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Die Mauern von Porto

Der dritte Fall für Chefinspektor Fonseca. Roman
Buch
Broschiert, 304 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3453441133

ISBN-13: 

9783453441132

Auflage: 

1 (08.02.2021)

Preis: 

14,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453441133

Beschreibung von Bücher.de: 

Schuld verjährt nicht.

Ein neuer Fall führt Inspektor Fonseca und sein Team in den ältesten Teil von Porto, in das enge und verwinkelte Bairro da Sé. Nach einem Brand findet die Feuerwehr zwei Skelette, eingemauert in einem alten, leerstehenden Haus. Es handelt sich um zwei weibliche Mordopfer, die Mordkommission nimmt die Ermittlungen auf. Auch die Bewohner des Bairro sind nicht untätig, denn der Fall wühlt alte Konflikte wieder auf, jeder scheint etwas zu wissen. Und jeder will Gerechtigkeit. Als ein weiterer Mord geschieht, muss Fonseca schnell handeln …

Kriminetz-Rezensionen

Wird es Gerechtigkeit geben?

Das Bairro da Sé ist eines der ältesten Viertel von Porto. Die Straßen sind eng und verwinkelt und viele Häuser sind marode oder stehen leer. Nach einem Brand findet die Feuerwehr im unbewohnten Nachbarhaus zwei unterschiedlich große Skelette hinter einer Mauer. Bei dem kleineren ist das Zungenbein gebrochen und bei dem anderen ist der Schädel eingeschlagen.

Inspektor Fonseca und seine Mitarbeiter nehmen die Ermittlungen auf. In der Nachbarschaft will niemand etwas wissen. Die forensischen Untersuchungen ergeben, dass die Morde vor 22 Jahren geschahen. Das Team um Inspektor Fonseca ist enttäuscht, weil sie den Mörder nicht mehr festnehmen können, denn in Portugal verjährt Mord nach fünfzehn Jahren. Doch dann gibt es einen weiteren Mord. Hängen diese Fälle zusammen?

Dieser Krimi liest sich sehr angenehm. Sehr atmosphärisch sind die Örtlichkeiten dargestellt, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte. Der Täter ist zwar früh bekannt, aber dennoch ist der Fall sehr spannend.

Interessant fand ich die Informationen über die politischen Verhältnisse in Angola zur Zeit der Nelkenrevolution.

Ich kannte Inspektor Fonseca und sein Team bereits aus dem Buch »Tod in Porto«. Mir gefallen diese Polizisten sehr gut, denn sie wollen Gerechtigkeit, stoßen aber so oft an ihre Grenzen. Dennoch geben sie nicht auf. Neu zum Team gestoßen ist Tété Marinho, die aus Angola stammt und frustriert Lissabon hinter sich gelassen hat, weil sie in der Abteilung Korruption keine Ermittlungserfolge verbuchen konnte. Sie passt gut in ihr neues Team, das intensiv ermittelt, aber auch die kleinen Freuden zwischendurch genießt.

Mir hat dieser spannende Portokrimi wieder gut gefallen.  

Späte Erkenntnisse

Nach dem spektakulären Brand im Bairro da Sé, einem der ältesten Viertel Portos, wurden bei weiteren Aufräumarbeiten menschliche Überreste gefunden. Die beiden Skelette, beide weiblich, müssen schon länger hinter einer eher schlampig gemauerten Wand liegen. Inspektor Fonseca und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und scheinen dabei gegen eine unsichtbare Wand zu laufen.

Makaberer Fund
Die Opfer wurden offenbar nie als vermisst gemeldet, niemand scheint sie gekannt zu haben, der tatsächliche Besitzer des Hauses lebt irgendwo in Übersee und die Nachbarn hüllen sich in Schweigen. Trotzdem findet das Team in mühevoller Kleinarbeit einige Dinge heraus und scheinen dem Täter auf die Spur zu kommen, als sie von anderer Seite ausgebremst werden.

Verjährungsfristen
Die Gerichtsmedizin stellt nicht nur fest, dass beide getötet wurden, sondern auch, dass die Tat vor ca. 22 Jahren passiert ist. In ganz vielen Ländern der Welt gehört Mord zu den Verbrechen, die nicht verjähren – anders in Portugal. Hier verjährt Mord nach 15 Jahren, selbst dann, wenn z.B. durch die immer weiter fortschreitende Technik neu Beweise in einem Tötungsdelikt gefunden werden.

Frustrierend
Ich kann mir das nur sehr schwer vorstellen, kann aber den Frust verstehen, der sich dadurch sowohl bei den Ermittlungsbehörden als auch bei den Angehörigen der Opfer dadurch breitmacht. In vielen geschilderten Gesprächen innerhalb des Teams kommt das ganz gut zum Ausdruck. Bei diesen Gesprächen lerne ich dann auch »die Neue« Tété Marinho und ihre Geschichte ganz gut kennen. Hier lerne ich dann mal aus einem ganz neuen Blickwinkel die Geschichte der Kolonisation und deren Folgen kennen.

Aufwind
Als dann eine weitere Leiche auf dem Gelände einer Stiftung gefunden wird, die Verbindungen zu dem gerade zwangsweise zu den Akten gelegten Fällen hat, kommt auch in diese Fälle wieder etwas Bewegung. Es macht mir viel Spaß, das sehr sympathisch gezeichnete Team auf der Jagd nach dem Täter zu begleiten – als Leser weiß ich ja längst, wer der Täter ist. Mir gefällt das Team wirklich sehr gut und ich finde Tété passt ganz wunderbar in diese Gemeinschaft.

Toller Mix
»Die Mauern von Porto« hat einen gut durchdachten Plot, der einen spannenden  Mix aus gesellschaftspolitischen Hintergründen, realistisch wirkender Polizeiarbeit, sympathischen Ermittlerfiguren und reichlich portugiesischem Flair bietet. Porto als sehens- und liebenswürdige Stadt kam in diesem Band auch wirklich gut zur Geltung, was mir nicht nur gut gefallen hat, sondern – bei all der fehlenden Abwechslung im Moment – auch wirklich gutgetan hat.

Mein Fazit
Die Mauern von Porto von Mario Lima bietet einen spannenden Mix aus fiktivem Kriminalfall und Realität. Ob mein persönliches Gerechtigkeitsgefühl am Ende befriedigt wird? Das verrate ich natürlich nicht.

Späte Gerechtigkeit

Ein Brand im ältesten Wohnviertel Portos führt zur Entdeckung zweier Skelette, deren Identität ungeklärt ist. Sicher ist, Todesursache war Mord und damit ist es ein Fall für Inspector Fonseca und sein Team. Die Ermittlungen sind schwierig. Zum einen liegt die Tat viele Jahre zurück. Zum anderen stoßen die Kriminalbeamten auf eine Mauer des Schweigens. Als es so aussieht, als blieben die beiden Morde ungesühnt, geschieht ein weiterer Mord und löst eine Kette von Ereignissen aus, die Fonseca zum Handeln zwingen.

Der Krimi hat mich sehr gut unterhalten. Zum einen gelingt es dem Autor, die Atmosphäre Portos sehr gut einzufangen. Zeitweise hatte ich das Gefühl, selbst durch die engen und malerischen Gassen des alten Viertels zu spazieren. Dann fließen Informationen über die Geschichte Portugals und aktuelle Probleme in die Handlung ein. Dieses Mal thematisiert der Autor die Zustände der portugiesischen Justiz und wirft ein Schlaglicht auf die Nelkenrevolution, indem er die neue Ermittlerin Tete ihre Geschichte erzählen lässt. Zum anderen fand ich die Krimihandlung überzeugend und packend dargestellt. Gut gefallen hat mir, dass von Anfang an der Täter bekannt war. Dem einen oder anderen mag das nicht gefallen. Ich mochte das Katz-und-Maus-Spiel, das sich vor meinen Augen abspielte. Zudem gab es genug überraschende Wendungen, so dass keine Langeweile aufkommen konnte. Fonseca und seine Kollegen waren engagiert bei der Arbeit und ich empfand sie sympathisch und den Menschen und der Gerechtigkeit verpflichtet.

Für mich war der Krimi lesenswert, weil die Krimihandlung in manchen Teilen nicht dem gängigen Strickmuster entspricht und der Autor den Zauber Portos lebendig werden lässt.

Interessant erzählter Portugalkrimi

Im Bairro da Sé, dem ältesten Viertel Portos, werden zwei weibliche Skelette gefunden, die Frauen wurden eindeutig ermordet – die Frage, wer die Toten sind und warum sie getötet wurden, stellt die Ermittler um Kommissar Fonseca vor eine große Herausforderung.

Im dritten Roman um Fonseca und sein Team ist dem Leser von Anfang an der Täter bekannt, er hat somit durchgehend einen Wissensvorsprung. Langweilig ist der Roman deswegen aber nicht, denn den Täter dabei zu beobachten, wie er versucht, einer Entdeckung zu entgehen, oft durch sehr manipulatives Verhalten, und die Polizei bei ihren Überlegungen und Ermittlungen zu begleiten, ist interessant genug, zumal man nie sicher sein kann, ob am Ende eine Verhaftung ansteht. Diese Erzählweise gefällt mir gut und bietet einen ganz anderen Blick auf das Geschehen als ein »üblicher« Whodunnit.

Fonsecas Team erhält in diesem Band Zuwachs, Tété Marinho bringt nicht nur frischen Wind mit, sondern auch ein Stück portugiesische Geschichte, denn sie stammt aus Angola, musste als Kind mit ihrer Familie flüchten und hat Schlimmes erlebt. Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch und bereichert das Team.

Mich hat der Roman sehr schnell gepackt und ich konnte mich nur schwer von ihm losreißen. Neben dem Fall bringt er auch gesellschaftskritische Töne und viel Lokalkolorit mit. Im Anhang gibt es übrigens ein Glossar der portugiesischen Ausdrücke und eine Anmerkung zu den portugiesischen Namen, zusammen mit den beiden Karten sehr nützlich. Erzählt wird atmosphärisch und durch die Perspektivwechsel, auch zum Täter, wird zusätzlich Spannung erzeugt. Auch mein Kopfkino hatte zu tun.

Der dritte Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen, trotz der ungewöhnlichen Ausgangssituation hatte ich spannende Lesestunden. Die Neue im Team gefällt mir zudem sehr gut und so freue ich mich auf den nächsten Band und vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

Verjährt

Ein Brand im Viertel Bairro da Se deckt einen alten Fall auf. Es ist ein Mord an zwei Frauen, die in einem leer stehenden Haus eingemauert wurden.

Zur gleichen Zeit kommt Tete Marinho aus Lissabon in das Team von Inspector Fonseca von der PJ. Sie ist die zweite Frau in diesem Team neben Ana Cristina. Der Fall ist eine Herausforderung für das Team, da erstens niemand aus dem Viertel etwas weiß und zweitens kaum jemand mit ihnen sprechen möchte.

Doch es gibt eine Person, die mehr weiß: Es ist Marcia, deren Schwester Nanda und ihre Mutter schon lange als verschwunden gelten. Doch ein Delfin-Anhänger gibt ihr Gewissheit, dass es sich bei den Skeletten um ihre Schwester und Mutter handelt. Doch ihr Onkel hat ihr gesagt, dass die beiden in Venezuela sind und diesen stellt sie zur Rede und er erklärt ihr, dass es sich um einen Unfall handelte.

Währenddessen wird der Fall in PJ zu den Akten gelegt, da der Mord verjährt ist. Aber das Team Fonseca ist damit gar nicht glücklich. Nachdem Marcia Rico ihre Geschichte erzählt hat, will dieser mit Senhor Claudio verhandeln. Doch darüber wird dieser sehr wütend und schlägt Rico nieder. Am nächsten Morgen wird Rico tot aufgefunden. Die Untersuchungen ergeben, dass er an einer Überdosis Insulin gestorben ist.

Bei der Beerdigung kommt es zum Eklat mit Ricos Bruder. Auch die Polizei befragt Senhor Claudio, doch das kommt nicht gut an bei den Oberen der Polizei. Doch Marcia und Pedro lassen nicht locker. Die Frage ist, wie sich das PJ entscheidet.

Ein sehr spannender Fall, der sich da in den Mauern von Porto abspielt. Ein Mordfall, der verjährt ist und der Täter kann davonkommen, da in Portugal Mord nach 15 Jahren verjährt. Für die Kripo ein unglaublicher Vorgang, da ihnen auch untersagt wird, weiter zu ermitteln. Gut, dass das Team um Kommissar Fonseca sich damit nicht abfindet.

Die Kommissare sind sehr bemüht, aber doch braucht es Zufälle und Hartnäckigkeit, um diesen Fall zu klären.

Sehr authentisch ist die Darstellung der Machtverhältnisse in Portugal und der Einflussnahme von bestimmten Kreisen. Da braucht es schon Menschen bei der Polizei, die sich nicht so leicht frustrieren lassen. Die Spannung wird nicht alleine durch die Tätersuche gekennzeichnet, sondern durch die Wege der Ermittlung und die Hartnäckigkeit der Ermittler. Besonders toll finde ich die Beschreibung der Stadt Porto und deren Bewohner.

Ich mag diesen Roman vor allem auch durch den Ort des Geschehens; Porto. Die Story ist nachvollziehbar und das Buch lesenswert.