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Lügenmeer

Roman
Buch
Broschiert, 320 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3570103536

ISBN-13: 

9783570103531

Erscheinungsdatum: 

11.03.2019

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 12.583
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3570103536

Beschreibung von Bücher.de: 

Eine traumatische Nacht. Trügerische Erinnerungen. Und eine verstörende Wahrheit ...

Früher waren sie das Traumpaar der Jugend-Clique: der beliebte Magnus und die schillernd-faszinierende Milla. Und Svenja, die beste Freundin von beiden, als dritte im Bunde. Bis Milla bei einer nächtlichen Party im Freizeitbad auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Magnus gilt schnell als der Schuldige, wird ohne handfeste Beweise aus seiner norddeutschen Heimatstadt vertrieben.

Neunzehn Jahre später kehrt er als erfolgreicher Anwalt zurück, um endlich die Wahrheit herauszufinden. Svenja fiebert dem Wiedersehen entgegen und hat gleichzeitig Angst: Was hat Magnus vor? Wird er die alten, kaum verheilten Wunden wieder aufreißen? Und wie soll sie ihm erklären, dass sein schlimmster Kontrahent von damals ihr Ehemann geworden ist? Schritt für Schritt entlarvt Magnus das Gespinst von Lügen, das über der Todesnacht liegt. Und löst damit, ohne es zu ahnen, eine neue Katastrophe aus ...

Kriminetz-Rezensionen

Lügen

Nach vielen Jahren kehrt Magnus in sein norddeutsches Heimatstädtchen Schwanbeck zurück. Er ist nicht freiwillig gegangen, genau vor 19 Jahren endete eine Geburtstagsparty im Desaster. Die Clique hat gefeiert, getrunken und man ist zum Schluss ins nächtliche Freibad eingedrungen. Dort stürzte Milla vom Sprungturm und starb. Besonders die Anschuldigungen von Enno wiegen schwer, auch wenn Magnus letztendlich freigesprochen wurde, seine Verurteilung stand längst fest. Seine Eltern wenden sich ab, sein Ausbildungsbetrieb kündigt ihm, ihm bleibt nichts, als seine Heimat zu verlassen.

Nun also ist er wieder da und immer noch schlägt ihm die Abneigung entgegen, aber nun will Magnus sich wehren, er will wissen, was damals wirklich geschah und bringt damit eine Kette von Ereignissen ins Rollen. Die Atmosphäre ist sehr schön eingefangen, über dem malerischen sonnigen Schwanbek liegt eine düstere unheilschwangere Stimmung, gleich von Anfang an weiß ich, hier werden dramatische Ereignisse ans Licht kommen.

Der Roman ist toll aufgebaut, er springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und dadurch lerne ich die Protagonisten in ihrer Entwicklung sehr genau kennen. Ganz besonders interessant ist dabei Svenia, Millas Freundin und damit auch unzertrennlich mit Magnus. Aber grade sie hat Enno geheiratet, der mit seinen Anschuldigungen Magnus stigmatisierte. Fast alle von damals sind noch im Ort geblieben und auf den ersten Blick scheint das Leben seinen normalen Gang zu gehen. Annik arbeitet in der Buchhandlung ihrer Tante, die ihm damals das Leben so schwer machte und sie scheint die Einzige zu sein, die zu ihm hält. Alle anderen, seine Eltern eingeschlossen, wollen nicht an die Vergangenheit erinnert werden, im Gegenteil, Magnus‘ Auftauchen ist ihnen ein Dorn im Auge.

Wie die Autorin die feinen Risse in der Fassade ihrer Figuren sichtbar macht und sie allmählich immer deutlicher zutage treten, wie sie Handlungen plötzlich in ganz neuem Licht erscheinen lässt und dass alles nur mit einigen wenigen Sätzen, ist ganz große Klasse. Damit wird das Buch zum echten Pageturner und man kann es wirklich nur schwer aus der Hand legen. Es ist fesselnd geschrieben und besonders die dichte und psychologische tiefe Zeichnung der Figuren haben mich fasziniert. Ich kann mir von allen ein Bild machen, sie sind richtig lebensecht.

„Lügenmeer“ kommt anfangs leise daher, aber das Buch lässt den Leser nicht mehr los.

Hinter verschlossenen Türen

Wow, das war mal wieder ein toller Psychothriller von Susanne Kliem, den ich an einem Tag »durchgesuchtet« habe. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, bis ich endlich die Gewissheit hatte, was damals vor etwa 20 Jahren geschehen ist. Das Ende hat mir beim Lesen förmlich die Luft genommen, da es an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten ist. Man weiß zwar, wie es enden wird, doch bis zum Schluss blieb für mich offen, wer denn nun schuldig und wer unschuldig ist.

Durch die abwechselnde Erzählweise aus Sicht von den drei Hauptpersonen, die direkt am Geschehen beteiligt waren, treibt der Plot sich bis zum Finale ins Unermessliche. Achtung, das Atmen bitte nicht vergessen. Die Geschichte nimmt den Leser mit ins Damals und verbindet sich perfekt und logisch mit dem Geschehen im Heute. Durch diese verschiedenen Perspektiven kann man erahnen, wie sich die Mitglieder der damaligen Clique im Laufe der 19 Jahre verändert haben, doch das dunkle Geheimnis tragen alle immer noch im Herzen und so langsam kommt immer mehr ans Tageslicht, was damals im Schwimmbad geschehen ist.

Der Handlungsort, das heutige heruntergekommene und verlassene Schwimmbad, hat mir gefallen. Die Atmosphäre ist gut eingefangen worden, gruselig und unheimlich. Was der Autorin auch sehr gut gelungen ist, ist die Tatsache, dass sich von einer Sekunde auf die andere eine bestimmte Person in meinen Augen im Verhalten sehr verändert hat. Nur einige kurze Anspielungen und Aussagen reichten aus, um den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Der Schreibstil ist schnörkellos und recht schnell zu lesen.

Ein Psychothriller, der zwischen den Zeilen Ängste schürt und mich wunderbar unterhalten hat.

Hoch spannend, dramatisch, intensiv und packend

Der 24. Oktober 1998 ist der schicksalhafte Tag, um den sich alles dreht. Eine Clique Jugendlicher wollte am Abend den 18. Geburtstag von Svenja im Schwimmbad feiern, obwohl sie aufgrund vorheriger Vorkommnisse Hausverbot hatten. Die Fete endete mit Millas Todessprung vom Turm. Die Aussagen zu dem Unglück sind zum Teil sehr vage, weil die Clique alkoholisiert und vom Chlorgas beeinträchtigt war. Einzig Enno macht eine klare Aussage und benennt Magnus als Schuldigen.

Im Jahr 2018 kommt Magnus nach 19 Jahren zurück nach Schwanbek, um eine Kanzlei als Rechtsanwalt zu eröffnen. Er wird sofort angefeindet als Mörder von Milla. Der frühere Hausmeister des Hallenbades, Lütjes will ihm sein Boot nicht verkaufen, obwohl er das Geld dringend benötigt und die Buchhändlerin Mechthild Wagemann sagt ihm klipp und klar, dass er an der alten Sache nicht rühren soll. Aber Magnus weiß, dass er unschuldig ist und will die Vorgänge nochmals aufarbeiten, deshalb bittet er seine alten Freunde einzeln, den Ablauf des Abends aus der jeweiligen Sicht mit ihm gemeinsam zu rekonstruieren. So kommen im weiteren Verlauf seine frühere enge Freundin Svenja, ihr Ehemann Enno und Annik zu Wort. Enno hat vor Gericht als entscheidender Zeuge gegen Magnus ausgesagt.

In einem weiteren Strang wird die Geschichte Millas hoch spannend und dramatisch erzählt. Es beginnt 15 Tage vor dem Sprung bis hin zum Moment des Sprungs.

Was dabei herauskommt, ist eine psychologisch packende, bedrückende und fesselnde Geschichte mit sehr vielen Lügen und Geheimnissen, die nach und nach ans Licht kommen.

Ich kenne bereits alle anderen Bücher der Autorin und auch dieses hat mich sofort wieder in den Bann gezogen. Der Schreibstil ist eindringlich und aufgrund der Spannung habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen. Was mir besonders gut gefällt, man kann mitfiebern und miträtseln bis zum Ende und wird doch noch überrascht.

Die einzelnen Figuren mit ihren Charakteren fand ich sehr gut ausgearbeitet. Milla, die Pfarrerstochter, die sich gerne in den Vordergrund spielte und die Aufmerksamkeit der Jungs auf sich gezogen hat. Magnus, der seine Ausbildung in der Werft und damit seinen Traumberuf aufgrund des Unglücks aufgeben musste und jetzt unbedingt seine Unschuld beweisen will. Svenja, die gerne die Fäden in der Hand hielt und hält. Sie tendiert zum Dreiergespann. Früher gab es eine magische Dreierbeziehung Magnus, Svenja und Milla und aktuell manipuliert und unterstützt sie alles dafür, dass es eine Freundschaft Magnus, Svenja und Annik geben wird. Außerdem kümmert sie sich intensiv um ihren kranken Vater. Er möchte aber lieber eine polnische Pflegerin, warum wohl? Hier fragt man sich als Leser, kann es so einen selbstlosen Menschen wie Svenja wirklich geben, der sich ständig um andere sorgt und keine eigenen Bedürfnisse hat? Enno, der eifersüchtige Ehemann, der womöglich mit seiner Falschaussage einen Konkurrenten aus dem Weg geräumt hat und jetzt jedem Gespräch mit Magnus aus dem Weg geht. Annik ist nach ihrer Scheidung zurück im Ort und renoviert die Buchhandlung ihrer Tante Mechthild und entdeckt ihre Sympathie für Magnus. Tante Mechthild und Svenjas Mutter waren Freundinnen und hier erfahren wir von Geheimnissen in der Kindheit von Svenja.

Aufgrund der detaillierten Beschreibungen hatte ich Bilder vor Augen und damit konnte ein echtes Kopfkino ablaufen. Nicht nur die Personen hatte ich bildlich vor mir, sondern speziell das marode, verfallene Hallenbad.

Ein Highlight und von mir eine absolute Leseempfehlung.

Wer in der Vergangenheit wühlt, findet oft mehr als er möchte.

Die Geschichte in »Lügenmeer« pendelt zwischen den Jahren 1998 und 2018 hin und her. Sowohl im hier und jetzt, als auch in der Vergangenheit lernt man die verschiedenen Charaktere kennen, die eine Rolle spielen. So wie die Zeit wechselt auch immer wieder die Perspektive zwischen den Personen umher und so erfährt man vieles, was damals geschehen ist aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Erinnerungen
Dabei fällt recht schnell auf, dass nicht alle Beteiligten dieselben Erinnerungen haben. Im Laufe der letzten 19 Jahre hat sich manch einer die Erinnerung ein bisschen schöngefärbt oder sie wurde ihm »schön geredet« – aber nach und nach kommt das ganze fein gewebte Lügengespinst zum Vorschein. Vor allem die Erinnerung an Milla, das damalige Opfer, ist nicht besonders einhellig.

Geheimnisse
Je näher man als Leser der Wahrheit kommt, desto schneller wechseln Zeit und Perspektive, so dass man beinah atemlos von Seite zu Seite wechselt. Währenddessen hat man immer das leicht gruselige, stillgelegte Freibad im Hinterkopf und das, was damals dort passiert ist. Aber das ist nicht das einzige Geheimnis, das gelüftet wird, und am Ende fragt man sich, wie es soweit hatte kommen können.

Showdown
Wie schon in »Das Scherbenhaus« ist es Susanne Kliem gelungen ein beängstigendes, unheimliches Szenario in meinen Gedanken entstehen zu lassen. Ihre schnörkellose, aber dennoch sehr eindringliche Art, die handelnden Charakter zu beschreiben haben mich immer mehr gefesselt. Ganz ohne großes Blutvergießen kommt hier atemlose Spannung auf, die dann in einem gelungenen und logischem Showdown endet.

Mein Fazit
»Lügenmeer« bietet psychologische Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, die mich auch nach dem Zuklappen des Buches noch eine Weile beschäftigt hat. Dafür gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.