Cover von: Mexikoring
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Mexikoring

Der achte Fall für Chastity Riley. Kriminalroman
Buch
Broschiert, 250 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3518468944

ISBN-13: 

9783518468944

Auflage: 

1 (10.09.2018)

Preis: 

14,95 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 11.118
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3518468944

Beschreibung von Bücher.de: 

In Hamburg brennen die Autos. J ede Nacht, wahllos angezündet. Aber in dieser einen Nacht am Mexikoring, einem Bürohochhäuserghetto im Norden der Stadt, sitzt noch jemand in seinem Fiat, als d er anfängt zu brennen: Nouri Saroukhan, der verlorene Sohn eines Clans aus Bremen. War er es leid, vor seiner Familie davonzulaufen? Hat die ihn in Brand setzen lassen ? Und was ist da los, wenn die Gangsterkinder von der Weser neuerdings an der Alster sterben?

Staatsanwältin Chastity Riley taucht tief ein in die Welt der Clan-Familien. Nach und nach erschließen sich ihr die weitverzweigten kriminellen Strukturen, die sich durch ganz Deutschland ziehen. Und sie bekommt Einblick in Nouri Saroukhans Geschichte. Es ist die Geschichte eines Ausbruchs zu einem hohen Preis. Und es ist die Geschichte einer Liebe: von Nouri und Aliza, die nicht zusammenkommen durften und in ein anderes Leben türmten, das aber kein besseres war. Weiß Aliza, was mit Nouri am Mexikoring passiert ist?

Kriminetz-Rezensionen

Großstadtkrimi

In Hamburg brennt ein Auto. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, es brennen landauf, landab die Autos – so machen sich meist perspektivlos-rebellische Jugendliche Luft. Dass es nicht immer Luxuskarossen sind, ist auch nicht verdächtig. Aber dieses Mal sitzt ein Mensch im Wagen, die Tür ist verschlossen und die Frage, warum er sich nicht befreit hat, ist ein Fall für die Pathologie. Staatsanwältin Riley ist gleich am Tatort. Eine Frau, die psychisch und auch physisch angeschlagen wirkt. Zu viel Alkohol, zu viel Stress, zu wenig Anerkennung haben sie zynisch werden lassen.

Interessant wird der Fall, als der Tote als verstoßener Sohn des türkisch-libanesischen Familienclans der Saroukhan aus Bremen identifiziert wird. Ein Clan, der sich wie ein Krake in Norddeutschland ausgebreitet hat. Ihr Geld machen sie mit Allem, was illegal ist und Gesetze und Vorschriften des Landes, das sie einst aufgenommen hat, werden verlacht. Die Bremer Polizei, die den Hamburger Ermittlern hilft, hat längst resigniert. Aber was führte zur Ermordung von Nouri Saroukhan? Eine Abrechnung unter Gangstern oder eine Familienfehde?

Sabine Buchholz schreibt ihre Großstadtkrimis hart und desillusioniert. Die Sprache ist ihr Stilmittel, diese Atmosphäre zu transportieren. Ich finde, das gelingt ihr ausgezeichnet. Die Innenansicht der libanesischen Familienclans beschreibt sie mit beklemmender Realitätsnähe. Etwas, was erst mit viel Verspätung von der bundesdeutschen Wirklichkeit wahrgenommen wird. Insofern erschien mir der Hintergrund des Kriminalromans wie ein gesellschaftspolitisches Psychogramm.

Mit den Ermittlern Riley und Stepanovic musste ich erst warm werden. Kurz angebunden, schnoddrig und doch mit Empathie gehen sie an ihre Ermittlungen.

Ich fand den Krimi richtig spannend zu lesen, es war Unterhaltung mit Anspruch. Das hat mir gut gefallen. Für mich ist es das erste Buch von Sabine Buchholz gewesen, aber sicher nicht das letzte.

Brennende Autos

In Hamburg werden jede Nacht wahllos Autos in Brand gesteckt. Als die Staatsanwältin Chastity Riley zu einem Tatort an den Mexikoring beordert wird, sitzt noch ein junger Mann in dem brennenden Auto. Er wird zwar von der schnell herbeigerufenen Feuerwehr aus dem Wrack gerettet, stirbt aber kurze Zeit später im Krankenhaus. Nach den beginnenden Ermittlungen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Nouri Saroukhan handelt, ein Mann, der seinem eigenen Familienclan den Rücken gekehrt hat. Liegt hier das Motiv für die Tat? Denn nach der Autopsie steht fest, es handelt sich definitiv um Mord ...

Die ersten beiden Bände um die außergewöhnliche und vielleicht auch ein wenig gewöhnungsbedürftige Staatsanwältin Chstity Riley wurden bereits mit Buchpreisen ausgezeichnet. Meine Neugier auf das neue Buch der Autorin Simone Buchholz war nun groß und ich bin mit "Mexikoring" in die Serie gestartet. Ich hatte keine Probleme in die Handlung zu finden und mir wurde auch schnell klar, was die Aufmerksamkeit der Juroren hervorgerufen hatte. Simone Buchholz erzählt die Geschichte in einem eigenen unverkennbaren Schreibstil. Sie arbeitet mit vielen kurzen Sätzen und Kapiteln, wobei ihre Gedanken- und Zeitsprünge durchaus schon die volle Aufmerksamkeit verlangen. Der Charakter ihrer schnoddrigen und engagierten Hauptprotagonistin hat mir richtig gut gefallen, obwohl sie, oder vielleicht auch gerade weil sie nicht den üblichen Klischees entspricht. Bei der Lösung des Falls geht Simone Buchholz auch intensiv auf die organisierte Kriminalität und die teilweise haarsträubenden Lebensumstände einige Familienclans ein. Der Wert einer Frau spielt hier nur eine sehr untergeordnete Rolle und das vorherrschende Rechtssystem wird achselzuckend ignoriert. Es entwickelt sich eine spannende und auch tiefgehende Story, die mich gepackt hat und das Buch viel zu schnell an mir vorbeirauschen ließ.

Mich hat das Buch sowohl vom Thema als auch vom Schreibstil beeindruckt. Es sticht so aus der Vielzahl der Kriminalromane heraus und macht es aus meiner Sicht lesenswert. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Gesellschaftskritik in einen spannenden Plot verpackt

Brennende Autos in Hamburg sind nichts Neues. Doch als in einem brennenden Auto noch jemand drin sitzt, schaltet sich Staatsanwältin Chastity Riley mit ihrem Team ein. Schnell stellt sich die Identität des Verletzten heraus, es ist der verstoßene Sohn eines kriminellen Clans aus Bremen. Tief müssen die Ermittler in die Geschichte des Clans eintauchen, um den Fall zu lösen. Und sie stoßen auf tragische Ereignisse.

Dieses Buch ist Teil einer Reihe um die Staatsanwältin Chastity Riley. Ich kannte keines der Bücher davor, wobei der Fall in sich abgeschlossen und auch so gut zu lesen ist. Sehr gut eingebaut ist die Geschichte der eingewanderten Clanfamilie aus Bremen dargestellt, die sich zu der Zeit vor ihrer Ankunft in Deutschland sehr dramatisch liest. Darauf baut dann das Clansystem auf, in dem sich Nouri Saroukhan bewegte, bevor er verstoßen wurde und nach Hamburg ging. Fesselnd und berührend auch das Schicksal von Aliza, die untertauchen musste, weil sie sich nicht als Frau unterordnen wollte. Gesellschaftskritik pur, in einem spannenden Plot umgesetzt.

Schwer getan habe ich mich allerdings mit dem Sprachstil der Autorin. Die vielen kurzen, unvollständigen Sätze lassen die Geschichte sehr abgehackt erscheinen und es fiel mir schwer, nach einer Pause wieder in den Lesefluss hineinzufinden. Das liegt mir einfach nicht, so spannend der Plot an sich ist. Hier kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.