Cover von: Nachtwald

Wenn Du über einen Link auf dieser Website kaufst, unterstützt Du Kriminetz, da wir dann eine kleine Provision erhalten.

Nachtwald

Wem kannst du vertrauen, wenn es dunkel wird? Thriller
Buch
Broschiert, 320 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3596709016

ISBN-13: 

9783596709014

Auflage: 

1 (27.11.2024)

Preis: 

17,00 € (bei Erscheinen)
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 138.778
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3596709016

Beschreibung: 

Ein Herrenhaus mitten im Wald. Ein unerwarteter Gast. Ein Wochenende, das zum Albtraum wird.

Nach sechs Monaten Abwesenheit lernt Lizzie endlich George, den neuen Ehemann ihrer Mutter, kennen. Um die Hochzeit nachzufeiern, fährt die Familie für ein Wochenende nach Westirland in Georges Haus. Statt des erwarteten kleinen Cottages stellt sich dieses als riesiges, etwas verfallenes Herrenhaus heraus. Es liegt mitten in einem dunklen Wald, und selbst die Zufahrt ist so zugewachsen, dass es nur mit einem längeren Fußmarsch erreicht werden kann.

Doch dann findet noch jemand den Weg durch den Wald – und dieser Gast wird nicht einfach wieder weggehen. Ein albtraumhaftes Wochenende beginnt, während dem ein Geheimnis nach dem anderen ans Licht kommt. Und danach ist nichts mehr so, wie es vorher war.

Kriminetz-Rezensionen

Düster, geheimnisumwittert, nervenaufreibend

Nach Tríona Walshs durchweg spannendem Thriller „Schneesturm“ kommt auch „Nachtwald“ fesselnd und geheimnisvoll daher, wenngleich er die Spannung nicht durchgehend hält.

Claire und George haben geheiratet. Um die Kinder des jeweils anderen kennenzulernen, bietet sich Georges abgelegenes Herrenhaus direkt an. Es steht mitten im Wald, mit Fahrzeugen ist es nicht erreichbar, also machen sie sich auf einen längeren Fußmarsch gefasst.

Die Story wird überwiegend aus Lizzies Sicht erzählt. Sie ist Claires Tochter, mit dabei sind auch ihr Bruder Liam sowie Freya, Georges Tochter, mit Hudson, ihrem frisch Angetrauten sowie die Köchin Mia.

Schon der Prolog lässt den „Nachtwald“ düster und unheimlich erscheinen und weckt in mir den Wunsch, nie zu diesem Herrenhaus gehen oder eher stolpern zu wollen. Aber auch der Drang, mehr von dieser kleinen „Wandergruppe“ und ihrem Wochenende zu erfahren, ist da.

Kaum sind sie angekommen, erscheint ein ungebetener Gast, der ihre Pläne gehörig durchkreuzt. Schon allein das Haus ist mir nicht ganz geheuer, genau so jeder einzelne der überschaubaren Truppe. Seltsame Dinge geschehen, Lizzie forscht nach, sie gräbt in der Vergangenheit und nicht zuletzt durch ihre Umtriebigkeit werden bei mir Zweifel geweckt, um diese dann doch wieder zu verwerfen. Die Story zieht sich eine ganze so Weile dahin, sie dreht sich irgendwie um sich selbst, um dann – endlich - umso gewaltiger anzuziehen. Es geht Schlag auf Schlag, nichts ist so, wie es zunächst den Anschein hat, eine neue Erkenntnis jagt die nächste. Die losen Fäden wollen sich jedoch lange nicht verbinden, bis die Fassaden peu à peu zu bröckeln beginnen und das Ende eingeläutet wird.

Nach dem starken Anfang war es mir eine ganze Weile zu langatmig, der spannende Schluss hat mich dann wieder abgeholt. Ein durchaus solider Thriller, der gelesen werden will.

Ein alptraumhaftes Wochenende

Nachtwald, Thriller von Triona Walsh, EBook, Fischer – Verlag
Familientreffen weitab jeglicher Zivilisation
Lizzie hat einen Entzug hinter sich, Drogen und Alkohol, dazu kommt dass bei einem Unfall ihr mitfahrender Bruder Liam schwer verletzt wurde. Ihr Bruder und ihre Mutter Claire können ihr weder verzeihen noch uneingeschränkt vertrauen. Da ihre Mutter, nach dem Selbstmord von Declan ihrem ersten Ehemann und dem Vater von Lizzie und Liam, wieder geheiratet hat, soll nun bei einem gemeinsamen Wochenende, die gesamte Familie in Butlers Hall, dem renovierungsbedürftigen Landsitz von George, Claires frischangetrautem Ehemann, sich ganz zwanglos kennenlernen. Dort treffen sie auch auf Freya und Hudson, die Tochter Georges mit ihrem Ehemann. Das Haus ist mitten in einem undurchdringlichen Wald, nur zu Fuß zu erreichen und ohne Telefonanschluss. Schon am ersten gemeinsamen Abend erscheint ein Überraschungsgast und von da ab nimmt das Unglück seinen Lauf.
60 Kurze Kapitel, spannend mitunter auch gruselig, lassen es zu, das Buch flüssig zu lesen. Das Geschehen wird aus der Sicht Lizzies geschildert, das Setting ist gut geschildert, man konnte sich das Haus und auch die Außenbereiche hervorragend vorstellen. Die Personen, handeln doch meiner Meinung nach immer wieder unlogisch, dadurch erscheint der Plot für mich oft hanebüchen und unglaubhaft. Lizzie, obwohl die Story aus ihrer Sicht erzählt wird ist mir fremd geblieben, die anderen Figuren, vor allem Freya und George hätte ich gerne näher kennengelernt. Man spürt ständig unausgesprochene Feindseligkeiten. Obwohl das Buch in meinem Lieblingsland spielt, könnte sich das Geschehen überall anderswo abspielen. Nur die Namen einiger Figuren und einige Ortsnamen (Castlebar, Sligo etc.) erinnern an Irland. Dabei habe ich mich hauptsächlich wegen des Settings fürs Buch entschieden.
Zuerst einmal war ich vom Cover total überzeugt, die fröhlichen Farben täuschen jedoch über die unheilvolle Geschichte hinweg. Der Klappentext hat mich gefesselt und auch der Prolog war spannend. Gruselige Abschnitte, z.B. die Szene mit der Schleiereule konnten mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Die Geschichte die sich dann entwickelte, hat mich doch immer wieder zum Kopfschütteln gebracht. Alle Personen sind unsympathisch, ihr Handeln ist nicht authentisch und sprunghaft. Nicht nachvollziehbare Plottists und Änderungen waren einfach zu viel, hier wäre etwas weniger dicht, bestimmt mehr gewesen, für mich zu klischeehaft.
Wer gerne gruselig spannend, ohne viel zu hinterfragen liest, ist mit dem Buch sicherlich gut beraten, dafür eine Leseempfehlung. Mir war es zu viel, neue Fakten, neue Szenarien, neue Verdächtige.
Da ich das Buch flüssig und in kurzer Zeit gelesen habe, weil es immer wieder dramatische und schaurige Vorfälle gab, möchte ich 3 Sterne vergeben.

Düsternis im entlegenen Herrenhaus

Schauplatz Irland – Butler Hall
Claire und George haben heimlich geheiratet und planen ein Wochenende mit ihren erwachsenen Kindern in Georges einsamen Herrenhaus Butler Hall, das nur zu Fuß oder einem Geländefahrzeug erreichbar ist und über keine Verbindung zur Außenwelt verfügt. Die Figurenanzahl ist überschaubar. Es handelt sich um Claires Tochter Lizzie, die gerade aus einer Entzugsklinik entlassen wurde und einiges an ihrer Familie gut zu machen hat, und ihrem Sohn Liam. Georges Tochter Freya ist gerade aus USA zurückgekehrt und auch mit einer Überraschung. Sie hat ebenfalls heimlich geheiratet – den wohlhabenden Hudson. Von außen kommt die Köchin Mia hinzu, um die Gesellschaft übers Wochenende zu verwöhnen. Jede diese Personen hat ihre eigene Geschichte und Facette, die erst im Laufe der Geschichte zu Tage gefördert wird. Ebenso, wem man vertrauen kann bzw. wer hier mit wem paktiert. Als dann noch ein Überraschungsgast auftaucht und es zu einem Mord kommt, nimmt die Story an Fahrt auf.

Der Plot mit Haus in Alleinlage, eingeschränkter Personenkreis und keine Verbindung zur Außenwelt wurde nicht neu erfunden, sondern der Thriller-/Krimileser kennt dieses Setting bereits aus etlichen Büchern. Diese Komponenten erzeugen bereits beim Lesen des Klappentextes eine gewisse Spannung und animieren dazu, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen. Die Autorin schreibt durchaus spannend, der Schreibstil ist flüssig lesbar und durch die Twists bleibt man als Leser an das Buch gefesselt. Die Figuren hat sie ausführlich charakterisiert, ebenso das Anwesen und die Umgebung, so daß man sich als Leser voll mitgenommen fühlt und in die Geschichte eintaucht. Nur das Ganze ist oftmals unrealistisch bzw. überzogen und für mich war das Finale einfach unglaubwürdig. Sympathisch war mir keine der beschriebenen Personen.

Ich hatte trotz aller Kritik unterhaltsame Lesestunden.

Ein albtraumhaftes Wochenende

„Nachtwald“ von Triona Walsh ist nach „Schneesturm“ der zweite packende Thriller dieser Autorin.

Worum geht es?
Schauplatz ist ein verfallenes Herrenhaus in Irland, wo sich die Familien von Claire und George versammeln, um deren Hochzeit zu feiern. Das Haus liegt sehr einsam inmitten eines dichten, unheimlichen Waldes. In die fröhliche Feier platzt ein ungebetener Gast und das Unheil nimmt seinen Lauf …

Das Cover sticht rein farblich sofort ins Auge und der besondere Eindruck wird durch die Prägung noch verstärkt. Das Motiv stimmt gut auf die Story ein. Die Originalausgabe kam 2023 unter dem Titel „The Party“ heraus und wurde von Birgit Schmitz übersetzt. Die deutsche Fassung erschien 2024 im Fischer Verlag. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten, sind sporadisch mit Zeitangaben versehen. Der Schreibstil ist flüssig und gut beschreibend.

Die Handlung spielt in der Gegenwart und beschreibt die Ereignisse eines einzigen Wochenendes. Bereits das Umfeld, der dichte, das alte Haus fast verschlingende Wald, wirkt beklemmend. Dazu kommt die Abgeschiedenheit, das Wissen, nicht ohne Weiteres weg zu können. Alles in allem beschleicht einen von Anfang an Gänsehautfeeling, das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Fröhlichkeit des Gastgebers wirkt aufgesetzt. Lizzie, deren Mutter Claire George ziemlich überstürzt geheiratet hat, traut dem Frieden von Beginn an nicht. Und dann taucht plötzlich ein unerwarteter Gast auf. Von da an überschlagen sich die Ereignisse und Lizzies Misstrauen wächst.

An und für sich ist ein Plot mit begrenzter Personenanzahl in abgeschiedener Umgebung bereits ein Garant für Spannung. Einer der Anwesenden muss der Mörder sein. Doch die Handlung entwickelt sich noch viel komplexer, die Verdachtsmomente häufen sich, Misstrauen greift um sich, Ängste kommen hoch, Fluchtpläne werden geschmiedet und vereitelt. Immer wenn man meint, den Täter identifiziert, die Motivation durchschaut zu haben, belehrt einen eine unerwartete Wendung des Besseren. Bis sich in einem dramatischen Showdown der Mörder und sein Motiv offenbaren.
Das Buch ist ab der ersten Seite spannend, schon allein durch die Atmosphäre, die das Anwesen ausstrahlt. Die Geschehnisse werden aus Sicht von Lizzie erzählt. Es gibt zwar keine Perspektivenwechsel, aber ihre Aktionen und Recherchen bringen stets neue Erkenntnisse zutage, gestalten die Handlung abwechslungsreich. Zum Mitraten gibt es trotz eines Hauptverdächtigen einigen Spielraum, weil sich auch andere verdächtig benehmen.

Was die Charaktere anbelangt, so steht Lizzie im Mittelpunkt. Über ihre Vorgeschichte, insbesondere ihre Schwachstellen (ehemalige Drogen- und Alkoholsucht) erfährt man am meisten. Die Übrigen sind in groben Zügen vorstellbar, im Wesen eher oberflächlich. Lizzie ist von Anfang an auf der Hut. Sie agiert aufmerksam und lässt sich von der überschwänglichen Fröhlichkeit und Freundlichkeit des Hausherrn nicht einlullen, auch nicht von der Naivität und Gutgläubigkeit ihrer Familie. Sie beweist letztlich Mut, mentale und physische Stärke.

Da so manches in diesem Roman ziemlich unrealistisch, unglaubwürdig und konstruiert erscheint, mir auch nicht alles bis ins Detail logisch erschien, war „Nachtwald“ letztlich für mich zwar ein Pageturner, der mich fesselte und mich mit zittern ließ, ob die Protagonisten wohl heil aus diesem Albtraum gelangen können, hatte aber eben auch Schwachstellen. Daher eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.

Wie gut kennst du deine Familie?

Nachdem Lizzie aus der Entzugsklinik entlassen wird, fährt sie mit ihrer Familie in den Westen Irlands. Es gibt etwas zu feiern, ihre Mutter hat wieder geheiratet und Butler Hall, ein etwas verfallenes Herrenhaus in einem düsteren einsamen Wald gehört ihrem neuen Ehemann George. Nachdem lange Funkstille zwischen ihrer Mutter und ihr herrschte, hofft Lizzie an diesem Wochenende den Familienfrieden wieder zu kitten. Doch als plötzlich ein unerwarteter Gast vor der Tür steht, eskaliert die Situation und es gibt weit und breit keine Hilfe.
Mit einem fesselnden Schreibstil wurde ich sofort in die Story hineingesogen, auch die Atmosphäre in dem in die Jahre gekommenen Herrenhaus sowie der düsteren Umgebung versprachen einen nervenaufreibenden Thriller.
Die Zeichnung der Charaktere ist ganz gut gelungen, sie wirken lebendig und greifbar, allerdings keiner wirklich sympathisch. Gefallen hat mir hier die Entwicklung des in letzter Zeit gelittenen Verhältnisses zwischen Lizzie und ihrer Mutter.
Durch interessante Wendungen wird immer wieder Spannung aufgebaut und nach und nach treten immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht. Leider wirkten manche Handlungen der Protagonisten unrealistisch, abgehoben und überzogen.
Ich habe lange überlegt, wie ich diese Story bewerten soll. Aufgrund des Unterhaltungswerts habe ich mich letztendlich für 4 Sterne entschieden, obwohl das Buch doch etwas von einem Thriller-Klamauk hatte.