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Marseille.73

Buch
Gebundene Ausgabe, 380 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3867542473

ISBN-13: 

9783867542470

Auflage: 

1 (05.10.2020)

Preis: 

22,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3867542473

Beschreibung von Bücher.de: 

Bisher hat sich Commissaire Daquin, Neuzugang aus Paris, bei der Marseiller Kripo wenig Freunde gemacht - zu intellektuell, zu unbestechlich, zu fremd.

Aktuell überwachen er und sein Team rechtsextreme Splittergruppen, die im Verdacht stehen, an der Côte d'Azur paramilitärische Trainingslager zu unterhalten. In die Untersuchung zum Mord an einem algerischen Jugendlichen geraten sie eher zufällig. Kein Zufall ist hingegen die Schlampigkeit, mit der die zuständigen Kollegen ihre Ermittlung betreiben. Unter Überschreitung seiner Befugnisse und ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt Daquin die von ihnen ignorierten Fährten - und trifft mitten in ein Wespennest. Denn die verschiedenen Dienste der Marseiller Polizei sind nicht nur Meister der Mauschelei, sie führen auch einen gnadenlosen Krieg gegeneinander.

Mit »Marseille.73« setzt Dominique Manotti ihre Erkundung der Dunkelzonen in der jüngeren französischen Geschichte fort. Auch bei ihrem neusten Werk stützt sich die Historikerin aufpräzise recherchierte Fakten: 1973 erlebte Frankreich eine rassistische Mordserie, der binnen sechs Monaten etwa fünfzig Araber, insbesondere Algerier, zum Opfer fielen. Zwanzig davon allein in Marseille, Epizentrum des rassistischen Terrorismus. Bewährt kantig-elegant und mit politischem Furor seziert Manotti eine komplexe Gemengelage und transformiert Realität in einen literarischen Film noir.

Kriminetz-Rezensionen

Spannender Noir mit Abgründen

Hatte ich an dieser Stelle Manottis »Schwarzes Gold« noch verrissen, so wird mein Urteil über den jetzt im Ariadne Verlag erschienenen Roman  »Marseille.73« sich spürbar ändern. Das liegt nicht dran, dass Manotti sich dieses Mal der Gegenwart und dem heutigen Problem des Rassismus zuwendet, was m.E. aber auch naheliegen wäre, denn Frankreich leidet heutzutage unter einem besonderen Problem der Marginalisierung, Unterdrückung und rassistischen Ausgrenzung weiter Teile der maghrebinischen Bevölkerung. Aber »Marseille.73« versteht es im Gegensatz zu »Schwarzes Gold« geradezu meisterhaft, die Historisierung des Problems des französischen Rassismus aufzuzeigen.

Zum Inhalt: Aktuell überwachen der homophile Kommissar Daquin und sein Team rechtsextreme Splittergruppen, die im Verdacht stehen, an der Côte d’Azur paramilitärische Trainingslager zu unterhalten. In die Untersuchung zum Mord an einem algerischen Jugendlichen geraten sie eher zufällig. Kein Zufall ist hingegen die Schlampigkeit, mit der die zuständigen Kollegen ihre Ermittlung betreiben. Unter Überschreitung seiner Befugnisse und ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt Daquin die von ihnen ignorierten Fährten – und trifft mitten in ein Wespennest. Denn die verschiedenen Dienste der Marseiller Polizei sind nicht nur Meister der Mauschelei, sie führen auch einen gnadenlosen Krieg gegeneinander.

Im Kontext des Rassismus ist der historische Rückgriff auf das Kolonialreich Frankreich und die Loslösung der letzten nordafrikanischen Kolonien vom »Mutterland« in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts geradezu notwendig. Denn damals flohen viele Personen aus Nordafrika in das  »Mutterland« Frankreich, wo sie die dort lebende Bevölkerung als fremd, verräterisch und Feind empfand. Dass sich dieses Konglomerat auch auf die Staatsmacht, seine Institutionen und Akteure bezieht, versteht sich beinahe von selbst. Da bedarf es schon eines Helden vom Format von Daquin, um sich diesen Missständen entgegenzustellen. Für die Fans von Noir-Romanen ein Muss!