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Mord an der Algarve

Anabela Silva ermittelt zum erste Mal
Buch
Taschenbuch, 288 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3499271125

ISBN-13: 

9783499271120

Auflage: 

1 (24.04.2018)

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 16.180
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3499271125

Beschreibung von Bücher.de: 

»An diesem Donnerstag würde eine alte Ratte sterben. Wenn alles gut ging. Wenn nicht - nun, es kamen noch viele Donnerstage.«

Sieben Tote in vier Monaten. Allein drei aus einer Familie. Alle alt. Dennoch glaubt niemand im verträumten Hinterland der Algarve an einen Todesengel. Niemand, bis auf Anabela Silva, die gerade für eine Auszeit ins Land ihrer Eltern zurückgekehrt ist. Die Journalistin stellt Nachforschungen an - und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Dann geschieht ein Mord, an dem es keinen Zweifel gibt. Und Bela Silva wünscht sich, sie hätte nie eine Frage gestellt ...

Kriminetz-Rezensionen

Leichte Urlaubsunterhaltung

Anabela Silva flüchtet aus Deutschland und ihrer kaputten Beziehung zu ihren Eltern an die Agarve. Dort bei ihren Eltern genießt sie die Ruhe und das schöne Land. Aber als Journalistin ist sie es gewöhnt, Fragen zu stellen, besonders wenn innerhalb von 4 Monaten in dem beschaulichen Bergdorf 7 Menschen sterben. Zwar waren es alte Menschen, dennoch kommt es Anabela seltsam vor und sie erkundigt sich über diese Menschen und deren Vergangenheit.

Dann geschieht ein Mord, an dem es keine Zweifel gibt. Und Anabela hat die Möglichkeit, als Übersetzerin für die Polizei zu arbeiten und so ganz nah am Geschehen teilzuhaben. Dennoch wünscht sie sich, sie hätte die Vergangenheit und die Morde ruhen lassen.

Der Schreibstil lässt sich leicht lesen, allerdings bleibt die Spannung sehr gering. Viele Landschaftsbeschreibungen, die Schilderung des Lebens in Portugal und landestypischer Sitten sind interessant zu lesen und vermitteln ein bisschen Urlaubsflair. Das lässt den Krimi eher wie einen Roman wirken.
Etwas Spannung wurde durch die Perspektivenwechsel und die Rückblicke, warum es zu den Morden kam, aufgebaut. Aber leider geht das dann wieder im Fluss der Geschichte unter.

Auch die Charaktere Anabela, Mario, Catarina oder Almeida bleiben beim Lesen schwammig und grau. Sie erwachen nicht richtig zum Leben.

Für einen eingefleischten Krimifan ist „Mord an der Algarve“ von Carolina Conrad eher nichts, aber als leichte Urlaubslektüre kann es durchaus gelesen werden.

Schöner Sommerkrimi

Die Journalistin Anabela Silva kehrt für einige Wochen in das Heimatland ihrer Eltern zurück, um ihrer Mutter nach einem Unfall beizustehen. Schon bald fällt ihr bei einer Familienbeisetzung eine erstaunliche Zahl von Todesfällen in den letzten Wochen auf. Zwar handelt es sich immer um betagte Menschen, aber da sie fast alle Verbindung mit dem Familienclan der Alves haben, ist Belas journalistische Spürnase in Aktion. Wobei ihre Fragen im Ort und auch in der Familie nicht unbedingt gut ankommen. Da ist es sogar hinderlich, dass Cousin Luis bei der örtlichen Polizei ist. Denn der sieht Belas Aktivitäten mit großem Zorn.

In der Zwischenzeit genießt sie die Zeit an der Algarve, die – auch wenn sie in Deutschland geboren und sozialisiert ist – auch ein Teil ihrer Identität ist. Immer mehr wird sie vom Charme dieser Landschaft angezogen. Dazu kommt, dass mit Bibliothekar Mario und Kommissar Almeida auch zwei äußerst attraktive Männer ihr Leben bereichern und die Scheidung von ihrem Mann in den Hintergrund treten lassen.

Der Krimi ist eher von der ruhigen, unaufgeregten Art. Er beginnt eher verhalten, aber die Spannung steigert sich im Lauf der Handlung. Es fließt viel vom portugiesischen Lebensgefühl mit ein, das Bela auch für sich wiederentdeckt. So gehe ich mit ihr auf Entdeckungsreise in eine Landschaft, die abseits der großen Touristenströme liegt, die noch ursprünglich und echt wirkt und unheimlich Lust auf eigene Entdeckungen weckt. Eingestreute Dialogzeilen in Portugiesisch wirken authentisch und bereiten auch keine Verständnisschwierigkeiten.

Je weiter Bela in ihren Nachforschungen kommt, umso tiefer steigt sie auch in ihre eigene Familiengeschichte ein, die sie bisher nur am Rande wahrgenommen hat. Die große Armut, die den Vater damals zur Auswanderung zwang, die Abhängigkeit von Großgrundbesitzern und die Repressalien während der Salazar-Diktatur, das sind alles Fakten, die ihre Familiengeschichte prägten und die Bela nie richtig hinterfragt hatte. Auch das fand ich an diesem Buch so interessant.

Ein wirklich sympathisches Debüt – vielleicht sogar Auftakt für eine Reihe?