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Ein notwendiges Übel

Der zweite Fall für Sam Wyndham. Kriminalroman
Buch
Taschenbuch, 496 Seiten
Übersetzer: 

Verlag: 

ISBN-10: 

3453439201

ISBN-13: 

9783453439207

Erscheinungsdatum: 

09.07.2018

Preis: 

9,99 EUR
Schauplätze: 
Amazon-Bestseller-Rang: 74.571
Amazon Bestellnummer (ASIN): 3453439201

Beschreibung von Bücher.de: 

Kalkutta, 1920: Ein Jahr nach seiner Ankunft in Britisch-Indien wird der ehemalige Scotland-Yard-Ermittler Sam Wyndham mit einer heiklen Mission betraut. Der Thronfolger von Sambalpur wurde ermordet. Die Kolonialregierung hat ein hohes Interesse an der Ergreifung des Täters, verfügt in dem unabhängigen Fürstenstaat jedoch über keinerlei polizeiliche Befugnisse. Sam und sein indischer Sergeant Surrender-not Banerjee reisen als verdeckte Ermittler ins Reich des Maharadschas, das für seinen unsagbaren Reichtum, die prunkvollen Tempel, und die jährliche Großwildjagd bekannt ist ...

Kriminetz-Rezensionen

Rule, Britannia…

Prinz Adhir wird kurz nach einer Feier direkt vor den Augen Wyndhams und Banerjees in einer vollgestopften Gasse erschossen. Das sorgt natürlich bei der ohnehin schon angespannten Lage für reichlich politischen Zündstoff. Deshalb wird den beiden Ermittlern die zweifelhafte Ehre zuteil, in einem Fürstentum zu ermitteln, in dem sie gar nicht ermitteln dürfen. Also machen sie sich undercover auf in ein farbenprächtiges, dekadentes, unglaublich reiches Fürstentum.

Alltagsrassismus
Der Reichtum und all das haben mich eigentlich weniger irritiert als der ständig vorhandene, latente, alltägliche Rassismus. Entsprechende Begebenheiten werden meist nebenbei erzählt, so dass ich manches Mal beinahe erschrocken zurück blättere, immer mit dem Gedanken “das hat er jetzt nicht wirklich gesagt, oder?”. Hatte er dann aber meist doch. Allerdings geht der Rassismus hier nicht nur von den Briten bzw. Europäern aus. Die Inder können das untereinander beinahe genauso gut.

Kultur
Gemeinsam mit Wyndham und Banerjee streife ich dann durch das fremde Sambalpur. Die fremdartige Kultur wird mir als Leser dadurch näher gebracht, dass natürlich dem Briten Wyndham alles mögliche erklärt werden muss. Also lerne ich mit ihm die komplizierten politischen Machtverhältnisse, religiösen Vorschriften und persönlichen Gefälligkeiten zu durchschauen – zumindest annähernd. Sehr hilfreich ist dabei das am Ende des Buches angehängte, sehr umfangreiche, Glossar.

Kriminalfall
Bei all dem “Drumherum” bleibt der Kriminalfall ein bisschen auf der Strecke. Ich fand ihn jetzt weder sonderlich spannend noch clever konstruiert. Er war der Aufhänger für eine wirklich faszinierende Reise durch das koloniale Indien – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Trotzdem habe ich mich eben durch das ganze “Drumherum” gut unterhalten gefühlt. Ein bisschen was über die Kolonialzeit dazugelernt habe ich auch. Also alles entspannt und gut. Einen weiteren Teil, sollte es denn einen geben, brauche ich aber nicht.

Mein Fazit:
"Ein notwendiges Übel" ist ein spannendes Buch über Indien zur Kolonialzeit. Der Kriminalfall fungiert hier eher als Aufhänger, deshalb sehe ich das Buch mehr als Reisebericht denn als Krimi. Eigentlich schade, da hätte man mehr machen können.