Gewalt um einen spannenden Kriminalroman zu schreiben.

Es ist der 10. Band einer Reihe um die Detektivin Henriette Honig und ihrer Nichte Jantje, aber auch als Erstleserin hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten in den Fall zu finden, denn er ist abgeschlossen und es gibt keine Bezüge zu früheren Bänden. Gefallen hat mir das Ermittlerinnen-Gespann sehr gut. Sie agieren realistisch, ihre Schlussfolgerungen sind absolut nachvollziehbar und so finden am Ende auch alle Handlungsfäden schlüssig zusammen.