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Neid kennt kein Gebot

Der achte Fall für Commissario Fameo. Südtirol-Krimi
Buch
Taschenbuch, 368 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

8868395037

ISBN-13: 

9788868395032

Auflage: 

1 (05.08.2020)

Preis: 

14,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 8868395037

Beschreibung von Bücher.de: 

Südtirols idyllische Anmutung wird zerstört als Touristen zunächst einen abgetrennten Arm in einem dunklen Weiher finden. Ein Bein wird noch am gleichen Tag gefunden. Bis auf den Kopf ist bald alles beisammen. Doch wer zerstückelt Leichen und warum? Die Fundorte liegen einsam und eine makabre Inszenierung deutet auf alte, längst vergessene Bräuche und Rituale hin.

Das Ermittler-Trio hält nach kurzer Zeit viele Fäden in der Hand, aber keiner davon scheint ans Ziel zu führen. Konkrete Personen geraten zwar in den Blick der Ermittler. Aber solange niemand weiß, wer der Tote war und wie er zu Tode gekommen ist, kann ihnen nichts nachgewiesen werden.

Die Touristen, zunächst nur Zeugen, entwickeln eine eigene Theorie, angelehnt an einen Kriminalfall aus Münster aus dem Jahr 1957. Commissario Fabio Fameo ist nicht begeistert. Und dann taucht der Kopf auf! Auch hier hat sich der Täter etwas ausgedacht, was fassungslos macht.

Im Hintergrund beschäftigen sich Carabiniere Tommaso Caruso und Oberstaatsanwalt Hagen Bös mit Fällen, die den Widerspruch von Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne beleuchten.

Dieser Krimi entführt die Leser in die Gegend um die Gemeinde Tisens, das Ultental und die Höhen bei Dorf Tirol. Nebenschauplätze sind das Schnalstal und Bozen.

Kriminetz-Rezensionen

Südtiroler Sterne

Commissario Fabio Fameo ist schon lange im idyllischen Südtirol heimisch geworden. Zusammen mit seiner Südtiroler Frau Elisabeth und den gemeinsamen Kindern bewohnt er den historischen Ansitz Esser. Doch das Idyll wird empfindlich gestört als eine Gruppe Touristen in einem Weiher einen abgetrennten menschlichen Arm finden. Einer der Touristen, selbst Koch, weist die Polizisten auf die typischen Vernarbungen von Schnittverletzungen am Finger hin. Es tauchen noch weitere Körperteile auf und Fameo kommt unter Druck.

Ralph Neubauer ist ein Südtirol-Fan und manchmal denke ich, dass er die Form des Kriminalromans gewählt hat, um seine Leser auf unterhaltsame Weise diese Landschaft näherzubringen. Er kennt alle einschlägigen Restaurants und baut sie so in die Handlung ein, dass man das Buch auch fast als kulinarischen Reiseführer lesen könnte. Die Geschichte der Sterneküche in Südtirol ist wirklich interessant und der Hinweis auf typische Rezepte gefiel mir auch. Glücklicherweise verzichtet der Autor auf die Rezepte im Anhang, das ist inzwischen wirklich nicht mehr originell.

Auch vieles aus der Südtiroler Geschichte fließt in die Handlung ein. Dazu kommt noch eine ganz sympathische Eigenart des Autors: Er baut gern Menschen, die ihm begegneten, in die Handlung ein. Das birgt allerdings die Gefahr, dass sich die Geschichte zerfasert und in Nebenhandlungen verliert. Das passiert manchmal auch hier und wenn ich es auch nicht sehr störend empfand, hat es doch die Handlung abgebremst und auch dem Spannungsbogen des Plots nicht gutgetan. Besonders fiel mir da die Geschichte um einen deutschen Bergwanderer und seine Frau und die Verwicklungen eines urlaubenden deutschen Staatsanwalts auf.

Aber trotz all den Abschweifungen behauptet sich die Krimihandlung dann doch und nimmt gegen Ende deutlich an Fahrt auf. Auch wenn ich mich mit meinen Vermutungen schon früh bestätigt sah, war die Auflösung gut gemacht und in sich auch schlüssig.

Neubauers Südtirol Krimis sind eben eine Liebeserklärung an Land und Leute.

Krimi mit viel Lokalkolorit

Das Entsetzen ist groß in der idyllischen Gemeinde Südtirols, als Touristen einen fachmännisch abgetrennten Arm im Weiher finden. Commissario Fabio Fameo nimmt die Ermittlungen auf, die sich aber zunächst als sehr schwierig gestalten, da die Identität des Opfers nicht ermittelt werden kann. Auch das Auffinden weiter Leichenteile bringt das Ermittlerteam nicht weiter, so dass man sich auf die Metzger, Jäger und Ärzte der Umgebung konzentriert. Handelt es sich um die Tat eines Serientäters? Drängt die Zeit, ehe es ein weiteres Opfer gibt? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Ich habe bereits einige Kriminalromane aus dem Athesia-Verlag gelesen und war bisher immer von dem sehr angenehmen Lokalkolorit des schönen Tirols begeistert. Der Autor Ralph Neubauer legt in seinem mittlerweile achten Fall für Commissario Fabio Fameo auch sehr viel Wert auf die Umgebung und Atmosphäre, vergaloppiert sich dabei aber meiner Ansicht nach ein wenig in Handlungsstränge, die für die eigentliche Geschichte wenig bis keine Bedeutung haben. Der Spannungsbogen leidet unter diesen Nebenkriegsschauplätzen und testete beim Lesen das eine oder andere Mal mein Durchhaltevermögen. Der Kriminalfall an sich wird gut und raffiniert konzipiert und mit einer nachvollziehbaren Lösung abgeschlossen, aber meines Erachtens, hätten die Ermittlungen, die immer wieder durch neue Hinweise in Sackgassen führen, mehr im Fokus stehen müssen. Der bildreiche Schreibstil vom Autor Ralph Neubauer liest sich sehr flüssig, so dass aus meiner Sicht das Potential der Geschichte nicht ausgeschöpft wurde.

Insgesamt hat mich »Neid kennt kein Gebot« als Kriminalroman nicht ganz überzeugen können, da der Autor es für mich mit den lokalen Gegebenheiten ein wenig zu gut gemeint und so dem Buch die Spannung genommen hat. Aufgrund des angenehm zu lesenden Schreibstils will ich dem Autor aber gerne noch eine weitere Chance geben, zumal seine Bücher viele gute Bewertungen erhalten. Ich gebe dem Kriminalroman drei von fünf Sternen.