Cover von: Der letzte Gast
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Der letzte Gast

Kriminalroman
Buch
Broschiert, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3492061060

ISBN-13: 

9783492061063

Erscheinungsdatum: 

02.05.2018

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 277.063
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3492061060

Beschreibung von Bücher.de: 

München. Ein Tag wie jeder andere. Die Dogwalkerin Mia bringt Albert, den Dackel ihrer schwer kranken Kundin Berna, zurück. Die alte Dame erwartet sie bereits an der Tür, sie wirkt benommen und fahrig, behauptet, ihr Neffe sei zu Besuch, und schickt Mia mit der Bitte fort, in zwei Stunden noch einmal wiederzukommen. Später reagiert sie jedoch nicht auf ihr Klingeln. Alarmiert dringt Mia in das Haus ein und findet dort Spuren einer heftigen Auseinandersetzung. Sie entdeckt Berna, die erdrosselt in ihrem Bett liegt. Von diesem Moment an ist sie für die Polizei eine wichtige Zeugin - und für den Täter eine ernst zu nehmende Gefahr.

Kriminetz-Rezensionen

Wer war tatsächlich der letzte Gast?

Maria-Antonia Kaminski, genannt Mia, eine 34-jährige Dogwalkerin kümmert sich in München um verschiedene Hunde, wenn die Besitzer keine Zeit fürs Gassi gehen oder auch für die Erziehung des Hundes haben. Berna Kiening und ihr Pudel Coco zählen zu ihren Kunden. Berna leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit und hat deshalb beschlossen, in 4 Wochen ihr Leben in der Schweiz zu beenden. Die Familie ist gegen ihre Entscheidung, aber Berna ist fest entschlossen und will sich nicht umstimmen lassen. Der Notar hat ein neues Testament aufgesetzt, das sie nur noch unterschreiben muss, und sie hat auch bestimmt, wer ihren Pudel übernehmen soll. Mia kümmert sich deshalb mehr als sonst um Coco und darf das Haus mittels eines Fingerabdrucktüröffners auch selbständig betreten. Bei ihrem letzten Besuch kommt Mia Berna verstört vor, sie macht eine zunächst unverständliche Bemerkung und verabschiedet sich, als ob es schon für immer wäre. Und als Nächstes findet Mia die tote Berna. Sie ruft den Hausarzt, einen Freund der Familie, der feststellt, dass Mia erdrosselt wurde. Ludwig Scherf und sein Kollege Traugott Tannreuther von der Kripo in München übernehmen die Ermittlungen.

Mia lässt die Angelegenheit jedoch nicht los, sie macht sich ihre eigenen Gedanken zu dem letzten Satz von Berna und rekonstruiert für sich immer wieder den zeitlichen Ablauf. Sollte wirklich der Neffe Niko der Täter sein? Alles spricht dafür, aber warum? Spielen Firmeninterna eine Rolle? Wer hätte einen Vorteil, wenn Berna vorzeitig stirbt und nicht mehr in die Schweiz reisen kann bzw. wenn sie das Testament nicht mehr unterschreiben könnte? Die Ermittlungen der Polizei laufen mehr im Hintergrund, hauptsächlich geht es um Mia und ihre Nachforschungen. Allerdings wird sie bald auch persönlich bedroht und findet sich in gefährlichen Situationen wieder. Vor allem als auch noch ihre nette Nachbarin Grete, mit der sie nachts des Öfteren ein Zigarettchen im Park geraucht hat, tot im Gebüsch gefunden wird. Aber mit einem Mal macht es Click, sie zieht die richtigen Schlüsse und erkennt den Täter.

Die Autorin präsentiert dem Leser mit Mia als Dogwalkerin eine neue, interessante Protagonistin. Sie beschreibt auch ihr Privatleben, samt Flirt mit einem Hundebesitzer und die Wohngemeinschaft bzw. Nachbarschaft zu Grete sehr liebevoll und jeder würde sich einmal gerne an den Küchentisch zu ihnen setzen und dort einen besonderen Satz aufschreiben. Gerade Grete und ihre nächtlichen Ausflüge mit Mia wurde sehr menschlich beschrieben, ebenso die Ängste ihrer Tochter Ute. Für die ermittelnden Beamten ist Mia aber eigentlich nur eine Zeugin, deren Glaubwürdigkeit manchmal infrage gestellt wird, weil sie die Polizei nicht immer zeitnah über ihre Erkenntnisse informiert. Deshalb macht sie sich nicht unbedingt beliebt mit ihren eigenen Nachforschungen. Lediglich Tannreuther ist interessiert an ihren Gedanken und geht ab und zu mit ihr und den Hunden in den Park, um von ihr auf den aktuellen Stand gebracht zu werden.

Sabine Kornbichler lenkt die Aufmerksamkeit immer wieder auf andere Verdächtige, schürt die Zweifel und lässt die Leser miträtseln. Die Aufklärung ist am Ende schlüssig, der Fall endet mit einem gefährlichen und dramatischen Finale. Hierbei möchte ich positiv erwähnen, dass der Showdown realistisch beschrieben wird und nicht, wie ich es teilweise bei amerikanischen Autor(inn)en erlebt habe, überzogen.

Dieser Krimi ließ sich spannend lesen, ich konnte das Buch quasi nicht mehr aus der Hand legen. Die Figuren waren durch die Bank einfühlsam beschrieben. Natürlich gab es in der Familie auch Personen, die mir persönlich nicht sympathisch waren, ich denke hier vor allem an Gundula, andere hingegen haben sich im Laufe der Handlung für mich zum Positiven verändert.

Der letzte Absatz des Buches mit den Gedanken von Tannreuther bilden einen sehr guten Abschluss.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!