Cover von: Marta schläft
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Bücher.de Preis: EUR 16.90

Marta schläft

Thriller
Buch
Broschiert, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3423262508

ISBN-13: 

9783423262507

Erscheinungsdatum: 

24.04.2020

Preis: 

16,90 EUR
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3423262508

Beschreibung von Bücher.de: 

»Hab dich. Und jetzt spielen wir. Wir spielen: Gericht.«

Es ist Jahre her, dass man Nadja für ein grausames Verbrechen verurteilt hat. Nach ihrer Haftentlassung wünscht sie sich nichts sehnlicher, als ein normales Leben zu führen.

Doch dann geschieht ein Mord. Und der soll ungeschehen gemacht werden. Ein abgelegenes Haus wird zum Schauplatz eines bizarren Spiels - denn Nadjas Vergangenheit macht sie zum perfekten Opfer. Und zur perfekten Mörderin …

Ein tief unter die Haut gehender Psychothriller über Schuld, Vergeltung und die Frage, ob ein Täter je wieder frei sein kann.

Kriminetz-Rezensionen

Ein perfides Spiel

Mit »Marta schläft« legt Romy Hausmann ihr zweites Buch vor. Ein Thriller, der es in sich hat.

Das Buch spielt zwischen Zeitebenen 2014 und 2019. Man nähert sich langsam, am Anfang ist nichts klar, denn man hat die verschiedenen Zeitblenden, Andeutungen und Erinnerungen. Was ist wahr und was nur in der Fantasie eines gebeutelten Kindes?

Nadja, die Protagonistin, hatte eine schwere Kindheit. Hat sie das getan, was man ihr damals vorgeworfen hatte, ernsthaft? Sie hat kein Selbstwertgefühl, sie ist ein kleines Mauerblümchen. Wie fühlt man sich, wenn ein jeder in einem den Schuldigen sieht? Wenn einem keiner glaubt? Zitat aus dem Brief #27 »Wahrscheinlich ist es sehr schwer, jemanden zu lieben, wenn man sich selbst hasst. Verletzte Menschen verletzen Menschen. Kann man ihnen das vorwerfen?«

Es gibt mehrere Handlungsfelder, die sich zu einem Ganzen fügen. Ein sehr gelungenes Buch und ein verwirrendes Spiel.

Zwei weitere Zitate sind mir in Erinnerung:
»Das schlimmste Gefühl nach der Einsamkeit ist, das Gefühl von Unumkehrbarkeit. Von Kontrollverlust. Wie ein ausgestreckter Arm, der schon zum Schlag ausgeholt hat. Oder ein Wort, was bereits aus dem Mund gekullert ist und sich einfach nicht mehr aufhalten lässt.«
»Die Liebe, dieses wilde, unberechenbare Geschöpf, frage eben nicht, sie stolpere unkoordiniert auf unabsehbaren Wegen, sie falle und bleibe einfach liegen wie eine niedergestreckte Betrunkene.«

Das Cover gefällt mir, es ist in schwarz-weiß gehalten und zeigt ein kleines Strichmännchen im oberen Bereich. Schlich und doch so anders.

Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus. Mein Dank geht an das Team von jellybooks und den dtv Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

Wir spielen Gericht

Ein tief unter die Haut gehender Psychothriller über Schuld, Vergeltung und die Frage, ob ein Täter je wieder frei sein kann.

Die 15-jährige Nadja wird für ein grausames Verbrechen verurteilt. Nach ihrer Haftentlassung wünscht sie sich nichts sehnlicher, als wieder ein normales Leben zu führen. Eines Tages geschieht ein Mord. Und die wahre Begebenheit soll vertuscht werden. Ein abgelegenes Haus im Spreewald wird zum Schauplatz eines bizarren Spiels. Macht Nadjas Vergangenheit sie zum perfekten Opfer einer infamen Intrige?

Das Buch gliedert sich in mehrere Erzählstränge und Zeitebenen, ein Teil, der mit dem Namen Nadja überschrieben ist und die Geschehnisse, doch leider ziemlich undurchsichtig und verworren, erzählt. Es ist die Geschichte Nadjas teils in der Gegenwart, aber auch in Rückblicken in die Vergangenheit. Ein weiterer Strang, gekennzeichnet mit Zahlen, enthält Ausschnitte aus Briefen, die niemals abgeschickt wurden, wobei anfänglich nicht klar ist, an wen sie gerichtet und von wem sie geschrieben sind. Dann noch der Teil, der mit Monat und Jahreszahl überschrieben ist und die eigentliche Mordgeschichte erzählt. Dazwischen noch der Mordfall an der jungen Nelly, der endgültig zur Verwirrung beigetragen hat.

Dies ist das zweite Buch der Thrillerautorin Romy Hausmann, ihr Debütroman „Liebes Kind“ hat mir sehr gut gefallen. Was beim ersten Buch die besondere Spannung ausgemacht hat, fand ich in vorliegendem Buch des Guten zu viel, etwas mehr Ordnung hätte ich mir gewünscht. Ich hab mich gerade durch die verschiedenen Erzählstränge und diversen Zeitebenen unheimlich schwergetan ins Buch hineinzufinden, da war ich schlichtweg überfordert. Erst nach der Hälfte des Buches haben sich die einzelnen Teile, langsam zu einem durchschaubaren Ganzen zusammengefügt und ich konnte das Werk erst richtig genießen. Von da ab konnte sich auch ein Spannungsbogen aufbauen der bis zum Ende anhielt.

Wie schon in ihrem Debütroman hat mich die Autorin mit überraschenden Wendungen und am Schluss mit einem fulminanten Ende überrascht. Immer wieder, wenn ich dachte, ja so könnte die Story enden, haben sich die Fakten geändert und der Schluss lag wieder offen. Ich war des Öfteren drauf und dran, den Reader aus der Hand zu legen und das Buch abzubrechen, bin aber letztendlich froh, dass ich durchgehalten habe. Bei der Lektüre muss man sich unheimlich konzentrieren, nebenher hat mich sogar Musik abgelenkt.

Die Story an sich ist interessant und auch raffiniert inszeniert, doch hier wäre etwas mehr Klarheit von Anfang an von Vorteil gewesen. Die unnötigen Erzählstränge und Zeitebenen hätte ich nicht gebraucht, einige Rückblicke oder auch zwei Erzählstränge hätten genügt, ständig hatte ich das Gefühl, einige Seiten ausgelassen zu haben. Die Figuren waren durchweg gut charakterisiert. Gerade Nadja war mir sympathisch, gerade sie hat im Buch eine enorme Entwicklung durchgemacht, das hat mir gut gefallen. Auch der Charakter Gero van Hoven war trotz seiner intriganten Art, äußerst interessant angelegt. Seine Gattin Laura jedoch war mir von Anfang an suspekt, ein typisches Luxusfrauchen dazu oberflächlich und charakterschwach. Gerne würde ich ein weiteres Buch der Autorin lesen und hoffe, dass sie sich das nächste Mal auf einen übersichtlicheren Erzählstil festlegt.

Geeignet ist dieser Thriller für Leser, die Geschichten mit mehreren Erzähl- und Zeitebenen und Plot-Twists schätzen. Von mir gutgemeinte 3 Sterne.

Gelungenes zweites »Debüt« mit einem schweren Thema

Romy Hausmann ist anders … Romy Hausmann ist gut … mehr noch, genial.

Sie scheint ihren Stil fortzuführen: Kurze, knappe Kapitel, die aus der Sicht verschiedener Personen beschrieben werden. Nicht objektives Erzählen, sondern die subjektive Schilderung der Gedanken und Gefühle der jeweiligen Personen, was es dem Leser schwer macht zu unterscheiden, was Fakt ist und was »nur« Empfindungen sind.

Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhangern, bei denen man als Leser Anfälle bekommt und am liebsten sofort das übernächste Kapitel lesen will. Gemein, aber taktisch klug.

Nach »Liebes Kind« waren die Erwartungen natürlich hoch, sehr hoch sogar. Und obwohl ich diesem Mal nicht so »rumgeirrt« bin wie bei »Liebes Kind« und ziemlich schnell meinte, den/die Briefschreiber/in erkannt zu haben, tat das dem Buch keinen Abbruch und das lag nicht nur daran, dass ich bei den Kapiteln aus der Vergangenheit fast verzweifelt bin, sondern an dem Thema: Schuld. Schuld und Vergeltung. Wann ist Schuld beglichen und warum gibt es Menschen, die immer wieder »Opfer« sind? Oder sind sie doch Täter und keine Opfer?

Ein schweres Thema gut verpackt mit teilweise ergreifenden Schilderungen der Gedanken bzw. Gefühle der Hauptperson Nadja. Und als gegen Ende der Buchtitel eine ganz andere Bedeutung bekommt … da kommen einem schon die Tränen.

Eigentlich hätte das Buch 5 Sterne verdient. Aber an ein paar Stellen hatte ich das Empfinden, dass die Fantasie doch zu sehr mit der Autorin durchgegangen ist (das kam schon arg irre rüber), so dass es einen Stern Abzug gibt.

Interessant aber zu wenig Thrill

»Hab ich dich … und jetzt spielen wir Gericht!«

Vor einigen Jahren wurde Nadja als Fünfzehnjährige für einen Mord verurteilt. Nachdem sie ihre Haftstrafe abgesessen hat, wünscht sie sich nur, ein normales Leben führen zu können. Doch dann geschieht ein Mord und Nadja wird mit reingezogen. Die eigentliche Mörderin will nicht verurteilt werden und wer eignet sich nicht besser als jemand, der schonmal für einen Mord verurteilt wurde? Ein ausgeklügelter Plan wird Nadja zum Verhängnis …

Nachdem ich letztes Jahr »Liebes Kind« von Romy Hausmann gelesen habe, habe ich eigentlich mehr von »Marta schläft« erwartet. Irgendwie fehlte mir hier die Spannung und die Action. Mir war es auch ein bisschen zu wenig Thrill. Das hätte meiner Meinung nach ruhig mehr sein können.

Anfangs wird man in die Geschichte voller Verwirrungen und einem Durcheinander hineingeschmissen und man muss schon sehr aufmerksam lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Nach und nach lichtet sich das Bild dann. Durch diesen rätselhaften Schreibstil wurde man quasi dazu verleitet immer weiterzulesen, weil man wissen wollte wie alles zusammenhängt. Der Schreibstil ließ sich flüssig lesen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch aus Gegenwart und Vergangenheit sowie aus unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen immer im Wechsel aufgebaut war. Man wurde sozusagen gezwungen weiterzulesen, wenn man wissen wollte, wie es weiter ging.

Die Idee hinter dem Buch war super, mir hat es nur ein wenig an der Ausarbeitung gefehlt.

Zu den einzelnen Charakteren fiel es mir schwer eine Verbindung aufzubauen. Mehr war man als Leser eher der stille Beobachter ohne Emotionen.

Das Ende war für mich halb überraschend, denn ein wenig habe ich damit schon gerechnet. Außerdem war es meiner Meinung nach zu »ruhig« – ohne großartige Spannung.

Auch wenn »Marta schläft« etwas schwächer ist als ihr Debütthriller, hat er mir dennoch ganz gut gefallen und er ist in meinen Augen lesenswert. 4 von 5 Sternen.

Marta schläft – und der Leser ist verwirrt

Es ist keine leichte Lektüre. Verwirrend aus mehreren Perspektiven beschrieben, folgt man der Protagonistin Nadja durch ihre Geschichte. Es gibt viele Namen, Briefe, Ereignisse die nichts miteinander zu tun haben, oder doch? Als Leser kämpft man sich durch die zwar kurzen, aber merkwürdigen Kapitel. Erst in der Mitte der Geschichte macht der Titel des Romans einen Sinn. Es ist ein Beziehungsdrama, teilweise spannend aber ziemlich konstruiert und man muss über Eck denken, bis zu einem Schluss der auch irgendwie nicht zufrieden stimmt.

Es konnte mich leider nicht begeistern, schade.

Nicht jeder Mörder eignet sich für einen Mord

Nadja lebt in Berlin und arbeitet in einer Anwaltskanzlei. In ihrer Freizeit schottet sie sich sehr ab. Sie wird beherrscht von ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten und ihren Panikattacken.

Als eine Bekannte sie um Hilfe bitte, möchte Nadja nur helfen. Zu spät merkt sie, dass sie dabei ist einen Mord zu vertuschen. Und gerät immer mehr in den Strudel ihrer Vergangenheit und ist das perfekte Opfer für tödliche Tat. Ein perfides Spiel nimmt seinen Lauf!

Wird Nadja ihrer Vergangenheit entkommen?

»Marta schläft« von Romy Hausmann ist ein Thriller, der nur langsam Spannung aufbaut und diese auch nicht so richtig halten kann, vor allem am Schluss. Vieles wird zu ausschmückend erzählt, statt die Handlung voranzutreiben.

Der Schreibstil selber ist lebendig und lässt sich gut lesen. Allerdings wird die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen erzählt und durch kurze Briefe ergänzt. Es dauert, bis man einen roten Faden erkennen kann und in die Geschichte einsteigt. Die Protagonistin Nadja ist sehr verwirrende und widersprüchlich in ihrer Art. Auf der einen Seiten stark durch ihre Ängste und Panikattacken gebeutelt, auf der anderen Seite arbeitet sie bei einem Anwalt und hilft dessen Frau einen Mord zu vertuschen. Auch aus den weiteren Charakteren wird man nicht so richtig schlau. Sind sie jetzt gut oder böse? Sie sind auch nichts dazwischen. Sie wirken sehr gestellt bzw. instruiert. Besonders der Anwalt Gero van Hoven, der brutal und eiskalt dargestellt wird, ist am Ende plötzlich lammfromm und demütig. Dieser plötzliche Sinneswandel kam nicht überzeugend rüber.

Schade, denn Nadjas schlimme Kindheit hat Potential für einen guten Thriller, aber die Geschehnisse um den Mord in der Gegenwart waren zu konstruiert.