Cover von: Nordsee-Nacht
Amazon Preis: 15,00 €
Bücher.de Preis: EUR 15.00

Nordsee-Nacht

Roman
Buch
Broschiert, 384 Seiten

Verlag: 

ISBN-10: 

3442205816

ISBN-13: 

9783442205813

Auflage: 

1 (09.06.2020)

Preis: 

15,00 EUR
Schauplätze: 
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3442205816

Beschreibung von Bücher.de: 

Der Küstenort Hulthave, 1987. Die kleine Friederike verschwindet spurlos aus einem Zeltlager. Kommissar Wedeland ermittelt fieberhaft, aber vergebens. Das katastrophale Ereignis legt sich wie ein Schatten über das Städtchen am Meer und das Leben der Betreuerin Sascha, die an ihren Schuldgefühlen zu zerbrechen droht.

25 Jahre später wird am Strand eine bewusstlose Frau gefunden; als sie erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Schnell kommt das Gerücht auf, es handle sich um Friederike. Daraufhin kehren Sascha und Kommissar Wedeland nach Hulthave zurück - denn es ist Zeit, endlich die Wahrheit über jene verhängnisvolle Nacht herauszufinden …

Kriminetz-Rezensionen

Ein spannendes Debüt einer vielversprechenden neuen Autorin ****

Gerade im Zeltlager in Hulthave angekommen, verschwindet die 6-jährige Friederike Baumgart spurlos. Sascha Götz, die Betreuerin, die in dieser Nacht Wache hatte, hat ihr Fehlen erst am kommenden Vormittag entdeckt. Kriminalkommissar Ulrich Wedeland von der Kripo in Wehrich tut sich zusammen mit seinem Team sehr schwer. Niemand hat etwas bemerkt, Spuren gibt es auch keine. Friederike ist und bleibt verschwunden.

Als 25 Jahre später eine Frau am Strand von Hulthave gefunden wird, die ihr Gedächtnis verloren zu haben scheint, erinnert sich die Presse sofort an den Fall der kleinen Friederike. Als Sascha davon erfährt, hält sie nichts davon ab, nach Hulthave zu fahren. Sie informiert Kommissar Wedeland, zwischenzeitlich im Ruhestand, und trifft sich mit einem Mann, den sie damals am Strand getroffen hat. Neue Tatsachen ergeben sich. Wir Friederike nach 25 Jahren endlich gefunden?

Nach dem Cover, den sehr atmosphärisch gestalteten Innenklappen und dem dortigen Text hatte ich eher auf einen Thriller getippt als auf einen Roman. Und was ich dann geboten bekommen habe, würde ich auch absolut als Thriller bezeichnen.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1987 mit der Ankunft von 25 Kindern einer Ferienfreizeit und ihren Betreuern in Hulthave an der Nordsee.

Hannah Häffner schafft es spielend mir die Protagonisten mit ihren verschiedensten Charaktereigenschaften bildhaft vor Augen zu führen. Im Laufe der Geschichte bekomme ich durch die privaten Einblicke auch noch ein tiefgreifenderes Bild von dem ein oder anderen. 25 Jahre später, als die Frau am Strand gefunden wird und die Presse an den Fall der kleinen Friederike von damals erinnert, nimmt die Spannung, die zwar immer da ist, noch ein wenig mehr an Fahrt auf, bis man der Lösung immer näher kommt.

Den Fall an sich finde ich, auch wegen einiger Wendungen, auf die ich nicht gekommen wäre, super spannend. Doch es gibt immer wieder Stecken, die mir persönlich zu ausufernd, zu abschweifend behandelt werden. Ganz besonders gut gefallen hat mir hier der Schreib- und Erzählstil der Autorin. Sehr wortgewaltig, sehr präzise, mit kurzen knappen Sätzen, die die Spannung immer mehr anheizen und die Seiten nur so dahin fliegen lassen. In diesen Passagen hat das Lesen richtig viel Spaß gemacht.

Ein spannender Krimi, den ich persönlich als Thriller bezeichnen würde, mit einigen Längen, die mir nicht so gefallen haben. Trotzdem sehr gut!

Dorfleben pur …

»Nordsee-Nacht« ist in zwei große Kapitel unterteilt. Einmal geht um die Geschehnisse im Ferienlager im Küstenort Hulthave im Jahr 1987. Der zweite Teil spielt sich im Jahr 2012 ab, auch wieder in Hulthave. Eine junge Frau wurde am Strand gefunden, die sich an nichts erinnern kann. Weder wie sie heißt, noch wie sie an den Strand gekommen ist. Schnell heißt es, dass die junge Frau die seit 1987 vermisste Friederike ist.

Die unterschiedlichen Perspektiven
Die Geschichte wird auch aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und diese Erzählungen haben mich sehr schnell gepackt. Die Betreuerin Sascha ist 1987 die Hauptzeugin und auf ihrer Aussage ruht auch der Fokus im ersten Teil. Langsam, beinahe schleichend, macht die Autorin mir immer weiter klar, dass mit Saschas Aussage irgendetwas nicht stimmen kann – aber zunächst erfahre ich nichts Näheres.

Die neueren Ermittlungen
Im zweiten Teil ruht der Fokus dann zunehmend auf den Ermittlungen des damals zuständigen Kommissars Wedeland, obwohl auch Sascha wieder eine große Rolle spielt. Ihr Leben war seit Friederikes Verschwinden ziemlich aus den Fugen geraten und das liegt hauptsächlich an ihren Schuldgefühlen. Aber auch Kommissar Wedeland hatte damals schon mit argen privaten Problemen zu kämpfen, die sicher auch jetzt den Ausschlag für deine hartnäckigen Ermittlungen bilden.

Die lieben Nachbarn
Grundsätzlich fand ich es spannend, zu beobachten, wie sich z.B. die Dorfbewohner gegenseitig denunzierten. Wer anders war, wer sich nicht am »Gemeinschaftsleben« beteiligte, wurde schuldig gestempelt und geriet so in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Das war wirklich interessant zu lesen, aber mir fehlte dann doch ein bisschen die Perspektive des Kindes und der Eltern. Was ist mit ihrem Schmerz, ihrer Angst – was ist aus ihrem Leben geworden? Das hätte mich auf jeden Fall auch interessiert.

Ein toller Gesamteindruck
Alles in allem ist »Nordsee-Nacht« ein wirklich gelungenes Debüt. Ein spannender Plot, der sprachlich wirklich super in Szene gesetzt wurde. Das etwas düstere Setting passt ganz wunderbar zur Geschichte und ich fand die gesamte Atmosphäre super gelungen. Das Ende fand ich eine bisschen schwach, nicht jede Frage wurde beantwortet und mir fehlen ein paar Erklärungen – trotzdem hat mir das Buch in seiner Gesamtheit wahnsinnig gut gefallen.

Mein Fazit
»Nordsee-Nacht« von Hannah Häffner ist ein stimmiges, spannendes Buch über ein verschwundenes Mädchen. Das Hauptaugenmerk liegt hier eher auf den Folgen, die dieses Verschwinden für das Umfeld des Mädchens hatte, und ich kann die Geschichte auf jeden Fall den Fans psychologischer Thriller empfehlen – auch wenn Roman draufsteht :-)

Spannender Fall

1987 verschwindet in einem Zeltlager bei Hulthave die 6-jährige Frederike Baumgart spurlos. Trotz intensiver Suche bleibt das Mächen verschwunden. Dann, im Jahr 2012, wird an den Strand von Hulthave eine junge Frau angespült, die sich an nichts mehr erinnern kann. Schon glaube einige, dass die Nixe das verschwundene Mädchen von damals sein könnte. Sascha, einer der Betreuerinnen des Zeltlagers, setzte die Situation nicht nur damals sehr zu. Bis heute hat das Verschwinden Frederikes noch in ihrem Leben Auswirkungen. Und auch der damalige ermittelte Kommissar Ulrich Wedeland hat den Fall nie vergessen …

Die Autorin Hannah Häffner hat einen sehr angenehmen Schreibstil, sie schafft es, die dunkle Atmosphäre super rüberzubringen. Die Auflösung am Ende fand ich emotional gut gelungen. Das Debüt der Autorin finde ich gelungen – 4 Sterne. Ich bin jetzt schon gespannt auf einen neuen Roman von Hannah Häffner.