Cover von: Mathilda oder Irgendwer stirbt immer
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Mathilda oder Irgendwer stirbt immer

Roman
Buch
Broschiert, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3423262494

ISBN-13: 

9783423262491

Erscheinungsdatum: 

13.03.2020

Preis: 

16,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3423262494

Beschreibung von Bücher.de: 

Willkommen in Dettebüll!

Mathilda liebt ihr Dorf Dettebüll in Nordfriesland, seine Einwohner und ihre Familie. Na ja, bis auf Ilse, ihre Mutter, vielleicht. Ilse ist - im Gegensatz zu Mathilda - eine Ausgeburt an Boshaftigkeit und Niedertracht. Veränderungen sind Mathilda ein Gräuel, und so kämpft sie seit vierzig Jahren um Harmonie in der Familie.

Doch dann gerät Mathilda und mit ihr ganz Dettebüll in einen Strudel von Ereignissen, die den Frieden in ihrem Dorf gründlich aus den Angeln heben: Dubiose Männer in dunklen Anzügen interessieren sich plötzlich für die endlosen Wiesen von Dettebüll. Unruhe macht sich breit unter der Dorfbevölkerung. Und noch bevor Mathilda sich auf all das einen Reim machen kann, gibt es die erste Tote: Ilse kommt bei einem tragischen Unfall (unter Einwirkung von Tiefkühlkost) ums Leben. Und sie wird nicht die einzige Tote bleiben.

Kriminetz-Rezensionen

Die Dorfidylle trügt *****

Mathilda Assmann lebt mit ihrem Mann Gunnar, Hund George und einigen Enten und Gänsen auf ihrem Hof in dem kleinen nordfriesischen Dorf Dettebüll. Sie lebt für Harmonie und Frieden und verehrt das englische Königshaus. Außerdem würde sie gerne mal auf eine Kreuzfahrt gehen. Die Einzige, die diesen Frieden dauernd stört ist ihre Mutter Ilse Petersen, die im Nebenhaus lebt und sich rundum bedienen lässt. Doch eines Tages liegt sie tot auf der Terrasse und eine gefrorene Gans dreht neben ihr ihre kalten Runden. Aber bei diesem einen Todesfall wird es in dieser Geschichte nicht bleiben.

Mathildas Bruder Pit betreibt in Hamburg eine weniger gut laufende Bar, in dessen Hof ihm plötzlich etwas »Glück« vor die Füße fällt, das dann ein anderer sucht; ihre Tochter Nele ist gerade dabei sich von ihrem Mann Jonas zu trennen und braucht Geld um ihre Wohnung behalten zu können und Sohn Max stellt nun endlich seine Freundin Alina seinen Eltern vor, eine sehr nette junge Frau, die, da sie aus Polen stammt, von Oma niemals akzeptiert worden wäre.

Bis auf Oma Ilse, die ja nun endlich nicht mehr zanken und streiten kann, habe ich alle Mitglieder der Familie mehr oder weniger sofort ins Herz geschlossen. Vor allem, weil sie so »normal« sind, dass sie meine Nachbarn oder sogar Freunde sein könnten. Na gut, Pit ist anfangs nicht so mein Fall. Aber ein schwarzes Schaf gibt es wohl auch in ziemlich vielen Familien. Und er kriegt ja auch noch die Kurve.

Ab der ersten Seite hat mich Dora Heldt mit ihrem neuen Roman, den ich als kriminelle Komödie beschreiben würde, sehr gut unterhalten. Mit ihrem unnachahmlichen Schreib- und Erzählstil und ihrem schwarzen Humor nimmt sie die Dorfidylle auseinander. Da hat der ältere Nachbar eine Affäre, zwei andere überbieten sich im Kauf von Wiesen und Äckern, ein Kuckuckskind erfährt endlich, wer sein richtiger Vater ist und ein Mann, den man fast als Penner bezeichnen könnte, zeigt plötzlich sein wahres, sehr geldiges Gesicht. Man begegnet sich am Friedhof zu Beerdigungen und zu einer Taufe in der Kirche.

Alle Personen bekommen im Laufe der Geschichte ein Gesicht und einen Charakter, werden vor meinem inneren Auge lebendig und sind zum Greifen nah.

Die Geschichten, die sich in dem kleinen norddeutschen Dorf abspielen, haben ihre spannenden, skurrilen und humorvollen Seiten. Und überall mischt Mathilda mit, die einfach den Frieden unter allen erhalten will. Es gibt ein paar überraschende Wendungen, die ich so nicht erwartet habe. Alles in allem könnte sich Vieles, was hier geschieht, in jedem beliebigen Ort in Deutschland abspielen – Hauptsache es gibt dort eine Frau mit dem riesengroßen Herzen von Mathilda.

Ein kurzweiliger, leichter, sehr unterhaltsamer Roman mit einigen kriminellen Elementen, ganz viel Humor und Familiensinn, den ich sehr gerne weiterempfehle. Die 5 Sterne hat er absolut verdient.

Familie

Mathilda liebt ihr kleines Dorf Dettebüller und ihre Familie. Leider ist ihre Familie nicht in Dettebüller. Ihr Bruder und ihr Sohn wohnen woanders und können sich auch nicht vorstellen, wieder zurückzuziehen, solange die fiese Oma dort ihr Gift verteilt. Mathilda hat Glück, dass ihr Mann so liebevoll und geduldig ist, denn er bekommt jeden Tag sein Fett weg.

Mathilda träumt davon ihre Familie glücklich vereint bei sich zu haben. Dafür würde sie sogar über Leichen gehen.

»Mathilda oder Irgendwer stirbt immer« von Dora Heldt ist ein Roman mit kriminalistischen und humorvollen Seiten. Die fast 500 Seiten fliegen nur so dahin.

Beim Lesen lernt man nach und nach Mathildas Familie und auch die Dorfbewohner mit all ihren Eigenheiten kennen und manche auch lieben. Amüsant fand ich die Rolle von Gu Yasha oder auch Bai Ling. Als geübter Leser wusste man sofort, dass was nicht mit ihr stimmt und hatte das so eine Idee Richtung Mafia. Trotzdem wuchs mir dieser Charakter ans Herz. Dora Heldt belohnte mich dafür auch, denn zum Schluss wird auf gewisse Art und Weise Frieden mit ihr geschlossen.

Überhaupt darf man beim Lesen nicht erwarten, dass die Geschehnisse logisch oder manchmal auch glaubwürdig sind. Sondern man muss sich einfach entzücken lassen von den Ereignissen und darf sich dann auch prächtig über die ein oder andere Szene amüsieren.

Dieser Roman ist einfach lesenswert.