Cover von: Mord auf der Insel Gokumon
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Mord auf der Insel Gokumon

Der zweite Fall für Privatermittler Kosuke Kindaichi. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 336 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3351051190

ISBN-13: 

9783351051198

Auflage: 

1 (15.08.2023)

Preis: 

22,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 167.506
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3351051190

Beschreibung von Bücher.de: 

Der nächste Fall der erfolgreichen klassischen Krimiserie aus Japan – »Japans Antwort auf Agatha Christie.« The Guardian

Der Privatermittler Kosuke Kindaichi reist auf die abgelegene Insel Gokumon, um einer der wichtigsten Familien dort eine tragische Nachricht zu überbringen: Einer ihrer Söhne ist auf einem Truppentransportschiff, das ihn nach dem Zweiten Weltkrieg zurück in die Heimat bringen sollte, gestorben.

Doch Kindaichi ist nicht nur als Bote gekommen – mit seinen letzten Worten warnte der Sterbende, dass nun das Leben seiner drei Stiefschwestern in Gefahr sei. Der Ermittler ist entschlossen, dieser mysteriösen Prophezeiung auf den Grund zu gehen und die drei Frauen zu schützen – wenn er kann.

Dann beginnt auf der Insel eine Serie grausamer Morde, und auch Kosuke Kindaichi selbst ist in Gefahr.

Kriminetz-Rezensionen

Wieder ein verzwickter Fall für den japanischen Privatdetektiv

Japan 1946: Auch Privatdetektiv Kosuke Kindaichi wurde während des Krieges eingezogen und diente bis zu dessen Ende. Er freundete sich in dieser Zeit mit Chimata Kito an, der zwar das Kriegsende erlebte, aber nicht mehr seine Ankunft in der Heimat. Kosuke reist nun auf dessen Bitte zur Insel Gokumon, um Chimatas Familie von dessen Ableben in Kenntnis zu setzen. Außerdem hatte ihn Chimata mit seinen letzten Worten gebeten, seine Schwestern zu retten, die sterben müssten, wenn er nicht heimkäme.

Auf der Insel angekommen, lernt er schnell neben Chimatas Familie auch einige andere Bewohner kennen und lässt sich, trotz seines »Auftrages« ein wenig treiben, bis eines Tages ein Mord geschieht.

Der Blumenbar Verlag hat nun nach »Die rätselhaften Honjin-Morde« einen weiteren Fall des japanischen Privatdetektivs veröffentlicht. Hier wie dort stammen die Opfer aus einer wichtigen, gut betuchten Familie, von der es zudem eine Seitenlinie gibt, mit der man sich nicht unbedingt versteht und die möglicherweise in den Fall verstrickt ist. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf.

Wie der Titel schon sagt, findet dieser Fall auf einer Insel statt. Einer Insel zudem, die so ihre Eigenheiten hat, offenbar stammen alle Bewohner von Sträflingen und Piraten ab. Man lebt hier vor allem von der Fischerei, und Chimata wäre der Erbe des Fischereigroßunternehmens, bei dem ein großer Teil der Bevölkerung angestellt ist, gewesen.

Wie bereits im oben erwähnten Roman ist auch hier der Fall äußerst verzwickt, doch der Autor liefert einiges, worüber nicht nur Kosuke, sondern auch der/die Leser:in nachdenken kann. Die Lösung am Ende ist zufriedenstellend, wenn auch sehr erschütternd.

Nebenbei lernt man manches über die japanische Lebensweise jener Zeit, im Anhang findet sich zudem ein Glossar, das manches näher erläutert. Auch das Personenregister ist nützlich, vor allem, wenn man Probleme hat, die japanischen Namen zuzuordnen. Wie auch bei den Hojin-Morden gibt es einen übergeordneten Erzähler, doch dessen Erläuterungen nehmen hier einiges weniger an Raum ein, was ich schade finde, da ich die dortige Erzählweise sehr interessant fand. Aber auch hier gibt es eine ganz eigene Atmosphäre, das Japan jener Zeit wird durchaus lebendig.

Seishi Yokomizo (1902 – 1981) war ein in Japan sehr bekannter, erfolgreicher und mehrfach ausgezeichneter Kriminalautor, der insgesamt 77 Bänden mit Kosuke Kindaichi veröffentlicht hat. Blumenbar hat also noch eine reiche Auswahl an Romanen der Reihe, von denen der Verlag hoffentlich noch weitere auf Deutsch veröffentlicht.

Auch »Mord auf der Insel Gokumon« habe ich gerne gelesen, auch wenn ich »Die rätselhafen Honjin-Morde« lieber mochte. Es ist aber allemal interessant, (Kriminal)Romane japanischer Autoren zu lesen und dabei ein Stück (historisches) Japan zu entdecken.

Eine gefährdete Familie

Kosuke Kindaichi hat die traurige Aufgabe, seinen Kriegskameraden und Freund nach Hause auf die Insel Gokumen zu begleiten. Er ist auf der Reise verstorben und Kosuke musste ihm versprechen, dass er auf seine beiden Halbschwestern aufpasst. Kosuke ist ein bekannter Detektiv und verspricht es seinem Freund.

Auf der Insel angekommen, übergibt er dem Priester, dem Arzt und dem Bürgermeister Briefe von seinem Freund Chimata, der zur einflussreichen Familie Kito gehörte. Kosuke macht sich erst einmal mit den Gegebenheiten auf der Insel vertraut und besucht die Familie Kito, um ihnen sein Beileid auszusprechen. Es ist nach dem Tod des Vaters Kaemon schon der zweite Verlust in der Familie und der Bruder Chimatas ist verschwunden.

Als Kosuke sich langsam eingewöhnt hat, ertönt die Nachricht über die Insel, dass eine Frau tot aufgefunden wurde. Es ist Hitoshi, die jüngste Tochter der Kitos, die erdrosselt und umgekehrt an einem Baum hängend aufgefunden wurde. Für Kosuke beginnt jetzt die Arbeit zu ermitteln, wer der Mörder ist und warum die Schwestern ermordet werden sollen. Doch die Zeit rennt und gelingt es Kosuke wirklich, die Schwestern zu schützen?

»Mord auf der Insel Gokumen« von Seishi Yokomizo ist ein besonderer Kriminalroman. Schon das Cover weist auf die zu erwartenden Geschehnisse hin. Eine tote Frau wird abgebildet und es geht in diesem Krimi um das Schicksal dreier Frauen und der Familie Kito.

Der Schreibstil dieses Krimis ist ganz und gar aus der japanischen Tradition heraus zu beurteilen. Das ist manchmal sehr schwierig nachzuvollziehen, da – zumindest mir –, diese Kultur nicht so geläufig ist. Hilfreich sind auf jeden Fall die ausführliche Inhaltsangabe und das Personenregister zu Beginn. Das Merken der Namen fällt dadurch sehr viel leichter, da es sich eben um japanische Personen handelt.

Auch die Beschreibungen der Geschehnisse auf der Insel Gokumen müssen unter diesen Aspekt gestellt werden. Der Privatermittler Kosuke ermittelt halt in einer besonderen Gesellschaft, in der Traditionen beheimatet sind, die mir nun nicht so geläufig sind.

Nichtsdestotrotz ist dieser Ermittler ein sehr intelligenter Bursche, der es versteht, sich auf die Menschen einzulassen, und das hilft ihm bei den Ermittlungen sehr viel weiter, aber ist auch manchmal sehr hinderlich. Denn was ihm von Anfang an klar ist, der Mörder lebt auf dieser Insel. Der Spannungsbogen ist sehr gut bis zu seinem Ende entwickelt. Was mir schwergefallen ist, ist das Mitermitteln, weil ich so gar keinen zu der japanischen Tradition gefunden habe.

Der Krimi hat mir ganz gut gefallen, obwohl ich nur sehr schwer Zugang gefunden habe. Ich finde ihn lesenswert, möchte aber auch darauf hinweisen, dass er in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan spielt. Historisch, aber auch interessant wegen der vielen Einblicke in die japanische Kultur und Tradition.

Japan nach dem zweiten Weltkrieg – ein Krimi voller fernöstlicher Kultur!

Die Gestaltung des Covers weist auf die japanische Erstpublikation in 1971, also vor mehr als 50 Jahren, hin. Auch der gewählte Schrifttyp hat etwas Altbackenes.

Dieser trickreiche und einfallsreiche Krimi in seiner klaren Struktur ermuntert zum Miträtseln. Der Schreibstil wirkt wie das Cover in seiner deutschen Übersetzung etwas ungewohnt. Eingebettet in damalige japanische Sitten und Gebräuche fehlt wohl hiesigen Lesern meist das Hintergrundwissen über alte japanische Mythologie und Sagen, Bekleidung, Hausbau und die Esskultur. Das anhängende Glossar ist daher sehr hilfreich.

Interessant finde ich die Einblicke in die drei Haiku, den hier eingebauten japanischen Kurzgedichten.

Im Mittelpunkt des Kriminalromans stehen ein Priester, ein Arzt und ein Bürgermeister neben dem Privatdetektiv Kosuke Kindaichi. Der Spannungsbogen ist sehr gut bis zu seinem Ende geführt mit einem komplexen Netz an Anspielungen und Vermutungen. Neben den vier Morden und ihrer schlüssigen Aufklärung geht es auch um die tiefere Vorgeschichte, begründet in der uns fremden japanischen gesellschaftlichen Tradition.

Insgesamt ein intelligenter, wendungsreicher, spannungsreicher Krimi mit einer überraschenden Auflösung.

Ein Verstorbener befiehlt

Der Krieg ist zu Ende und der Privatdetektiv Kosuke Kindaichi reist im Auftrag eines ehemaligen Kameraden auf dessen Heimatinsel Gokumon, um die Angehörigen von dessen Tod zu unterrichten, gleichzeitig soll er die Schwestern des Verstorbenen schützen. Aus unbekannten Gründen hatte er Angst, dass ihnen etwas zustoßen könnte.

Der Empfang ist freundlich, die Honoratioren der Insel und die Familie danken ihm für die Information und laden ihn zum Bleiben ein. Doch dann geschehen grausame Morde und der Ermittler hat alle Hände voll zu tun, sie aufzuklären und sein eigenes Leben zu schützen.

Japan ist für mich in Büchern eher unbekannt. Es ist der zweite Fall für diesen Ermittler, gemeinsam sind die sehr komplizierten Fälle und ihre ungewöhnliche Aufklärung. Man könnte es als eine Mischung aus Sherlock Holmes und Miss Marple betrachten. Viele ungewöhnliche Kleinigkeiten machen die Ermittlungen nicht gerade einfach.

Kosuke ist ein ruhiger, hartnäckiger Charakter, der mit sich selbst hadert, wenn er keine Lösung findet. Mit immerwährenden Nachfragen zu scheinbar harmlosen Situationen kommt er auf die Lösung.

Das aus europäischer Sicht ungewohnte Setting und dazu die ruhige Erzählweise machen den Krimi zu etwas Neuem, das man so noch nicht gelesen hat. Sehr schön ist, dass am Anfang ein Personenregister und am Ende noch Erklärungen zu unbekannten Begriffen ist.

Schwierig

Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Der Privatdetektiv Kindaichi fährt in eigener Sache zur Insel Gokumon, da ein sterbender Freund ihn darum gebeten hat. Dieser hatte Angst um seine Schwestern, welche im Falle seines Todes in Gefahr wären, ermordet zu werden. Nach dem Eintreffen von Kindaichi gibt es tatsächlich einen Todesfall. Und bei einem bleibt es nicht.

Mein Eindruck:
Es liegt an mir und nicht an Dir. Hier stimmt der Satz absolut. Wenn man Probleme hat, einem Hörbuch zu folgen, weil die Namen so schwer für das westeuropäische Ohr zu merken sind, können Sprecher und Autor nur schwer gegen den Frust ankommen. Und - bei allen Schwierigkeiten - ehrlicherweise ist es eben so, dass beide, Denis Moschitto und Seishi Yokomizo, einen wirklich guten Job machen. Der eine spricht fantastisch und der andere hat eine spannende Story ersonnen. Denn selbst wenn Motiv und Täter aus heutiger Perspektive seltsam anmuten, ist das Buch im Zeitkontext zu lesen und zu verstehen. So bietet sich ein Einblick in das Denken und die Geschichte Japans kurz nach dem zweiten Weltkrieg, der auch im Nachklang noch viel Leid und Kummer über die Menschen bringt.

Mein Fazit:
Den nächsten Krimi von Seishi Yokomizo werde ich lesen

Toller japanischer Kriminalroman

Japans berühmtester und erfolgreichster Privatdetektiv Kosuke Kindaichi muss auf dem Rücktransport aus dem Kriegsgebiet im Zweiten Weltkrieg erleben, wie sein Freund sein Leben aushaucht. Kurz vor seinem Tod bittet er aber Kosuke noch, auf seine Heimatinsel Gokumon zu reisen und das Leben seiner drei Schwestern zu retten. Ohne genau zu wissen, was sein Freund ihm damit mitteilen wollte, begibt er sich zur Insel und überbringt dort zunächst die düstere Nachricht. Wenige Zeit später kommt es zum ersten Mord und Kosukos Kombinationsgabe und seiner feiner Verstand sind mehr als gefragt...

"Mord auf der Insel Gokumon" ist der zweite Band aus der Reihe um den blitzgescheiten Ermittler aus dem Reich der Mitte. Ich bin mit dem zweiten Fall in die Reihe eingestiegen und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme, lediglich die vielen japanischen Namen waren zu beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig. Der Autor Seishi Yokomizo erzählt die Geschichte in einem verspielten und sehr schön zu lesenden Schreibstil, der das Buch neben der außergewöhnlichen Kulisse zu etwas besonderen macht. Der Spannungsbogen wird mit dem ersten Mord auf der Insel gut aufgebaut und über die clever inszenierten Ermittlungsarbieten auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die zu jeder Zeit zum Miträtseln einlädt, und in der man am Ende warscheinlich doch noch von der Auflösung und der geschickten Herangehensweise des Hauptprotgonisten überrascht wird. Gerade die Charaktere sind interessant herausgearbeitet und tragen in der ungewohnten Kulisse zum gelingen des Kriminalromas bei.

Insgesamt ist "Mord auf der Insel Gokumon" ein gelunger Kriminalroman, der im klassischen Stil erzählt wird. Man kann schon den Eindruck gewinnen, dass berühmte Vorbilder der klassisichen englischen Krimiliteratur Pate gestanden haben, aber dennoch wirkt das Buch nicht so, als sei es lediglich eine Kopie mit japanischem Anstrich. Aus meiner Sicht sticht das Buch aus der MAsse des Genres heraus, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.