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M

Ein Tabor Süden Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 368 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

342619953X

ISBN-13: 

9783426199534

Erscheinungsdatum: 

01.10.2013

Preis: 

19,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 677.302
Amazon Bestellnummer (ASIN): 342619953X

Beschreibung von Bücher.de: 

Es sind doch immer die sperrigen Figuren, die wir besonders lieben. Die, die sich nicht korrumpieren lassen ... die, die angeblich zu viel nachdenken und immer ein wenig abseits stehen. Ein stiller Vertreter dieser Spezies ist der Detektiv Tabor Süden. Ihn trifft man oft auf dem Münchner Waldfriedhof an - in Zwiesprache mit seinem toten Vater oder seinem besten Freund Martin, der sich erschossen hat. Zeitweise scheint es, als würde Süden eher die Gegangenen um Rat fragen, als mit den Lebenden in Kontakt zu treten. Doch im Dienst - der ehemalige Vermisstenfahnder bei der Kripo stellt sein Können seit einiger Zeit der Detektei Liebergesell zur Verfügung, um sich den Vermissungen zu widmen - ist Tabor Süden ein genauer Beobachter und fast hellsichtiger Detektiv. Ein neuer Fall für Tabor Süden und seine Kollegen: Welche Abgründe und welch Grausamkeit der neue Fall einer Vermissung in »M« allerdings für ihn und die Kollegen - Edith Liebergesell, Patrizia Roos und Leonhard Kreutzer - bereithalten wird, das ahnt auch Süden nicht; auch wenn er weiß, dass das plötzliche Verschwinden eines Menschen nicht selten die Tapetentür zu einer Nebenwelt öffnet, die bisher sorgfältig verborgen gehalten wurde. Der Fall: Der Freund der Journalistin Mia Bischof, 38, ist seit mehr als einer Woche spurlos verschwunden. Ihrer Aussage zufolge hatte der vierundfünfzigjährige Siegfried Denning, Taxifahrer, am späten Sonntagnachmittag ihre Wohnung verlassen, um den Nachtdienst anzutreten. Seitdem fehlt jede Spur, das Handy des Vermissten ist ausgeschaltet und die Nachbarn sagen, sie hätten Denning längere Zeit nicht mehr gesehen. Mia Bischof wendet sich an die Detektei Liebergesell. Was stimmt nicht mit der Journalistin Mia Bischof? Doch dass mit dieser Frau etwas nicht stimmt, das spüren Tabor Süden und seine Kollegen. Sie hat keinen Schlüssel zur Wohnung ihres Freundes, sie deutet eine eventuelle Selbstmordgefährdung an, hat das bei der Polizei aber verschwiegen, angeblich aus Scham. Und warum glaubt eine aufgeklärte und kluge Journalistin, dass die Polizei einen erwachsenen Vermissten suchen würde? - Schließlich kann sich jeder Mensch frei bewegen und auch dafür entscheiden, einfach so zu verschwinden. Was stimmt hier nicht? Neonazis, rechte »Schläfer« und scheinbar rechtschaffene Bürger Tabor Süden, der wortkarge Einzelgänger, Patrizia Ross, die auch noch in einer Szenebar arbeitet, Leo Kreutzer, 68 Jahre alt und laut Selbstzitat »der graueste Schattenschleicher der Stadt«, und Edith Liebergesell, deren Schmerz über die Ermordung ihres entführten Sohnes vor zehn Jahren sie in einer verzweifelten Umarmung umklammert ... sie alle werden durch diesen scheinbar unspektakulären Fall - ein Taxifahrer ist verschwunden - in einen Strudel hineingezogen. Und hinterher wird diesmal nichts mehr so sein wie zuvor. Denn die Dämonen der Vergangenheit, die in »M« hinter der Tapetentür lauern, kommen aus der rechten Szene. Der Schrecken entfaltet sich nach und nach - bis zum bitteren Ende Anfängliche Bemerkungen über rassistische Äußerungen Dennings führen auf deren Spur, und bald sehen sich die Detektive Neonazis und rechten »Schläfern« gegenüber, die gut getarnt als scheinbar rechtschaffene Bürger die Gesellschaft unterwandern und infiltrieren. Gekämpft wird in diesem Schattenreich mit härtesten Bandagen - ein Menschenleben zählt hier nicht viel. Und die Detektive müssen bei scheinbar harmlosen Recherchen an scheinbar harmlosen Orten um ihr Leben fürchten ...

Die Nebenwelt, die sich in »M« öffnet und offenbart, entfaltet ihren Schrecken nach und nach - bis zum bitteren Ende

Kriminetz-Rezensionen

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Eltern sollten nicht hinter dem Sarg ihres Kinders gehen müssen. Doch genau das ist Tabor Südens Chefin, Edith Liebergesell, passiert. Jemand hat ihren damals achtjährigen Sohn Ingmar entführt und trotz erfolgter Lösegeldübernahme ermordet. Zehn Jahre liegt die Tat nun zurück und Edith findet nicht heraus aus der Trauer um ihr einziges Kind. Der neue Fall, mit dem ihre Detektei beauftragt wird, legt den Finger zielgenau in diese Wunde, die sich nicht schließen kann. Auch Tabor Süden kennt den Verlust eines geliebten Menschen, sein bester Freund und Kollege hat sich vor Jahren in einem Müllcontainer erschossen.

Eine Frau kommt in die Detektei, die Journalistin Mia Bischof. Schon ihr erster Auftritt ist etwas eigenartig. Will sie nun einen Auftrag erteilen oder lieber doch nicht? Ihr Freund sei verschwunden, so gibt sie an. Rasch findet Tabor Süden heraus, dass dieser Denning Kontakte zur rechten Szene hatte. Und Mias Vater betreibt ein Hotel am Starnberger See, in dem Treffen eben jener Szene stattfinden. Mias Ex-Ehemann ist ein im Untergrund lebender Straftäter, der in Anschläge der rechten Szene maßgeblich verwickelt ist. Mia hat nicht viel zu sagen, sie wird von ihrem Vater und von ihrem Ex dominiert, sie ist eingebunden in die Szene, in der sie selbst dabei ist, bereits die Kleinsten vorzubereiten auf die „wahrhaftige Volksgemeinschaft“. Der einzige Ausreißer, den sie sich traut, ist die Affäre mit Denning, der nun verschwunden ist. Sie führt ein Doppelleben, auf der einen Seite als Redakteurin einer Tageszeitung und auf der anderen als „braunes Mädel, eingehüllt in die schrundigen Schatten der Vergangenheit“. Nach außen hin führt sie ein gewöhnliches, unauffälliges Leben. „Der Staat lässt uns in Ruhe“, so die Einschätzung ihrer braunen Kumpane. Und man fragt sich beim Lesen, wer da wen in die Gegenseite einschleust: Der Verfassungsschutz V-Männer in die Szene oder lässt sich die Szene für den Verfassungsschutz anheuern, um als Gegenleistung für ausgewählte Informationen in Ruhe gelassen zu werden? Aktualität erlangt „M“ durch den zurzeit in München stattfindenden NSU-Prozess.

Bald schon wird ein Anschlag auf Edith Liebergesells Mitarbeiter Leonhard Kreutzer verübt, eine weitere Mitarbeiterin der Detektei, Patrizia Roos, setzt sich bei ihrer Ermittlungsarbeit großer Gefahr aus. Und irgendwie scheinen die beiden Fälle zusammen zu hängen, der, der das Leben der Chefin so drastisch und nachhaltig veränderte und der aktuelle. Gekonnt werden die Fäden zusammen geführt, ein klug durchdachter Plot mit überzeugenden Personen, spannend zu lesen. Friedrich Ani entwickelt ganz eigene sprachliche Bilder, die im Gedächtnis haften bleiben.

Auf der KrimiZEIT-Bestenliste 2013 steht „M“ auf Platz 2.

Und Tabor Süden hat während der Ermittlungsarbeit ein neues Lieblingsgetränk: Kaffee mit Milch und Zucker. Erst am Ende des Falles gönnt er sich ein halbes Tragerl Bier. Tabor Süden auf Entzug? Ich jedenfalls möchte nicht auf Entzug gehen und freue mich auf den nächsten Band mit ihm!