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Nichts als Erlösung

Judith Kriegers fünfter Fall. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 352 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3548285082

ISBN-13: 

9783548285085

Erscheinungsdatum: 

09.11.2012

Preis: 

19,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3548285082

Beschreibung Verlag: 

Ein Toter ohne Gesicht mitten in der Kölner Altstadt. Die Ermittlungen führen Hauptkommissarin Judith Krieger in die Vergangenheit. Zu einer Familientragödie. Und zu einem Kinderheim, dessen Wurzeln bis in die NS-Zeit reichen. Ist der Täter ein ehemaliges Heimkind? Ist Rache sein Motiv? Schon bald fordert er Judith Krieger zu einem perfiden Wettkampf heraus.

Ein eindringlicher und rasant erzählter Kriminalroman über ein lange verschwiegenes Kapitel der deutschen Geschichte.

Kriminetz-Rezensionen

Gisa Klönne: Nichts als Erlösung

In „Nichts als Erlösung“ arbeitet die Kölner Hauptkommissarin Judith Krieger bereits an ihrem fünften Fall. Erschienen ist der Kriminalroman im Ullstein-Verlag. Köln ist auch der Wohnort der Autorin Gisa Kloenne, die im Jahr 2009 den Friedrich-Glauser-Preis für „Nacht ohne Schatten“ erhielt.

Ein Toter wird gefunden, ein Toter ohne Gesicht. Vor zwanzig Jahren wurde seine Familie ausgelöscht, nun hat man ihm das Gesicht genommen. Und weit von Köln entfernt macht ein Schatzsucher mit seinem Metalldetektor im hessischen Ried ein paar Funde.

KHK Judith Krieger bekommt Fotos zugesandt, Fotos, die sie nicht einordnen kann. Der Täter spielt mit ihr.

Das gesellschaftliche Thema, dem sich Gisa Klönne in diesem Roman zuwendet, ist die Tortur der vielen Kinder, die in deutschen Heimen nach Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch mit den Mitteln der Schwarzen Pädagogik aus der NS-Zeit verwahrt wurden. Brechen, kaputt machen, unterwerfen und zerstören, und dann manipulieren und formen im eigenen Sinn, das war das Ziel dieser „Pädagogen“. Perfekte Untertanen einer Diktatur sollten das werden. Aus Scham schwiegen die Betroffenen oft bis ins hohe Erwachsenenalter, vielen war es lebenslang verbaut, später dauerhafte Bindungen einzugehen und eine eigene Familie zu haben, einen Hort der Geborgenheit. Zu tief saßen die Verletzungen, die Wunden, die in ihre Seele geschlagen wurden. Unmöglich, das zu vergessen. Verdrängung hilft nicht. Und doch wird an verschiedenen Personen aufgezeigt, wie es einzelnen trotzdem gelingt, damit umzugehen. Einige schaffen es irgendwie, dem Leben ein „danach“ abzutrotzen. Aber eben nicht alle. Oft sind es Ereignisse, die alles wieder hochkommen lassen. Wer schickt KHK Judith Krieger diese seltsamen Fotos? Gibt es einen Zusammenhang zu den Morden vor zwanzig Jahren?

Glaubwürdig und authentisch schildert Gisa Klönne die Zustände im „Haus Frohsinn“, nichts wirkt aufgesetzt oder an den Haaren herbei gezogen. Grausig, der Fund unterm Gemüsebeet, aber auch dies ist glaubwürdig.

In ihrer angenehmen, klaren Sprache entwickelt Gisa Klönne eine spannende Handlung, die einen beim Lesen mit hinein zieht ins Geschehen. Und wieder reist KHK Judith Krieger ins Ausland, dies Mal auf die griechische Insel Samos. Die verschiedenen Erzählstränge werden zum Ende hin plausibel zusammen geführt. Besonders angenehm an dem Roman ist die glaubwürdige Schilderung der Polizeiarbeit.

Spannende, anspruchsvolle Unterhaltung. Sehr lesenswert!