Cover von: Messer
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Messer

Harry Holes zwölfter Fall. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 640 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3550081731

ISBN-13: 

9783550081736

Erscheinungsdatum: 

30.08.2019

Preis: 

24,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 390
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3550081731

Beschreibung von Bücher.de: 

Der brandneue Harry Hole-Thriller!

Harry Holes Albtraum ist wahr geworden. Seine Liebe zu seiner Frau Rakel war nicht groß genug. Sie hat ihn verlassen. Dass er seitdem wieder trinkt, dass er seinen Job an der Polizeihochschule verloren hat: Nebensache. Nichts zählt außer diesem Verlust.

Um halbwegs durch den Tag zu kommen, arbeitet Harry wieder bei der Polizei, als einfacher Ermittler. Als er auf die Spur eines Mannes stößt, den er nach wie vor für einen brutalen Vergewaltiger hält, folgt er dieser Fährte. Schon einmal hat Harry Svein Finne hinter Gitter gebracht, und das will er auch wieder tun.

Doch eines Morgens wacht Harry auf, ohne jede Erinnerung an die Nacht. Seine Kleidung ist voller Blut. Und nun beginnt für den ehemaligen Star des Osloer Polizeipräsidiums der wahre Albtraum.

Harry Hole steht vor seiner härtesten Prüfung.

Kriminetz-Rezensionen

Sehr spannend

Dies ist schon der zwölfte Band um den Kommissar Harry Hole, aber ich hatte bisher nur „Durst“ aus der Reihe gelesen.
Harry Hole hat ein massives Alkoholproblem. Seine Frau Rakel hat sich von ihm getrennt und er hat seinen Job an der Polizeihochschule verloren. Nun muss er wieder als einfacher Ermittler arbeiten. Nach einer durchzechten Nacht erwacht er mit einem fürchterlichen Kater. Doch dass ist nicht das Schlimmste. Er ist voller Blut. Was ist geschehen?
Ich mag skandinavische Thriller und der Schreibstil von Jo Nesbø gefällt mir besonders. Er lässt sich gut lesen und schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Die Charaktere sind sehr gut und authentisch beschrieben, so dass man sie sich gut vorstellen kann. Auch wenn mir Harrys Alkoholprobleme nicht gefallen, so finde ich ihn dennoch sympathisch. Er hat nun mal seine Ecken und Kanten, die ihn ausmachen. Sein besonderes kriminalistisches Gespür macht ihn zu einem guten Ermittler, doch in diesem Fall ist es sehr persönlich und er setzt nochmals einen drauf.
Harry war auf eine Spur zu Svein Finne gestoßen, den er bereits einmal hinter Gitter gebracht hat und von dem er glaubt, dass er wieder zugeschlagen hat. Doch Finne ist ihm durchaus gewachsen. Dann wendet sich die Sache und Harry wird plötzlich zum Gejagten.
Es gab eine Reihe von Wendungen und falsche Fährten, die es mir nicht möglich machten herauszufinden, wer der Mörder ist. So bliebt es bis zum überraschenden Schluss sehr spannend.
Eine klare Empfehlung für diesen spannenden Thriller.

Ein spannender neuer Fall

„Denn Glück ist etwas anderes als Zufriedenheit. Glück ist unnatürlich.“
Dieses Zitat fasst das Leben von Harry Hole sehr gut zusammen. Seine Frau Rakel, die Liebe seines Lebens, hat ihn vor die Tür gesetzt. Um den Schmerz zu vergessen, fängt er wieder an zu trinken. Auch in der Arbeit darf er sich nur noch um bereits abgeschlossene Fälle kümmern.
Doch dann wendet sich das Blatt und sein Leben beginnt sich zu einem noch größeren Albtraum zu entwickeln, aus dem es kein Erwachen gibt.

Seit Jahren schon bin ich ein begeisterter Leser von den Büchern von Jo Nesbo. Deswegen habe diesem auch entgegengefiebert.
Harry Hole ist in einer schlechten Verfassung und Jo Nesbo beschreibt ihn so gut, dass man direkt ein Bild vor Augen hat.
In seinen Ermittlungen gibt es sehr viele Variablen und noch mehr Verdächtige. Doch wer hatte wirklich ein Motiv für den Mord?
Die Beweggründe für den immer schlimmer werdenden Strudel um Harry Hole sind absolut nachvollziehbar, auch wenn natürlich seine Maßnahmen zur Verdrängung mehr als nur fragwürdig sind.

Bis zum Ende ist das Buch wirklich spannend. Sicher sind ein oder zwei kleine Stellen dabei, die sich etwas ziehen, aber nichts was wirklich störend ist. Hauptsächlich betrifft das die Passagen aus der Vergangenheit, die aber durchaus wichtig für die Handlung sind.
Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen.

Schwere Zeiten für Harry Hole und mich…!

Inhalt:
Harry Hole ist zurück und mit ihm schwere Schicksalsschläge, die ihn in einen Strudel aus Selbstzerstörung und Hass ziehen. Er macht sich auf seine Suche nach einem brutalen Mörder und Vergewaltiger, den er, aus persönlichen Motiven, jagt wie niemals einen Mörder zuvor.

Autor:
Jo Nesbo wurde 1960 in Oslo geboren und ist ein norwegischer Musiker und Autor. Bekannt und erfolgreich ist er vorwiegend durch der mehrfach als Serie oder Film ausgezeichneten Reihe um Kommissar Harry Hole.

Schreibstil & Spannung:
Nesbo ist ein fantastischer Erzähler und schreibt immer so, dass ich die Bücher schlecht aus der Hand legen kann. In der Reihe um Harry Hole führt er uns bereits in 12 Bänden durch das Leben des Kommissars und dies stets mit vielen Höhen und Tiefen, die er ebenso detailliert und spannend erzählt, wie die den Fall, mit dem sich Hole nun beschäftigen muss. Immer ein wenig süffisant, mit Ironie und einem Blick für die Zeiten in den das jeweilige Buch spielt. Nesbo schreibt fließend, aber nicht einfach, man hat schon auch oft Stoff zum Nachdenken und genau das macht den Stil von Nesbo so gut. Spannend und immer wieder mit neuen Wendungen, aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das macht es stets interessant und mitreißend für den Leser.

Fazit:
Lange habe ich mich auf den neuen „Harry Hole“ gefreut und wirklich sehr sehnsüchtig gewartet. Ich habe erst spät zu Nesbo „gefunden“, bin aber jetzt wirklich schon länger ein Fan seines Schreibstils und auch von der Geschichte um den legendären Harry Hole und die Menschen, die ihn umgeben. Umso schwieriger ist es, dieses Buch zu bewerten. Gleich vorweg, es ist im Verhältnis zu anderen Büchern dieses Genres, wie gewohnt klasse, brillant geschrieben und wie immer taucht man komplett ab und ein in die Welt des Harry Hole.
Aber diese Welt ist so unerwartet düster, traurig, brutal und selbstzerstörerisch, puh, da muss man das Buch doch zwischendurch mal aus der Hand legen. Harry Hole war immer schon ein schwieriger Typ, Problem behaftet, ein Säufer und grimmiger Mensch, der immer wieder fiese Menschen um sich schart und anzieht. Das mag man auch irgendwie, aber jetzt kommt es wirklich alles sehr gebündelt.
Das Buch ist spannend, toll geschrieben, ein bisschen sehr brutal, wenn es um die Sicht eines Mörders und Vergewaltigers geht. Ganz langsam wird aufgedröselt, worum es überhaupt geht und was, warum passieren musste. Auf die Geschichte kann man schlecht eingehen, weil ich nichts vorweg nehmen möchte.
Aber es ist schon ein Buch, das auch mich als Leserin etwas runterzieht. Kein Wunder wenn man auch gerne mal brutale Thriller liest, könnte man einwenden, aber man möchte Hole wirklich ständig schütteln, ihm gut zureden und ihm ein wenig das immer noch Schöne im Leben zeigen und ihn heraus holen aus dem Sog der Verzweiflung, des Hasses und der Wut. Man ist dankbar für die Weggefährten und Kollegen, die ihm wohl gesonnen sind und hofft mit ihnen auf einen guten Weg für Hole aus dem Elend dieser Welt.
Aber genau das macht das Buch ja auch wieder so gut, dass man komplett in der Geschichte aufgeht und in diese andere, schlimme Welt abtaucht.

Ich mag auch dieses 12. Buch und kann es nur empfehlen, alle die Harry Hole mögen, werden auch diesen Band lesen wollen, einfach auch weil man wissen möchte, wie es weitergeht! Außerdem finde ich, einem Autor muss auch zugestanden werden, mal ein etwas anderes Buch schreiben zu dürfen.
Ich fand „Durst“ zum Beispiel besser, aber da hätte ich wohl 8 Sterne gegeben, falls das möglich gewesen wäre, deshalb gebe ich hier "trotzdem" gerne 5 Sterne…

Der perfekte Mord

Ich muss mich doch sehr wundern über die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Buch. Mir hat der mittlerweile 12. Band mit dem Ermittler Harry Hole sehr gut gefallen. Der Krimi hat 4 Teile und 53 Kapitel. Er spielt in Oslo, der Stadt in der auch der Schriftsteller lebt.
Einige Jahre ging alles gut. Jetzt wurde Harry von seiner Frau Rakel vor die Tür gesetzt. Ein Grund für ihn, sich wieder bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. Den Job bei der Polizeihochschule hat er verloren und nur der Führsprache seiner Chefin Katrine ist es zu verdanken, dass er als einfacher Ermittler arbeiten darf. Aber dann beginnt der wahre Alptraum. Harry wird von Trauer, Wut und Rache gepackt. Obwohl vom Dienst suspendiert ermittelt er weiter. Was er dabei zu Tage fördert, lässt ihn am Leben verzweifeln und er wird selbst zum Gejagten.
Ein intelligenter und gut durchdachter Krimi, mit Blick in die dunklen Abgründe gepeinigter Seelen. Jedes Mal wenn man der Lösung näher kam, entwickelte sich das Ganze in eine andere Richtung. Trotz der Sauferei hat Hole seine Fähigkeit als grandioser Ermittler nicht verloren. Obwohl ein ziemlicher Querkopf gibt es immer noch Freunde die auf seiner Seite sind. Der Schluss hat mich dann total überrascht. Damit hätte ich nie gerechnet.
Für jeden Fan der Reihe absolut empfehlenswert, aber auch für jeden Neueinsteiger. Von mir die volle Punktzahl.

Das Ende für Harry?

„Messer“ von Jo Nesbo habe ich in der Print-Ausgabe gelesen. Es hat 575 Seiten. Die Geschichte ist in vier Teile mit 53 Kapiteln gegliedert. Es ist der 12. Teil mit Harry Hole.

Harry hat alles verloren, seine Frau Rakel und auch seinen Job an der Polizeihochschule. Er ist, wie so oft schon, in alte Strukturen zurückgefallen, trinkt bis zur Besinnungslosigkeit und kann sich eines Morgens nicht mehr daran erinnern, was am Abend vorher passiert ist. Unverständlicherweise arbeitet er wieder bei der Polizei, allerdings nur als einfacher Ermittler.

Als es neue Spuren zu dem brutalen Vergewaltiger Svein Finne gibt, verbeißt er sich darin und tut alles, um ihn erneut zu fassen. Bis er merkt, dass dieser für den neuen Mord nicht verantwortlich ist. Da es ein sehr persönlicher Fall ist, darf er selbst nicht ermitteln. Was ihn aber nicht davon abhält und er die Geduld und Hilfsbereitschaft seiner Freunde und Kollegen sehr beansprucht. Seine frühere Kollegin Kaja taucht wieder auf und ist ihm sehr behilflich. Auch Katrin Bratt, die das Dezernat jetzt leitet, und Björn Holm, ihr Mann, erweisen sich als gute Freunde. Dann gibt es noch Alexandra, die Neue im Labor. Natürlich hat Harry auch seine üblichen Frauengeschichten am Laufen. Er kommt damit klar, aber die Frauen sind untereinander ganz schön eifersüchtig.

Zuerst gerät Harry selbst in Verdacht und dann auch noch in Lebensgefahr, er rafft sich aber immer wieder auf und schmiedet geheime Pläne, seine Unschuld zu beweisen, was am Schluss wieder einmal aufgeht.

Es ist eine recht verzweigte und vielschichtige Handlung. Es gibt viele Nebenhandlungen von verschiedenen Personen, die bis zu Aktivitäten in Afghanistan zurückreichen. Diese empfand ich nicht oder nicht in dieser Ausführlichkeit relevant und haben meinen Lesefluss oft unterbrochen. Aber das ist Ansichtssache des Lesers.

Ansonsten ist Harry immer noch der Alte, ein Einzelgänger, der mit seinen eigenen Dämonen kämpft und seine Eskapaden vom kompletten Absturz und Frauen durchlebt.

Am Ende ist es eine sehr spannende, dramatische, traurige Geschichte, von der sich Harry, wenn überhaupt, wohl nicht so schnell erholen wird.

Viele Personen kennt man schon aus den Vorgängerbüchern. Es wird auch ein Geheimnis gelüftet, was aber nicht wirklich überraschend ist, aber letztendlich doch der Auslöser für alles war.

Der Schreibstil ist auch wie gewohnt sehr gut, einfach und man kann zügig lesen. Die Charaktere sind wieder gut beschrieben, viele mochte ich, einige auch nicht.

Das Cover gefällt mir ebenfalls, es ist einfach gehalten und sagt doch so viel aus.

Ein neues Meisterwerk

Harry Hole ist tief gefallen. Von Rakel verlassen, den Job an der Polizeihochschule verloren und bei der Polizei nur noch zu Büroarbeiten verknurrt, widmet er sich wieder ausgiebig dem Alkohol.

Svein Finne wütet wieder, seit er aus dem Gefängnis entlassen worden ist und vergewaltigt junge Frauen mit dem Ziel, sie zu schwängern und zu kontrollieren.

Da nun auch in Harrys engsten Umfeld etwas Schlimmes passiert ist, kann dieser doch nicht zur Ruhe kommen.

Auch Harry Holes zwölfter Fall ist wieder rasant und sehr spannend. Am Anfang des Buches hatte ich etwas die Angst, dass zu viel über Harrys Sucht erzählt wird, denn davon hat man nach elf Büchern langsam genug gehört. Doch das ändert sich schnell, zu brisant ist der Fall für Harry, als dass er sich einen sturmen Kopf leisten kann.

Das Buch hat überraschende Wendungen, die zusätzlich für Spannung sorgen. Einmal mehr: TOP! Und etwas kann man wohl bereits vorwegnehmen: Es tönt nach Fortsetzung ...

Dirty Harry

Harry Hole ist ganz unten angekommen. Seine Frau hat ihn rausgeworfen, er säuft wie ein Loch (Punch intented) und überhaupt ist alles doof. Doch es kommt noch schlimmer. Jemand ermordet diejenige, die ihm am liebsten ist. Und ist es ein Zufall, dass ein Verbrecher, der nur »Der Verlobte« genannt wird, wieder auftaucht? Harry ist der Einzige, der ihn je festnehmen konnte, und er hat seinen Sohn erschossen. Also Auge um Auge, Zahn um Zahn? Suspendiert, abgebrannt, selten nüchtern ermittelt Harry in seinem persönlichsten Fall.

Man soll ja auch bei abwertenden Rezensionen immer das Positive nennen, was einem auffällt. Also, hier ist es: guter Schreibstil, auch spannend und im Gegensatz zu vielen anderen skandinavischen Schriftstellern nicht eine Sekunde langweilig. Aber um ehrlich zu sein, das, was Nesbo vorne aufbaut, reißt er mit dem Rest wieder ein. Allein sein Protagonist, dieser megaberühmte Harry (Ass)Hole ist eigentlich nur anstrengend. Seine stets verkündete Brillanz äußerte sich in der Regel durch ein Bauchgefühl – dabei hatte er gar keine Regel ... (sorry, this punch was intented, too). Dazu säuft er wie ein Loch, bespringt jede Frau, die bei drei nicht auf dem Baum ist und zeichnet sich auch ansonsten durch viel Feingefühl aus.

Nicht.

Ein Täter ist ein siebenundsiebzig Jahre alter Knacker mit Spiderman-Fähigkeiten, der mit Bären tanzt und dermaßen fit ist, dass diverse Supersportler nur neidisch werden könnten.

In diesem Buch sind alle auftauchenden Frauen in einen ungepflegten, unsozialen, nach Alk stinkenden Säufer verliebt; sobald der auftaucht, fliegen die Höschen. Schlimmer als in jedem YA, den ich je gelesen habe. Ich möchte mir lieber keine Gedanken über die feuchten Träume des Autors machen.

Reden Sie, wenn es sein muss.

Schon immer musste der norwegische Kommissar Harry Hole mit dem Alkohol kämpfen. Aber nun hat der Alkohol gewonnen. Der Kommissar ist am Boden, denn seine Frau Rakel hat ihn verlassen.

Nach einer durchzechten Nacht wacht Harry Hole verkatert und ohne Erinnerung auf. Seine Kleidung ist voller Blut. Hatte er eine Schlägerei?

Der wahre Albtraum allerdings ist, dass seine geliebte Frau tot ist. Wer hat sie ermordet? War es der Vergewaltiger Svein Finne? Er hat seine Opfer gerne mit Messern erstochen. Seit kurzem ist Finne wieder auf freiem Fuß und hat eine Rechnung mit Hole offen. Harry Hole setzt alles dran den Täter zu finden und ahnt nicht, wie groß die Abgründe wirklich sind.

„Messer“ von Jo Nesbo ist der 12. Band um den eigensinnigen Kommissar Harry Hole. Zum Verständnis des Buches muss man nicht die vorherigen Bände gelesen haben.

Der Schreibstil ist lebendig und flüssig, schnell wird man als Leser in den Bann der Geschichte gezogen.

Der Protagonist Harry Hole ist ein Alkoholiker, der gebeutelt von seiner Sucht oft nicht teamfähig ist, seinen eigenen Weg geht und sich um die Meinung anderer nicht schert. Beim Lesen ist man fasziniert von diesem Charakter, weil man sich abgestoßen von seiner Sucht oder angezogen von seinem genialen Verstand fühlt. Hole ist sowohl ein sympathischer und brillanter Ermittler als auch ein kranker depressiver Mensch.

Auch bei den weiteren Charakteren in der Geschichte schwankt man oft zwischen Ablehnung und Sympathie. Menschen mit ihren guten und schlechten Eigenschaften halt.

Die Handlung zog mich in ihren Bann und ich ließ mich doch immer mal wieder auf die falsche Fährte führen. Die Wandlungen und falschen Fährten wurden jedes Mal schlüssig geklärt. Die Überführung des Täters am Ende war sehr überraschend und spannend. Gut gelungen wie sich am Ende alles fügt.

Für mich ein Buch, das ich in die Hand nahm und nicht wieder weglegen wollte.

Harry rechnet ab

Harry Hole ermittelt in seinem 12. Fall.

Harry Hole, der geniale Ermittler mit dem Bauchgefühl, welches ihn nie im Stich lässt, hat es dieses Mal ordentlich in den Sand gesetzt. Der Alkoholiker hat seinen Job an der Polizeihochschule verloren. Weil er wieder trinkt und die Finger nicht von anderen Frauen lassen kann, hat sich die Liebe seines Lebens, seine Frau Rakel, von ihm getrennt. Harry versinkt im Selbstmitleid und Alkohol. Eines Tages erwacht er blutverschmiert und ohne Gedächtnis, darauf folgt die schlimmste Zeit seines Lebens.

Das Buch ist in 4 Teile unterteilt, die sich in 53 lange Kapitel gliedern. Liedtexte und fremdsprachliche Phrasen erscheinen kursiv und sind somit deutlich vom Text abgegrenzt. Spannende, schlagfertige Dialoge beleben die Erzählung. Der manchmal schwierige Plot hemmt anfangs den Lesefluss. Einen Satz auf S. 63, der mich ganz besonders berührte, habe ich mir notiert: „Warum musstest du kommen und mich so einsam machen“.

Der Einstieg ins Buch fiel mir diesmal nicht leicht. Obwohl ich den Vorgängerband »Durst« vor nicht allzu langer Zeit gelesen hatte, habe ich den Anschluss nicht gleich gefunden. Außerdem ist mir dieser zwar geniale, aber jämmerliche und disziplinlose Protagonist tierisch auf die Nerven gegangen. Den Raubbau, den Hole mit seinem exzessiven Leben, an seinem Körper betreibt, müsste ihn schon lange vernichtet haben. Doch noch immer liegen ihm die Frauen zu Füßen, dabei muss er mittlerweile ziemlich eklig sein.

Unnötige Rückblicke über die Zeit mit Rakel und Harrys Jugend, die ausführlichsten Beschreibungen über Musik und Filme, langweilige ausschweifende Erzählungen über Afghanistan machten mir das Durchhalten sehr schwer. Der Strang, der Svein Finne und auch den Mord an Rakel betrifft, ist dagegen sehr spannend gewesen. Ab der Hälfte des Buches zieht der Thriller jedoch an und die Spannung steigt. Als Mörder habe ich in diesem Stadium der Geschichte wirklich jeden der Charaktere verdächtigt. Der wirkliche Mörder stand schon bald auf meiner Liste wurde aber dazwischen immer wieder fallengelassen. Die letzten 150 Seiten habe ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen können, die Ereignisse überschlagen sich, plötzliche Wendungen und dann dieser geniale Abschluss haben mich wieder mit der Geschichte versöhnt. 100 Seiten weniger hätten dem Buch sehr gutgetan.

Das Buch schließt mit einem offenen Ende, ich wäre aber nicht böse, wenn die Reihe um Harry Hole nun hier einen Abschluss finden würde. Es handelt sich bei diesem jüngsten Fall nicht gerade um das Highlight der Serie, einige der Vorgängerbände haben mir besser gefallen. Meine Lieblingsfigur ist Oleg, Rakels Sohn, der erwachsener wirkt als sein Ziehvater Harry. Einige der Personen sind mir schon aus den vorangegangenen Bänden bekannt, deshalb war die Menge an Charakteren überschaubar, im Großen und Ganzen handelten sie authentisch und nachvollziehbar. Ich hatte keine Schwierigkeiten dem eigentlichen Mordfall und dem Svein Finne – Fall zu folgen, lediglich störten mich die o.g. Ablenkungen und Ausschweifungen. Und dass ein 77-Jähriger in zweieinhalb Minuten eine Frau schwängern und so hervorragend klettern kann, ist m.E. nicht plausibel.

Dieses Buch als Einstiegsband zu lesen finde ich schwierig. Für die Fans von Harry Hole ist Messer ein Muss. Von mir allein schon für dieses tolle Ende 4 von möglichen 5 Sternen.

Hole, der Unverwüstliche?

Da ich als Krimi- und Thrillerfan (auch der skandinavischen) vieles »gewohnt« bin, konnte mich auch als Erstleser der Reihe um Harry Hole jener nicht sehr stark irritieren.

Hole ist so der klassische »brillianter-Ermittler-mit-dunkler-Seite«-Typ, seine Schwächen sind seine Ex-Frau und der Alkohol. Er umgeht gerne ein paar Regeln, wenn es seiner Sicht der Gerechtigkeit dient und kommt mit sehr vielem davon und durch. Der Erfolg gibt im Recht.

Nicht alles in diesem norwegischen Thriller ist immer zu 100% wahrscheinlich oder realistisch. Im Gesamtpaket sind aber auch die zweifelhaften Szenen stimmig und gerechtfertigt. Nesbø hält, was Hole verspricht: Action, Drama, Blut, Mord, Mystery und Grausamkeiten bestimmen Holes Leben und die Handlung.

Die Reihe ist ja schon sehr bekannt, aber die Bände lassen sich (wenn man nicht satte elf Bücher vor diesem hier lesen will) auch einzeln gut verstehen und lesen. Wenn man eben so Charaktere wie Hole gut akzeptieren kann. Nordische Thriller sind selten was für schwache Nerven, auch hier daher eine kleine Warnung in dieser Hinsicht.

Wen das nicht stört, der bekommt sehr solide bis sehr gute Krimi-Kost mit allem was dazugehört. Die Auflösung kann überraschen und bringt auch eine gewisse Genugtuung mit sich.

Ganz unten

Harry ist rückfällig geworden, wie schon so oft. Sein hart erkämpftes Familienleben mit Rakel und Oleg sind Geschichte, seine Dozentenrolle hat er nach dem Vampiristenfall ebenso verloren wie seinen Ermittlerstatus. Also greift er wieder zur Flasche. Nach einer durchzechten Nacht wacht er jedoch mit blutiger Kleidung auf, zu viel Blut, um als kleine Kneipenschlägerei durchzugehen.

Lieber Jo Nesbø was war das?
Seit dem ersten Band verschlinge ich die Fälle von Harry Hole, immer in Sorge, dass sein Alkoholismus ihm Krankheiten wie Leberzirrhose oder Ösophagusvarizen einbringt. Jedes Mal ist Harry jedoch aufgestanden und hat in einem spannenden, streckenweise komplizierten und actionreichen Fall ermittelt. Das ist hier absolut nicht der Fall. Vielleicht verabschiedet sich Nesbø so langsam von seinem Protagonisten, denn „Messer“ ist nichts weiter als ein schriftstellerisches Medley aus sämtlichen Harry-Hole-Bänden, untermalt von einer wirklich tragischen, jedoch völlig unglaubwürdigen Story. Meine Befürchtungen, dass Harry Hole nach „Durst“ abstürzt, haben sich leider vollkommen bestätigt, doch die Art und Weise wie der Autor seinen Helden zum Straucheln bringt ist einfach hanebüchen, denn von Harrys Intelligenz und seinem brillantem Verstand ist nichts mehr übrig. Er ist ein trauriger Clown der von einer Flasche und von einem Bett ins nächste taumelt. Hier wäre ebenfalls anzumerken, dass die Frauen, die Harry in der Zwischenzeit „beglückt“ (er muss sich ja schließlich trösten, nachdem ihn Rakel aus ihm unerfindlichen Gründen rausgeschmissen hat), ihren Verstand auch an den Nagel gehängt haben, denn sie verhalten sich allesamt wie Spätpubertierende, die an einer Art Harry-Hole-Virus leiden und die keinerlei Anstalten machen die Konsequenzen ihres Handelns zu erfassen.

Ich bin von diesem Buch schwer enttäuscht, ich habe die ganze Zeit auf eine spektakuläre Wendung gehofft, denn ansonsten ist schon ziemlich früh klar, in welche Richtung die Auflösung geht, auch wenn Nesbø das hinter vielen Rückblenden und Verweisen auf frühere Fälle unnötig in die Länge zieht.

Fazit: Ein Held strauchelt und sein Schöpfer ebenso.