Cover von: Lost in Fuseta - Spur der Schatten
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Lost in Fuseta - Spur der Schatten

Der zweite Fall für Kommissar Leander Lost, Ein Portugal-Krimi
Buch
Taschenbuch, 400 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3462051245

ISBN-13: 

9783462051247

Erscheinungsdatum: 

12.04.2018

Preis: 

14,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 1.229
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3462051245

Beschreibung von Bücher.de: 

»Mit Leander Lost hat der Autor eine faszinierende Ermittlerfigur erschaffen.« Hamburger Abendblatt.

Nach dem fulminanten Start seiner Krimireihe um Leander Lost, den so ungewöhnlichen wie liebenswerten Hamburger Kommissar in Diensten der portugiesischen Policia Judiciária, führt uns Gil Ribeiro mit »Lost in Fuseta - Spur der Schatten« in einen äußerst spannenden Fall, dessen Hintergründe um die koloniale Vergangenheit Portugals kreisen.

»Ich hab das Gefühl, ich bin jetzt angekommen«, hatte Leander Lost schwer verletzt, aber glücklich zu seinen neuen portugiesischen Kollegen gesagt, nachdem sie in ihrem ersten Fall den schmutzigen Geschäften eines Wasserversorgers an der Algarve auf die Schliche gekommen waren - und nachdem Lost endlich verstanden hatte, wie man einen gelungenen Witz macht. So stürzt sich der schlaksige Deutsche und Asperger-Autist gemeinsam mit Graciana Rosado und Carlos Esteves in die Ermittlungen um eine ermordete Kollegin - zumal er fasziniert ist von der Tochter der Toten, die ähnlich eigenwillig auf die Welt zu blicken scheint wie er.

Schon bald führen die Zeugenbefragungen das Trio auf die Spur einer politischen Aktivistin aus Angola, die zu Besuch in Lagos, dem Geburtsort ihres Vaters, ist - und deren Aufenthalt in der ehemaligen Kolonialmacht Portugal sogar das Lissaboner Innenministerium aufschreckt ...

Erneut erzählt Gil Ribeiro mit Dialogwitz und einer solchen Herzenswärme von Lost und seinen Kollegen - man möchte am liebsten sofort an die Algarve reisen, um diese fantastischen Leute kennenzulernen und mitzuermitteln.

Kriminetz-Rezensionen

Der Deutsche in Portugal ermittelt wieder

★★★★★

Leander Lost ist ein Austausch-Polizist. Als wäre das nicht schon speziell genug, ist er noch Asperger-Autist, hat ein eidetisches Gedächtnis und ist unfähig zu lügen. Das macht ihn unverwechselbar und führt immer wieder zu lustigen, aber auch anstrengenden Szenen. Als ihn Rosado und Estevez um Hilfe bei der Suche nach einer vermissten Kollegin bitten, ist er sofort bereit zu helfen. Schnell wandelt sich der Fall und Lost hat mit seiner Arbeit und sich selbst alle Hände voll zu tun …

In diesem Buch gibt es eine ganze Reihe außergewöhnlicher Charaktere. Dennoch wirkt es nicht so grotesk, wie die Eberhofer-Krimis (die ich mal mag, mal nervig finde). Alles in sich ist stimmig und der Leser bzw. Hörer bekommt viel Portugal-Flair geboten. Auch die kulinarischen Leckereien kommen nicht zu kurz und ich persönlich hatte das halbe (Hör-)Buch durch Hunger!

Das Privatleben – besonders von Leander Lost – wird recht intensiv geschildert und ja, dadurch gerät der Kriminalfall teils ins Hintertreffen, aber mir persönlich hat das sogar sehr gefallen. So war das Buch weniger „technisch“, mehr aus dem Leben und sehr lebendig. Die Gedankengänge von Lost sind teils extrem speziell, aber bei genauerer Betrachtung auch absolut treffend. Wunderbar, wie er mit seiner Besonderheit umgeht, sie kennt und akzeptiert und versucht, damit anderen nicht zu sehr zur Last zu fallen. Immer gelingt ihm das nicht, aber schon der Versuch ehrt ihn.

Der Krimi selbst ist sogar eine kleine Lehrstunde in portugiesischer Geschichte. Das meine ich äußerst positiv!

Insgesamt bekam ich hier einen Krimi, der sich deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Für Fans knallharter Ermittlungen ist er sicher nicht sehr geeignet, aber für alle, die gern unterhalten werden möchten, alles nicht zu bierernst sehen und dennoch „nebenbei“ einen Kriminalfall genießen möchten. Für mich ist Lost mit Wilsberg zu vergleichen. Da geht es auch viel um die einzelnen Personen und eine Spur weniger um den Fall, doch am Ende passt alles super ineinander.

Ein ganz besonderes Lob an Andreas Pietschmann, der das Hörbuch perfekt eingelesen hat. Er haucht den Figuren so spielerisch Leben ein. Sein Spanisch/Portugiesisch klingt, als sei es seine Muttersprache. Dadurch hatte ich noch mal so viel Freude am Krimi.

Ich bin jedenfalls Fan geworden: fünf Sterne!

Gelungene Fortsetzung

Leander Lost ist jetzt ein halbes Jahr in Fuseta. Im Austauschprogramm von Europol hat er seinen Hamburger Arbeitsplatz mit einem Kollegen der portugiesischen Kleinstadt getauscht. Er fühlt sich angenommen, trotz der Schwierigkeiten in der Kommunikation durch sein Asperger-Syndrom. Aber seine Inselfähigkeiten haben schon mehrfach bei der Lösung komplizierter Sachverhalte geholfen und das Verhältnis mit den Kollegen ist besser, als es in Hamburg je war. Außerdem gibt es da noch Soraia, die Schwester von Subinspektorin Graziana Rosada.

Als eine zuverlässige Kollegin nicht zum Schichtwechsel erscheint, wir Subinspektorin Rosada stutzig. Auch in der Wohnung gibt es keine Spur der Kollegin, lediglich ihr Handy liegt dort. Obwohl es noch keine Lösegeldforderung gibt, weist vieles auf eine Entführung hin. Gleichzeitig soll die Dienststelle für die Sicherheit einer Angolanerin sorgen, die für ihre NGO eine Rede vor dem Parlament halten möchte. Als die Tochter der Entführten anreist, ist Lost positiv überrascht, sie haben eine sehr ähnliche Sicht auf die Welt. Bald scheinen die beiden Aufgaben sich zu überschneiden und die Zeit läuft …

Schon vom ersten Band war ich begeistert und es ist schwer, mit einem Nachfolger meine hohen Erwartungen zu erfüllen. Gil Ribeiro ist das gut gelungen. Ich habe mich sofort wieder nach Portugal versetzt gefühlt und Leander Lost ist als Anti-Held die ideale Besetzung für diese außergewöhnlichen Krimis.

Mir gefiel der Plot, der temporeich ist, aber trotzdem immer auch Zeit für eine kleine mediterrane Pausen hat. Wenn die Familie Rosada zusammensitzt und Leander sich behaglich und beschützt fühlt. Wenn es um portugiesische Spezialitäten geht, die zu den diversen Mahlzeiten gereicht werden. Kollege Carlos Estevez trifft man sehr selten ohne einen Vorrat kleiner Köstlichkeiten an. Der Fall führt bald in die nicht immer ruhmreiche Geschichte Portugals als Kolonialmacht und die Kollegen der Policia Judicaiaria sind gefordert.

Aber am besten gefällt mir, wie der Asperger Leander Lost dargestellt ist. Seine Probleme mit der nonverbaler Kommunikation ergeben immer wieder urkomische Szenen, ohne dass sie auf Kosten dieser Einschränkung gemacht werden. Im Gegenteil: wenn sich Lost auch als Mensch mit Mängeln sieht, wird den Kollegen immer mehr klar, dass das auch Stärken sein können. Seit Lost in einem Antiquariat den Ratgeber „Kompendium sinnloser Sätze“ eines völlig unterschätzten Autors namens Dan B. Tucker gefunden hat, kann er auch jede Situation mit einer Phrase retten. Das „meinen Sie“ oder „was sie nicht sagen“ kommt nun schon sehr flüssig von den Lippen.

Kurz gesagt: Für mich eine absolut gelungene Fortsetzung und ein echter Wohlfühlkrimi, in dem auch Spannung und Tempo sehr hoch bleiben und bei dem mir auch das Hintergrundthema sehr gefallen hat.

Leander Lost ermittelt weiter

Lost in Fuseta II – Spur der Schatten, Portugal-Krimi von Gil Ribeiro, 390 Seiten, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.

Der Hamburger „Austausch-Kriminaler“ Leander Lost ermittelt in seinem zweiten portugiesischen Fall. Leander Lost ist etwas Besonderes, ein Asperger-Autist, Eidetiker, liebenswerter Hamburger Kommissar in Diensten der portugiesischen Policia Judicária. Zusammen mit Sub-Inspektor Graciana Rosado und Carlos Esteves ermittelt er in seinem neuesten Fall. Eine Kollegin ist verschwunden. Als sie tot aufgefunden wird, wird an der Algarve wieder auf Hochtouren kriminalisiert, durch seine eidetischen Fähigkeiten ist er eine Bereicherung für die portugiesischen Kollegen, können sie zusammen den neuen Fall lösen?

Ich habe Lost in Fuseta I als Hörbuch gehört und mich schon sehr auf den neuen Band gefreut. Durch meine Vorkenntnisse war ich mit „Land und Leuten“ schon vertraut und konnte mich von Anfang an auf den neuen Fall einlassen. Zwar ist es nicht zwingend notwendig, den Vorgängerband zu kennen, aber es erleichterte mir die Lektüre enorm. Die Spannungskurve steigt langsam. Ich konnte dem Plot jederzeit folgen. Ribeiro spart nicht mit kursiv gedruckten portugiesischen Redewendungen, Straßen, Landschaften, Speisen und Namen. Damit habe ich mich schwer getan, das Hörbuch fiel mir leichter. Für meinen Geschmack hätte ich so manchen Ausdruck gerne übersetzt gehabt, dies mag ich bei italienischen Phrasen gerne, hier war es mir fremd und störte meiner Meinung nach den Lesefluss.

Die Handlung geht über einen Zeitraum von sieben Tagen, die auf 34 Kapitel aufgeteilt sind. Das war hilfreich, weil sehr übersichtlich. Der Plot teilt sich in zwei Erzählstränge, die der Autor im auktorialen Erzählstil verfasste. Der Haupt-Teil aus der Sicht der Ermittler und ein Nebenstrang. Dieser beschreibt das Tun der Entführer. Und genau hier hatte ich am Anfang Probleme, mit diesem Geschehen und den Personen konnte ich zu Beginn so gar nichts anfangen. Nach zwei Dritteln des Buches klärt sich der Sachverhalt und ab da konnte mich die Handlung erst so richtig fesseln und mitreißen.

Insgesamt erfährt der Leser sehr viel über Asperger-Autisten und wie sie das Leben sehen, das zeugt von fundiertem Fachwissen des Autors, ich hätte aber lieber mehr über die Arbeit der Kriminaler und über Täter und Opfer erfahren. Nebenbei erhält der Leser auch noch einen kleinen Einblick in die koloniale Vergangenheit Portugals. Die handelnden Personen waren hervorragend charakterisiert und liebevoll gezeichnet. Natürlich war Leander meine Lieblingsperson. Der Protagonist ist wirklich ein sehr liebenswerter Mensch, der so offen und ehrlich und in manchen Situationen auch mal unbeholfen agiert, woraus sich so manche nette Situationskomik ergab. Mit seiner Inselbegabung, seinem fotografischen Gedächtnis, konnte er wieder einmal viel zur Lösung des Falls beitragen, er scheint sogar mit „Familienanschluss“, erfolgreich in Portugal angekommen zu sein. Die Sub-Inspektoren Rosado und Esteves sind äußerst sympathisch, ich mochte beide richtig gerne. Obwohl ich Teil zwei schwächer als den ersten fand, hoffe ich, dass es an der Algarve noch so manchen Fall zu lösen gibt, gerne bin ich wieder mit dabei.