Cover von: Muzungu
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Muzungu

Roman
Buch
Gebundene Ausgabe, 208 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3887473620

ISBN-13: 

9783887473624

Auflage: 

1 (22.01.2018)

Preis: 

20,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 163.712
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3887473620

Beschreibung von Bücher.de: 

Liv Utstedt, die sich in Uganda bei »Ärzte ohne Grenzen« engagiert, wird tot im Haus des schwedischen Kulturattachés in Kibuli aufgefunden. Sie wollte die Welt aufrütteln. Unerträglich war ihr das Versagen der ugandischen Regierung gegenüber der Lords Resistance Army, die Korruption und der Machtmissbrauch. Die Spur ihrer Mörder führt zurück in die 1980er Jahre, als sie eine Affäre mit dem damals im schwedischen Asyl lebenden jetzigen Präsidenten hatte - in dem Jahr, als Olaf Palme, ihr Vorbild im Kampf gegen die Apartheid, erschossen wurde...

Kriminetz-Rezensionen

Ostafrika-Krimi

Der Regionalkrimi Ostafrika beschreibt die Suche nach dem Mörder einer politisch aktiven schwedischen „Ärztin ohne Grenzen“, die dabei ist, finstere Machenschaften hinter der Erfolgsfassade Ugandas aufzudecken.

In einer Realität, in der (fast) alles mit allem zusammenhängt, sind europäische Instanzen, nicht zuletzt der schwedische Geheimdienst, in das Geschehen verwickelt.

Der Roman setzt kein Detailwissen über Afrika voraus. Orte und Zeiten der Geschehnisse werden den Erfordernissen der Handlung „angepasst“. Beispiele: Der Rebellenführer Joseph Kony tritt noch zu einer Zeit mordend in Aktion, in der er sich in Realität bereits in einem „sicheren Drittland“ befindet. Kindersoldaten schmuggeln am Rande der Realität Gold aus dem Kongo.

Zwischen Schwarz und Weiß sind die Rollen so verteilt, dass es zwei Sorten von Afrikanern gibt, die armen, unterdrückten Massen und die korrupten Eliten, und drei Sorten von Muzungus (Weißnasen), die Ausbeuter, die Desinteressierten und die Helfer und Aufklärer. Letztere befinden sich jedenfalls dann in Lebensgefahr, wenn sie – im Kontrast zu den Geheimdiensten – ihren Recherchen öffentlich nachgehen. Schicksalhaft gilt dies für die politisch engagierte Ärztin Liv Utstedt, die ermordet wird, nachdem sie bei ihrer Suche nach der Wahrheit gewisse Vorsichtsregeln außer Acht gelassen hat.

Neben diesem Leichtsinn in eigener Sache wird nicht plausibel, wieso sie sich vor vielen Jahren in Stockholm auf eine Affäre mit dem künftigen Präsidenten Ugandas einlassen musste.

Geradezu genial, fast könnte es die Wahrheit sein, ist jedoch die Idee, Geschehnisse in Afrika mit dem gewaltsamen Tod des Friedensbringers Olof Palme in eine sinistre Verbindung zu bringen.

Während die Europäer, darunter Diplomaten und EZ-Experten, z.T. Klischees entsprechen, werden die lokalen Akteure mit viel Liebe zum Detail beschrieben: von der korrupten/evangelikal beeinflussten Ersten Familie, insbesondere der „First Lady“, bis zu den armseligen, aber liebenswürdigen und engagierten Mitgliedern des lokalen Mordkommissariats. Landschaften und Lokalkolorit kommen nicht zu kurz und verraten den Landeskenner.

Der früh verstorbene Stieg Larsson („Verblendung“) wird mehrfach zitiert und steht erkennbar Pate. Mit dessen Zeiten- und Szenenwechseln kann unser Autor mithalten.

Ein spannender Roman, auf den ich Nix kommen lassen möchte.