Cover von: Madame Mort und der tote Onkel

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Madame Mort und der tote Onkel

Kriminalroman
Buch: 
Broschiert, 336 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3651001482

ISBN-13: 

9783651001480

Auflage: 

1 (07.10.2026)

Preis: 

17,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 11.643
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3651001482

Beschreibung: 

Leiche weg, Nerven blank – Pathologin Dr. Berthe Saunier stolpert in ihren ersten Fall.

Eigentlich hatte sich Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier auf ein ruhiges Wochenende in ihrem gemütlichen Zuhause gefreut – fernab des trubeligen Nîmes, wo sie sonst mit den Fällen von Albin Leclerc zu tun hat. In ihrem beschaulichen Wohnort St. Pierre wollte sie ihren Bauerngarten pflegen und entspannen.

Doch daraus wird nichts, denn die Nachbarin bekommt ein Kind, und Berthe wird ungeplant zur Geburtshelferin. Dabei erfährt sie, dass der Onkel ihres liebsten Gemüsehändlers verschwunden ist. Genauer gesagt: Seine Leiche wurde beim Bestatter gestohlen.

Die Pathologin wird stutzig. Wer klaut denn eine Leiche? Hals über Kopf stolpert Berthe in einen haarsträubenden Fall …

Kriminetz-Rezensionen

Die turbulente Suche nach dem toten Onkel

„Die Begrüßung eines neuen Bürgers ist ein offizieller Akt, Madame. Wachstum ist wichtig für den Ort“ lässt Laurent Poisson, der Ortsbürgermeister, wissen. „St. Pierre hat aktuell tausendzweihundertsechsundfünfzig Einwohner. Jetzt einen mehr.“

Alles beginnt mit einem neuen Leben. Es eilt, die Hebamme verspätet sich und so wird Dr. Berthe Saunier, die eigentlich Rechtsmedizinerin ist, zur Geburt gerufen. Es ist ein Mädchen, alles ist gut gegangen.

Danach aber die Schocknachricht: Aus dem Bestattungsinstitut von Valerian Comtat ist die Leiche des Onkels vom örtlichen Gemüsehändler verschwunden. Man könnte auch sagen, sie wurde gestohlen. Die Schwester des Verstorbenen ist außer sich, auch die Polizei ist informiert. Und Berthe spürt, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt, sie will sich die Sache um diesen Diebstahl mal genauer ansehen.

Eine gar turbulente Suche nach der Leiche und dem Grund des Verschwindens dieser beginnt. Dabei stößt Berthe auf so einige Ungereimtheiten, um nicht zu sagen, auf so manch kriminelle Handlungsweise. Gelegentlich tritt auch ihr näheres Umfeld in Erscheinung wie etwa ihr Nachbar, der sie und ihren Mann César zu nachtschlafender Zeit mit „La vie en rose“ endlos und mit schiefen Tönen auf seinem Akkordeon beglückt. Es sind aber noch so einige mehr, die hier mitmischen. Allesamt sind sie etwas verschroben, etwas eigenwillig, alle sind sie mehr - oder eben weniger - an der Aufklärung dieses seltsamen Falles interessiert.

Berthe jedenfalls ist jetzt angefixt. Sie verstrickt sich immer mehr in diese Suche nach dem toten Onkel, eine Verfolgungsjagd von froschgrün bis hellblau könnte tragisch enden, die Spannung wird stets hochgehalten. Neben der aufregenden Mördersuche kommen wir auch in den Genuss einer aufstrebenden Rockband, den Rolling Bones. Es ist aber noch sehr viel mehr los…

Dieser erste Band der Madame-Mort-Reihe liest sich flüssig, zwischendurch mischt auch Hugo kräftig mit, Berthes Skelett aus frühen Tagen, ihr Gesprächspartner der etwas anderen Art. Gut, diesen Hugo habe ich eher am Rande wahrgenommen, Berthes Engagement dagegen hat mir so manch Schmunzeln entlockt und – diesen Cosy Crime mit französischem Flair, schon etwas überspitzt dargeboten, habe ich genossen, er ist allemal lesenswert.

Frauenpower

Auf dem Cover fällt einem sofort die große rote Brille der Protagonistin auf. Und schon jetzt macht sie für mich einen sehr sympathischen und interessanten Eindruck. Den Inhalt ihrer Handtasche finde ich amüsant. Und der Inhalt des Buches hat mir großen Spaß gemacht. Wir können die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier jetzt endlich mal außerhalb ihres Labors in Aktion erleben. Ich kenne sie natürlich aus den Albin Leclerc Krimis des Autors und freue mich, dass sie nun ihre eigene Reihe bekommt. Normalerweise ist sie ja sehr gesetzestreu (man denke an ihre Autofahrweise) und gibt Albin nur ab und zu ein paar Hinweise, aber jetzt wird sie doch auch selbst aktiv und macht auch mal leichte Abweichungen von Gesetz und Ordnung. Denn in ihrem kleinen Wohnort geschehen seltsame Dinge und diese geht sie nun auf den Grund. Und dabei ist sie nicht zimperlich und bringt sich durch übereifrige Aktionen auch mal in Gefahr. Sie nimmt sogar die Hilfe von Albin in Anspruch. Und genau diese Überschneidungen der Serienhelden finde ich total klasse. Man hat eine neue Hobbyermittlerin, aber trotzdem trifft man auf alte Bekannte. Die Fälle sind auch interessant. Die Landschaft und die Bewohner der Gegend kommen auch hier gut zur Geltung. Besonders das Verhältnis zwischen dem Eheman von “Madame Mort” und dem Winzer aus der Nachbarschaft ist speziell. Wie hier ein “nächtliches” Problem gelöst werden soll, ist schon sehr einfallsreich und nimmt größere Dimensionen an. Aber es macht die Menschen auch sehr lebendig und sie kommen authentisch rüber. Es ist eben ein kleiner Ort und alle kennen sich und wissen meist (zu) viel voneinander. Den Handlungen konnte ich jedenfalls gut folgen und es war alles in sich schlüssig. Der Text an sich, kann flüssig und gut gelesen werden, man ist voll im Geschehen drin. Und durch die detailreichen Beschreibungen konnte ich mir alles gut vorstellen. Es war ein sehr erfolgreicher Beginn der Serie um die sympathische “Madame Mort” und ich freue mich schon auf die nächsten Fälle mit ihr. Dabei möchte ich auch weiterhin das Leben der Dorfbewohner und der Kollegen verfolgen. Ein besonderer Punkt, der mir aufgefallen ist und eine schöne Verbindung zu Albin ist: Madame Mort redet immer mit einem künstlichen Skelett: Hugo. Das ist irgendwie total schräg, aber kommt liebenswürdig rüber. Aber auch Albin hat so seinen Spleen: er redet ständig mit seinem Mops Tyson. Tja und beide antworten fleissig: Hugo und Tyson. Jeder sollte jemanden zum heimlichen Reden und Gedankenaustausch haben.

Also, ich kann hier eine absolut positive Weiterempfehlung für den Krimi um Madame Mort geben.

Der verschwundene Tote

Während die Rechtsmedizinerin Berthe noch darüber nachdenkt, ihren Nachbarn, der nachts Akkordeon übt, auf perfekte Weise zu ermorden, wird sie zu einem Notfall gerufen und plötzlich zur Geburtshelferin. Dabei erfährt sie, dass die Leiche von Gustave Moreau aus dem Beerdigungsinstitut gestohlen wurde. Das gibt Berthe zu denken und sie will mehr darüber erfahren. Sie taucht kopfüber in einen haarsträubenden Fall ein, in dem altmodische Dorfgepflogenheiten, Neugier und dunkle Geheimnisse aufeinandertreffen. Die Suche nach der verschwundenen Leiche führt sie durch ein Netz aus Verdächtigungen, Lügen und den skurrilen Charakteren des kleinen Ortes.
Währenddessen freundet sich ihr Mann Cèsar mit dem Akkordeonspieler an, und nun musizieren sie zusammen.
Berthe ist eine sympathische Protagonistin, die ihre Arbeit und ihr Dorfleben liebt. Sie ist freundlich und bei den Bewohnern gern gesehen. Sie ist intelligent und hinterfragt die Ereignisse, bis sie eine Lösung findet. Mit ihren Markenzeichen, dem knallgrünen Auto und der roten Brille, ist sie auch nicht gerade unauffällig. Die Gespräche mit Hugo haben mich sehr amüsiert und zum Lachen gebracht. Cèsar mag ich auch sehr. Er ist friedliebend und ebenfalls ein freundlicher Charakter. Neben seiner Professorentätigkeit hat er nach vielen Jahren wieder die Liebe zum Musizieren entdeckt. Die beiden sind ein sehr sympathisches Paar.
Die anderen Charaktere sind ebenfalls sehr gut und vielschichtig beschrieben und tragen erheblich zur lebendigen Dorfatmosphäre bei. Die Handlungen einiger Bewohner und deren Begründung dafür sind oft skurril und amüsant.
Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll, wodurch die ernsten Themen aufgelockert werden. Das ländliche Leben wird mit viel Liebe zum Detail beschrieben, wodurch eine einladende Atmosphäre entsteht. Die Mischung aus Spannung und feinem Witz wird durch die lebendigen Beschreibungen unterstützt, sodass man sich in der Welt von St. Pierre schnell zu Hause fühlt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich wunderbar unterhalten.
Das Cover ist sehr schön, auch wenn es eher Urlaubsstimmung vermittelt.