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Nur ein Sterbenswort
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Ihr erster Fall in Stuttgart bringt die Stralsunder Kommissarin Meike Masur an ihre Grenzen: Die Theaterstudentin Katie liegt stranguliert in ihrer Wohnung – eine intime Form von Gewalt, doch es gibt keinen Hinweis auf den Täter.
Ihre Ermittlungen führen Meike ans Set einer erfolgreichen Serie, in der Katies Rolle hart umkämpft schien. In der ersten Staffel war sie noch durch eine andere Studentin besetzt, die aber zu alldem schweigt. Hat es etwas mit dem Unidozenten zu tun, der angeblich für gefragte Rollen gewisse Gefälligkeiten erwartete?
Bald verhärtet sich allerdings Meikes Verdacht, dass die Frauen gar nicht wissen, was mit ihnen geschah – und wer anzuklagen ist. Die Kommissarin muss einen Balanceakt wagen, auch mit dem zuständigen Staatsanwalt …





















Spannender Kriminalroman aus Stuttgart
Mit diesem Buch legt die Autorin Britt Reißmann den ersten Band einer neuen Reihe um die Kommissarin Meike Masur vor, der mich gleich gut und spannend unterhalten konnte.
Meike Masur hat sich gerade erst aus Stralsund nach Stuttgart versetzen lassen, um dort einen beruflichen und privaten Neustart zu wagen. Dabei tut sie sich noch etwas schwer, sich an die Gepflogen- und Eigenheiten ihrer neuen Heimat zu gewöhnen, obwohl sie als Unterstützung ihren Cousin Severin Scholl an ihrer Seite hat, der schon vor Jahren in den Süden gezogen ist und ebenfalls bei der Stuttgarter Kriminalpolizei arbeitet. Als die Schauspielstudentin Katie tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, übernimmt Meike ihre erste Mordermittlung. Ist das Motiv für den Mord eher an der Schauspielschule oder im Umfeld einer Produktionsfirma zu finden, für die Katie eine Sprechrolle in einer erfolgreichen Zeichentrickserie übernommen hat ?
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, garniert sie dabei mit jeder Menge Lokalkolorit aus Stuttgart und bietet am Ende eine verblüffende Auflösung des ziemlich verzwickten Falles, die völlig überraschend, aber dennoch absolut schlüssig daherkommt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erleben wir die Geschichte im Wesentlichen durch die Augen von Meike. Zusätzliche Passagen aus der Perspektive eines zunächst unbekannten Ich-Erzählers, sorgen für zusätzliche Spannung, ohne bereits zu viel über die Bedeutung dieser Rückblenden zu verraten, auch das Geschlecht der Person bleibt lange Zeit unklar. Die Übergänge zwischen diesen Passagen und der Hauptgeschichte erfolgen im E-Book allerdings ohne sichtbare Trennung, dies hätte man deutlich besser gestalten können bzw. eigentlich sogar müssen. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt ganz hervorragend. Als Bonbon für Leser, die bereits frühere Bücher der Autorin gelesen haben, wirken hier mit Verena Sander und Thea Engel zwei ehemalige Hauptfiguren in tragenden Nebenrollen als Teil der Ermittlungsteam mit.
Wer auf spannende Kriminalromane aus dem Ländle steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für die weiteren Bände bleibt aber durchaus noch etwas Luft nach oben.
Wer von Macht spricht, spricht von Gewalt
"Auf zweierlei beruht alle Wirkung menschlicher Handlungen, auf Wille und Macht." (Boethius)
Die Stralsunder Kommissarin Meike Masur hat sich zur Kripo Stuttgart versetzen lassen, wo ihr Cousin Severin Scholl arbeitet. In ihrem ersten Fall bekommt sie es mit dem Tod einer Theaterstudentin zu tun, die erhängt in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Katie, die junge Studentin, besserte ihr Studium bei einer Stuttgarter Produktionsfirma auf. Dort hatte sie eine Sprechrolle in einer Netflix-Serie. Dass dieser Job allerdings hart umkämpft war und die erste Staffel eine andere Studienkollegin eingesprochen hat, erfährt Meike erst im Laufe ihrer Ermittlungen. Könnte das eventuell ein Motiv sein, um sie zu ermorden? Allerdings spricht vieles dagegen. Bald muss sie jedoch feststellen, dass bei der Produktionsfirma einiges manipuliert wird und es Geheimnisse gibt. Selbst der Nachbar, der die Tote gefunden hat, erscheint Meike plötzlich verdächtig.
Meine Meinung:
Der neue Kriminalfall der Autorin knüpft an ihre vorherigen Krimis an. Beziehungsweise gibt es hier ein Wiedersehen mit Ermittlern, die ich schon von ihren vergangenen Krimis her kenne. Sehr detailliert bindet uns die Autorin, die gleichzeitig selbst im wahren Leben bei der Kripo arbeitet, in die Ermittlungen mit ein. Ich habe wirklich das Gefühl, mit dem Team mitermitteln zu können, so plastisch und real wird alles dargestellt. Beim schwäbischen Dialekt dagegen ist die Autorin eher sparsam, doch er kommt diesmal wenigstens vor. Angenehm empfinde ich Meikes Cousin, der ihr im Hinblick auf schwäbischen Dialekt und ihre Eingewöhnung im Schwabenland behilflich ist. Der Fall selbst kommt ohne großes Blutvergießen aus, bleibt jedoch durch die Vergangenheit und das Eintauchen in die verschiedenen Charaktere sehr interessant. Vielleicht hätte ein wenig Action dem Fall gutgetan. Allerdings erscheint mir dieser Krimi inhaltlich viel realistischer als manch eigentlicher Krimi. Denn schließlich gibt es im wahren Leben eines Kommissars nicht immer Action und Blutvergießen, sondern die Ermittlungen selbst haben viel mehr mit Kopfarbeit und Rekonstruktion zu tun. Genau dies erleben wir oft in den Krimis dieser Autorin. Außerdem lernen wir die neue Kommissarin näher kennen, die ihre ganz eigenen Ecken und Kanten besitzt und noch einige Anpassungsschwierigkeiten hat. Das fängt schon beim Einkaufen beim Bäcker an, wo sie verzweifelt Brötchen einkaufen möchte. Auch die Gepflogenheiten, der Umgang mit der schwäbischen Bevölkerung und die Wohngegend sind recht schwierig. Allerdings für mich als Schwaben auch mitunter recht lustig. Mit ihren Kollegen hat sie dagegen keine Schwierigkeiten, sie wird herzlich von allen aufgenommen. Etwas verwirrt bin ich zu Beginn vom zweiten Handlungsstrang, der mich mit in die Vergangenheit nimmt. Doch dies klärt sich spätestens am Ende auf. Dass es hierbei um Missbrauch und ein traumatisches Kindheitserlebnis geht, wird mir jedoch schnell klar. Es bleibt allerdings lange ungewiss, um wen es dabei geht. Für mich ein Auftakt, bei dem es noch Luft nach oben gibt und dem ich gerne 4 Sterne gebe.