Cover von: Im Netz des Lemming
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Im Netz des Lemming

Lemmings sechster Fall. Kriminalroman
Buch
Gebundene Ausgabe, 220 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3709934974

ISBN-13: 

9783709934975

Auflage: 

1 (02.01.2020)

Preis: 

19,90 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 23.078
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3709934974

Beschreibung von Bücher.de: 

DER LEMMING ZWISCHEN WÜRSTELSTAND UND WORLD WIDE WEB: EIN NEUER KRIMINALROMAN VON STEFAN SLUPETZKY!

Ein tragischer Suizid und ein Nachtwächter in Bedrängnis.

Der Lemming versteht sie nicht mehr, die Welt. Und noch weniger versteht er das Kauderwelsch aus Internet-Sprache und Englisch, das sein Sohn Ben mit seinem Freund Mario spricht. Als der Lemming sich mit ebendiesem Mario durch Zufall eine Straßenbahn teilt, passiert das Unfassbare: Auf Marios Handy-Display erscheint eine offenbar schockierende Nachricht, der Bub rennt unvermittelt aus der Bahn und springt von einer Brücke in den Tod.

Der Lemming ist fassungslos. Noch mehr, als plötzlich ein Shitstorm auf ihn einprasselt: Die Medien haben aus dem Mann, der mit dem unglücklichen Burschen vor dessen Suizid gesprochen hat, einen pädophilen Triebtäter gemacht. Und plötzlich sind sein Foto und sein Name überall. Auch Chefinspektor Polivka, der dem Lemming vertraut und mit ihm herausfinden will, was wirklich hinter Marios Tod steckt, gerät ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit. Bald ranken sich auch wilde Spekulationen um Marios Familie - denn die engagiert sich in der Flüchtlingshilfe - während Wien im Zeichen von dirty campaigning und politischer Hetze steht.

Der Lemming indes droht sich in verschiedensten Netzen zu verwickeln: Im World Wide Web, mit dessen Gefahren er es zu tun bekommt, in den Verstrickungen korrupter Politiker, die nicht nur im Internet Fake News verbreiten, und in den feinen Fäden, die die Boulevardpresse spinnt, wenn sie mit haltlosen Behauptungen eine möglichst große Leserschaft einfangen möchte.

Slupetzky legt den Finger in die Wunden der Gesellschaft. Jeder Satz passt in diesem Kriminalroman, jedes Wort trifft - Stefan Slupetzky ist ein Sprachkünstler, der es versteht, mit viel Feinsinn Bilder entstehen zu lassen, die sich einprägen. Nichts ist schwarzweiß, jeder hat eine Geschichte, stets hat es einen Grund, warum einer da ist, wo er heute ist. Slupetzky schaut ganz genau hin, wenn erseine Figuren zeichnet, und so manche wird einem bekannt vorkommen. Da ist der kleine Bub, der es unter den Schulkollegen so schwer hat, dass ihn eine Aura der Traurigkeit umgibt, da ist der frühere Neonazi, der sich für seine Tätowierungen schämt. Da ist jener Lehrer, der einmal Idealist gewesen ist, bevor ihm die Realität den Antrieb genommen hat, und der ehemalige Polizist, der jetzt nachts im Tierpark arbeitet und erst mehrere rauschhafte Nächte braucht, bevor er seinem Freund Polivka das Du anbieten kann. Leopold "Lemming" Wallisch ist ein stiller, feinfühliger Charakter mit trockenem Humor und Gespür für seine Mitmenschen und deren Realitäten.

Slupetzky lässt seinen Lemming durch die Wiener Nächte wandeln, mit Lust am Wortspiel - und ohne dabei jemals seine Leichtigkeit zu verlieren.

Kriminetz-Rezensionen

Im Netz des Lemming

Der Lemming wird langsam alt, was sich darin offenbart, dass er seinen eigenen Junior Ben nicht mehr versteht, wenn der dem Papa mit der gängigen Internetsprache begegnet. Doch dann gerät alles aus den Fugen, als der Mario, Freund von Ben, mit dem er in der Straßenbahn fährt, plötzlich aus dem Wagen stürmt und sich von der Brücke stürzt. Für die online Community ist klar: Der alte Mann aus der Bahn hat sich dem Bub unsittlich genähert und dieser konnte sich nur so befreien; glücklicherweise kann man ihn auch rasch identifizieren und über den Lemming ergießt sich ein Shitstorm aller erster Güte. Gemeinsam mit seinem alten Freund/Feind Inspektor Polivka macht er sich ans Ermitteln, da beide frisch wegen der Sache ihren Job verloren haben, bleibt dafür auch genügend Zeit.

Der Handlung nach ein Kriminalroman, aber Stefan Slupetzlys Geschichte strotzt nur so vor herrlichen Wortspielen und schier unglaublichem Humor, so dass man trotz der Ernsthaftigkeit des Themas immer wieder schmunzeln oder gar laut auflachen muss. Mit ganz viel Liebe sind die beiden Protagonisten gezeichnet und ebenso der Schauplatz, denn so ganz nebenbei erfährt man auch noch das eine oder andere Detail über Wien, das als Stadt, aber vor allem durch seine Bewohner eine wunderbare Kulisse für diesen Roman bietet.

Schnell ist bei dem Todesfall klar, dass der junge Mario Opfer einer anonymen online Hetzkampagne geworden ist. Wie sich bald zeigt, ist er damit nicht allein, auch sein Vater sah sich üblen Schmähungen ausgesetzt, weil er mit seinen Sympathien für die Lage der Geflüchteten eine unpopuläre Haltung vertreten hat, und Marios Lehrer wurde gar durch Fake News im Internet von seiner alten Schule vertrieben. Ein Phänomen unserer Zeit, das jeden treffen kann und dem man weitgehend hilflos ausgeliefert ist. Psychisch gefestigt mag man es aussitzen können, schon angeschlagen wie der Jugendliche, kann dies der Tropfen sein, der das berühmte Fass zum Überlaufen bringt.

„Wir sind zwar digitale Koryphäen, aber moralische und geistige Amöben; technologisch in der Zukunft, intellektuell im Mittelalter und klimatisch in der Endzeit.“

Ein Lehrstück der modernen Kommunikation und der Gefahren, vor denen es kein Entkommen mehr gibt, denn wer kann heute nur noch offline leben? Mit deutlichen Seitenhieben auf die aktuelle österreichische Politik – die ja bisweilen absurdere Züge annimmt als dies in einem schlechten Film je denkbar wäre – und mit zwei herrlichen Originalen, die man zugleich ins Herz schließt.

Der Lemming zappelt im Netz

Der Lemming war früher bei der Polizei, bevor er aus nicht bekannten Gründen entlassen wurde. Jetzt ist er ein mittelalterlicher Mann, für den das Internet Neuland ist und der ein bisschen mit dem Chatspeak seines elfjährigen Sohnes überfordert ist. Als dieser eines Tages einen Schulkameraden mit nach Hause bringt, passiert etwas Unfassbares: Als sich der Lemming auf den Weg zur Arbeit macht, sitzt er in derselben Tram wie der Junge. Er bekommt mit, dass eine Handynachricht ihn völlig aus der Bahn wirft – sowohl im übertragenen als auch wörtlichen Sinne. Als der Junge kopflos davonstürmt, rennt der Lemming hinterher, kann aber nicht verhindern, dass sich der Junge selbst umbringt. Und damit geht es erst los: Auf den Lemming prasselt ein Shitstorm ohnegleichen ein und er verliert sogar seinen Job. Zusammen mit seinem Freund, einem ebenfalls suspendierten Inspektor, geht er der Sache auf den Grund.

Die große Stärke dieses Buches ist nicht, dass es einen megakomplizierten Plot entwickelt, sondern dass es die Gefahren, die das Internet auch und gerade für Jugendliche birgt, aufzeigt, ohne den Zeigefinger zu erheben. Man erlebt hautnah mit, wie einfach es ist, mit ein paar gezielten Provokationen den Zorn der Masse überkochen zu lassen, und jeder, der schon mal Kommentare unter Zeitungsartikeln betreffend Flüchtlingen gelesen hat, weiß, wovon ich spreche. Dieser ungefilterte Hass, diese Boshaftigkeit, diese scheinbare Anonymität im Netz, sie bergen Gefahren, die gerade Kinder überhaupt nicht überreißen können. Dass hier auch sehr fein verwoben politische Entscheidungen und Meinungen transportiert werden, die ich genauso empfinde, ist ein Zusatzbonus. Anfangs fand ich es ein wenig übertrieben, wie dumm sich der Lemming in Bezug aufs Internet anstellt, aber die Geschichte reißt es im Verlauf wieder raus. Und ich finde wirklich, man sollte es als Schullektüre verwenden, da hier unglaublich gut die zweifelhaften Motive der Regierungen gerade unserer beiden Staaten – Deutschland und Österreich – aufs Korn genommen werden.

Spannender Kriminalroman mit aktuellen Themen!

»Im Netz des Lemming« von Stefan Slupetzky ist ein Kriminalroman, der perfekt im wienerischen Akzent geschrieben ist und aktuelle Themen wie Mobbing, soziale Netzwerke und wie schnell ein Shitstorm entstehen kann, korrupte Politik, Fake News und Asylthematik behandelt. Das Cover ist zwar schlicht und lässt auf den ersten Blick nicht die Spannung des Buches erahnen, die erst beim Klappentext deutlich wird.

Der Schreibstil ist modern, flüssig und gut zu lesen. Auch an Humor fehlt es hier nicht, ohne übertrieben zu wirken. Der moderne Kauderwelsch der heutigen Jugendsprache ist auch ganz witzig zu lesen, LOL.

Die Hauptprotagonisten Lemming und sein Freund Polivka erinnern mich sehr stark an Pat & Patachon, ein tolles Team, beides nun ehemalige Polizisten. Die Dialoge der beiden waren teilweise humorvoll und beide Charaktere waren mir sehr, sehr sympathisch. Beide werden Opfer des World Wide Webs und der Boulevardpresse, die mit falschen und extrem verstörenden Behauptungen eine möglichst große Leserschaft einfangen möchte.

Aber der Lemming und Polivka ermitteln auf eigene Faust mit falschen Bärten weiter und decken weitere Lügen auf.

Mario, ein Junge mit extrem niedrigen Selbstbewusstsein und Selbsthass, begeht Selbstmord und rausgerechnet der Lemming wird Zeuge von der Tragödie. Falschaussagen und falsche Deutungen privater Fotos kosten dem Lemming nicht nur seinen Job als Nachtwächter im Zoo, sondern ein Shitstorm entsteht und es folgen Bedrohungen und übelste Verleumdungen als Pädophiler. Und das alles wegen einer schockierenden Nachricht, die Mario kurz vor seinem Tod erreicht hat.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da mir oft zu viel von Politik geschrieben wurde, was den Kriminalfall manchmal etwas in den Hintergrund gedrängt hat. Aber ansonsten sehr empfehlenswert!

Toller zeitkritischer Kriminalroman mit österreichischen Witz

Der Leopold Wallisch, genannt der »Lemming« bekommt gehörige Probleme. In seinem Beisein begeht der 11-jährige Freund seines Sohnes Ben Suizid. Der Lemming kann leider nicht verhindern, dass Mario von einer Brücke vor die U-Bahn springt! Was hat den Buben nur dazu getrieben!? Nachdem der Lemming seinen alten Bekannten Chefinspektor Polivka davon überzeugt hat, das er trotz konträrer Zeugenaussagen, rein gar nichts mit dem Tod des Jungen zu tun hat, begeben sich die beiden auf Motivsuche...

Der Kriminalroman »Im Netz des Lemming«, ist Teil einer Serie, in der sich alles um den »Lemming« dreht und wurde vom Wiener Autor Stefan Slupetzky geschrieben. Auch die Handlung des Buches spielt in der österreichischen Hauptstadt und befasst sich mit zeitgenössischen Themen. Es ist mein erstes Buch dieses Autors und mich hat sein Witz und der doch recht lockere Schreibstil, der völlig gegensätzlich zu dem doch recht ersten Hintergrundthemen wirkt, sofort vollkommen begeistert. Der Kriminalroman liest sich übrigens auch problemlos ganz ohne Vorkenntnisse der Vorgängerteile. Die Gefahren des Internets, Fake News, Shitstorms, Mobbing, Hater, die Manipulation der Massen, aber auch die Flüchtlingspolitik sind die Themen. Interessant wird, wie sich das am Ende alles zusammenfügt. Für großes Schmunzeln bei mir sorgte der doch recht ungelenke Umgang der Hauptprotagonisten mit den digitalen Medien, da prallen Generationen und Welten aufeinander und sorgen für gehöriges Erschrecken! Es ist eine Auseinandersetzung mit Sachverhalten, die uns alle bewegen, nicht nur in Österreich. Allerdings wird im Buch speziell auf die dortigen politischen Entwicklungen eingegangen.

Eine Geschichte, die uns die traurigen Auswirkungen unserer gesellschaftlichen Entwicklung gnadenlos vor Augen führt, eine Mahnung, sich in Acht zu nehmen und nicht alles zu glauben, was uns oft vorgegaukelt wird. Das Cover ist sehr modern gestaltet und passt meiner Ansicht wirklich gut, der Lemming lässt sich nämlich keinen Bären aufbinden;) Tolles Buch, hat mir sehr gut gefallen!