Cover von: Mordsand
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Mordsand

Der vierte Fall für Frida Paulsen. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 432 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3785727275

ISBN-13: 

9783785727270

Auflage: 

1 (26.02.2021)

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3785727275

Beschreibung von Bücher.de: 

Am Strand der Elbinsel Bargsand entdecken Spaziergänger ein Skelett, das Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Kriminalpolizei Itzehoe Rätsel aufgibt. Wer war dieser Mann, der dort vor dreißig Jahren mit gefesselten Händen im Schlick vergraben wurde?

Wenig später wird auf einer Nachbarinsel ein Hamburger Bauunternehmer tot aufgefunden - ebenso gefesselt wie das Opfer von Bargsand. Die Spur führt in die damalige DDR - zu vier Jungen und einem Pakt, der Jahre später einen grausamen Plan reifen lässt …

Kriminetz-Rezensionen

Spannend geht es weiter

Die Kripo Itzehoe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn hat aktuell bezüglich zweier männlicher Leichenfunde zu ermitteln. 

Eine unidentifizierte Leiche wurde gefesselt im Schlick auf der Elbinsel Bargsand gefunden. Sie scheint schon sehr lange dort zu liegen und in ihrer Hand findet sich ein Metallplättchen. 

Die zweite Leiche ist der Hamburger Bauunternehmer Jochen Kirsten. Der 47-Jährige wurde auf der Nachbarinsel auch gefesselt aufgefunden. Von ihm weiß man, dass er in der Gegend nicht sehr beliebt war, da er für die Elbvertiefungen zuständig und damit den Fischern ein Dorn im Auge war. Außerdem scheint er ein Alphatier und Frauenliebling gewesen zu sein, er hinterlässt eine Tochter.

Es muss einfach eine Verbindung zwischen den beiden geben, denn gerade die Fesselung kann kein Zufall gewesen sein. Es ist einiges an Recherchearbeit notwendig, um hier voranzukommen.

Parallel dazu erfährt der Leser in Rückblicken in die 80er-Jahre von Kinderheimen, Heimen für Schwererziehbare und auch einem Jugendwerkhof in der ehemaligen DDR.

Ich kenne alle Vorgängerbände und bin ein Fan der Autorin. Sie hat mit ihrem neuen Fall für Paulsen und Haverkorn wieder einen absolut fesselnden Band geschrieben. Der Plot war komplex mit vielen Wendungen und Nerven aufreibend, was vor allem den Geschehnissen in der früheren DDR geschuldet ist. Dieser Part ging wirklich unter die Haut, ließ einen frieren, war brutal und schockierend – hier fehlen mir fast die Worte über diese Ungeheuerlichkeiten. Ansonsten wurde die Polizeiarbeit realistisch geschildert, das Team um die beiden arbeitet engagiert und eng zusammen. Die Atmosphäre und die Schauplätze waren bildhaft beschrieben und die Figuren waren einfach menschlich mit all ihren Facetten. Das Privatleben von Frida und Bjarne wurde wohldosiert eingearbeitet und auch weiterentwickelt, wobei jeder auch hier seine Probleme zu bewältigen hatte. Ich denke, dass auch Neueinsteiger kein Problem hätten, dem Familienleben zu folgen. Das Cover finde ich wieder ausgesprochen gelungen.

Für mich war es eine gelungene Fortsetzung und ich warte jetzt schon gespannt auf den nächsten Band. Von mir gibt es jeden Fall eine Leseempfehlung!

Wo fängt Verständnis für einen Täter an?

Ich gestehe: Ich mag Frida, Bjarne, Jo und Milan. Und sie werden von Buch zu Buch sympathischer, weil ich die Serie von Anfang an gelesen habe und entsprechend auch ihre Geschichte und ihren Hintergrund natürlich ausführlicher kenne, als es für Quereinsteiger in einem Folgebuch erzählt werden kann.

Der Fall beginnt diesmal sehr mysteriös; eine uralte und eine aktuelle Leiche und das ausgerechnet fast direkt vor Fridas Haustür. Viele Theorien, aber nichts passt zusammen, trotz der vielen Rückblenden. Erst nach und nach lichtet sich alles, was das Buch durchweg spannend macht und am Ende sitzt man mit großen Augen da: Nee, oder?

Normalerweise bin ich durch Rückblenden eher angenervt, weil ich ungern auf einem höheren Wissensstand als die Ermittler bin und es fast durchweg nicht immer nur darum geht, dem Leser nahezubringen, wieso wer wann wie gehandelt hat. Meist nehmen solche Rückblenden einem die Rätselfreude, weil sie schlicht und einfach viel zu viel verraten. Aber in diesem Buch dienen sie wirklich nur zum besseren Verständnis … und machen betroffen. Sehr betroffen, da diesmal ein wirklich trauriges und an die Nieren gehendes Thema aufgegriffen wurde, das mir so deutlich gar nicht bekannt und bewusst war. Da kommt dann doch auch mal Verständnis für den/die Täter/in auf.

Ich habe, was den/die Täter/in angeht, lange nicht gewusst, »wo der Hase langläuft«. Natürlich hat man einen Verdacht, bei mir sogar schon ganz zu Anfang, aber trotzdem bin ich immer wieder ins Grübeln gekommen. Manchmal passte der Verdacht und dann wiederum doch nicht.

Das Buch ist diesmal wieder ganz großes Kino und erhält verdient alle zur Verfügung stehenden Sterne. Wobei … für den fiesen Cliffhanger am Ende hätte ich eigentlich einen Stern abziehen müssen ☺

Täter, Opfer?

Zum Inhalt:
Spaziergänger finden einen Totenschädel auf einer kleinen Insel in der Elbe. Die dazugehörige Leiche weist Merkmale auf, die auf einen Aufenthalt in den berüchtigten Umerziehungsanstalten der DDR vermuten lassen. Frida und Haverkorn müssen sich in die Tiefen der deutsch/deutschen Geschichte begeben, um diesen Tod aufzuklären.

Mein Eindruck:
Ein guter Kriminalroman mit einem wissenswerten Unterbau – das ist »Mordsand« eindeutig geworden. Romy Fölck nimmt sich zudem noch einiger anderer Baustellen an, um ihre Geschichte in einen glaubhaften und interessanten Kontext zu setzen: Kapitalismuskritik, Umweltzerstörung, Bindungsängste und als Gegenpol das naturverbundene Leben auf dem Hof. Ihren Ermittlern schenkt die Autorin dabei – wie inzwischen üblich – auch sauren Wein in das Glas und bringt dadurch die »Friede-Freude-Eierkuchen-Mischung« ins Wanken. Bei Haverkorn fand ich die Entwicklung gelungen und gut, Frida war mir allerdings in ihrer Bewältigung der Herausforderungen unsympathisch und fremd und ihr Einfühlungsvermögen, was ausgerechnet bei der wichtigsten Person fehlte, hat mich sehr verärgert – fiktive Figur hin oder her.

Ein großes Plus zieht der Krimi aus seiner guten Recherche und die Machenschaften in den Kinderheimen für schwer erziehbare Kinder waren kaum zu ertragen. Es ist absolut schade, dass dieses Thema anscheinend hübsch vertuscht wird – mir war bis jetzt völlig unbekannt, dass es solche Anstalten gab.

Gut ebenfalls, dass der Krimi einige Volten hinlegte und trotz der eigentlich für eine knobelnde Leserschaft einfachen Ausgangslage eine überraschende Lösung bot. Den privaten Cliffhanger als Appetithäppchen für das nächste Buch verzeiht man dadurch gerne.

Mein Fazit:
Besonders packend in der Vergangenheit.

Der Tote von Bargsand

Ein behutsamer Beginn lässt die Zeit, die Protagonisten und das Umfeld kennenzulernen und sich die Entwicklung von Frida und Bjarne Haverkorn in Erinnerung zu rufen. Für Neuleser finde ich das sehr gut und obwohl ich alle Bände der Elbmarsch-Serie kenne, ist das eine prima Aktualisierung.

Am Ufer einer Elbinsel hat die Flut ein Skelett freigespült. Kein aktuelles Geschehen, die Knochen liegen seit 30 Jahren im Schlick, aber die Haltung und die Seilreste zeigen, dass es ein Mordopfer war. Dann wird nur wenige Tage danach ein weiterer Toter gefunden, ebenfalls auf einer Elbinsel, die gleiche Haltung, die gleiche Fesselung. Die zweite Leiche führt die Ermittler auf eine erste Spur und die weist in die ehemalige DDR und zwar zu den »Jugendwerkhöfe« genannten Erziehungsheimen. Besonders der Hof in Torgau scheint eher einem Arbeitslager geglichen zu haben, im Volksmund damals auch Margots (Honecker) Kinder-KZ genannt.

Die Autorin lässt ihren Roman auf zwei Zeitebenen spielen, die gegenwärtigen Ermittlungen von Frida und ihren Kollegen ergänzen die Erlebnisse einiger Jugendlicher im Jugendwerkhof zu DDR-Zeiten. Besonders dieser Handlungsstrang ist eindringlich und schwer auszuhalten.

Neben den Ermittlungen lässt Romy Fölck auch Einblicke in Frida und Bjarnes Privatleben zu, vielleicht mehr als in den vorangegangenen Bänden, aber immer in perfekter Mischung zu den Ermittlungen. Das hat mir sehr gut gefallen, Frida und Bjarne Haverkorn werden dadurch noch menschlicher. Auch die Ereignisse auf dem Apfelhof der Paulsens sind eine unterhaltsame Ergänzung.

Romy Fölck hat einen sehr wendungsreichen Plot komponiert, der die Spannung kontinuierlich steigern kann. Dabei gefielen mir auch die abwechselnden Erzählperspektiven. Was die Beamten über die Jugendwerkhöfe herausfinden, ist ein interessanter zeitgeschichtlicher Aspekt, den man mit dem beigefügten Link im Nachwort noch vertiefen kann. Die genaue Recherche der Themen ihrer Kriminalromane finde ich bei der Autorin immer bemerkenswert.

So hat mich auch das neue Buch von Romy Fölck überzeugt.

Atmosphärischer Kriminalroman

Die Idylle der schönen kleinen Insel Bargsand wird für ein junges Paar jäh gestört, als sie am Strand den Schädel eines menschlichen Skeletts entdecken. Die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn stehen vor einem Rätsel. Nach den ersten Untersuchungen liegen die Knochen schon seit fast dreißig Jahren im Sand und zunächst deutet auch nichts auf fremdes Einwirken hin. Erstaunlich ist aber schon, dass das Skelett in einer sitzenden Position vorgefunden wurde. Spätestens mit dem Auffinden einer aktuellen Leiche, die ebenfalls im Sand einer Nachbarinsel vergraben wurde, scheint klar zu sein, dass der Skelettfund ein düsteres Geheimnis birgt. Die Recherchen gehen nun in die Vergangenheit zurück und Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn bekommen es mit einem verzwickten Fall zu tun …

Ich hatte bisher schon viel Gutes von den ersten drei Bänden um das Ermittler-Duo Paulsen-Haverkorn gehört, dass ich mit einer hohen Erwartungshaltung und viel Vorfreude in den vierten Fall der beiden gestartet bin. Der lebendige und hervorragend zu lesende Schreibstil der Autorin Romy Fölck hat mich schnell in den Norden entführt. Sie legt dabei viel Wert auf das Leben ihrer beiden Hauptprotagonisten und eine zur Region passende Atmosphäre. Dies verleiht der Geschichte aus meiner Sicht einen besonderen Charme, auch wenn es manchmal den Spannungsbogen etwas abflachen lässt. Nichtsdestotrotz entwickelt sich eine raffiniert aufgebaute Story, deren Verlauf einige Überraschungen und plötzliche Wendungen bereithält. Für den Leser gibt es so immer wieder die Möglichkeit, eigene Überlegungen bezüglich Täterschaft und Tathintergründe anzustellen, um dann im gut nachvollziehbaren Finale doch noch überrascht zu werden.

Insgesamt hat mir »Mordsand« sehr gut gefallen und stellt für mich die gelungene Fortsetzung einer besonderen Krimi-Reihe dar, die mit zwei sympathischen Hauptprotagonisten, einem wohldosierten Lokalkolorit und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen kann. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite

Auch in ihrem vierten Krimi rund um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Kriminalpolizei Itzehoe sorgt Autorin Romy Fölck für Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Ein junges Paar entdeckt auf der kleinen Insel Bargsand einen Totenschädel, der, wie man wenig später herausfindet, zu einem 30 Jahre alten Skelett gehört, das sitzend aufgefunden wird. Zunächst deutet nichts auf Fremdverschulden hin, was sich spätestens bei der nächsten Leiche, die kurz darauf in ähnlicher Stellung gefunden wird, relativiert. Diesmal weiß man allerdings sofort, wer der gefesselt eingegrabene Tote ist. Es ist ein Baulöwe, der durch seine skrupellose Art mehr Feinde als Freund hatte.

Noch kann niemand einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten herstellen. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn tappen im Dunkeln. Die Spuren führen in die Jugendwerkhöfe der ehemaligen DDR und zu vier Jungen, die das Schicksal für immer auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden hat.

Meine Meinung:
Romy Fölck ist wieder eine tolle Fortsetzung gelungen. Besonders interessant sind die Schicksale der vier Jungs, die in den Jugendwerkhöfen zu angepassten Bürgern erzogen werden sollten. Doch statt Fürsorge erleben die Jungen Terror und Sadismus, der auch innerhalb ihrer Gruppe gelebt wird. Puh, ganz schön heftig!

Gut gefällt mir, dass die Krimihandlung und die privaten Seiten der Ermittler ausgewogen sind. Die Leser erfahren einiges aus dem Privatleben von Frida und ihren Eltern. Z.B. wie sie mit Mühe den Bauernhof ihrer Eltern vor dem Bankrott gerettet hat oder von Bjarne und seiner kranken Tochter. Auch das zarte Pflänzchen der Zuneigung zwischen dem Rechtsmediziner Thorsten und Frida ist elegant in die Handlung eingewoben. Die kratzbürstige Frida hat auch ihre empfindliche Seite. Sie kann sich gut in andere hineinversetzen und so findet auch ein ausgerissenes Mädchen Unterschlupf bei den Eltern auf dem Hof. Alle diese Nebenhandlungen sind perfekt in die Krimihandlung eingebettet und tragen zum Fortgang zu den Ermittlungen bei und sind nicht nur Beiwerk.

Das eine oder andere Mal habe ich mich fast auf den Holzweg führen lassen, denn zum einen hätte die eine oder andere Figur wohl das Potenzial zum Täter gehabt, und zum anderen hat die Autorin recht geschickt Fallstricke und Sackgassen in die Story eingebaut.

Fazit:
Wieder eine gelungene Fortsetzung, die durch penible Recherche zu einem unrühmlichen Teil der DDR-Geschichte positiv auffällt. Aufgrund des wohldosierten Lokalkolorits und dem fesselnden Schreibstil kann ich gerne 5 Stern vergeben.

Hat mir sehr gut gefallen

Ich kenne die vorherigen Bücher dieser Reihe NICHT. Was keinesfalls für das Lesen dieses Buches nötig war. Das Buch handelt in einer schönen Landschaft bei Itzehoe. Über das ganze Buch hinweg wird die Landschaft, der Wind, eben das »Flair« in den Szenen bildhaft geschildert. Ich konnte dadurch in die Atmosphäre realistisch eintauchen. Keinesfalls kitschig, sehr real.

Sehr gut gefielen mir die Ermittler. Auch diese wirken sehr real und man bekommt die Sorgen und Nöte in deren Privatleben mit. An keiner Stelle übertrieben. Sehr echt die grenzenlosen Übergänge zwischen Job und Privat. Es gibt da ja auch keine Arbeitszeiten von 8-16Uhr.

Die Ereignisse sind vielfältig und nicht vorhersehbar. Spannend zugleich die Einblicke in den Jugendwerkhof der ehemaligen DDR. Furchtbar, was damals alles passierte!

Krimi gebündelt mit realer Geschichte. Sehr gut gelungen.

Zeitweise schluckte ich, wenn ein Kapitel fast 20 Seiten hatte. Diese vergingen jedoch wie im Fluge und es fiel mir schwer, Pausen einzulegen.

Fazit: Großartige Handlung, tolle Ermittler, wunderbare Gegend.

Frida und Bjarne werden immer besser

So hatten sich Martin und Lenchen ihren Zeltausflug auf die Elbinsel Bargsand in der Unterelbe nicht vorgestellt: Sie finden hier am Strand einen Schädel, der wohl schon länger hier liegt, aber jetzt erst frei gespült wurde.

Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, Kommissare der Kripo Itzehoe, sind schnell vor Ort und übernehmen den Fall. Die Leiche, wie die Gerichtsmedizin herausfindet eines männlichen Toten, lag hier über 30 Jahre, gefesselt an Händen und Füßen. Kurze Zeit später wird auf der kleinen Elbinsel Füürsand eine weitere, aber erst kürzlich in den Sand eingegrabene Leiche gefunden. Wen hat sich der Hamburger Bauunternehmer, der hier ebenso gefesselt wurde wie der Mann von vor 30 Jahren, zum Feind gemacht? Hängen die beiden Fälle zusammen? Die Spuren gehen bald in Richtung eines Jugendwerkhofes, einer Erziehungsanstalt in der ehemaligen DDR.

»Mordsand« ist schon der 4. Fall, den ich zusammen mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn aufkläre. Da ich die beiden seit Beginn der Reihe sehr lieb gewonnen haben, ist es wie ein Besuch bei guten Bekannten, wenn ich wieder in Deichgraben, wo Frida bei ihren Eltern in der Marsch lebt, ankomme. Diesmal ist auch Jo, Fridas Freundin, wieder mit dabei, die ich auch sehr gerne mag. Genauso wie Dr. Torben Kielmann, Fridas Freund, der mir hier einen riesigen Schrecken bereitet. Ich genieße es, die Entwicklung der Figuren mitzuerleben. Dadurch komme ich ihnen mit der Zeit immer näher. Romy Fölck schafft einen sehr guten Mix zwischen Privatem und dem neuen Fall.

Durch Rückblenden in die Vergangenheit, wo ein Junge bzw. junger Mann von dem, was er in diesen Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR erlebt hat, berichtet, wurde schnell klar, dass er irgendwie mit den Toten in Zusammenhang steht. Aber wer ist er? Was ich da zu lesen bekam, hat mich schon sehr mitgenommen und erschüttert. Ein Kapitel ostdeutscher Geschichte, von dem ich schon des Öfteren gelesen habe und es jedes Mal wieder nicht glauben kann, dass es solche Maßnahmen von Gewalt und Folter an Kindern und Jugendlichen wirklich gegeben hat.

Die Spannung baut sich langsam aber stetig auf. Meine Nerven sind froh, als sich die Ermittlungen nach vielen falschen Fährten, auf die ich mich habe locken lassen, und einigen für mich unvorhersehbaren Wendungen nachvollziehbar auflösen. Romy Fölck beweist einmal mehr, dass ein spannender Krimi auch ohne großes Blutvergießen und Gemetzel auskommt. Meinem Lesegeschmack kommt das sehr zugute.

Rita Fölck schafft es mit ihrem Erzählstil, meine Sinne anzusprechen. Ich meine den Wind, den Regen, den Nebel und die Kälte im Oktober spüren zu können. Ich kann das Schmatzen der Gummistiefel im Matsch hören. Und ich habe den Geruch von Brackwasser in der Nase. Ich fühle mich total hineingezogen in die Ermittlungen, nicht nur auf den kleinen Elbinseln.

Ein spannender Fall, eine höchst interessante Geschichte um die Jugendwerkhöfe der ehemaligen DDR und zumeist sympathische Menschen, denen ich hier begegne, machen dieses Buch zu einem, das ich sehr gerne gelesen habe.

Tödliche Spuren im Sand

Das bewährte Ermittlerduo Frida und Haverkorn ermittelt wieder. Diesmal werden die Mordopfer eingegraben im Sand entdeckt. Eine knifflige Mördersuche mit Bezug zur Vergangenheit erwartet die beiden. Und im Privatleben gibt es auch so einige Turbulenzen und Entwicklungen.

Spannende Unterhaltung, eine bewährte facettenreiche Geschichte und sympathische Protagonisten zeichnen diese Krimi-Reihe aus. Obwohl es an manchen Stellen etwas konstruiert wirkt, mindert es aber nur geringfügig das Leseerlebnis.

Spuren im Sand aus der Vergangenheit

»Die Gegenwart trägt keine Verantwortung für die Vergangenheit.« (Fred Ammon)

Auf der idyllischen Insel Bargsand macht eines Morgens ein junges Paar eine grausame Entdeckung. Aus dem Sand ragen menschliche Überreste. Die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn bekommen es mit einer über 30 Jahre alten Tat zu tun, bei der man einen jungen Mann gefesselt im Sand verscharrt hat. Als wenige Tage später auf der Nachbarinsel Füürsand der Bauunternehmer Jochen Kirsten auf ähnliche Weise tot aufgefunden wird, vermute die beiden einen Zusammenhang. Doch wie sollen sich die beiden gekannt haben? Eine der Spuren führt in die ehemalige DDR, in einen Jugendwerkhof. Klar ist, dass die beiden unbedingt weitere Bewohner von damals finden müssen.

Meine Meinung:
Wieder ein überzeugendes Cover, das mir sofort ins Auge springt. Dies ist Band vier von Paulsen und Haverkorn, den beiden Ermittlern aus Itzehoe.

In mehreren Handlungssträngen ging es zum einen um die Ermittlungen zu ihrem Fall, dem Privatleben der beiden und dem Erlebten aus der Vergangenheit. Leider nur wurden diesmal die Ermittlungen des Kriminalfalls doch sehr vom Privatleben der beiden Ermittler überlagert, sodass es mir ein wenig an Spannung und am Mitraten gefehlt hat. Selbst wenn es mich freut, mehr über Paulsen und Haverkorn zu erfahren, finde ich, sollte das doch einen gewissen Rahmen nicht überschreiten.

Die Vergangenheit in den Jugendwerkhöfen der DDR fand ich dagegen sehr informativ und es hat mich ehrlich gesagt entsetzt, wie man dort mit den Jugendlichen umgegangen ist. In den Heimen für Schwererziehbare wollte die DDR die Jugendlichen umerziehen. Dass sie dies nicht gerade herzlich und liebevoll taten, hatte ich fast befürchtet. Doch was ich dann in der Geschichte erfuhr, hat mich wirklich schockiert. Dabei war das geschlossene Jugendwerk Torgau das schlimmste unter diesen Heimen, denn hier wurden die Jugendlichen wie Gefangene gehalten. Schrecklich zu lesen, dass es nicht nur körperliche Übergriffe gab, sondern außerdem Isolierung, Strafarbeit und sogar Nahrungsentzug waren hier an der Tagesordnung.

Doch ob und wie dieses Jugendwerk mit dem Fall zusammenhängt, das müssen Frida und Bjarne erst noch herausfinden. Sehr informativ und schockierend schildert die Autorin hier von Erziehungsheimen zu DDR Zeiten des Jahres 1965 bis 1990, ehe sie dann zum Glück geschlossen wurden. Ich erfahre, dass viele sich danach sogar das Leben genommen haben, weil sie nicht mehr klarkamen.

Und so könnte unser Toter einer davon sein, wäre er nicht gefesselt gewesen. Doch wie kam der junge Mann auf die Insel und was ist damals wirklich passiert?

Nebenbei gibt es dann noch Neuigkeiten von Haverkorn und seiner Tochter Henni, die inzwischen in ihrem kleinen Haus zusammenleben. Des Weiteren gibt es Veränderungen auf dem Hof von Fridas Eltern, außerdem scheint die Liebe zwischen Frida und Torben gut zu laufen. Allerdings kommt es dann zu einem unglücklichen Unfall mit gravierenden Folgen bei den Ermittlungen zum Fall.

Diesmal kann mich das Buch zwar gut unterhalten, doch ich hätte mir definitiv etwas weniger Privatleben und mehr Ermittlungsarbeit gewünscht. Neuen Elan erhält die Geschichte allerdings vom Umbau des Paulsen Hofs und der 17-jährigen Streunerin und obdachlosen Cat. Trotzdem dies für mich eindeutig der schwächste Band der Reihe war, freue ich mich auf eine weitere Folge von Frida und Bjarne und vergebe 4 von 5 Sterne.

Okay

Auf einer Elbinsel wird ein Skelett gefunden, offensichtlich handelt es sich um Mord – wer war der Mann, warum und von wem wurde er getötet?

Bereits der 4. Fall von Bjarne Haverkorn und Frida Paulsen, und auch hier gibt es wieder recht viele persönliche Szenen. Ich finde das gut, so kann man die beiden und ihr Umfeld immer besser kennenlernen. Bjarne muss sich z.B. Sorgen um seine Tochter machen, während sich auf dem Hof von Fridas Eltern einiges tut. Und auch Frida bekommt schließlich einen ganzen Berg von Sorgen aufgeladen. Mal sehen, wie sich das im nächsten Band weiterentwickelt. Auch über die Elbmarsch erfährt man einiges.

Als Leser kann man wieder gut miträtseln, wobei Rückblenden in eine ungute Vergangenheit das ihre dazu beitragen. Von wem ist hier die Rede, hat das etwas mit dem Skelett zu tun, begleitet man hier Opfer, Täter oder jemand ganz anderen? Am Ende löst es sich nachvollziehbar auf, auch wenn der Weg dahin mich manchmal ein bisschen zum Kopfschütteln bringt – oder auch ein bisschen mehr, wenn ich an die Szene im denkmalgeschützten Leuchtturm denke, die für jemanden nicht gut ausgeht – wie dumm, bitte, kann man sein? Und auch dieses wieder einmal eher aufgesetzte »Ingefahrkommen« eines wichtigen Charakters hat mich etwas genervt. Unterm Strich hat mich der Roman aber im Wesentlichen abholen können.

Dass hier DDR-Übel benannt wird, finde ich gut, auch wenn man ähnliches in anderem Zusammenhang schon oft gelesen hat, mir persönlich war nicht klar, dass manchen Kindern und Jugendlichen in der DDR so etwas angetan wurde.

Band 4 der Reihe bringt ein paar persönliche Entwicklungen der Charaktere mit sowie einen Fall, der nicht uninteressant ist, manches wirkt allerdings ein bisschen zu aufgesetzt. Ich vergebe 3,5 Sterne (aufgerundet, wo nötig). Wer die Vorgängerbände mochte, kann hier wieder zugreifen.